… habe ich bei meinem letzten Stadtbummel festgestellt. Und ich fand das überraschend. Wir haben bei C&A einige Kinderklamotten und bei H&M sogar Tops für Frau aus Ökobaumwolle gefunden. Bei Timberland habe ich aus versehen ein Sweatshirt gekauft, dass auch ökologisch war. Was für ein Zufall. Selbst IKEA kümmert sich um den wasser- und pesitzidschonenden Anbau von Baumwolle. Es scheint sich etwas zu bewegen.

Allerdings ist es mir nicht gelungen, bei einem der deutschen Klassenbesten in Sachen Nachhaltigkeit, dem Otto-Versand, ein passendes Suchkritierium für ökologische Kinderbekleidung im Online-shop einzugeben. Auf der Unternehmenssite finden sich seitenlange Abhandlungen über die tollen Taten und im Shop suche ich mir dann einen Wolf. Aber wahrscheinlich liegt das Problem mal wieder vor dem Bildschirm und an der Tastatur.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Finden Sie auch mehr Öko-Bekleidung? Sind eigentlich alle Designer-Label schon automatisch öko? Wie empfinden Sie das Preisniveau dieser nachhaltigen Bekleidungsgegenständen?

Schon einmal  habe ich die (mögiche) positive Rolle Deutschlands in diesem Blog behandelt - diesmal ist der Titel der Initiative aber eindeutiger, oder?

Zitat aus der Philosophie:
“MADE IN HAPPY GERMANY® bedeutet, seine Talente zu leben, das zu tun, was jede(r) am Besten kann und damit Geld zu verdienen. Warum?
Weil wir alle so am glücklichsten sein können.

Das Siegel MADE IN HAPPY GERMANY® soll mit einem Augenzwinkern daran erinnern, dass hohe Qualität, inhaltlicher Anspruch, Arbeitsplatzschaffung, Kreativität und Spaß sich nicht ausschließen müssen.

Alle Produkte, Dienstleistungen und Ideen werden “vor Ort” produziert, nach dem Motto “Think global, act local”. MADE IN HAPPY GERMANY® ist ein Gütesiegel für Produkte und Dienstleistungen, ein Netzwerk innovativer Menschen, ein Ideenpool ganzheitlicher Sichtweisen und ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten, die auch über sich selbst lachen.” … hier geht es weiter!

Ich habe Stefan Beuttler, einen der Macher, am Medienmittwoch in Frankfurt kennengelernt. Wie der Zufall es so will war ich just vor der Veranstaltung sogar am Shop von MADE IN HAPPY GERMANY vorbei gegangen. Im Gespräch und auch bei den Streifzügen im Internet hatte ich das Gefühl, dass die wissen was sie tun und das sie nicht nur HAPPY sondern auch MUTIG sind. Nicht nur in der Wahl ihres Namens - wer bringt schon HAPPY und DEUTSCHLAND zusammen - sondern auch mit ihrem Unternehmergeist. Schade, dass es bis jetzt in Hamburg noch keinen Ableger gibt. Aber vielleicht bin ich ja auch mal MUTIG …

Wenn Sie Fairtrade-Kaffee kennen, dann ja vielleicht auch dieses Siegel: FLP - Flower Label Program. Zitat aus der Präambel des gemeinnützigen Vereins: “Weltweit werden Blumen angebaut, um Menschen zu erfreuen. Insbesondere in vielen Ländern des Südens werden durch den Blumenanbau viele Arbeitsplätze geschaffen und Devisen erwirtschaftet. Gleichzeitig sind mit der Produktion oftmals ökologische und soziale Probleme verbunden. Das Flower Label Program (FLP) ist ein wesentliches Instrument zur Lösung dieser Probleme.”

Aus meiner Sicht eine sehr sinnige Initiative, die es Blumenhändlern ermöglicht sich (endlich) ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb zu verschaffen. Sicher ist das schwierig und vor 8 Jahren haben Fairtrade-Produkte im Bereich Kaffee und Schokolade eher ein Schattendasein geführt - dennoch: Irgendwann muss man mal anfangen! Und nie war die Zeit günstiger als eben JETZT behaupte ich.

