Unternehmen

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In diesen Tagen tritt sie wieder massiv ans Licht … die GANZE WAHRHEIT. Schließlich geht es auch um sensible Themen … wie Hitzeschlag, Körperverletzung insbesondere von Alten und Schwangeren, Umweltverschmutzung, um die Beeinflussung des Lebens und um Zukunft … oder gar um Zukunftsfähigkeit?
Also … ich dachte immer in solchen Situationen spricht “man” als verantwortungsvolles, lernfähiges und transparentes Unternehmen die GANZE Wahrheit – um jeden Preis. In Zeiten des Internet ist das besonders ratsam. Und … es gibt sooooo viele Beispiele aus der Vergangenheit, in der auch ohne Internet, wirkliche Schweinereien sehr schnell ans Licht kamen. Aber … es gibt noch immer Menschen, die glauben sie wüßten es besser und LÜGEN alle an … um gleichzeitig auch noch zu behaupten, dass das was sie da von sich geben wäre die …. GANZE Wahrheit. Puhhh. Ich aus der Generation 1969 denke da sofort an Mr. Barschel und sein Ehrenwort. Das ist aber schon ziemlich lange her.

Nun sitzen in Unternehmen wie BP oder der Deutschen Bahn (DB) oder der Interessenvertretung der europäischen Plastikindustrie wirklich sehr hochbezahlte Manager … genauso wie bei Nestle, deren letzten Info-GAU wir auch hier beschrieben haben. Hochbezahlt heißt eigentlich auch bauernschlau, intelligent und ausgebufft – oder? Vor allem heißt es aus meiner Sicht: IGNORANT! Und das sollte eine der Todsünden sein, zeigt Ignoranz doch massiv eine mangelnde Wertschätzung seines Gegenübers. Ich möchte heute einmal nicht die halben oder Salami-Wahrheit der Bahn aufgreifen. Auch nicht die plumpen Photoshop-Experimente von BP, nichts von Palmöl-Nestlé. Ich möchte heute eine Geschichte der Lobbyisten der Plastik-Industrie aufgreifen …

Es war einmal ein Film … Read the rest of this entry »

… ist der Untertitel oder das Motto der ersten “Tage der Utopie” in Deutschland. Und ab sofort ist diese visionäre Veranstaltung in Breklum bei Husum im CJK buchbar.

Die eingeladenen Referenten versprechen spannende Bilder der Zukunft in den Themenbereichen Umwelt, Nachhaltigkeit, Personalentwicklung, Stadtentwicklung, Wandel, Zukunftsfähigkeit und Gesellschaft. Im einzelnen haben wir gewinnen können:

Werner Boote, Filmemacher “Plastic Planet”

Prof. Gion Caminada, Architekt

Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Physiker & alternativer Nobelpreisträger

Dr. rer pol. Hans Christoph Kürn, Siemens AG, Personalentwickler

Sie dürfen nicht weniger als Zeit für Impulse, neues Denken, spannende Dialoge und offene Menschen erwarten – ein Format, das ermöglicht, entschleunigt und den Blick auf Wesentliches wieder freigibt. Wir würden uns freuen Sie dort begrüßen zu dürfen – allerdings stehen nur begrenzt Plätze zur Verfügung.

Alle weiteren Infos finden Sie hier:

www.tagederutopie.de

Ich bin traurig. Deshalb machen wir heute mal wieder eine Übung zum “Aktiven Überwinden von Missständen” – ASHOKA … wird das auch genannt. Ich habe zu ASHOKA und zu einer beispielhaft guten Umsetzung einen kleinen Beitrag geschrieben – nicht das Sie denken, dass es uns immer nur um Fehler geht! Obwohl: Richtig … ich bin traurig, weil ich heute wieder einmal über ein beispielhaft nicht gelungenes Projekt schreiben werde … sozusagen um Ihnen zu helfen es viel besser zu machen ;-) !

Ich habe gestern eine Mappe für meinen Sohn gekauft und fand zu Hause in der Tüte – Wunder-oh-Wunder – dieses Prospekt der Firma Seltmann aus Weiden:

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf den “grünen Bereich” lenken. Dort steht:

“be green – Natürlich Seltmann Weiden – Technologie – Umwelt – Gesundheit”

Nicht nur – sorry für die leicht zynische Bemerkung – das ich dort die Worte “konsequent” und “logisch” vermisse, nein! Leider kann ich Ihnen hier (noch) nicht das haptische Gefühl beim berühren des Prospektes vermitteln: Das Ding ist sehr glatt, wertig und an unglaublich vielen Stellen mit UV-Lack partiziell “aufgebrezelt”. Auf dem nachstehenden Bild können Sie das ein wenig daran erkennen, dass der lackierte Teller sehr plastisch wirkt:

So … und jetzt die Frage … Read the rest of this entry »

Ohhhhh … mal wieder eine Anzeige in der DIE ZEIT. Diesmal sogar zwei Seiten – obwohl die Überschrift ja lautet, dass Großes eher “klein” anfängt. Mhhhhh. Und überhaupt … wenn ich da so grob über die Punkte schaue … was daran ist genau klein?

Oh, die Telekom beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit und spricht in diesem Zusammenhang von Selbstverpflichtung! Das ist doch super! Und auch die Punkte lesen sich nicht so schlecht. Verantwortung … bahh! Die Telekom als Enterprise 2.0. Da werden eine Menge Anderer – jetzt wo ein Beispiel da ist – wohl auf den Zug aufspringen, auch in Nachhaltigkeit machen. Oder? Oh Telekom unser Vorbild … nur zu!

Nun, ich habe mich nicht nur gefragt, was diese Mega-Anzeige mit “klein” zu tun hat, ich frage mich auch, wozu die Telekom das mit Utopia macht? Der Wandel zur Nachhaltigkeit – wir nennen das ja lieber Zukunftsfähigkeit – fängt doch zunächst innen, in der Telekom an. Wozu braucht es da ein Unternehmen, das vermeintlich nachhaltige Verbaucher, die strategischen Konsum betreiben, organisiert? Verstehe ich nicht. Und mir ist nicht nur das aufgefallen … wie man aus meinen Anmerkungen mit Kuli in der Anzeige selbst sehen kann.

Ich sinniere noch immer über die Vielfältigkeit dieses “wir” in den unterschiedlichen Sätzen nach. Da die Anzeige von keinem unterzeichnet ist, ist das unklar. Mal scheint “wir” die Führungsriege, mal die Telekommitarbeiter, mal die Telekom und Ihre Kunden gemeinsam zu sein? Wer spricht in dieser Anzeige denn nun zu mir? Ich könnte mir jetzt den Spaß machen und einmal die Telekom-Hotline anrufen … gesagt, getan. Die Dame am Telefon verstand nur Bahnhof … welche Anzeige? … wie Nachhaltigkeit und Verantwortung? … in der DIE ZEIT? … nein zu dem “wir” kann ich Ihnen auch nichts sagen, ich kenne die Anzeige und die Aussage darin gar nicht! Und wie sich das auf mich als Kunden auswirken soll, wie in der Anzeige beschrieben, wußte die Dame auch nicht – obwohl sie doch die Schnittstelle zum Kunde ist! Na … Ehrlich: Ich hatte keine Lust auch noch auf die angegebene Internetseite zu schauen … dann würde der Artikel hier womöglich noch länger werden. Bewahre!

Ich habe da mit dem Hotline-Anruf etwas probiert. Ich habe Dialog probiert. Und genau dieses Wort … Read the rest of this entry »

Lange nichts mehr geschrieben hier … finde ich. Das ist irgendwie der Tatsache geschuldet, dass sich einiges tun bei uns. Stück für Stück wird die erste Zunft[halle], die Arminiushalle in Berlin, und auch die visionären “Tage der Utopie” im Oktober nehmen Form an. Wowww! Dennoch möchte und werde ich das hier nicht vernachlässigen.

Ich bin in diesen Tagen auf ein Magazin für Vordenker zum Thema Nachhaltigkeit aufmerksam geworden. Nochmals Wowww. Insbesondere auch deshalb, weil es von der renomierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC (PriceWaterhouseCoopers) stammt. Ohne das wir jetzt überhaupt weiterlesen … wenn DIE das Thema behandeln, na dann scheint das ja wirklich sehr wichtig zu sein. Oder?

Ich habe mal versucht mir ein Bild zu machen: Erster Eindruck … Klima, alternative Energie, alle großen Player von Radermacher über Yunus bis hin zu Frau Langer? Leider hat die letzte es nicht in dieses Magazin geschafft. Warum eigentlich nicht? Also eher “Welt retten” als “zukunftsfähig werden”. Die ZEIT Nr. 16 hat darüber hinaus in der Rubrik “30 Sekunden für” berichtet, … Read the rest of this entry »

“Schon wieder Montag”

“Das wird meine Woche”

Heute schon mal bei Nestlé reingeschaut? Nein? Komisch.

Ich habe heute in den Medien gelesen, dass da etwas in Sachen Palmöl bei dieser schweizer Firma Nestle im Bereich “Kit Kat” schiefgelaufen ist. Greenpeace hat da etwas aufgedeckt. Ich dachte mir: Oh Mann die haben eine Nachhaltigkeitsstrategie, finden Kunden toll und sind sicher offen. Also: Nicht bei Greenpeace sondern fluggs heute Nachmittag mal direkt bei Nestle geschaut.

Ich habe dann in den letzten 5 Minuten genau (ich habe mitgezählt inkl. “back”) 35 Klicks auf eben dieser Site verbraucht … was für eine Menge, was für eine Investition. Und Sie werden es schon wissen … kein Wort über Palmöl und die aktuellen Vorwürfe … oder gar eine Entschuldigung (stand in der Presse, das es die gibt) gefunden. Nichts zu dem Palmöl, nichts zum Vorgehen, nichts zu den Vorwürfen … NICHTS.

Also … machen wir doch mal einen kleinen Workshop am Beispiel dieser Site … ich suchte Infos zu den aktuellen Palmöl-Vorwürfen in der Presse:

Als erstes habe ich nach “Aktuelles” gesucht … nichts. Also folgende Pfade probiert:

Unternehmen … nichts.
Unternehmen > Lieferanten … nichts.
Neuer Anlauf … Read the rest of this entry »

Gestern bin ich auf einen Artikel bei iBusiness aufmerksam geworden, der von Christian Hoffmeister und Joachim Graf verfasst wurde:

Digital Naives: Die Internet-Mythen der deutschen Verlage

Leider nützt Ihnen ein link wenig, weil sich der Artikel im Bezahlbereich der Site findet. Dennoch nehme ich diesen zum Anlass dieses Thema einmal hier zu beleuchten.

(c) nikolaus67 pixelio.de

(c) nikolaus67 pixelio.de

 

Das letzte was ich in diesem Zusammenhang im Kopf habe, ist der Streit um die Tagesschau-App, die Realisierung des Bezahlvorhangs vom Hamburger Abendblatt sowie die anschließende Fehde des Chefredakteurs bzw. des Verlagschefs mit Kunden und Wettbewerbern. Ist ja vielleicht Schnee von gestern, bei mir aber noch immer präsent.

Zum erwähnten Artikel: Der Autor arbeitet drei Mythen seitens der deutschen Verlage heraus:

  1. Die schnellen fressen die Langsamen
    … soll falsch sein, weil eher die Guten die Schlechten fressen
  2. Kannibalisiere dich selbst
    … digital muss nicht zwangsläufig Verluste im Ursprungsmarkt Print bedeutet
  3. Es gibt ein digitales Geschäftsmodell
    … eben nicht. Das sei wohl der größte Mythos … die Suche nach dem in sich geschlossenen digitalen Geschäftsmodell.

Es bleibt in dem Artikel nicht bei dieser Kritik, es folgen konstruktive Vorschläge für einen Paradigmen-Wechsel.  Herr Graf beschließt dann den Artikel mit drei eher düsteren Szenarien für Verlage: Verlage werden zu Knechten von Apple, Google & Co. … und sterben. Über Leistungssschutz-Bestrebungen schaufeln sich Verlage ihr eigenes Grab. Und die sog. “weiter so”-Aktivitäten führen zu immer weiter sinkenden Renditen und Entlassungen und wiederum … zum Tod. … wenn es denn keinen Paradigmen-Wechsel gibt.

Sie merken schon, das hier ist ein wenig umfassender …

Ich bin dann hingegangen und habe einen guten Freund von mir zu diesem Artikel befragt. Er arbeitet bei einem Verlag und sitzt mit seinem Aufgabengebiet sozusagen mittendrin in dieser Diskussion. Der hatte nun folgende Meinung … Read the rest of this entry »

Ich setze nur selten Ausrufezeichen hinter Überschriften. Und selten veröffentliche ich einen Artikel ohne Bild.

Es war eine wirklich kleine Meldung in der letzten ZEIT des Jahres 2009: In der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtsfeiertag – genauer zwischen 21 und 2 Uhr morgens – speisten die Windräder der Republik 100 000 000 Kilowattstunden Strom ins Netz. Einem kleinen Sturm sei Dank. Das entspricht in etwa 20 Atomkraftwerken mit Höchstleistung.

So musste – und auch das war mir neu – ein Kraftwerksbetreiber am frühen Morgen des 26.12.2009 20 Cent pro Kilowattstunde an der Leipziger Strombörse DRAUFZAHLEN, um seinen Strom loszuwerden. Puh – ob solche Luxusprobleme in den Businessplänen von Stromkonzernen vorkommen? Jedenfalls ist für Jedermann nachvollziehbar, was sich da an Wahnsinn im Hintergrund tut, seitdem die Transparenzrichtlinie die Netzbetreiber zur Offenlegung ihrer Zahlen zwingt.

