Medienmittwoch Frankfurt - Thema: “Stellen die LOHAS die Kommuniation auf den Kopf?”

Die Veranstaltung am gestrigen Mittwoch im eindrucksvollen, vom Architekturbüro Behnisch entworfenen Musem für Kommunikation in Frankfurt war mit rund 350 Teilnehmer sehr gut besucht. So ließ es sich auch nicht vermeiden, dass sich sogar eine längere Schlange vor der Tür bildete. Ein Thema also, dass viele bewegt?!!

Unter der Federführung des LOHAS-Kompetenz-Centers in Zusammenarbeit mit dem Orga-Team Medienmittwoch Frankfurt und dem Zunft[institut] gelang es, interessante Podiumsteilnehmer (Verantwortliche von IVY - ist Efeu auf Englisch! Ahhh!, memo, FLP - fairflowers, LOHAS.de und AC Nielsen) zusammen zu bringen.

Ich selbst habe einige Impulse aus Frankfurt mitgebracht:

> LOHAS als Zielgruppe zu nutzen und zu behandeln ist nicht schlau
> Studien (hier über LOHAS) sind - wie immer ;-) - schwierig und bringen ihre Gegenstudie gleich mit
> Es gilt in der Tat das Marketing nachhaltig zu verändern und bisher wurde dieser Weg weder eindeutig identifiziert noch ansatzweise die erste Etappe des Weges massgeblich beschritten - wie erklärt es sich sonst, dass der gut 2 Jahre alte Frosta-Blog noch immer als Best-Practice herhalten muss?
> … dennoch tut sich etwas.

Schön wäre es, mehr solche Veranstaltungen überall im Land ins Leben zu rufen und gleichzeitig eine so große Beteiligung zu haben. Schön wäre es auch, sich häufiger an fairen und noch dazu fantastischen Rosen - die es dort als Geschenk von FLP gab - zu erfreuen. Nicht verschweigen möchte ich die kritischen Töne, die vielleicht auch den fehlenden Patentrezepten geschuldet sind, letztlich aber den Prozess massgeblich mit voran bringen. Den Prozess ein nachhaltiges Marketing zu schaffen, das transparent und offen agiert sowie seine Kunden endlich in den Mittelpunkt stellt.

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Vorträge des 2. Zunft[tag] Ruhr vom 17. Oktober 2008 online

Am Freitag, 17. Oktober 2008 fand der "2. Zunft[tag] Ruhr" anlässlich der Reihe "Essens kreative Klasse" auf der Zeche Zollverein in Essen statt. Die Vorträge und Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Lieber Oliver,
schönen Dank für deinen Bericht. Allerdings stellt er m.E. mehr Fragen, als er beantwortet. Vielleicht kannst du etwas ausführlicher zu Folgendem sagen:
• Warum ist es nicht “schlau”, LOHAS als Zielgruppe zu behandeln?
• Was bedeutet “nachhaltiges Marketing” für die Teilnehmer?
• Welche kritischen Töne waren denn zu vernehmen?
Gruss, Joachim

Lieber Joachim,

gerne schreibe ich Dir etwas zu Deinen Fragen.

• Warum ist es nicht “schlau”, LOHAS als Zielgruppe zu behandeln?

Da gibt es mehrere Punkte:

> Die LOHAS-Bewegungen hat min. 5 Untergruppen, die total unterschiedlich sind
> Die LOHAS wollen keine Zielgruppe sein und wenn Individuen als breite Zielgruppe wieder mit der bekannten Gießkanne angesprochen werden, machen sie zu.
> Dem Cluetrain-Manifest folgend sind wir Menschen oder Individuen - KEINE Zielgruppe und KEINE Konsumenten … eher Prosumenten. Und die haben klare Beweggründe für diese Aussagen.
> So ist LOHAS für mich ein abstrakter Begriff der mit Macht von im Bild des Gewohnten zur klassischen Zielgruppe gemacht werden soll, damit wieder alte Mechanismen und Prozesse darauf angesetzt werden können. Der Wunsch etwas Unerklärliches, Neues wieder berechenbar zu machen steht wohl dahinter.

• Was bedeutet “nachhaltiges Marketing” für die Teilnehmer?
> Dieser Punkt blieb offen. Meine Wahrnehmung ist im wesentlichen alter Wein in neuen Schläuchen.
> Das zeigte sich am besten an dem bereits zitierten Best-Practice-Beispiel von Frosta - und da hat keiner aus der Runde etwas dazu gesagt, dass das min. 2 Jahre alt ist.
> Die Auseinanderhaltung bzw. Verbindung von “nachhaltig” und “LOHAS” ist für die meisten nicht schlüssig geklärt. So ist alleine der Begriff “nachhaltiges Marketing” vielleicht in sich schon widersprüchlich.

• Welche kritischen Töne waren denn zu vernehmen?
> Thema verfehlt: Burda macht alles so wie immer. Nielsen macht alles so wie immer. LOHAS.de bildet das ab. Aber wo ist das “auf den Kopf stellen”?
> Und eben Anmerkungen und Meinungsverschiedenheit zu den Studienergebnissen und der Konzentration auf “neue Zielgruppe”.

Besser?

Danke, Oliver.
Ich hatte es schon immer geahnt und finde erneut eine Bestätigung für meine Überlegungen: Die “alte” Wirtschaft will mit genauso alten Methoden eine neue Denkrichtung, einen neuen Markt bearbeiten. Das kann nicht funktionieren.
Ich sehe es ähnlich: “Nachhaltiges Marketing” ist widersprüchlich. Wobei bis heute kein Mensch eine vernünftige Erkärung liefern konnte, was denn nun “nachhaltig” bedeutet. In der nächsten DIALOGUS Magazin Ausgabe werde ich auch dieses Thema aufgreifen.
Tja, wir alle müssen anfangen zu lernen, umzudenken.
Gruss, Joachim

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