Ich habe eine Bitte an Sie: Gehen Sie doch mal in dieser Woche zu Ihrem Blumenladen und fragen Sie dort nach FLP-Blumen. Auf die Antworten und Reaktionen bin ich sehr gespannt. Frei nach dem Jack Wolfskin Beispiel dürfen Sie bei der Gelegenheit auch gerne mal fragen, ob und welche Nachweise die Floristen über den Pestizid-Status ihrer Blumen und die sozialen Bedingung deren Herstellung haben. Weil Sie ein neugieriger, engagierter Mensch sind …

Und wenn Sie es hier nicht eintragen mögen, senden Sie mir doch eine kurze eMail mit Ihren Erfahrungen: o.selaff(at)zunftnetz.org. Herzlichen Dank … im voraus! Danke!

Ich traue mich jetzt mal was. Einige von Ihnen haben in meinem Beiträgen schon etwas über Schamanen gelesen. Vielleicht ist es sogar so, das es einige Leser gar einige Beiträge als spirituell oder esoterisch betrachten. Alleine der Standpunkt “Nachhaltigkeit kommt von innen” kann von eben dieser Nähe zeugen.

Wenn ich denn nach “Geiz-ist-geil” in ein Loch falle, weil es mir nicht hilft immer nur als Schnäppchenjäger berühmt und berüchtigt zu werden, diese Jagd sogar in starken Stress ausartet, kommt (fast) jeder an den Punkt der Sinnsuche. Im Bereich Schnäppchen könnte ich das auch die “Was ist was wert”-Phase nennen. Und das ist schon spirituell, esotherisch oder ethisch.

Das war jetzt wieder eine lange Einleitung - sorry. Einer der Menschen, der mit mir gemeinsam unseren Schamanen Philip Kansa besucht hat, hört neuerdings sehr häufig Hörbücher von Kurt Tepperwein. Ich hatte vorgestern auch das Vergnügen und habe das - Erfolg und Wohlstand - so nebenbei gehört. Wenn Sie mich heute fragen, erinnere ich mich an folgende Passage (sinngemäß): “Manche Menschen haben das Gefühl, dass Sie um voran zu kommen zunächst einmal ihre Vergangenheit aufarbeiten müssen. Sie laufen dafür sogar zu Fachleuten, die eben dieses mit ihnen tun. Ich dagegen vergesse alles, was länger als 3 min her ist. Ich lebe für die Zukunft und habe alle Möglichkeiten vor mir liegen. Ich brauche keinen Blick zurück.”

Drastisch - diese Aussage setzt vieles an denken außer Kraft - z. B. “aus der Vergangenheit lernen”. Wie sehen Sie das? Alle Kraft nach vorn oder auch immer wieder einen kräftiger Schulterblick zurück? Was ist nachhaltig gut?

Auch in Sachen Nachhaltigkeit wäre zu diskutieren, ob richtige Nachhaltige mehr vor oder mehr zurück schauen …. Und wenn Sie sich jetzt fragen, was ich mich getraut habe … gibt Ihnen Ihre Frage schon die Antwort.

Vor-vor-vorgestern habe ich mal wieder TV geschaut. Eigentlich nicht geschaut sondern einfach so herum gezappt - wie es neudeutsch heißt. Ich bin bei einer Reportage über eine Familie hängengeblieben, die sich über vier Wochen einen sog. Öko-Coach angetan haben. Der schaute in alle Ecken des Hauses auf der Suche nach fiesen Stromverbrauchern, analysierte die Putzmittelkollektion sehr penibel und machte sogar vor dem Durchwühlen der (Rest-)Mülltonne nicht Halt. Oh Mann, das schien mir echt hart, zumal er auch versuchte das Auto der Familie mit einer Parkkralle stillzulegen.

To make a long story short: Der Öko-Scout ging auch mit Ihnen einkaufen. Bei Hess Natur (glücklicherweise in der Nähe von Frankfurt, dennoch: Autoeinsatz!) war der Pulli für die Tochter sehr schön (fand ich auch) aber leider ziemlich kratzig. Weiter zu Jack Wolfskin - mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort fand sich auf den ersten - und auch auf den zweiten Blick leider nichts umweltkonformes für das Töchterchen. Sie hätte doch soooo gerne ein schönes grünes Fleece gehabt. Ob der Kunststoffes und der unklaren Fertigungssituation (Kinderarbeit, Lohndumping, Ausbeutung) fanden sich auf der Stirn des Beraters tiefe Falten. Dann aber ein Vorschlag zum Kompromiss und der Grund für diesen Artikel: “Sie kaufen den Artikel, weisen aber darauf hin, dass Sie binnen 10 Tagen (um in der Umtauschfrist zu bleiben) eine Stellungnahme von Jack Wolfskin zu den o. g. Fragen haben möchten. Kommt diese nicht oder ist sie nicht im Toleranzbereich, geht das Teil halt zurück.”