Dirk Asendorpf schreibt weiter in dem ZEIT-Artikel: “Der jüngste Negativrekord ist kein einmaliger Ausrutzer, sondern ein Beleg für die Fehlentscheidungen der Stromkonzerne. Viel zu lange haben sie den Aufschwung der Windenergie ignoriert. Statt mit intelligenter Netzsteuerung und neuen Speichern die stark schwankende Windenergie abzupuffern, haben sie neue unflexible Großkraftwerke geplant und kräftig für die Laufzeitverlängerung ihrer noch trägeren Atomkraftwerke getrommelt. Gäbe es einen echten Markt, so käme die Unternehmen so viel Sturheit teuer zu stehen. Doch beim Strom zahlt der Endkunde doppelt: zunächst für die Erzeugung – und dann noch einmal für die Entsorgung der Überproduktion.”

Was ist das für ein Wahnsinn? Das kann doch alles nicht mit rechten Dingen zugehen … und groß drüber reden oder schreiben mag auch keiner so recht. Für mich ganz persönlich wieder ein Indiz mehr, dass wir in 20 Jahren dann wohl wirklich am Ende sind. Und ich muss es womöglich auch noch miterleben …

Einer meiner Lieblings-Blogger – insbesondere in Sachen Tourismus – hat ein neues Projekt gestartet:

http://www.marketing-deluxe.at  zusammen mit Deluxe Hotels

Ein Projekt mit der Beteiligung von Hannes Treichl. Eigentlich wollte ich Hannes heute nur zum Geburtstag gratulieren – dabei ist mir diese Deluxe-Nummer aufgefallen. Sicher ein spannender Ansatz, den wir im Auge behalten werden.

… und ein kurzer Artikel zum Jahresauftakt. Damit auch viel Mut und Kraft für das gestartete anspruchsvolle 2010.

Heute morgen ist mir dieser Artikel auf Spiegel online in die Kaffeetanne gefallen. Wir hier versuchen über Enterprise 2.0 zu reden und die Unternehmen in Deutschland sind noch nicht im Web 2.0 angekommen. Na, kein Wunder, dass es uns nicht gelingt Berge zu versetzen. Wer den Artikel liest, bemerkt schnell, dass diese Web 2.0-Aktionen teils blinder und ungeplanter Aktionismus sind. Meist wird mehr zerstört als aufgebaut – mit der Konsequenz, dass diese Web 2.0-Dinge sehr kurzfristig wieder eingestellt werden … oder einschlafen. Aber auch hier gilt: Beständigkeit ist wichtig. Die Prosumenten müssen das Gefühl bekommen, dass sie ernst genommen werden und die Auseinandersetzung sowie der Dialog sinnstiftend sind – und nicht morgen wieder alles vorbei ist.

Das größte Problem aus unser Sicht: In den Firmen selbst hat sich mit der Einführung von Web 2.0-Aktivitäten (“das muss wohl sein …!”) nichts verändern. Lediglich die Kostenpositionen sind von klassischer Werbung hin zu Online verschoben worden. Da ist es kein Wunder, dass das nicht klappt. Ich empfehle an dieser Stelle oft die Lektüre des Cluetrain Manifest und eben die Erstellung einer Enterprise 2.0 Strategie (Web 2.0 im Unternehmen und Unternehmen im Web 2.0). Denn nur wenn sich intern etwas ändert, wird Web 2.0 und Mitmachinternet extern erfolgreich sein. Wir gehen gerne ein Stück dieses Weges mit Ihnen und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Sprechen Sie uns an. Die einfache Platzierung aller möglichen Social Networks Icons auf der eigenen Site reicht jedenfalls nicht ….

Wußten Sie, dass ich so lange nichts geschrieben habe, weil ich noch immer nach den LOHAS suche? Und leider konnte mir keiner helfen.

Jetzt führte mich nicht nur diese LOHAS-Suche zu aran in Friedrichshafen am Bodensee. aran – Brotgenuss & Kaffeekult, hat seinen Ruf auch bereits gen Norddeutschland gesandt. Allerdings hat es dieser Laden mit dem tollen Ruf eben noch nicht über den Main geschafft. Anyway. Ich war jedenfalls gespannt.

Der Eindruck war sehr ordentlich: Wirklich eine gute Einrichtung, gemütlich, ein wenig stylish, abwechslungsreich. Auch das Warenangebot an der Theke und die vielen kleinen über den Laden verstreuten Produkte versprachen aus gängigen anderen Angeboten nachhaltig auszuscheren. So beeindruckten mich zum Beispiel die tollen Lampen:

Und nicht nur die. Irgendwie erinnerte mich die Situation und das Gefühl in dem Laden an Australien: Völlig unkompliziert, ungezwungene Gemeinschaft und gemeinsames Genießen in lockerer Atomsphäre. Ein echter LOHAS-Ort. Schade eigentlich, dass wir so etwas in Hamburg noch nicht haben. Sorry – womöglich noch nicht haben! Sicher gibt es ähnliche Ansätze in der Schanze oder anderswo in der Stadt. Allerdings hat mich die Info eben noch nicht erreicht. Als alter Brotesser und Brotbacker finde ich es besonders gut, dass der Erfolg übers Brot gegangen ist.

Also, wenn es Sie einmal wieder gen Süden oder Südwesten treibt, schauen Sie mal vorbei bei aran – und lassen Sie uns Ihre Eindrücke wissen. Wir könnten noch viel mehr Läden in dieser Art gebrauchen – für Brot & Kaffee, für Küchenkultur und Genießen, für Wein & Antipasti, …

… solche Artikel wie der Letzte kleben irgendwie auf Ihre Art. Und so stand der eigentlich viel zu lange dort. Und keiner hat uns erlöst! Jetzt aber …

… wußten Sie, dass wir jetzt um das Thema Bionade gebracht worden sind? Die hat Oetker jetzt gekauft. Schade eigentlich. So sind die jetzt raus aus dem Zunft[blog], oder? Das ist so ähnlich wie Manufactum und Otto, oder?

(c) juttaschnecke www.pixelio.de

(c) juttaschnecke www.pixelio.de

… wußten Sie das ich mich frage, wann wir denn die Unternehmens- und WIrtschaftsfreundlichkeit der Biene Maja oder der Tigerente der erste Mal spüren können. Ich bin so gespannt (und ungeduldig?) – gerade weil ich den Eindruck habe, dass das Land in eine Art Dornröschen-Schlaf gefallen ist. Puhh. Der ist so tief, dass selbst gestandene Unternehmensberatungen nur noch den halben Tagessatz verlangen, oder? Oh please Mr. Westerwave … befree us!

… wußten Sie, dass ich gestern ein längeres persönliches Gespräch mit der Chefredaktion eines der führenden deutschen Wirtschaftsmagazine hatte und mich das Gespräch in Bezug auf mich und mein Tun sehr nachdenklich gestimmt hat. Aber … das mag Sie erschrecken oder freuen … ich schreibe hier weiter ;-) .

Tja. Ich bin nicht wirklich stark in diesen Geschichtsdingen und ein wenig klingt das wirklich wie Marty McFly und sein Freund Emmett L. „Doc“ Brown, deren Zeitreisen allerdings das Jahr 1885 unter der Regie von Robert Zemeckis zum Ziel hatten. Was? Na das: Am 25. April 1899 gelang es Camille Jenatzy im französischen Achères ein Elektroauto mit dem übersetzten Namen “die niemals Zufriedene” auf dem zweiten Kilometer einer allerdings nur zwei Kilometer langen Strecke auf 105,88 km/h zu beschleunigen. Wußten Sie das?

Heute, gut 110 Jahre später, will die US-Regierung 2,4 Milliarden Dollar in die Entwicklung eines Elektroautos investieren. Nun – was tat unsere so innovative Automobilbranche eigentlich in der Zwischenzeit – außer pennen? Sie wollten daran glauben, dass Öl niemals versiegt, immer größere Autos und nichtsnützliche SUVs wichtig sind und das Elvis lebt! Sehr hochbezahlte Manager, kreative Denker und Lenker – und auch Ingenieure, deutsche Ingenieure, alle sind sie diesem Denken erlegen und haben fast ein Jahrhundert verschwendet. Wenn das kein Luxus ist.

Na, da kann ich nur hoffen, dass der Groschen, pardon der Cent, jetzt gefallen ist!

Der Titel ist eine Frage … und ich habe keine Antwort darauf. Allerdings ist mir heute morgen etwas im Zeitmagazin Spezial München ins Auge gefallen, dass sich von anderen unterschied:

Falls es Ihnen nicht sofort auffällt: Wer dieses Drachenherz kauft, spendet gleichzeitig 15% des Verkaufserlöses (nicht des Umsatzes) an “children for a better world”. Bei allem was ich von diesen vielzitierten LOHAS weiß, wird das diesem Motiv in uns allen ein Stück entgegen kommen. Ich kaufe mir etwas schönes, gönne mir das (Lebenstil!) und tue gleichzeitig etwas Gutes, Nachhaltiges für Kinder. Das ist doch perfekt. Keine große Marke geht diesen Weg, sehen wir einmal von Krombacher-Aktionen ab, die doch viel abstrakter als dieses Vorgehen waren.

Aber: Ist das jetzt Ablass-Handel in einer schönen Form oder wirklich offenes und ehrliches Engagement für die gute Sache? Wurde der Preis der Sache gar vorher um den Spendenbetrag erhöht? Vielleicht fehlt hier noch ein wenig Transparenz: Wieviel des Preises für dieses Drachenstück …

… entfallen auf das Material?
… entfallen auf die Herstellung?
… entfallen auf den Transport?
… entfallen auf die Vermarktung & Werbung?
… entfallen auf die Ladenmiete?
… entfallen auf die Personalkosten?
… entfallen auf den Gewinn?

Das würde eine Bewertung viel einfacher machen, Transparenz und Vertrauen stiften, Konsum vielleicht auch ein Stück weit erträglicher machen, oder? Wer ist der Erste …

Aloha Lemonade, Almdudler, …. aber Bionade? Was war das denn noch? Auch meine Kinder wissen hier nicht mehr weiter.

Eine Recherche in diesem Blog hilft weiter:

>> Teuronade … oder wie ich eine 20%ige Preiserhöhung BESSER NICHT begründe …

>> Teuronade … macht es doch bitte nicht noch schlimmer!

Und überhaupt hat dieser Artikel hier es erst ermöglicht, in die Tiefen der Vergangenheit zu schauen:

“Krach bei Bionade” aus der FNP

Wenn es auch viele nicht glauben. aber der Verbraucher hat die Macht. In diesem Teuronade-Fall über 40 Millionen Flaschen, die ausreichen um Instabilitäten zu schaffen. Ich hatte das damals in dem Teuronade-Artikel bereits vorhergesagt und ich bin sicher, dass es noch tiefer hinunter geht. Die Marke ist jedenfalls derart angeschlagen, dass es sehr viel Zeit und wohl noch mehr Geld kosten wird, das Ausgangs-Image wieder herzustellen. Hochmut kommt vor dem Fall … und da helfen jetzt weder Entschuldigungen noch Einsicht.

Was würden Sie den Teuronade-Machern raten ….?

… fragte mich dieses Postkarten-Set, als es am letzten Donnerstag aus der Brand eins heraus fiel. Um es vorweg zu nehmen: JA!

Und zwar nicht nur aus ideologischen und persönlichen Gründen, sondern in diesem Fall auch deshalb, weil ich mir kaum eine dämlichere Lobbyarbeit (oder ist es Werbung) seitens des Deutschen Atomforums vorstellen kann. Das gehört bestraft!

Auch die anderen Andeutungen sind ähnlich schlecht: “Danke, … für die letzte Nacht!” Wäre wohl ehrlicherweise eher: “Danke, … für den letzten Störfall!”. “Wäre doch schön wenn wir zusammenblieben …” eher “Ich bin nicht sicher ob ich es sicher die nächsten 6 Monate schaffe … ohne Zwischenfall!” Und 32 scheint sehr wohl ein Alter zu sein. Im Bereich der Atomindustrie zeigt sich das in Vergesslichkeit, Leichtfertigkeit, Kommunikations-GAUs, Störfällen, … normalerweise würde das glatt mit Alsheimer oder Demenz durchgehen … und das mit 32!!!!!

Die Republik wartet dringend auf die Beantwortung von Fragen, hinterfragt die Seriösität und Professionalität unserer Atombetreiber – und die legen eine kleine lustige Postkartenserie auf? Eine Serie, die noch dazu doof dreist Fragen stellt, statt Antworten zu geben. Hier eine kleine Kostprobe:

“Mit Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie würde diese Erzeugungskapazität wegfallen. Können wir das verantworten?”

“So sorgt die Kernkraft in unserem Energiemix für viele wunderschöne Abende und spart dazu noch 150 Millionen Tonnen CO2 ein – und nun soll damit Schluss sein?”

“Wäre eine Laufzeitverlängerung nicht auch eine Lösung für unsere deutschen Kernkraftwerke?”

Für mich reihen sich diese Postkarten des Deutschen Atomforums nahtlos in den Informations- und Kommunikations-GAU der letzten Monate ein. Fast dachte ich an einen Scherz – auch und gerade deshalb, weil die Teile aus der Brand eins heraus gefallen sind. Einem Magazin mit nachhaltigem Anspruch – und Anspruch generell …. dachte ich. In der Bild-Zeitung wären die Postkarten sicher besser platziert gewesen. Oder vielleicht in öffentlichen Bedürfnisanstalten. Und wer solche Aktionen verantwortet, soll in der Lage sein eine derart komplexe und gefährliche Technik wie Atomenergie sicher zu beherrschen …? Und schwarz-gelb will den Ausstieg aus dem Ausstieg – ohne Flachs! … da kann es doch nur um Geld gehen oder die sind alle im gleichen Karnevalsverein?!