Ein toller Vorschlag. Wenn das jeder mündige Prosument so tun würde, würde sich sogar schnell etwas verändern - da bin ich ganz sicher. Fangen auch SIE morgen damit an? Werden Sie zum Prosumenten?

… ist der Titel einer Veranstaltung im Gotheanum in Dornach/Schweiz am 13. und 14. September 2008. In Kolloquien sollen Brücken zwischen innerer und äußerer Nachhaltigkeitsarbeit geschlagen werden, um die “Welt der Menschen mit Natur, Kosmos und Erde” wieder zu verbinden.

Ich finde das hört sich spannend an - auch und gerade weil ein wenig undogmatische Spiritualität im Spiel ist. Leider ist der Meldeschluss schon am 30.08.08 - aber ich denke nachhaltig agierende Einrichtungen sind so flexibel auch Nachzüglern eine Chance zu geben.

So scheint das Thema Nachhaltigkeit wirklich sehr weite Kreise zu ziehen - auch im anthroposophischen Umfeld ist es angekommen. Anderseits werden einige vielleicht sagen, dass eben die Anthroposophen schon immer nachhaltig waren. Anyway. In jedem Fall ist die Verbindung des Wortes “nachhaltig” mit dem Wort “Schicksal” drastisch - vielleicht sogar aufrüttelnd.

Ich würde uns allen wünschen, dass wir wöchendlich eine solche Veranstaltung in Deutschland oder sogar parallel in den Metropolregionen haben. Damit das Thema präsenter und anfassbarer wird, damit sich Menschen darüber austauschen können. Sollte Ihnen eine solche Veranstaltung “über den Weg laufen”, zögern Sie nicht an dieser Stelle darüber zu berichten.

In der aktuellen Ausgabe der medianet, eine der größten österreichischen B2B-Kommunikationsplattformen, ist ein Artikel von Klaus Kofler und mir veröffentlicht worden, der die optimale Verzahnung der Bereiche Wissen, Nachhaltigkeit und Innovation für die Ideenfindung beschreibt.

In dem Artikel zeigen wir u. a. am Beispiel Toyota auf, wie aus unserer Sicht ein beispielhaftes Innovationsmanagement aussehen könnte. In Japan kommt den Unternehmen dabei die kulturell verankerte Hinwendung zum Kollektivdenken und -wissen stark entgegen. Hierzulande herrscht dagegen noch immer die Orientierung zu Herrschaftswissen vor, dass scheinbar (noch immer) auch ein Garant für persönlichen Erfolg ist. Wissens- und Erfahrungsteilung finden so zwar in der Theorie aber kaum in Praxis statt. Alleine an diesem kulturellen Nachteil lässt sich ermessen, wieviel Kraft und Engagement notwendig ist, um hier erfolgreich zu sein.

Sie finden den vollständigen Artikel bei Zunft[wissen] oder direkt bei medianet.at.

Sollten Sie Anmerkungen oder eigene Erfahrungen auf dem Gebiet haben, freuen wir uns über Ihre Kommentare.

Einmal ein Hinweis in eigener Sache: Ab Herbst 2008 bietet das Zunft[institut] eine erste Serie von Seminaren rund um die Themen Innovation, Trends, Kommunikation und Wissen im Kontext zur Nachhaltigkeit an.

Uns lagen bei der Konzeption insbesondere die pragmatische Ausrichtung, ein inspirierendes Umfeld und die faire Preisgestaltung am Herzen. So werden die ersten beiden Seminare bereits im Oktober im Bregenzerwald stattfinden, der zu dieser Jahreszeit noch immer mit seiner Schönheit lockt. Eine Besonderheit ist die Tatsache, dass die Seminarkosten die Unterbringung bereits beinhalten. Haben Sie Lust auf einen Perspektivwechsel und neue, inspirierende Impulse?

07. bis 09. Oktober 2008:

Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten

28. bis 30. Oktober 2008:

Wissen, Nachhaltgkeit und Innovation - Der Kreislauf für zukünfige Innovationen

Nährere Informationen und Buchungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website …

Die Seminare finden in Kooperation mit Trends & Wege  statt, die weitere Seminare rund um Innovation anbieten.

Ich nehme jetzt mal einen Standpunkt ein - obwohl das ja heute eher unnormal ist. Vor lauter Korrektheit und Harmoniesucht findet so etwas - Stellung beziehen - im Alltag immer weniger statt. Und jeder hat Angst davor, dass seine Wahrheit womöglich den Gegenüber verletzen könnte. Aber können wir uns nicht in Liebe gegenseitig entwickeln?

Standpunkt: Das was zählt ist die Kultur! … und um die kümmern wir uns in Deutschland sehr wenig. Wir kümmern uns um die Natur, Regeln, Gesetze, Steuern, Leistung, Korrektheit … um so vieles, aber zu wenig um die Kultur. Die Kultur des Teilens, des Miteinander, die kulturelle Identität (welcher Jugendliche kennt heute beispielsweise Rilke?), die traditionelle westliche Wertekultur und die Kultur einer sinnstiftenden Politik. Und wenn ich jetzt die Nachhaltigkeit ins Spiel bringe, getrieben von dem grundlegenden Wunsch etwas zu erhalten, stellt sich mir die Frage, wieviel Nachhaltigkeit ohne Kultur denn möglich ist? Meinungen dazu …?

Heute habe ich bei best-of-wine gelesen, dass es einem Forscherteam gelungen ist, eine elektronische Zunge zu entwickeln (bisher: Prototyp), die in der Lage ist Weinsorten und Jahrgänge zu erkennen. Der große Vorteil: Das Zünglein ist portabel!

Naht mit dieser Erfindung endlich die Wahrheit für den Wein? Können so komplexe Verschnitte unterschiedlichster Weine entschlüsselt werden? Ist endgültig Schluss mit dem Zucker und Glykol in unserem geliebten Getränk? Und womöglich kann das Teil auch Holzchips von Barrique unterscheiden …

Wenn es gelingt dieses Zunge alltagstauglich zu machen, sicher eine nachhaltige Erfindung. Oder besser eine Nachhaltigkeit sicherende Erfindung.

Ein Frage, die die Initiative Grundeinkommen als eine ihrer Leitfragen herausstellt.

Was wäre wenn es einen Ort gäbe, an dem man arbeiten, kommunizieren, spinnen, genießen oder entspannen kann - einfach so. Einen Ort an dem man dabei Schulklassen, interessante Menschen, Gleichgesinnte, Omas und Opas oder spirituell Interessierte treffen könnte. … um sich mit denen auszutauschen, gegenseitg voneinader zu lernen, zu helfen, miteinander zu arbeiten oder gar gemeinsame Projekte zu initiieren. Wäre es denkbar, dass wir dort Menschen treffen, die sich immer in Liebe und geseitigem Respekt begegnen?

Und wie haben Sie die Frage in der Überschrift dieses Artikels für sich beantwortet?

Ein Kaffeehaus - ein großes. Das wäre doch für einen solchen Ort geeignet, oder? Wer sich jetzt noch immer keine Brand eins Liebe gekauft hat, der sollte es jetzt tun. Auch um mehr von diesem Ort zu erfahren.

Übrigens bin ich nicht bei der Brand eins unter Vertrag, vielmehr von ihren Artikeln angetan und würde mich gerne mit Anderen zu diesen Themen intensiver austauschen.

Habe ich eigentlich schon geschrieben, dass ich mit meiner - traditionellen - Familie seit gut einer Woche auf Fehmarn im Urlaub bin? Ich glaube nein. Die, die sich auskennen haben jetzt wahrscheinlich ein Lächeln auf den Lippen, weil sie denken, dass mich der größte Weinshop Nordeuropas mit einer fantastischen Auswahl an Weinen der Neuen Welt hierher gebracht hat. Leider ist die Bedienung und das Ambiente so mieserabel, dass ich mich nur zum Kauf von den nötigsten 6 Flaschen habe hinreißen lassen. Aus diesem Grund fehlt auch der link! Ach ja, heute haben wir 25°C, blauen Himmel und tatsächlich mehrfach in der gut 19°C kalten Ostsee gebadet …