Irgendwie habe ich in den letzten Woche häufiger mit Menschen über die 70ziger & 80ziger und die damalige Rolle und das Verhalten von Medien gesprochen. “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” ist hier so ein schöner Aufhänger. Sicher gibt es noch viel mehr.

Bis heute wird hier an vielen Stellen Manipulation betrieben. Allerdings ist es so, dass weder die neue Startbahn des Flughafen Frankfurt noch die Kernenergie Massen mobilisiert. Warum eigentlich nicht mehr? Wer im September die CDU wählt, wählt gleichzeitig – fast selbstverständlich – die Absetzung oder Kündigung des Ausstiegsvertrages aus der Kernenergie. Ist das allen so klar? Und Ammenmärchen, dass Atomkraft klimaneutral oder klimaschonend ist, haben wohl die meisten schon durchschaut.

(c) evelix www.pixelio.de

(c) evelix www.pixelio.de

Aber darum habe ich diesen Beitrag gar nicht angefangen. Vielmehr bin ich heute auf eine kleine Meldung in der DIE ZEIT aufmerksam geworden: Herr Dieckmann und Herr Döpfner (Springer-Verlag Berlin) hatten das große Vergnügen auf der von Herrn Ackermann zusammen gestellten Gästeliste für seinen Geburtstag im Kanzleramt zu stehen. Da könnten wir ja jetzt mal einen Blick auf die Berichterstattung der BILD in Sachen Dienstwagen-Schmidt und Kanzlerparty-Ackermann werfen. Und wir wissen auch OHNE eine solche Detail-Betrachtung wie das Ergebnis aussieht – und nicht nur die BILD-Zeitung betreffend. Nur: Wie kann man sich eine solche (blöde) Blöße geben? Wie machen die das mit sich selbst ab?

Wenn diese Menschen das nächste Mal das Wort Nachhaltigkeit in den Mund nehmen – und sie werden das sicher tun – sollten wir sie für dieses Verhalten tadeln (umgangssprachlich hätte ich es drastischer ausgedrückt). Bitte!

Haben Sie eine andere Meinung dazu? Lassen Sie mich diese bitte wissen …

Wir sprechen mit vielen Menschen über Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit in der Firma. Nachhaltigkeit für die Umwelt. Nachhaltigkeit in der Gesellschaft. Nachhaltigkeit in der Bildung. Selten allerdings wird das ureigene Verhalten im persönlichen Umfeld in Sachen Nachhaltigkeit reflektiert. Und so kommt es auch, dass ein nachhaltiger und erfolgkritischer Faktor selten den Eingang in Gespräche und Tipps findet: Die Vorbildfunktion. Nicht viel reden – einfach vormachen. Würden wir alle diesen Slogan beherzigen, wären wir in Sachen Nachhaltigkeit heute schon viel weiter – behaupte ich. Oder …?

Ich habe dazu eine aktuelle Veröffentlichung verfasst, die sich mit diesem Thema auseinander setzt. Sicher ist dieser Artikel eher oberflächlich und allgemein gehalten, dennoch umreisst er diesen wichtigen Sachverhalt Vorbild. Den aktuellen Artikel Nachhaltigkeit und das eigene Leben – das Vorbild im Spiegel aus der Zeitschrift “Familie & Co.” finden Sie auf Zunft[wissen].

Immer wieder stolpere ich über Anzeigen. Vermeintlich schlaue Anzeige, platte oder schlicht ganz doofe. Vielleicht sollte ich eine Rubrik “Anzeige” der Woche oder so etwas ähnliches auflegen und die dann bewerten. Ich hatte hier schon BMW mit “Andere versprechen das blau vom Himmel”, Bionade mit “Die grösste Leistung unserer Mitbewerber liegt darin, dass sie uns noch vor den Chinesen kopiert haben.” und die Sparkassen mit “Die Finanzkrise wirft viele Fragen auf – wir geben Antworten”, die entweder in der ZEIT oder gar in Brand eins zu finden waren. Einige dieser Anzeigen taten mir wirklch körperlich weh.

IBM in der Brand eins 08.2009

IBM in der Brand eins 08.2009

Mein heutiger Kandidat ist IBM. In der Anzeige geht es um die gestiegenen Bedürfnisse und Anforderung von Prosumenten – leider kennt die IBM diesen Begriff noch nicht. Ist ja nicht weiter schlimm. IBM stellt hier fest: “Um in dieser veränderten Welt mit Konsumenten ins Geschäft zu kommen, brauchen Händler und Hersteller ein intelligentes System. [...] Es muss so intelligent sein, dass man damit Waren jederzeit ausfindig machen und Unmengen an Kundendaten in Echtzeit analysieren und auswerten kann.” Sie vergaßen den Zusatz “und darf nicht mehr als ein Windows-Betriebsystem kosten oder sollte gleich für jedermann frei verfügbar und anpassbar sein”. Egal – das wollte ich nicht kritisieren.

Überhaupt: Ich wollte nur anregen: “Hey Mann IBM, wir sind in der Krise und wir wissen nicht, ob Praktiker und Metro – Eure Beispiele aus der Anzeige – diese überstehen werden. Wirklich nicht! Und Eure Systeme schaufelt deren Grab mit ihren Projektkosten höchstens ein bißchen tiefer! Warum? Weil es gerade mal auf wesentlichere Dinge als “intelligente Vernetzung” ankommt. Kapitsche?” Es geht um nicht weniger als neues Denken in neuen Strukturen … dann kommt lange nichts. Und dann können wir uns leisten über Systeme nachzudenken. Macht Euren Planeten ein wenig smarter – hoffentlich ist es im Moment nicht unser Planet, der betroffen ist!

Mehr dazu unter ibm.com/de/think/rethink

Puh … was für ein Gegensatz. Gestern habe ich an dieser Stelle über unsere neue Aktion Zeit für Optimisten berichtet und heute diese Überschrift? Auf der anderen Seite brechen Differenzen Strukturen auf und ermöglichen neue Blicke, neue Perspektiven.

Wahrscheinlich ist Ihnen der gleichnamige Artikel in der ZEIT Nr. 28 von Niall Ferguson gar nicht aufgefallen. Mir schon ;-) . Vor allem deshalb, weil mir mein Bauchgefühl auch sehr drängend und intensiv mitteilt: “Es kann nicht bergauf gehen, die Talsohle ist lange nicht erreicht, wo bleiben denn eigentlich neue Strukturen und das neue Denken?” Dieser Artikel hat dieses Bauchgefühl im Bereich der Finanzwirtschaft stark untermauert. Zitat: “[...] Am besten hat Peer Steinbrück wohl die deutsche Haltung zusammengefasst, als er 2008 vorhersagte, die USA würden infolge der Krise “ihren Status als die Supermacht des globalen Finanzsystems verlieren”. Man kann wohl sagen, dass dieser Gedanke bei vielen Deutschen eine gewisse Schadenfreude ausgelöst hat. Der Preis der Überheblichkeit titelte Der Spiegel im September 2008 und meinte natürlich Amerika. Doch bald werden die Amerikaner dran sein mit der Schadenfreude. Eine bedrückende Realität wird die Deutschen zwingen, ihre Verdrängungshaltung aufzugeben. [...]“.

Neben den messerscharfen Abhandlungen von Niall Ferguson fragen sich mein ich und mein Bauchgefühl, wie es denn eigentlich dazu kommen kann, dass einzelne Menschen und Protagonisten überhaupt vom Ende der Krise oder gar zartem Aufschwung sprechen und schreiben können? Faktisch habe ich bisher noch vom keinen Paradigmenwechsel in einer Branche oder auch nur in einem größeren Unternehmen Kenntnis erhalten. Eher fühlt es sich so an, als ob alle auf Tauchstation sind, möglichst viele Mitarbeiter rausschmeissen wollen, um dann verschlankt und vermeintlich gestärkt aus der Krise hervor zu kommen. Aber mal ganz ehrlich: Wer kann die aktuellen Zustände so trivial und ignorant einschätzen? Ah allerdings … ich erinnere mich an die 70ziger und die Erkenntnis, dass fossile Brennstoffe mittelfristig zu Ende gehen werden. Daraus hat auch kein Automobil-Konzern irgendwelche Lehren gezogen.

Na ja. Warten wir es ab. Wir jedenfalls wissen wie neues Denken und neue Strukturen aussehen könnten. Und scheinbar bemerken immer mehr Organisationen, dass sie an eben ihre Grundfeste heran müssen.

Bei Trends & Wege, Kooperationspartner des Zunft[instituts], tut sich gerade eine Menge. So ist seit Ende letzter Woche das Dialog-Format “News & Impulse” online:

Hier finden Sie eine Menge inspirierende Dinge rund um Wirtschaft, Soziales und Gesellschaft. So z. B. als Start-Impulse etwas zu:

  • Leitbildern u. a. über Amir Kassaei
  • “Es war einmal …” einen tollen Film zur aktuelle Lage der Nation von der Agentur Wolkenkratzer
  • “Hat leider nicht geklappt … ” zur Kultur des Scheiterns
  • … und etwas über die Rolle des Konstruktivismus: Realität ist das Ergebnis unserer Wahrnehmung

Machen Sie sich doch selbst mal ein Bild … und diskutieren Sie hier oder dort mit: … direkt zum Format.

Als ich heute morgen in der aktuellen ZEIT las, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass wir den Dingen nicht wirklich auf den Grund gehen – über Symptome reden und Ursachen außen vor lassen. In der Rubrik “Reden ist Blech” auf S. 19 schreibt Mark Schieritz über Politiker und Banken – und über die notwendige Intervention des Staates zur Rettung der Banken.

Mir blieb nach dem Lesen nur ein Gedanke: Koppelt halt wieder Geld(verleih) an (reale) Wertschöpfung und verhindert, dass wir/man Geld mit Geld vermehren. Wenn eine solche Regel als Gesetzmäßigkeit wieder Bestand hat, braucht sich niemand mehr Sorgen zu machen.

Das Wörtchen “reale” fand seinen Weg in diesen Satz, weil Immobilien-Finanzierung eben eine Kopplung von (geliehenem) Geld an Wertschöpfung ist. Schade nur, wenn diese Immobilien heillos überwertet sind oder versucht wird sich über billige Krediten einen künstlichen Markt gleich mit zu schaffen, bei dem dann seitens der Käufer noch nicht einmal Eigenkapital notwendig ist.

Kann ich das so sehen – oder ist das zu einfach gedacht? In jedem Fall geht es mir um neues Denken …

In diesem Zusammenhang möchte ich einen Kommentar zum letzten Artikel nochmals aus der Senke heben, der neues Denken auch mit Beispielen versehen hat:

Von Sinnstifter zum Artikel “Die Hoffnung auf den Silberstreif …”:

“[...] In, sagen wir, 5 Jahren dürfte weltweit kein Auto mehr fahren, das klimarelevant Schaden anrichtet, viel Spaß bei der Durchsetzung; Autos müssten Allgemeingut sein, zur Verfügung, aber nicht jemandem gehören, oje, ein Aufschrei der Individualisten; ein Supermarktverbot wäre undemokratisch, aber herrrlich. Konsumausstieg ein Wunder. Die Begriffe Deutschland, Nation, unser Land (entsprechend auch für alle anderen Nationen) wären Begriffe aus der jüngsten Vergangenheit. Bildung wäre keine Aufgabe mehr des Staates, der sowieso auf wenige organisatorische Aufgaben runtergefahren wäre. Ok, nur wenige Beispiele, der Übersicht wegen. Interessant wäre jetzt eine Zusammenstellung von bereits gedachten Utopien, eine Veranstaltungsreihe, die diese Utopisten an einen Tisch, bzw. Netzwerk bringt, live im Fernsehen/Internetplattformen übertragen [...]“

… und ich auch. Endlich einmal jemand, der das öffentlich ausspricht, sich traut das zu schreiben, der die Wirtschaft mit den Optimismuslügen in die eigene Tasche konfrontiert.

“Will die deutsche Wirtschaft eine Chance haben, muss sie sich grundlegend erneuern.” ist die Erkennis des Autors Armin Mahler. Überkapazitäten, Exportlastigkeit und alte Produkte sind die wesentlichen Kritikpunkte, an denen Mahler ansetzt. Und Innovation, besser noch Open Innovation, ist seine Lösungsperspektive.

Lesen Sie selbst: … direkt zum Artikel in Spiegel Online.

Und Ihre Einschätzung dazu …?

Ich habe gestern die startum-LOHAS-Tour in Hamburg besucht …

Allerdings … das sei voraus geschickt … habe ich nur die erste Hälfte durchgehalten. Vier Stunden Frontalbeschallung nebst PowerPoint Befeuerung mit gefühlten 1.000 Clicks! waren mir dann doch zuviel des Guten, zumal ich die Studie schon einmal von &Equity präsentiert bekommen habe. Ich hatte mir da ein wenig mehr Interaktion, Dialog und Erfahrungsaustausch gewünscht – von Anfang an.

Dennoch habe ich etwas mitgenommen: Der überwiegende Teil der Zuhörer war damit beschäftigt für sich heraus zu finden, ob diese Studie, die dort präsentiert worden ist, denn nun repräsentativ war oder nicht? Und waren das wirklich LOHAS, die da befragt worden sind? Und wie wurden diese heraus selektiert? Nachdem das bereits die 11. Station der Tour war und sicher ähnliche Beobachtungen schon vorher gemacht werden konnten, hätte ich mir hier ein etwas vorbeugendes Agieren gewünscht. So traten die Ergebisse ob der Diskussion der Methodik etwas zurück – obwohl Herr Häusler sich alle Mühe gab das Ganze interessant herüber zu bringen.