Aber davon wollte ich gar nicht erzählen. Sondern davon, dass ich auf Fehmarn interessante Menschen (auch Eingeborene, die richtig Fehmaraner heißen) treffe und eines der Epizentren von Neuseelandfreunden in Deutschland exakt hier zu finden ist. Vielleicht liegt es daran, dass es sich bei Fehmarn und NZ um Inseln handelt? Am vergangenen Freitag gab es einen Vortrag von Tokowha Te Huia über Neuseeland und wir hatten im Anschluß die Gelegenheit ihn im Gartenhäuschen für ein Gespräch zu treffen. Tokowha ist so etwas wie ein Shamane und damit bereits der zweite, der innerhalb von knapp vier Monaten in mein Leben getreten ist. Er verbringt 6 Monate des Jahres in Europa und der Welt. Den Rest des Jahres erwartet er Dich und mich auf der Nordinsel Neuseelands, um uns sein fanatastisches NZ zu zeigen. Er hilft auch beim Auswandern und hat immer ein offenes Ohr für jeden und alles. Für ihn sind alle Menschen EINS und er handelt mit jeder Körperfaser IMMER in Respekt und Liebe. Immer. Wer sich für einen Ausflug nach NZ interessiert, sollte unbedingt einmal bei ihm vorbei schauen: Seine Unternehmung oder besser seine Lebensmitte heißt TE WAKA. Er verspricht Maoris an ihren spirituellen Orten, Einblicke in die Kultur, Lebensgeschichten, reisen fernab von touristischen Plätzen und massgeschneiderte Touren. Einfach toll.

Tokowha ist übrigens davon überzeugt, dass in gut 10 Jahren Deutschland der globale Friedensbringer sein wird. Er bereist unser Land und Europa jetzt seit 14 Jahren und spürt mit jedem Jahr sehr positive Veränderungen. Das in Verbindung mit seinen seherischen Kräften bringt ihn zu dieser - für mich - überraschenden Aussage. Können wir diese Rolle überhaupt annehmen?

Vielleicht werde ich in den nächsten Urlaubsbeiträgen noch ein wenig von ihm erzählen.

Auf meinem Weg durch die Brand eins Liebe bin ich neben der schon erwähnten Anzeige in Sachen Teuronade auf ein Interview mit Ulrich Hemel getroffen. Der Titel “Kapitän des Lebens-Schiffes” weist darauf, dass es um die Persönlichkeit von Mitarbeitern geht und diese in den nächsten Jahren immer wichtiger werden wird. Die zunehmende Verknappung von qualifizierten Arbeitskräften schreitet voran und so werden Unternehmen immer mehr Aufwand betreiben, um entsprechend gut passende Mitarbeiter zu finden. Arbeitnehmer werden dagegen wieder in die Lage versetzt ihren Arbeitsplatz freier zu wählen und diesen deutlich mehr gestalten zu können. Das wird soweit gehen, dass die zentralen Unternehmensstrategien von diesen Veränderungen stark beeinflußt werden.

Und was hat das jetzt mit Liebe, Lust und Leidenschaft zu tun? Parallel zur Verknappung der Mitarbeiterressource nimmt der Bezug zu Religion, Parteien und/oder andere Organisationen stetig ab - genauso wie der zur traditionellen Familie. Viele Menschen orientieren sich in dieser entstandenen Lücke wiederum mehr in Richtung ihres Arbeitsplatzes. So bekommt die Zufriedenheit im Job einen neuen, deutlich höheren Stellenwert. Wenn dann in dieser Situation ein Unternehmen die o. g. Gefühle nur instrumentalisiert und gar nicht lebt, dann wird das schnell zu einer Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern führen, die diesen Konflikt zwischen innen und außen sehr schnell wahrnehmen.

So werden Claims wie “Leistung aus Leidenschaft”, “Wir lieben es” oder “Liebe jeden Tag”, die einfach so in der Kommunikation gesendet werden, zukünftig auch eine intensive Reflektion in das Unternehmen hinein benötigen. Eine große Herausforderung für Marketingabteilungen, die in diesen Dingen wohl eher weniger Erfahrungen haben. Aber ein Burger, der nicht nach liebevoller Zubereitung aussieht, ein Hotline-Gespräch, bei dem der Kunde sich als der Depp fühlt oder ein schlapper Sachbearbeiter, der Leidenschaft transportieren soll - all das kann und darf es nicht mehr geben. Oder anders ausgedrückt - wen das als Unternehmen nicht kümmert, wird zukünftig wahrscheinlich nicht nur ein Problem mit seinen mündigen LOHAS-Kunden bekommen, sondern womöglich auch mit seinen Mitarbeitern. Oder wie sehen Sie das?

Nachdem wir hier schon faircustomer vorgestellt haben, kommt heute ein weiteres Portal in diesem “sauberen” Segment hinzu:

http://www.bransparent.com

Hier gibt es sozial und umwelttechnisch einwandfreie Klamotten. Und das sowohl online - dann allerdings per Weiterleitung zu einem anderen Online-Shop - als auch mit Hinweisen auf Läden in Deiner Umgebung, die das gewünschte Produkt führen. In jedem Fall sind ausgiebige Infos zu den jeweiligen Produkten hinterlegt, so dass sich jeder potentielle Kunden ein sehr gutes Bild machen kann.

Sorry, aber ich muss doch nochmal was zu Teuronade - Sie wissen schon die Wucher-Bionade - schreiben. Gestern beim lesen der Brand eins Liebe hat mich eine Anzeige auf Seite 23 wirklich beleidigt:

“Die grösste Leistung unserer Mitbewerber liegt darin, dass sie uns noch vor den Chinesen kopiert haben.”

Welche Botschaft für den Kunden ist darin enthalten? Für mich reine Egomanie und vielleicht Selbstmitleid, welches eine Reihe weiterer Fragen aufwirft:

> Die Mitbewerber haben ihre Preispolitik nicht so platt wie Teuronade begründet - auch eine Leistung.
> Die Mitbewerber haben womöglich besser auf den Wahrheitsgehalt ihrer Etiketten aufgepasst und sich einen Verteidigunganwalt gespart.
> Die Mitbewerber wissen womöglich, dass es da draußen Kunden gibt, Kunden die ein faires Geschäftsgebaren sehr schätzen. Kunden die das Investment für selbstherrliche Anzeigenkampagnen hinterfragen.

Oder besteht die grösste Leistung dahin von Fettnapf zu Fettnapf zu hüpfen?

In seiner gestern erschienenen Ausgabe hat das Dialogus-Magazin den Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Unter anderen finden sich dort Beiträge zu den Themen Handel, Prozesse sowie einige gute Unternehmensbeispiele. Auch ein Interview zum Zunft[institut] ist dort zu finden. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei.

Heute fand ich im Manager-Magazin einen interessanten Artikel von Marie Blöcker zur LOHAS-Thematik, wobei mich einige Positionen stark auch an Inhalte unserer im Internet seit langem positionierten Gedanken erinnern. Anbei einige Auszüge: “Die Gruppe der Lohas sind selbstbewusste und aufgeklärte Verbraucher, die mit Bedacht konsumieren, um somit verantwortungsvolles, nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. Der typische Vertreter dieser Zielgruppe ist quasi ein moderner Öko - eben kein Jutebeutel-tragender Atomkraftgegner, sondern ein Verbraucher, der zum Beispiel fair gehandelten Kaffee kauft und Restaurants besucht, die auf Biolebensmittel aus der Umgebung zurückgreifen. Transparenz spielt eine sehr große Rolle: Wer stellt wo und unter welchen Bedingungen das Produkt her? Und was wird indirekt mit diesem Kauf unterstützt? Für Unternehmen besonders interessant ist die Tatsache, dass dieser Lebensstil kein Verzicht auf Luxus impliziert. Im Gegenteil: die Zielgruppe ist kaufkräftig und kosumfreudig. Dieser Umstand bietet natürlich auch eine Angriffsfläche für Skeptiker: Diese Art des Konsums sei nur ein “Greenwash”. Die Führungskräfte der manager-lounge haben abgestimmt: Fast 70 Prozent der Mitglieder, die an der Umfrage teilgenommen haben, zählen sich zu der Gruppe der Lohas; deren Ziele und Überzeugungen decken sich mit denen der Manager. Dabei zeichnen sie sich zugleich durch die typische Lohas-Eigenschaft, die kritische Betrachtung aus: Über die Hälfte der Lohas-Befürworter findet den Hype um die Zielgruppe übertrieben.” Den kompletten Artikel findet man im Zunft[wissen]-Presseportal. Ich denke, hierauf sollten wir weiter aufbauen. Kritisch, aber mit konkreten, in die Praxis umsetzbaren Lösungsansätzen die erkennbare Bereitschaft einer interessanten Anzahl von Mitmenschen zu nutzen, um unsere Überzeugungen von einer besseren Form des persönlichen und wirtschaftlichen Miteinanders weiter voranzubringen. Die ersten Schritte sind ja gemacht ………….weitere folgen bald!