So war die Sicht auf die LOHAS auch auf dieser Veranstaltung deutlich eingeschränkt und monodirektional: “Wie erreiche ich die LOHAS?” ist aus unser Sicht die völlig falsche Frage und der ständige Versuch die LOHAS in bekannte Zielgruppen-Definitionen zu pressen bestimmt viel zu oft die Gespräche und Fragen. Unsere vielleicht kontroverse aus dem Konstruktivismus stammte Theorie dazu: Wir sind alle LOHAS – oder besser: Wir tragen alle LOHAS Motive in uns, die mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt sind. Das erklärt auch, warum ich bisher noch keine Studie gesehen habe, die die LOHAS eindeutig fassen konnte. So gibt es halt nicht das Zielbild zwischen 20 und 30 Jahre alt, mehr als Euro 3.000 im Monat, verheiratet mit 3 Kindern bei einem Anteil von 25% in der deutschen Bevölkerung. Aber genau danach suchen all die Marktforscher, Werbe-Strategen und Marketing-Größen … vergebens!

Na ja. Das Umdenken braucht wohl noch etwas Zeit, wobei die derzeitige Entwicklung das benötigte NEUE DENKEN wohl eher stark forciert. Als Randnotiz möchte ich festhalten, dass Herr Häusler, der wirklich gut präsentiert hat, im Vortrag dazu rät einige von ihm namentlich benannte und bildlich verewigte bekannte LOHAS-Protagonisten besser nicht zum Thema LOHAS zu fragen, andere dagegen schätzt er – auch in Ihren Funktion als Medienvertreter – hier sehr. Ich habe mich nur gefragt was diese Art von Information für mich oder andere Zuhörer bedeuten mag, wo soll ich diese einsetzen? Ich habe mich spontan gefragt, ob solche Äußerungen denn NACHHALTIG sein können? Aber in diesem Fall war es wohl authentisch, denn Herr Häusler führte auch an, dass wir alle Vorurteile brauchen um schnell entscheiden zu können. Sicher ein Thema für eine andere Diskussion.

Alexander von Keyserlingk, Gründer der Unternehmensberatung Slowretail, hält am 6. und 7. Juli mehrere Vorträge auf der Messe Tendence in Frankfurt. Am Dienstag, den 7. Juli wird auch das Thema Zunft[hallen] in Berlin eine Rolle spielen. Weitere Informationen finden sich hier.

Die Inhaberin Alexandra macht hier einen wirklich guten Job – um das schon mal vorweg zu nehmen. Wir sind vom Parkplatz an der Gebhardtsbergstraße aus “aufgestiegen”. Der Weg über viele Baum-Wurzeln bietet einen grandiosen Panorama-Blick ins Rheintal mit Lustenau, Dornbirn und natürlich einen Teil des Bodensees. Der steil abfallende Fels ist auch sehr beliebt bei Freeclimbern, so dass wir an einigen scheinbar herrenlosen Schuhen und Sicherungsseilen vorbei gekommen sind.

Nach knapp 60 min erreichten wir “die Fluh”, wie dieser Teil von Bregenz genannt wird, und kehrten in den Berggasthof Adler ein. Auf der großen Terrasse waren wir trotz schönem Wetter alleine und total ungestört, dennoch hervorragend bedient und unterhalten durch die Inhaberin Alexandra.

Wir labten uns an Steak, Salat und Spießen mit einem schönen Tropfen auf die Empfehlung der Wirtin hin – und zahlten wirklich fair. Besonders empfehlen möchte ich die Palatschinken mit Eis! Ab Herbst wird es dann als Spezialität des Hauses auch Bio-zertifizierte Kaninchen aus der eigenen Aufzucht geben! Schauen Sie doch einmal beim Adler vorbei uns lassen Sie uns wissen, wie es war.

Ein Webpräzenz gibt es bislang nicht, deshalb hier der Link zur Zunft[wissen]-Seite. Ferner gibt es auch einen Wander-Bericht u. a. mit dem Berggasthof Adler im Zunft[magazin].

“Romantik im Rosengarten …” so die Überschrift von der Homepage dieser Einrichtung. Und weiter geht es wie folgt:

“See, Garten, Küche, Wein, Tanz und Kultur – das sind die Stimmungs-elemente, die den Aufenthalt, die Ferien im Strandhotel “Wilder Mann” unvergesslich machen. Dabei ist jedes Element für sich gesehen von unverwechselbarem Charme – im Zusammenklang aber ergibt sich ein gastronomisches Juwel. Der “Wilde Mann” blickt auf eine lange Familientradition zurück. Das über 400 Jahre alte Hotel steht unter Denkmalschutz.”

“Terrasse hui, der Rest pfui” … fällt mir dazu ein. Und Wörter wie “unvergesslich”, “Denkmalschutz” und “Tradition” erschienen mir eher in einem negativen Kontext zu stehen. So ist die Terrasse eine echte Wucht und dann ist es schnell vorbei.

Am Tanzpavillion bröckelt der denkmalgeschützte Putz, die Kellnertruppe riß schlechte Witze, war total unaufmerksam, zäh, mein Wiener Schnitzel schmeckte nach Fisch-Fett und die Preise waren wie meine Pommes: gesalzen – kräftig sogar. Das war demnach kein faires Preis-/Leistungsverhältnis. So tut nach 400 Jahren wohl einmal Erneuerung gut: Abschaffung der Musikpreise, deutliche Verbesserung des Services, besseres Essen und eben faire Preise. Dann könnte ein Schuh daraus werden. Im Moment kann ich nur warnen und als sehr gute Alternative das Seehotel Off vorschlagen. Auch dann, wenn Sie auf Musik & Tanz stehen und älter als 55 sind – selbst wenn es beim Off keine Musik gibt. Selbstredend, dass ich mir ein Bild spare … oder?

Erst heute morgen habe ich einen wirklich guten Blogbeitrag von Hannes Treichl auf anders|denken gefunden, der sich der Werbebranche ein wenig widmet. … und wirklich ehrliche und treffende Worte enthält. So stellt Hannes u. a. diese Frage betreffs eines Preises für die Werbewirtschaft …

“Warum kürt eine sogenannte “Fachjury” die Gewinner? Warum nicht mündige Konsumten Prosumenten wie du und ich?”

Und die Kritik ist dann auch noch konstruktiv … mit Hinweisen es besser zu machen.

Hier geht es direkt zum Artikel …

http://www.andersdenken.at/tirolissimo-werbung-marketing-tirol-kritik/

Vormerken kann man sich schon einmal Samstag, den 19. September 2009. An diesem Tag wird der Zunft[laden] im Cafe Schellack nach einer Vernissage des Römerberger Keramikkünstlers Simon Hof eröffnet. Die Vernissage beginnt um 17.00 Uhr in der Villa Wolf und wird später fortgesetzt im Cafe Schellack am Wachenheimer Kirchplatz. Weitere Informationen finden sich hier.

Die Zunft[halle] in Berlin soll ein kommunikativer „Dritter Ort“ werden, an dem sich regionale Genusshandwerksprodukte, junges Design, kreative Milieus und Dienstleistungen, regionale Manufakturen, Ateliers, regionales Handwerk, kleinflächiger Handel, Events und Gastronomie ergänzen. Sie würde so zu einem Markt, auf dem Erfahrungen, Verfahrenswissen und Produktinformationen ausgetauscht werden. Die Zunft[halle] versteht sich dabei als Impulsgeber für die Zukunft der Arbeit. Sie würde als „guter Dritter Ort“, als quasi öffentlicher Platz und auch als temporärer Markt (bspw. regionaler Ökomarkt vor der Halle an Wochenenden) entwickelt werden. Hier sind in Einheiten von 25 qm bis ca. 700 qm regionale, manufakturelle und nachhaltig arbeitende Erzeuger und Dienstleister aus den Bereichen Küchenkultur und Küchenzubehör, Genusshandwerksagenturen, Tabakmanufaktur, Weinhändler, Weinaccessoireanbieter, Weinthemenmarkt, Kochschule, Getränkeanbieter, Säftemacher, Bio-Backmanufaktur, mehrere Anbieter von Bio-Lebensmitteln und zahlreiche kleine Delicum- und Feinkostanbieter (deutsche, österreichische, italienische, spanische, portugiesische, skandinavische) und Anbieter wertiger Produkte aus den Bereichen Kaffeerösterei, Tee, Olivenöl, Gewürzen, Schokolade etc. die Nutzer. Die Marktsituation bietet regionale und saisonale Erzeugnisse aus allen Bereichen des täglichen Bedarfes, deren Preisgestaltung den sachgerechten Umgang mit den Produkten und die entsprechende Beratung über die Produkte berücksichtigt, d.h. hier geht es nicht um teuer, sondern um “den Preis wert”.

 

Nun wird es langsam ernst: Der erste Zunft[laden] in Wachenheim an der Weinstrasse wird immer konkreter.

Es soll dabei im besten Sinne ein “best practice”-Projekt einer fairen regionalen Entwicklung entstehen. Regionale Genusshandwerksprodukte, junges Design, regionale Manufakturen, regionales Handwerk, kleinflächiger Handel, Events und Gastronomie ergänzen sich. Hierbei sollen in einer Kombination von IPTV (siehe WinelibraryTV aus den USA und unser Zunft[TV]), Ecommerce (siehe Projekt Zunft[werk]) und realem Genusshandwerksladen regionale, manufakturelle und nachhaltig hergestellte Produkte von Erzeugern der Region und Produkte aus den Bereichen Küchenartikel, Genusshandwerk und Wein, wie auch Weinaccessoires und Angebote wertiger Produzenten aus den Themenfeldern Kaffeerösterei, Tee, Olivenöl, Gewürze, Schokolade etc. präsentiert, verkostet und vermarktet werden. Weitere Informationen finden sich bei Zunft[wissen].

Wenn Sie selber manufakturell tätig sind – oder aber gute Genusshandwerker und Manufakturen kennen, für die unser Projekt interessant ist, dann melden Sie sich doch einfach. Eine erste Präsentation findet in der kommenden Woche beim Wachenheimer Burg und Weinfest statt.

Weitere aktuelle Informationen finden sich auch in der neuesten Zunft[depesche].

Wahrscheinlich bleibt mein Ruf wieder ungehört. Dennoch möchte ihn von mir geben: Bitte diskutieren Sie diesmal diesen Artikel mit mir. Er ist es wert und bietet wirklich ganz viel Potential dafür.

Zu verdanken haben wir dieses Potential einem Interview mit Amar Bhidé, einem renommierten Innovationsforscher und Buchautor (Ursprung und Entwicklung neuer Geschäfte sowie Der unternehmerische Konsument) in der DIE ZEIT Nr. 23.

Ich werde dieses Interview hier nicht wiedergeben – nicht nur weil der Kauf der DIE ZEIT sich diesmal wirklich lohnt und sich das beiliegende ZEIT-Magazin mit dem Thema Ideen beschäftigt -, sondern nur einige der wesentlichen seiner Thesen ganz kurz skizzieren. Am Anfang aber doch ein Zitat: 1. Frage: [...] Wissen Sie schon, wo das Next Big Thing herkommt – die nächste große Erfindung, die unsere Unternehmen aus dem Tal zieht? Antwort: “Nein. Aber wenn Sie danach suchen wollen, würde ich Ihnen ein Verbot und ein Gebot mit auf den Weg geben. Das Verbot: Lassen Sie die staatlichen Investitionen in Zukunftstechnologien möglichst bleiben. Das Gebot: Schicken Sie die Leute zum Einkaufen!” Zitat Ende.

Das ist doch schon genügend Diskussionsstoff, oder?

Amar Bhidé glaubt nicht daran, dass Konsumenten wissen, was Sie denn genau für Innovationen haben wollen, setzt aber auf ihre Neugier beim Probieren neuer Produkte und die sich daran anschließende Sogwirkung – deshalb das shoppen. Sein liebstes Beispiel ist dabei das iPhone (ich werde dieses Gerät in einem meiner nächsten Beiträge aufgreifen …).

Ein wenig Schade ist, dass hier wiederum nur Produktinnovationen im Vordergrund stehen. Wir sehen vielmehr einen Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit, (Open) Innovation und Wissen, der dann auch Prozeßinnovationen umfasst: die tägliche Überprüfung, ob wir in unseren Prozesse, in der Organisation etwas besser oder anders machen sollten. Und das ist mindestens so wichtig wie Produktinnovationen.

Aber lassen Sie mich Ihre Meinungen zu diesem kühnen Statement von Herrn Bhidé wissen …

Die aktuelle Ausgabe der DIE ZEIT hat mich wirklich bewegt … was sich in der Tatsache niederschlägt, dass sie mich zu im Ganzen drei Artikeln für den Zunft[blog] inspiriert hat – und dabei habe ich mir einen bewundernden Kommentar zu der Tatort-Kolumne von Feridun Zaimoglu, der jeweils den kommenden Tatort “behandelt”, schwerlich verkniffen.

Das Letzte auf S. 64 beschäftigt sich diesmal mit den Hausnachrichten Sommer 2009 von Manufactum.

Zitat: “Es ist leider so, dass wir Manufactum schon immer bewundert, aber seine Produkte nie gekauft haben, weil sie uns erstens zu teuer sind und weil uns zweitens die Vorstellung ihrer nahezu ewigen Haltbarkeit narzisstisch kränkt.” [...] “Lass sie kommen, die Endzeit! Die guten Dinge, die es noch gibt, sie werden uns alle überleben: die in Honig gesottenen Pantoffeln aus Biberfilz, der Wipptaster aus gesintertem Porzellan, die Badewannen aus Galalith, die Knöpfe aus handgebürstetem Zink und die aus 80 Prozent Kamelhaarzwirn in 1/1-Rippe gestrickte und auf ganzer Breite mit Vollplüsch aufgepolsterte Gartenlaube. Der Untergang des Abendlandes – noch nie waren wir so gut auf ihn vorbereitet wie durch Manufactum. “Das Ende der Selbstverständlichkeiten ist der Beginn der Bescheidenheit.”" Zitat Ende.

Tja. Ob dieses Kommentars habe ich mich dann schon gefragt, ob das Geschichten erzählen vielleicht doch nicht so angesagt ist? Ob vielleicht manufakturelle Produkte wirklich nicht mehr in die Zeit passen? Oder ob wir in unseren Argumentationen vielleicht ab und an ein wenig zu arrogant sind? Jetzt ist die Zunft nicht Manufactum – dennoch gibt es eine Schnittmenge – mindestens in der Wahl der Sprache und der Auswahl der Produkte.

Dennoch fand ich den Artikel erfrischend, offen, ehrlich und authentisch. Und darum geht es. Und er hat mir einmal mehr eine neue, andere Perspektive auf die Dinge gezeigt. Schließlich braucht es Differenzen und Widersprüche für das Fortkommen. Danke FINIS.

Einen ganz spannenden Artikel im Manager Magazin möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Unter dem Titel “Was würde Google tun? – Google-Wein krempelt Einzelhandel um”, beschreibt der gut geschriebene Artikel über das Buch von Jeff Jarvis die weiteren Entwicklungen auch in der Einzelhandelslandschaft, die ich übrigens teile. Ich zitiere einige Passagen:

“Die wichtigsten Faktoren für Erfolg im Einzelhandel waren bisher die Lage, die Lage und die Lage. Nun sind es Links, Google und Google-Elixier – eine Weinhandlung in den USA macht es vor. Lassen Sie uns einen Händler besuchen, der aus seiner Lektion gelernt hat und der darauf brennt, noch mehr auszuprobieren. Gary Vaynerchuk, Weinhändler aus Springfield, New Jersey, platzte 2006 mit einem täglichen Videoblog ins Internet. Legen Sie dieses Buch einen Moment beiseite – nur einen Moment lang -, besuchen Sie Winelibrary.tv und sehen Sie sich eine seiner Sendungen an. Richten Sie sich darauf ein, von der Druckwelle eines Düsenjets an Persönlichkeit und Begeisterung in Ihren Sessel gepresst zu werden. Vaynerchuk entspricht kaum dem Bild eines Weinkenners beim Gaumentest. Er könnte ebenso gut Pferdewetten annehmen oder sein Lieblings-Footballteam anfeuern (die New York Jets). Er ist ein netter Kerl, einer aus dem Volk, und genau dafür steht er. Er demokratisiert Wein. Mit seinem Vater, einem russischen Einwanderer, und dem Rest der Familie betrieb Vaynerchuk bereits erfolgreich eine Weinhandlung, bevor er seinen Videoblog startete. Sie bauten das Gebäude zu einem stattlichen, zweistöckigen Geschäftslokal um – einer Art Bibliothek aus Flaschen – und steigerten innerhalb weniger Jahre die Einnahmen von vier Millionen auf 60 Millionen Dollar jährlich. Das “Wall Street Journal” brachte 2006 ein Porträt über Vaynerchuk. Ich kaufte bereits lange meinen Wein bei ihm, aber kennen gelernt habe ich ihn erst online. Sein Videoblog machte ihn zum Star. 80.000 Leute sehen sich täglich seine Sendung an – gar nicht schlecht für einen Typen, der sich 20 Minuten lang lautstark über Wein auslässt und jedes kleine Schlückchen in einen Eimer der New York Jets spuckt. Seine Begeisterung ist ansteckend, deshalb verbreiten seine Fans sie weiter. Eines Tages, mitten in einer Sendung, erwähnte er, dass er in seinem Geschäft ein Event für seine Onlinecommunity veranstalten wolle. Es kamen dreihundert “Vayniaks”, wie er sie nennt, einige waren sogar aus Kalifornien und Florida eingeflogen. Vaynerchuk kam ins große Fernsehen, was er dem Internet verdankt. Er trat in Late Night with Conan O’Brien auf, in der Ellen Degeneres Show und in Mad Money auf CNBC bei Jim Cramer, einem Moderator, der ebenso temperamentvoll ist wie er selbst. Er wurde engagiert, um Vorträge zu halten. Ich habe eingangs von ihm berichtet, wie er über Twitter eine Blitzparty während einer großen Konferenz in Austin veranstaltete. Auf der Konferenz hielt er eine Rede an der Seite seines Hollywood-Agenten.” Spannend auch die drei weiteren Teile, die schon in ihren Überschriften den Wandel deutlich machen:

* “Content, Baby, um in den Suchergebnissen aufzusteigen”
* “Kommunikative Geschäfte sind die Zukunft unserer Gesellschaft”
* Die Rettung der Geschäfte besteht in ihren Kunden

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Ich darf hierbei auch auf die drei Säulen des Zunftansatzes verweisen:

1. Inhalte – siehe Zunft[wissen] und Zunft[blog],
2. Kommunikation – siehe Zunft[netz] und XING-Zünftig,
3. Serviceorientierung – wie sie an den Zunft[orten] geplant ist.

Die Zukunft ist ganzheitlich, das ist zumindest meine Überzeugung. Was meinen Sie? Und wenn Sie regionale Hersteller und Anbieter wertiger Produkte und Dienste kennen, die an dem Ansatz partizipieren wollen, dann melden Sie sich einfach. Mehr zu mir erfahren und den direkten Kontakt zu mir bekommen Sie hier und über XING-Zünftig.

Gestern war ich zu einem Geburtstag eines alten Studienkollegen aus meinen Mannheimer Zeiten eingeladen – und ein besserer Ort für das Wiedersehen mit vielen altbekannten Gesichtern hätte ihm gar nicht einfallen können. Gefeiert hat er nämlich im Weingut Fogt – Schönborner Hof in Badenheim, einem kleinen Weinort, ganz nahe der A 61 in der Region, in der die Weinanbaugebiete Nahe und Rheinhessen aneinanderstossen. Was mir besonders gut gefallen hat war zum einen das tolle Zusammenwirken der ganzen Familie Fogt, die nächste Generation mit ihren Lebenspartnern eingeschlossenen. Zum anderen hat man uns mit einer tollen Idee zu einem Picknickservice und den eigenen überzeugenden Weinen gezeigt, dass manchmal “weniger eben mehr ist”. Nun waren das Wetter und die Möglichkeit, im grossen Garten zu sitzen und Wein zu verkosten zudem tolle Grundlagen für einen erinnerungswerten Tag. Schön, dass einfache regionale Genüsse so viel Spaß machen können.

Nach den Beiträgen zur Krise heute einmal wieder ein hoffungsstiftendes Beispiel aus dem Unternehmenskontext … das besonders ist. pur ist ein wirklich kleiner “Laden”, eher ein Lädchen, im Geesthachter Buntenskamp/Ecke Rathausstraße, der ob seiner Größe wirklich leicht zu übersehen ist. So bin ich überzeugt, dass bisher nur wenige der 32.000 Geesthachter von seiner Existenz wissen. Anyway.

Alexandra Morini und Robin Grelewicz betreiben im Hauptgeschäft die Handelsagentur Aurea, die schwerpunktmäßig mit italienischem Wein und Wasser handelt. Quasi als weiteres kleines Standbein haben sie 2008 pur zum Leben erweckt. pur steht hier in diesem Blog auch als Beispiel für ein Unternehmen, dass sich auf den Weg gemacht hat. Hier sind längst noch nicht alle Weine, Accessoires und Lebensmittel nachhaltig oder gar bio – aber einige und wöchentlich werden es mehr. Mal davon abgesehen, dass dieser Prozess der nachhaltigen Ausrichtung nie zu Ende ist, so ist es eben endscheidend anzufangen. Nicht nur reden und planen sondern handeln.

Und nicht nur die Waren spielen bei dieser nachhaltigen Ausrichtung eine Rolle. Mindestens genauso wichtig ist der Umgang mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern zu bewerten. So dürfen Sie sich sicher sein, dass Sie bei pur freundlich und stets zuvor kommend bedient werden und zumeist bekannt ist, welchen Wein oder welches Olivenöl Sie denn letztens gekauft haben. Natürlich in Verbindung mit der Nachfrage, ob Sie zufrieden waren. Der kleine Laden bringt es mit sich, dass die angebotenen Stücke ausgewählt und besonders sind. Ich schätze pur besonders für kleine Geschenke – hier läßt sich immer eine gute, besondere Flasche Wein mit einem tollen Salz, einer ästhetischen Naturseife oder einem leckeren Olivenöl finden, die meinen Gastgeber sicher Freude bereiten.

Solche Läden fehlen mir im Hamburger Osten. Läden mit Identität, Serivce und Inspiration. Da dürfte es wirklich mehr von geben. So lohnt sich der Weg aus Reinbek, Lauenburg, Schwarzenbek, Bergedorf oder Winsen ganz sicher.

Schauen Sie doch mal bei pur vorbei – beachten Sie allerdings die (noch) eingeschränkten Öffnungszeiten – und lassen Sie mich etwas von Ihren Eindrücken wissen.

PS: Natürlich finden Sie pur auch bei Zunft[wissen]

Seit Wochen fasziniert mich schon der ja eigentlich längst zu erwartende “knock out”-Prozess beim ehemals so stolzen (und arroganten) Arcandor (Karstadt/Quelle) Konzern. Nun scheint das Überleben am seidenen Faden zu hängen. Wobei es mir dabei wirklich leid tut um die zahlreichen sicherlich bemühten Mitarbeiter. Nicht wirklich leid tut es mir um den Konzern selber, seine (unkundigen?) Aktionäre und seine Führung. Ich kann mich an die Mitte der 1990er Jahre erinnern, in denen bei Karstadt ein radikaler Beschaffungskurs gefahren wurde, dem zahlreiche kleine und mittlere Lieferanten aus Europa zum Opfer fielen. Man entwickelte den Konzern zu einem stomlinienförmig beliebigen (Label-)Kaufhaus, das mit dem Verlust seines individuellen Angebotes auch seine Identität und seine bestimmende Kompetenzfunktion in zentralen Bereichen eines Kaufhauses verlor (ein spannendes und den Wünschen seiner Kunden entsprechendes Portfolio nämlich). Es regierte der Wahn nur noch Fläche mit Warendruck anzubieten und zahlreiche (ich behaupte heute dumme) “Shop in Shop”-Partner zu finden, die möglichst viele Handelsrisiken übernehmen sollten. Ich darf hier noch einmal auf meinen Blogbeitrag aus dem Herbst 2008 verweisen. Dass solche hausgemachten Fehler nicht vom Steuerzahler geheilt werden sollten, sollte sich dabei ebenso von selbst verstehen, die kritische Haltung einflußreicher Teile der Politik kann ich daher gut nachvollziehen. Wer braucht eigentlich heute noch den Einheitsbrei der durch Pseudolabel veredelten, teilweise die dahinter stehenden Menschen verachtenden (Billiglohn-)Angebote der Konzerne, die Discounter haben hier doch längst vorgemacht , wie man diese alten Strukturen mit links überholt. Ich denke, dass die Städte, die in das Jammern der Arcandorspitzen mit einstimmen sollen/wollen, besser daran wären sich einmal zu überlegen, dass sie den Prozess der Beliebigkeit mit ungezügelter grüner Wiese, fast widerstandsfreier Gemehmigung quasi aller Arten von Discount und purer Ignoranz der stattfindenen Veränderungen (Ecommerce etc.) selber (mit)verschuldet haben. Viel spannender sind daher Impulse, wie der, den Sie im interessanten Blogbeitrag von Alexander von Keyserlingk vom Zunft[institut] im lesenswert “Slowretailblog” nachlesen können. Was meinen Sie? Ich freue mich auf die Diskussion!!

Der Unternehmens-Coach Jörg Mann hat zu dem Thema Wirtschaftskrise und die damit oft umgehende Angst interessante Ansätze, die Impulse liefern und andere Betrachtungsperspektiven aufzeigen.

Ich fand es spannend und möchte Ihnen diese Gedanken nicht vorenthalten:

Impulse und Perspektiven von Jörg Mann

Auch der Rest der Site scheint mir eine Betrachtung wert. Und wenn Sie aus dieser Lektüre nichts oder doch etwas mitnehmen, lassen Sie uns das in den Kommentaren wissen. Danke dafür!

8 Märkte und Branchen, die die Wertschöpfung von morgen bestimmen, so betitelt das Zukunftsinstitut die neueste Publikation von Eike Wenzel zu den Zukunftsmärkten.

Ich zitierte den aktuellen Newsletter des Zukunftsinstitutes: “In der Studie erwarten Sie mehr als 300 Best-Practice-Beispiele von Trendpionieren, die schon heute an den Konturen der Märkte von morgen arbeiten. Anhand von Zahlen, Tabellen und Denk-Charts werden Ihnen die Umsatzpotenziale und die Grundeigenschaften der Sinnmärkte vor Augen geführt. Für jeden der neuen Märkte, die in der Studie skizziert werden, werden am Schluss „Business Opportunities” definiert, die Sie dabei unterstützen, die neu entstehenden Geschäftschancen umzusetzen. „In der momentanen Situation handelt es sich um keine Krise im eigentlichen Sinne, um keinen Unfall. Es geht um etwas Grundsätzliches. Wir befinden uns an einer ökonomischen Weggabelung: In die eine Richtung gehen, das heißt: kleine kosmetische Reparaturen am System anbringen, ansonsten weitermachen wie bisher, bis die nächste Blase platzt. Oder wir entscheiden uns für einen Neustart und fragen endlich, was den Menschen wirklich wichtig ist – damit begeben wir uns auf die Sinnmärkte von morgen.”