Aufmerksam gemacht hat mich - mal wieder - Hannes Treichl in seinem Blog: Brainfloor, ein Marktplatz für Ideen aus Österreich, auf dem sich Ideensucher und -geber - hier genannt BrainUser und BrainWorker - treffen.

Eine Klasse-Idee finde ich. So bin ich seit rund 3 Monaten Mitglied dort und gebe auch meine Ideen dort zum Besten. Allerdings stolpere ich immer wieder über zwei Punkte: Zum einen fühle ich mich jedes Mal wie eine Milchkuh beim Melken. Ich gebe mein Bestes, erfahre aber nicht was damit geschieht. Wird es ein toller Käse oder bester Quark? Und zum anderen fehlt mir die Inspiration durch die anderen Ideengeber - sorry BrainWorker - das storming sozusagen. So fühlt sich das alles recht klinisch an und irgendwie werde ich den bitteren Geschmack auf der Zunge nicht los, dass ich deutlich mehr gebe als ich bekomme. Würde eine solche Ideen-suchende Firma - sorry BrainUser - eine Agentur wie beispielsweise das Trendbüro oder ähnliche beauftragen, würde der identische Output wahrscheinlich einen mittleren 6-stelligen Euro-Betrag kosten. Schließlich geht es um nicht weniger als Innovationen. Und selbst wenn nicht DIE einschlagende Idee dabei ist, so sind alleine die 50-100 Beiträge vielleicht für die eigenen Fachleute so inspirierend, dass im nachhinein DIE Idee geboren wird.

Wie könnte man Brainfloor also so verbessern, dass dieser bittere Geschmack ein wenig weniger wird? Oh, nicht das Sie denken, dass ich Sie jetzt auch aushören will - schließlich sind hier die Kommentare (noch ;-)) öffentlich!

Vorgesetzte auf Augenhöhe mit ihren Mitarbeitern. Kunden, die auf Augenhöhe mit den Produzenten ihrer Produkte und Dienstleistungen sprechen. Die Eltern auf Augenhöhe der Lehrer. Berater auf einer Augenhöhe mit ihren bisherigen Beratungsopfern?

Augenhöhe - das heißt auch keine oder kaum Hierarchien. Das heißt insbesondere Respekt und Wertschätzung. Nicht von “oben herab”. Und warum muss ich DAS in diesem Artikel so betonen? Weil es scheinbar eine Krankheit unserer Gesellschaft ist, die diese Selbstverständlichkeiten vergessen oder verdrängt hat. Wenn wir heraus finden warum das so ist, wissen wir automatisch um einen sehr lukrativen neuen Geschäftszweig. Denn die Sehnsucht nach Augenhöhe ist allerorten groß.

Dabei merken die, denen diese Augenhöhe versagt wird, langsam diesen Umstand. Und die, die von der fehlenden Augenhöhe profitieren, versuchen in einem letzten oder vorletzten Aufbäumen, den drohenden Verlust zu verhindern. Das führt mitunter zu skurrilen Szenen und Situationen, in denen viele tradierte Systeme vor dem Aus stehen. Nur was kommt danach? Wissen Sie hier Rat?

Augenhöhe = Brüderlichkeit = Nachhaltigkeit … mal als These oder zeitliche Beobachtung niedergeschrieben. Oder wie sehen Sie das?

Mein letztes Einkaufserlebnis, bei dem ich auf der Suche nach einem passenden Paar Wanderschuhen war, zeigte mir ziemlich ernüchternd die eigentlichen Probleme, mit denen der Einzelhandel wirklich zu kämpfen hat.

Die Ausgangsparameter waren meinerseits klar definiert. Ein Schuh, der sowohl für mittlere Wandertouren als auch für Wanderungen im hochalpinen Gelände geeignet sein musste. Ein Schuh mit einem guten Tragekomfort, wasserdicht, leicht und der auch bei längeren Touren nicht drücken sollte. Zu guter Letzt sollte der Schuh - wenn möglich - in Deutschland oder Österreich produziert worden sein. Dafür war ich auch bereit, einen Betrag von bis zu Euro 250 auszugeben.