Die Märkte und Branchen im Überblick:

*Regionalität: Die Sinnmärkte des Nahen, Guten und Vertrauten
*Tourismus: Die Sinnmärkte des Unterwegsseins und der Selbstveränderung
*Spiritualität: Die Sinnmärkte des Transzendenten und Religiösen
*Bildung: Wising Up – die Sinnmärkte des Schönen, Guten, Wahren
*Körper und Genuss: Die Sinnmärkte des Selbermachens und des Selbstmanagements
*Ethik-Konsum: Die Sinnmärkte der Nachhaltigkeit
*Sozial-Kapitalimus: Die Sinnmärkte der guten Taten und des Gemeinsinns
*Medien: Die Sinnmärkte der Nachrichten und Informationen, Bewusstseinsindustrie 2.0

Zahlreiche Punkte erreichen uns sehr deutlich, weil wir uns ja genau mit diesen Trends schon seit Beginn des Jahrtausends intensiv beschäftigen. So ist der ganzheitlich gedachte Zunftansatz mit seinen zentralen Bereichen “Wissen”, “gute Dritte Orte” und mit den “neuen Märkten der guten Dinge” eine Zusammenfassung genau der Punkte, die man eben auch als “Sinn- und Wertemärkte” bezeichnen kann. Und wie sehen Ihre neuen Märkte aus?

Den Artikel aus dem Zukunftsinstitut finden Sie übrigens in unserem Presseportal.

Heute habe ich im Newsletter des Rates für Nachhaltige Entwicklung (weitere Infos dazu) gelesen, dass die meisten Energieversorger der Welt essentielle Klimainfomationen verweigern.

Zitat aus dem Newsletter Rat für Nachhaltige Entwicklungen:

“Große Energieversorger scheuen weiterhin vor der Veröffentlichung eigener CO2-Reduktionsziele zurück. Das hat das Carbon Disclosure Project – eine Klimaschutzallianz von rund 480 Großinvestoren – in einer Umfrage unter den 250 größten Versorgern der Welt herausgefunden. Von 110 antwortenden Unternehmen veröffentlichen demnach nur 16 Prozent eigene CO2-Ziele – obwohl über 60 Prozent angeben, solche Ziele zu haben.

Weitere Info zu dieser Umfrage …

Zitat Ende

Nun, wenn denn Unternehmen im Gespräch mit Ihnen mal wieder so tun als ob Offenheit und Transparenz kein Thema wären und schon lange praktiziert werden, wäre das hier das provokante Gegenbeispiel. Ich frage mich schlicht: Wie kann das angehen? Wer will für eine solche Firma arbeiten oder dort seine Energie abnehmen? Womöglich haben 75% dieser Auskunftsverweigerer einen CSR- oder Nachhaltigkeitsbericht – der auf dem Papier sicher makellos ist.

“In Schönheit sterben” – so betitelt der Focus heute einen sehr ausführlichen Bericht über das Platzen der Immobilienblase in Dubai, den man über das übrigens immer wieder lesenswerte Presseportal bei Zunft[wissen] findet. Auch hier wird klar, dass ein Überhitzen bei spekulativen Anlagen ganze Wirtschaftszweige in den Abgrund ziehen kann, übrigens muss man sich bei vernünftigem Menschenverstand ja auch fragen, warum man in einer Region der Welt, deren Reize in der unberührten Wüstenlandschaft und dem ursprünglich einmal spannenden Meeresraum (so war meine Anmutung zumindest in meiner Jugend, als ich die Abenteuer von Sindbad dem Seefahrer verschlungen habe) liegen sollten, Skihallen und “adabei”-Hotels für Menschen benötigt, denen ein tiefschürfendes Gespräch zuzutrauen zumindest mir schwerfällt. Aber vielleicht sind Sie ja anderer Meinung.

Im Manager Magazin stellt Henrik Müller in einem aktuellen Kommentar einige für mich sehr interessante Betrachtungen zu einem neuen Geschäftsmodell in Deutschland an.

“Wir sind Teilnehmer im globalen Wohlstandsspiel. Und wenn sich die Spielregeln jetzt ändern, dann müssen auch wir uns ändern. Das Geschäftsmodell unserer Volkswirtschaft steht zur Disposition. Um nichts weniger geht es. Deutschland baut auf exportierende Industrie – wir sind stolz darauf, “Exportweltmeister” zu sein. Es ist der Stolz einer Nation, die sich im späten 19. Jahrhundert als Wirtschaftsnation fand; deren kollektive Identität sich auf Krupp-Stahl, Mannesmann-Rohre, Eisenbahnkilometer und chemische Grundstoffe gründete; die immer noch die Begriffe “Industrie” und “Wirtschaft” synonym verwendet. Weil die Krise an den Kern der nationalen Selbstgewissheit geht, tun wir Deutsche uns schwer damit, die Schwere der Krise anzuerkennen. Und doch ist es unverkennbar: Der Kahlschlag wird viel brutaler sein, als es bislang im Bewusstsein von Politik und Wirtschaft angekommen ist. Stattliche Großkonzerne könnten im Zuge der Krise untergehen. Dass Millionen von Arbeitsplätzen in der Industrie und in mittelbar betroffenen Dienstleistungsbranchen verloren gehen werden, scheint bereits sicher. Diese Krise fordert zum Handeln: Deutschland – neben Japan die letzte große westliche Industrienation – muss sich neu erfinden. Wir müssen eine neue Vorstellung unseres zukünftigen Geschäftsmodells entwickeln. Das heißt nicht notwendiger Weise: Deindustrialisierung. Die Antwort kann auch in einer intelligenten Re-Industrialisierung liegen. Ideen sind gefragt: Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssen neue Visionen entwickeln. Weil das bloße “Weiter so!” nicht mehr trägt.”

Ich teile die in diesem Beitrag geäusserte Meinung: Die jetzige Krise bietet für mich aber auf jeden Fall die Chance, alte Zöpfe abzuschneiden, um uns wieder auf das zu besinnen, was eigentlich Grundlage jeglichen wirtschaftlich nachhaltigen Handelns sein sollte:

1. Die Werte und Leistungen von Produkten und Diensten in einem angemessen Verhältnis zu bewerten und bereit zu sein, die Frage nach dem “was ist was wert” (endlich) wieder beantworten zu können. Damit sollten auch nicht Orte der Transaktion (bspw. die zahlreichen Luxusmeilen der Republik zu spekulativen Preisen), sondern die Produkte und Know-how-Werte und Inhalte der dort angebotenen Produkte und Dienste wieder in den Vordergrund rücken,

2. Verfahrenswissen und industrielle Kultur als wichtige Kulturgüter begreifen. Eine reine Dienstleistungsgesellschaft wird unsere Probleme nicht lösen können. Was wir brauchen sind intelligente Wertschöpfungsketten und Vernetzungsstrukturen bspw. zwischen Bildungseinrichtungen, Forschern, Technikern, Designern, regionalen Produzenten, Handelsexperten und Marketingfachleuten. Die zahlreichen Probleme durch den Verlust der Wertschöpfungsstrukturen u.a. in Großbritannien und in den U.S.A. sollten uns hier zu denken geben,

3. Innovationen und Visionen fördern und nicht als “Geschwätz” von Minderheiten und als lästig abtun. Das Internet hat uns doch eigentlich die Chance für eine innovative “industrielle Revolution” eröffnet. Konsumenten und auch Mitarbeiter müssen wir dabei aber als Prosumenten begreifen und als Ideengeber und Dialogpartner ernstnehmen,

4. Zudem steht ja auch dem Transfer unseres Wissens als faires Angebot nichts im Wege, aber eben nicht zur billigen Optimierung von Kostenvorteilen nach dem Motto “Geiz ist geil”, sondern verstanden als eine globale Notwendigkeit eines fairen Miteinanders mit andern Kulturräumen, Ansichten und Lebensmodellen.

Wir haben eben nun einmal nur eine Welt und die sollten wir nachhaltig und in einem fairen Miteinander weiterentwickeln und nicht im Streben nach kurzfristiger individueller Ertrags- oder Nutzenoptimierung.

Schon vor Monaten habe ich in einem meiner Kommentare im Zunft[blog] auf die Schwäche der Kaufhausdinosaurier hingewiesen. Und das, was ich damals schon vermutete, scheint sich nun zu bewahrheiten.

In der heutigen Onlineausgabe des Spiegel wird auf die massive Schieflage des Arcandor (Karstadt/Quelle)-Konzerns hingewiesen: “Es ist eine Liste, die wenig Hoffnung macht, dass Arcandor es durch die schwere Krise schafft. Die Aktionäre sollen Kapital nachschießen. Die Mitarbeiter sollen weitere Zugeständnisse machen. Die Kreditversicherer sollen den Lieferanten helfen. Die Lieferanten sollen ihre Konditionen überdenken. Die Banken sollen ihre Kreditlinien verlängern. Die Besitzer der Kaufhausimmobilien sollen die Mieten senken. Und die Bundesregierung möge ihre schützende Hand über Arcandor halten. Ein Unternehmen schreit um Hilfe und es ist fraglich, ob das SOS erhört wird. Der 70.000-Mitarbeiterkonzern, zu dem auch die Reisesparte Thomas Cook und der Versandhandelsbereich Primondo (ehemals Quelle) gehören, wankt bedrohlich. “Arcandor versucht mit Notmaßnahmen sein blankes Überleben zu sichern”, sagt ein Handelsexperte”.

Wie werden denn, sollten die in dem Artikel geschilderten Prognosen eintreffen, zukünftig die Innenstädte und die “Kaufhäuser der Zukunft” aussehen? Ich glaube, dass klassische Werte wieder mit neu auflebenden kaufmännischen Tugenden und mit innovativen Standortentwicklungsprojekten verbunden werden müssen. Hilfreich kann hierbei eine intensive Vernetzung von regionalen Manufakturen, Händlern und Kommunikatoren im Bereich „neuer Wertehaltungen“ sein. Helfen könnten dabei auch bundesweit spannende „Dritte Orte“ mit Erlebnischarakter und Verweilqualität, Concept Stores und cross-selling-Konzepte, bei denen innovativ und querdenkend unterschiedliche Branchen und Nutzungsideen zusammengebracht werden. Nach meinem Erachten werden vollkommen neue, sehr feinfühlige Nutzungsausrichtungen benötigt. Nutzungen, die von heimatverbundenen Menschen und kritischen politischen Gremien gleichermaßen angenommen und verstanden werden. Dieses gerade, weil sie anders sind als die zahlreichen beliebigen Orte, die Teil (und Teilverursacher) unserer nunmehr sehr deutlich erkennbaren Globalisierungsdefizite sind. Anregungen gibt es ja übrigens schon genügend – schauen Sie doch einfach einmal genauer auf das Konzept und die Projekte der Zunft[orte]. So sind wird derzeit in vertiefenden Gesprächen für ein erstes “Manufakturenkaufhaus” in Berlin, dieses in Verbindung mit einem guten Dritten Ort für regionale Genusshandwerker, Events, Edutainmentformate, gutes Design und “Creative Industries”. Und das in einem offenen und integrativen Prozess!! Haben Sie Interesse an dem Prozess mitzuwirken? Wir freuen uns über Ihre Impulse – und natürlich stehen unsere Mitstreiter und ich gerne in einem persönlichen Gespräch Rede und Antwort. Einen Artikel zu den “Wandlungen” finden Sie auch im Magazin Info3.

Immer wieder einmal möchte ich den Zunft[blog] nutzen, um Ihnen Beispiele einer gelungenen regionalen Gastronomie vorzustellen. Im lesenswerten “best-practice”-Beispiel der “Meisterstrasse” in Österreich war ich schon vor unserem Osterurlaub in Oberösterreich auf die Knödl-Alm von Alfred Pohn und Sandra Neuper in Pichl-Kainisch im steiermärkischen Salzkammergut gestossen. Und es war tatsächlich so, wie der Beitrag bei Zunft[wissen] es beschreibt: “Wer Bodenständiges sucht, echte Gastfreundschaft voraussetzt und für sein Geld eine ordentliche Gegenleistung erwartet, der sollte den Biobauernhof von Alfred Pohn und Sandra Neuper besuchen. Hier kann man urige Köstlichkeiten auch vom eigenen Bio-Bergbauernhof genießen. Zudem erhält man feinste Destillate direkt aus der Spezialitäten-Brennerei”. Und so ist es tatsächlich. Man konzentriert sich am Rande des Toten Gebirges auf genau das, was man gut kann: Knödl in allen Variationen und einige weitere selbstgemachte regionale Speisen. Und selbst bei einigen Kollegen des Gastronomiehandwerks war die Botschaft schon angekommen, dass dies die aufgeklärten Konsumenten der Zukunft wünschen. Authentische Produkte und Dienste, die zudem noch beweisen können, was was wert ist. Also liebe Gastronomen, die es noch nicht begriffen haben und die sich fragen, warum die Gäste ausbleiben: Fahrt doch einfach einmal ins Salzkammergut!!

Weitere Gastronomietipps:
* Dorfschänke Seebach in Bad Dürkheim/Pfalz
* Zum Kleinen Prinz in Forst an der Weinstrasse/Pfalz
* Berggasthof Fritsch am Pfänder bei Bregenz am Bodensee

Ich hatte vor einiger Zeit den Impuls einmal die Werbe-Offensive von Sparkassen in der Krise zu hinterfragen und habe damals diesen Artikel dazu geschrieben.