Aufgrund einer zu erwartenden Fachberatung war für mich im Vorfeld klar, dass dies nur über den Fachhandel zu einem wirklichen Erfolg führen konnte. Eben genau so, wie wenn man eine Wandertour vorbereitet. Je besser die Planung, desto weniger Probleme und umso größer der Genuss. Was ich dann aber infolge erlebte, war ein Schauspiel beginnend von Unfähigkeit bis hin zur Inkompetenz.

Im ersten Fachgeschäft hat man meine Anwesenheit offenbar gar nicht bemerkt, weil die Mitarbeiter zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Also zog ich ungerichteter Dinge weiter zum zweiten Fachgeschäft. Dort bediente mich zwar eine nette Dame, mit der ich mich aber ebenso gut über das Wetter der nächsten Tage hätte unterhalten können. Im dritten Anlauf traf ich auf, sagen wir dazu fehlende Kompetenz verbunden mit einem mir unverständlichen Sortiment an fehlenden Standardgrößen. Erschreckend dann die Aussage, dass man ja die passende Größe bestellen könnte. Nun sollte man aber spätestens an dieser Stelle auch wissen, dass gerade Wanderschuhe einer genauen Passprobe unterzogen werden sollten. Abgesehen davon, dass ich eine Bestellung auch über jede Menge Internetshops selbst in Angriff hätte nehmen können.

Der letzte Versuch - wohlgemerkt immer noch in einem Fachgeschäft - wurde dann durch Ignoranz und Unhöflichkeit bestraft. Zudem war exakt derselbe Wanderschuh, der im vorigen Fachgeschäft leider nicht vorhanden war, hier zwar im Regal, aber unverständlicher Weise um 60 Euro teurer. Die Frage, warum ich hier auch nur einen Euro hätte liegen lassen sollen, war für mich recht schnell beantwortet.

Nach einem halben Tag, einigen gefahrenen Kilometern und vier vergeblichen Versuchen, einen passenden Wanderschuh zu ergattern, beschloss ich noch schnell im Vorbeifahren an einem Fachmarkt einer Sportartikelkette Halt zu machen. Mir war klar, dass ich mit einer Fachberatung auch dort nicht rechnen konnte. Dass sich aber diese Annahme infolge als Irrglaube darstellte, wurde recht schnell klar, als sich ein junger Mann meiner Sache annahm.

Das erste Mal hörte mir jemand zu und erklärte mir, worauf ich zu achten hätte. Keiner dieser zuvor vier genannten Fachverkäufer des Fachhandels konnte mir nur annährend das vermitteln, was dieser junge Mann mir in kurzer Zeit sehr freundlich, hilfsbreit und äußerst kompetent beantwortete. Dies führte dazu, dass ich mich für einen Kauf  entschied. Nicht dass dieses Produkt dort billiger war, als im Einzelhandel. Nein, der Wanderschuh wurde exakt zum selben Preis verkauft, wie er auch im Einzelhandel an den Mann bzw. Frau gebracht wird.

Für mich stellt sich die Frage, wer in diesem Fall die Kompetenz und das Wissen besitzt, um seine Kunden auch zu befriedigen. Ist es der Fachhandel oder ein Fachmarkt einer ganzen Kette? In meinem Fall war es mit Sicherheit nicht der Fachhandel. Für mich sind viele Probleme des Einzelhandels schlicht und einfach selbst gemacht. Denn zwischen Theorie und Praxis, oder besser gesagt zwischen Jammern und Tun klafft hier eine große Lücke.

Dies ist mit Sicherheit nur ein Beispiel. Und ich bin mir ebenso sicher, dass es in vielen Fachgeschäften auch anders läuft. Aber, wenn sich der Fachhandel nicht bewusst wird, dass Kunden genau deshalb bei ihnen kaufen, weil sie dort die Kompetenz und Fachberatung erwarten, tun sie gut daran, dies auch unter Beweis zu stellen. Denn sonst passiert dieser Spießrutenlauf nicht nur mir, sondern auch vielen anderen. Was zur Folge haben könnte, dass Jammern alleine auch irgendwann nichts mehr ändern wird können. 

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2. Zunft[tag] Ruhr 17. Oktober 2008

Wir planen gerade den "2. Zunft[tag] Ruhr" anlässlich der Reihe "Essens kreative Klasse" am 17. Oktober 2008 und suchen noch Vorschläge und Mitstreiter. Weitere Informationen finden Sie hier.

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