In der letzten Woche war eine Sparkasse mein persönliches Lowlight der Woche und der Beweis, dass Werbung (der Sparkassen) falsche Erwartungen weckt oder gar den Kunden in die Irre treibt. Und das kam so:

Eines unserer Kooperationsunternehmen versucht schon seit geraumer Zeit einen kfw-Kredit über seine Haus-Sparkasse zu beantragen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen auch nur ein Quantum Information über einen solchen Kreditantrag zu erhalten, half sich das Unternehmen über die Direkt-Ansprache der kfw selbst. Mit diesen kfw-Infos ausgestattet ging es dann zurück zur Sparkasse. Dort fand man sich nach längerem hin und her dann doch bereit, sich mit dem Anliegen auseinander zu setzen. Natürlich hatten die findigen Sachbearbeiter bei jedem Treffen – so auch beim letzten – die eigenen Kredite in höhsten Töne gepriesen – obwohl deren Konditionen meist um mehr als das Doppelte erhöht waren.

So Anfang März gelang es den Antrag abzugeben, der dann von speziellen Mitarbeitern der Sparkasse geprüft werden sollte – bevor diese Unterlagen an die kfw weitergegeben werden sollten. Am Donnerstag der letzten Woche dann der Anruf der Sparkasse, dass die kfw auch eine Liquiditätsplanung für das zweite Jahr und eine Rentabilitätsvorschau benötigen würde – und das bis morgen, um weitere längerfristige Verzögerung zu vermeiden. So kamen wir dann ins Spiel.

Ich habe mir dann die bisherigen Unterlagen angeschaut – und hatte nach 3 min 15 Fragen dazu. Die Sparkasse hatte sich nach der Abgabe nicht gemeldet, keine einzige Rückfrage – die vermeintliche Sachbearbeiterin wußte scheinbar noch nicht einmal, welche Unterlagen bei der kfw einzureichen sind. Im Investitionsplan waren nicht nur Investitionen geplant, sondern auch monatliche Ausgaben bis hinterunter zu Bekleidungskosten enthalten. Der Liquiditätsplan zeigte in der vorliegenden Form gar keine Werte auf Monatsbasis an – und hatte so keine Aussagekraft. Eine Einnahmen-/Ausgabenplanung war nicht explizit vorhanden und die Kopplung von Positionen der Pläne untereinander war nicht möglich. Aus meiner bescheidenen Sicht waren diese Pläne wirklich nichts sagend und enthielten darüber hinaus Formfehler.

Ich weiß aus meinen bisherigen Erfahrungen, dass das normal ist, weil sich die meisten Kleinunternehmer eben nicht mit der Erstellung solcher Unterlagen auskennnen und einen entsprechenden Beratungsbedarf haben. Dass aber diese Unterlagen von der Sparkasse geprüft waren und so an die kfw weitergegeben werden sollten – ist schlicht unglaublich. Wollte die Sparkasse vielleicht, dass dieser Kreditantrag von der kfw abgelehnt wird? Wo ist denn die beworbene Beratungskompetenz der Sparkasse? Die Partnerschaft mit Unternehmen … alles Worthülsen und fernab der Realität. Ich würde sogar über die Existenzberechtigung solcher unprofessioneller Einrichtungen nachdenken wollen …

Wenn ich Ihnen eines raten darf: Sollten Sie einmal mit dem Gedanken spielen einen kfw-Kredit zu beantragen, gehen Sie bitte nicht zu einer Sparkasse. Überhaupt sollten Sie Sparkassen und andere Geldinstitute meiden, die ihre werblichen Aussagen nicht mit professionellen Realitäten füllen können. Seien Sie konsequent und wechseln Sie – jetzt! Das Vertrauen in die Branche ist eh passé – und neues Vertrauen aufzubauen, kommt den Verantwortlichen scheinbar nicht in den Sinn. Und wer so satt ist, den sollte man nicht weiter füttern.

Gestern zog es uns einmal wieder gen Forst, einem wirklich idyllischen, fast idealtypischen “Slow Village” an der Weinstrasse zwischen Bad Dürkheim und Neustadt in der Metropolregion Rhein-Neckar gelegen. Hier könnte man eine ganz Liste von LOHAS-typischen Genusshandwerksangeboten aufzählen. Da gibt es zum einen eine ganze Reihe von wirklich lobenswerten Weingütern, vom Lucashof über Georg Mosbacher, Eugen Müller, Werle Erben bis zu Acham-Magin und einige traditionelle Weinstuben, bei denen wirklich noch Preis, Qualität und Anspruch in einem reellen Verhältnis stehen. Nennen möchte ich hier besonders die schönen gastronomischen Orte in der Gutsschänke Spindler, der Gutsschänke Acham-Magin und in der Winzerstube zum Forster Ungeheuer. Ganz besonders gut hat es mir dann gestern gefallen im “Zum kleinen Prinz”. Hier bekocht und bewirtet seit etwas über einem Jahr der junge Dominik Grünwedel seine immer zahlreicher werdenen Gäste. So wie es sein sollte, mit einer Lust weckenden kleinen Speisekarte, einem aufmerksamen und freundlichen Service und einer wirklich guten Weinauswahl, u.a. von Georg Mosbacher, Lucashof und Eugen Müller. Seine ambitionierte, regionale Küche kommt ohne “Schnickschnack” auf den Punkt und bietet eben auch preislich eine faire Leistung. Sollte es Sie also einmal zu einem Wochenendtripp in die “Pfalz am Rhein” ziehen, dann haben Sie schon einmal einen Tipp für einen schönen Abend. Und wenn Sie Geheimtipps in Ihrer Region kennen, dann schreiben Sie doch darüber im Zunft[blog] oder bei Zunft[wissen].

Die aktuelle Ausgabe des Magazins Info3 – Anthroposophie im Dialog – beschäftigt sich unter der Überschrift “Regionale Qualitätsprodukte vermitteln Glaubwürdigkeit” mit den Potentialen des Zunft-Gedankens. Das Interview mit Christoph Hinderfeld, dem Vorsitzenden des Beirats der “Die Zunft AG” finden Sie hier.

Tres Cabezas – ist der Name dieses Fachmannes.

Tres Cabezas über sich selbst: “Für uns ist Espresso der Inbegriff des Kaffees.
Wir verkaufen Spezialitätenkaffees aus den besten Anbaugebieten der Welt. Für unsere BIOKAFFEE Marken verwenden wir ausschliesslich Rohbohnen aus kontrolliert biologischem Anbau. Beste Qualität, Nachhaltigkeit und die Verantwortung gegenüber Mensch und Natur bestimmen unser Handeln. Sorgfalt, Ruhe und Leidenschaft, sowie die Erfahrungen jahrelanger Handwerkskunst ermöglichen uns die Herstellung einzigartiger Premiumkaffees.”

Ich habe die Gelegenheit gehabt den Inhaber Sascha Spittel kennenzulernen: Der Mann weiß was er tut und steht 1.000% hinter seinen Produkten. Ich würde sogar sagen, dass er seine ganze Kraft und viel Liebe in seine Kaffees (oder Espressi legt) legt. Und da man wenn man Kaffee anbietet auch die entsprechenden Maschinen dafür braucht, hat er diese auch im Programm. Vollautomaten werden Sie hier allerdings vergeblich suchen, hier sind ausschließlich Siebträger (sowohl für Gastronomie, Büro und für zu Hause) zu haben.

Die Kaffees gibt es in vielen Geschäften in Berlin – und auch die Cantina Verde Premium Bio Qualitäten, die es im Großraum Hamburg bei Budni gibt, stammen aus “seiner Feder”.

Weitere Infos und Shop: Tres Cabezas

Ich möchte den Zunft[blog] nutzen, um Ihnen einige Impulse vorzustellen, die mich in den letzten Tagen bei meinen Reisen in die “Ruhrstadt”, nach Berlin und ins Rhein-Main-Gebiet inspiriert haben. So habe ich mit zahlreichen Netzwerkern rege die Möglichkeiten neuer Formen von “Do it yourself Kaufhäusern”, die gemeinsam mit Manufakturenkaufhäusern gute “Dritte Orte” bilden könnten und die auch an den zukünftigen Zunft[orten] eine Heimat finden sollen, diskutiert. Entstehen würden neue Marktplätze, Orte der Begegnung, Zentren für Kultur, Innovationen und Trends. Hier würde Kaufen wieder ein Erlebnis. Unterstützung finden die neuen spannenden Orte durch das Internet. “Prosumenten” reden mit, informieren sich in Foren und Blogs und sagen ihre Meinung.

Immer mehr Konsumenten interessieren sich doch wieder für die Werte eines Unternehmens, wollen wissen, wie und wo die Waren produziert werden und setzen sich kritisch mit der Unternehmenskultur auseinander. Somit entstehen dann auch spannende Orte für die Kreativwirtschaft und für eine Do-it-yourself Kultur. Hier können aufgeklärte Verbraucher erleben, was maßgeschneiderte Hemden ausmachen, Mode junger Designer oder den passenden Anzug ordern. Individuelle Wunschvorstellungen bei der Einrichtung der eigenen vier Wände können in den Bereichen Wohnen und Home Interior realisiert werden. Von selbst gestalteten Tapeten, Kacheln, Böden, Möbel, Baumaterial bis hin zu Vorhängen oder Bettwäsche – alles lässt sich nach dem individuellem Geschmack gestalten und mit regionalen Handwerkern umsetzen. Regionale Winzer können mit viel Informationen und Internetvernetzung bis in den Weinberg eine breite Palette ihrer Produkte vorstellen, Konsumenten können probieren und dem Erzeuger direkt ihr feedback geben. Die neuen “Kaufhäuser der Zukunft” garantieren so auch ein emotionales Erlebnis. Durch IPTV-Formate bspw. bei Zunft[TV] kann der Kunde vom Kauf eines individualisierten Produktes in jede Phase des Produktionsprozesses, von der Entwicklung bis zur Realisierung, beteiligt werden – ein ganz individuelles Erlebnis ist garantiert. Weitere Informationen hierzu finden sich auch unter:

Manufakturenkaufhaus

oder

Zunft[TV]

Diskutieren Sie doch mit. Wie sollte denn aus Ihrer Sicht eine neuer Ort der transparenten Darstellung von Verfahrenswissen und Qualität aussehen. Und was würden Sie sich als Konsument, Hersteller, Dienstleister oder kritischer Begleiter wünschen. Eine rege Diskussion wäre toll!!

Herzlichen Gruß, Ihr

Christoph Hinderfeld

P.S. Verwiesen sei auch auf einen Artikel aus dem Manager Magazin – “Wie Google das Einkaufen verändert”

Ohne Zweifel – eine Zertifizierung von Nachhaltigkeitsbemühungen und -projekten täte der Sache gut.

… um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

… um Greenwashing zu verhindern und schwarze Schafe zu entdecken.

… um einen Anreiz für Unternehmen zu schaffen, über diese Zertifizierung in ihrer Branche eine Alleinstellung zu erhalten.

… um Organisationen zu einem transparenten Handeln zu verpflichten.

"Beliebigkeit" von Christine Fehrenbach

Jüngst fand die Unternehmensberatung Deloitte heraus, das viele deutsche Unternehmen im Bereich CSR sind bestens aufgestellt – “vor allem auf dem Papier.” Mehr zu dieser recht deutlichen Aussage finden Sie hier …

Aber bitte: Wir sollten den Fehler wie bei den BIO-Siegeln vermeiden: Hier kann wohl kaum einer die Vielfalt überblicken und richtig einsortieren, welches Siegel denn nun verlässlicher ist als andere.

Es gibt aber bereits heute zahlreiche Bemühungen eine solche unabhängige Nachhaltigkeits Zertifizierungstelle zu schaffen. Teils in Zusammenarbeit mit Institutionen, die auch heute in anderen Bereichen zertifizieren, teils im Alleingang. Auch wir in der Zunft haben uns schon mit diesem Gedanken getragen und sind von vielen Seiten darauf angesprochen worden.

Was meinen Sie: Hilft es dem Thema? Welche Kritierien würden Sie anlegen? Ist das ein weiterer Kaufanreiz für unsere kommenden Prosumenten? Sollte diese Zertifizierung gleich auf europäische Ebene eingeführt werden?

Das ist doch Wahnsinn und erinnert ein wenig an das Desaster mit der Shell Brend Spar Öl-Umschlagsstation 1995 – nur das diese Meldung hier so scheint, als ob sie 20 Jahre alt ist.

Im letztes Newsletter des Rates für nachhaltige Entwicklung habe ich gelesen, das Royal Dutch Shell mit der Energiegewinnung aus Wind und Sonne abschwört. … weil es zu wenig Profit bringt! Und da war sie wieder die shareholder-value-Orientierung – und das obwohl selbst Jack Welch das doof findet (siehe Artikel Zunft[blog] im letzten Absatz).

Gas und Erdöl ist besser, da klingelt die Kasse lauter. Natur, Generationsperspektive, Nachhaltigkeit und Klima ist egal. Hauptsache Kohle. Andere Alternativen zu Gas und Öl wurden von Linda Cook, Leiterin eben dieser Geschäftszweige, am 17. März 2009 nicht genannt.

Ich muss dabei an die Automobilindustrie denken, die es 30 Jahre lang versäumt hat alternative Antriebe zu entwickeln. Die wollen doch im Moment auf der ganzen Welt Geld vom Staat, oder? Wenn es denn Shell in 10 Jahren an den Kragen geht, sollten wir uns diesen 17. März 2009 in Erinnerung rufen. Aber vielleicht sind wir alle einfach auch keine Shell-Kunden mehr und arbeiten auch nicht mehr für die Shell – weder frei noch als Angestellter – dann dauert das vielleicht nur 5 Jahre? Bei der Brent Spar hat der Boykott damals auch funktioniert.

Hier haben wir es als Kunde wieder einfacher uns vor der Tankstelle richtig zu entscheiden. Es sei denn Sie wollen solche Ignoranz unterstützen.

Nicht auffallen, bloß nicht! Keine Fehler machen! … so wird Dein Leben gelingen, Dich niemand kritisieren und so wirst Du sicher auch Deinen Job behalten! Mit dieser Haltung geht nichts schief, alles läuft wie gewohnt: Ruhe sanft!

Aber ist das die Wirklichkeit, ist das das Leben? Phantasielos und ohne Mut dahin leben, nichts wagen, nichts Neues schaffen und so gar kein Rückgrat haben? In der Psychologie weist die Vermeidung von Risiken auf Vaterlosigkeit hin …. Der Vater als der mutige Teil der Familie stärkt Kindern den Rücken, ermutigt sie Dinge zu probieren, sich zu erleben. Er geht eher einmal ein Risiko ein, etwas nicht total überlegtes an. Er kauft verrückte Sachen, drückt gerne mal ein wenig mehr aufs Gas und fährt eher mit in der Achter- oder Geisterbahn, oder?

Wenn diese Vatererfahrung fehlt, dann sucht man sich anderweitig Ersatz. Dieser Ersatz kann die strickte Orientierung an Normen, Strukturen und Gewohntem sein – Ideologie als Schutzschild, als vermeidliche Stärke im Rücken. Und weil es keine Garantie gibt, dass das Neue gelingt, dass ein Risiko zur positiven Seite hin ausgeht, läßt man es lieber gleich. Ein Blick auf die Politik, die Kirche, die Gesellschaft und scheinbar neuerdings auch auf die Wirtschaft, zeigt deutlich, dass niemand mehr bereit ist ein Risiko einzugehen um Neues zu schaffen. Mehr Geld ja, noch mehr Geld ja sehr gerne, aber Neues im Sinne eines fairen Zugewinns für die Gesellschaft und die eigene Organisation – puhh das ist wirklich zuviel verlangt.

Risiko oder Mut?

Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel. Einer der letzten Beiträge im Zunft[blog] verweist auf einen Artikel, der solche beschreibt: Jetzt exklusiv: So ist die Krise wirklich!. Machen Sie sich doch mal ein anderes Bild vom Sturm.

Sie haben sicher schon bemerkt, dass der Wunsch nach Sicherheit mit der Zeit immer weniger Spielraum läßt und der Mut damit stetig sinkt. Wenn alles versichert ist, kann es kein Wagnis mehr geben. Dass das zur Erstarrung von Wirtschaft und Politik führt, ist wohl den wenigsten vollends klar. Und wie kommen wir aus dieser Sackgasse, in der uns auch noch trotz aller Sicherheit und Risikovermeidung die doofe Krise voll erwischt hat (sagen die Medien und Vordenker), nun wieder heraus?

Leben wagen. Loslassen. Vertrauen – auf sich und andere. Nach vorne schauen. Den ersten Schritt gehen. Egal ob als Arbeitsloser, Firmenlenker, Bundeskanzler oder Bischof. Fehler wagen. Eigene Wege suchen. Fehlertoleranz leben. Neues Denken in neuen Strukturen. … und die Welt wird es Dir danken, mit Dir wachsen und neue Möglichkeiten entdecken. Und all das spielt auch in die Art und Weise von Innovation, den Umgang mit unserem Wissen und in das Thema der Transparenz hinein.

So hat Nachhaltigkeit auch etwas, vielleicht sogar viel, mit Risiko zu tun. Und ich schreibe das hier nicht einfach so daher, wir vom Zunft[institut] helfen Ihnen gerne in diesen Fragestellungen weiter … auch ohne sofort an die Zahlen zu denken ;-) .

Das ist eine spannende Idee – das selbst zusammengestellte Parfüm. Warum? Nun, der Trend geht eben zur Produktindividualisierung und bei MyParfüm ist genau das für ein wirklich emotionales und persönliches Produkt möglich. Insbesondere die kommende Generation der Digital Natives verlangt nach solchen Angeboten …

Das Team ist jung (selbst überwiegend aus der Generation der Digital Natives stammend), ambitioniert und auch international aufgestellt. Auch das ist spannend. So wurde hier wohl auch eine Produktidee umgesetzt, die den Gründer auch für sich persönlich gefehlt hat. Durch das internationale Team bietet sich auch die Möglichkeit neben Deutschland auch die Märkte im übrigen Europa einfacher anzugehen.

Und es ist eine klassische Produkt-Innovation. Interessant erscheint mir hier, dass es eine Art europäisches Produkt zu sein scheint und so eben auch andere Sichtweisen auf das Thema Parfüm und Kosmetik in das Projekt eingeflossen sind. In solchen Konstellationen und mit diesen erweiterten Schnittstellen erschaffen sich gute Ideen deutlich leichter, so meine persönliche Erfahrung.

Ich stelle dieses Projekt hier vor, weil ich es für zukunftsweisend, zunkunftsfähig und auch für mutig halte. Was das Ganze mit Nachhaltigkeit zu tun hat, bleibt ein wenig offen. Wobei: Wenn ich mir die Alternativen anschaue, die meist durch Großkonzerne hergestellt und mit dicken Gewinnmargen belegt sind, die die Mieten der Parfümerien gleich mit finanzieren müssen, ist dieses Projekt dann wirklich schon nachhaltig an sich.

Nur: Wenn schon Benutzerbeteiligung, warum dann keine prominent platzierten Web 2.0 Funktionen, die auch Benutzern zuzuordnen sind? Klar, es gibt wohl einen Blog, aber nach ersten Betrachtung konnte ich nichts von Erfahrungen anderer lesen. Auch die Herkunft der Inhaltsstoffe wird scheinbar mit keinem Wort erwähnt – zumindest nicht im direkten Umfeld des Konfigurators. Gibt es die Möglichkeit Bio-Rohstoffe zu wählen? Wie steht es mit der Allergiker-Eignung, was ist hier zu berücksichtigen (steht nur allgemein unter “Wissen”)? Und mir fallen da noch eine Reihe weiterer Anmerkungen ein. Dazu zählen auch solche zur Anmutung des Design … ist MyParfüm denn eher etwas für Teens oder auch für die ältere Generation? Oder beides?

Aber es ist doch gut, wenn eine gute Idee über die Zeit und den Prosumenten-Dialog immer besser werden kann. Ich wünsche mir als Duftstoff übrigens Frangipani …

“Wir müssen uns leider von Ihnen trennen!” … ein Satz, der in diesen Tagen und Wochen wahrscheinlich häufiger gesprochen und zu hören sein wird. “Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwingen uns dazu Entlassungen auszusprechen!” … so oder so ähnlich klingt dann die Fortsetzung.

“Tut das not?” … kann ich fragen. “Hätte es Alternativen geben können?” … auch. Meist ist dieser Kündigungsimpuls aber auf Unternehmensseite reflexartig und der Mitarbeiter so überrumpelt, dass solche Fragen nicht auf den Tisch kommen. Aber: Eine Kündigung ist ein sehr einfaches und wenig nachhaltiges Mittel.

Und oft hat die Bilanz Schuld: Hier tauchen Personalkosten als Aufwandsfaktoren auf, bei deren Wegfall sich die Gewinn-/Verlust-Rechnung recht schnell entlasten lässt. So ist der Kauf einer Maschine eine Investition, für die Abschreibung möglich ist. Ganz anders dagegen die Personalkosten: Das ist eben eine reine Erhöhung der Kosten. Der Ausweg aus diesem scheinbaren Dilemma läßt sich nur mit nachdenken lösen – im Stress der Krise ist diese Zeit dazu scheinbar Mangelware. Nur: Wenn es dann wieder bergauf geht, fehlen die qualifizierten Mitarbeiter, die sowieso immer weniger werden und selbst wenn man fähige Menschen findet, müssen diese wiederum langwierig ausgebildet werden.

Alternativen zur Entlassung gibt es deren viele: Arbeitszeitkonten, Lebensarbeitszeit, die richtige Preispolitik, ….

Wer mehr darüber wissen möchte, kauft sich die neue Brand eins “Gute Nachrichten” – auch um den am Samstag beschriebenen, sehr lesenswerter Artikel von Wolf Lotter über die Windmühlen auch gleich für die Inspiration zu nutzen.

Schon ein wenig reißerisch die Überschrift, das gebe ich zu. Aber wenn ich heute noch jemanden bewegen möchte Artikel über die Krise zu lesen, dann geht das nur, wenn ich tommle. Aber keine Angst: Ich möchte nicht nur warme Luft verteilen.

“Zwischen Zähneklappern und nach Mutti rufen – Stichwort: Staatszuschüsse abgreifen – bleibt keine Zeit, mal ein wenig darüber nachzudenken, ob denn die Politik des Klotzens die richtige war.”

Es geht in dieser sogenannten Krise um ein falsches Verständnis von Innovation, um die reine Orientierung hin zu Größe und Menge, viel um keine Ahnung oder besser: fehlendes Verständnis für die eigenen Zahlen und Entwicklungen, es geht um wenige mit vielen Versäumnisse und nicht um viele.

“Nicht die Wirtschaft steckt in einer Krise, sondern das Bild, das wir von ihr haben – und das sich nach wie vor auf einige wenige, nicht veränderungswillige Repräsentanten bezieht.”

Ich wusste: Die meisten wissen diese ruhige Phase sinnvoll zu nutzen: Antizyklisches Handeln wie gute Mitarbeiter einstellen, die eigenen Prozesse optimieren oder Weiterbildung machen. Aber garantiert nicht den Kopf in den Sand stecken.

“Die einen sagen: KRISE! Das spricht man aus wie ANGST! Die anderen fragen KRISE? Das klingt nach CHANCE!”

Die Zitate in diesem Beitrag stammen von Wolf Lotter in der Brand eins “Gute Nachrichten” (Heft 3 / 2009) aus dem Artikel “Der Sturm und die Windmühlen”. Und wer Wolf Lotter kennt und um seine Fachkenntnis weiß, kann wohl ob der Zitate ein echtes highlight von ihm vermuten. Und diese Ausgabe hat nicht nur ein highlight … vielleicht stelle ich ein weiteres im Laufe der Woche vor.

Ich behaupte, dass Wissenskonversation die Grundlage und notwendige Voraussetzung dafür ist, dass eine Organisation überhaupt nachhaltig agieren kann. Und ich beziehe Wissenskonversation auf Dialoge, Teilen und Austausch, nicht auf technische Lösungen.

Aber warum Wissenskonversation? Spätestens in dem Kontext der bisher genutzten Begriffe Wissensmanagement und Knowledge Management zu Entwicklungen aus dem Web 2.0 Umfeld, verliert der Begriff des managen seine Sinnhaftigkeit. Denn in einer Sozialen Software wie einer Wiki werden weder Personen noch Inhalte von zentraler Stelle aus gemanaged. Und – das sei auch an dieser Stelle geschrieben – Technologie u. a. in Form von Software spielt in diesem Austauschprozess von Wissen eine eher untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr darum, den Austausch zwischen Mitarbeitern zu ermöglichen, ja diesen zu beflügeln und in jeder Form zu unterstützen.

Und für solche Prozesse braucht es Vertrauen. Vertrauen zwischen Menschen und Vertrauen in der Organisation. Und auch Vertrauen, als essentielle Grundlage von menschlichem Austausch, lässt sich nicht managen.

Ich nenne das jetzt also Wissenskonversation. Denn die Unterhaltung oder der Dialog stehen im Zentrum eines Wissensaustausches zwischen Menschen.

Das Wort managen ist auch ein wenig symptomatisch für dieses Wissensmanagement, macht es doch glauben, dass diese Prozesse eher einfach beherrschbar und eher technologischer Natur sind. Heute haben wir Lösungen wie Wiki’s, die es zugegebenen Maßen viel einfacher machen ein Unternehmenswissen abzubilden, dennoch lösen wir mit dem Werkzeug an sich keine kulturellen Barrieren auf. Wissensmanagement basiert zu 20% auf technologischen Herausforderungen, aber zu 80% gilt es kulturelle und zu tiefst menschliche Herausforderungen, die auch durch gesellschaftliche Normen stark beeinflusst werden, zu lösen. Darüber redet und schreibt kaum keiner, obwohl das aus meiner Sicht das kritische Erfolgskriterium in diesem Prozess ist. Selbst wenn wir einen tiefen Blick in die Leistungskompetenzen von Softwareanbietern in diesem Bereich oder auch Fachzeitschriften werfen, so findet sich meist ein einzelner Alibisatz zu Kultur. 98% der Inhalte drehen sich um Technik, Technik, Technik und vielleicht die Einführungsorganisation – wiederum ohne die weichen Faktoren in den Mittelpunkt zu stellen. Nochmal: Eine Wiki macht keine Wissenskonversation – und sei diese noch so funktionell und innovativ.

Ich möchte, bezugnehmend auf den Artikel von Oliver Selaff zur Authentizität der “guten Dritten Orte”, in meiner Berichterstattung über regionale Manufakturen, Genusshandwerker und “gute Orte” fortfahren und Ihnen von unseren sehr angenehmen Erfahrungen im Berggasthof Fritsch am Pfänder direkt oberhalb von Bregenz, der Festspielstadt am Bodensee in Vorarlberg berichten. Hier kann man, auf rund 800 Metern über dem Meer, noch das Zusammenwirken der nun mittlerweile mehrere Generationen umfassenden Familie Fritsch erleben. So entsteht in wahrer “best practice” – neben der wirklich tollen Aussicht vom Pfänder, dem Balkon des Bodensees – ein in sich stimmiges Angebot regionaler “slow-food”-Küche, gekoppelt mit einer bemerkenswerten Weinauswahl von biodynamisch hergestellten Weinen aus unterschiedlichen Anbaugebieten Österreichs. Und ist man dann nach einer aussichtsreichen Wanderung auf und um den Pfänder müde, dann verfügt der Berggasthof über eine ausreichende Anzahl von Fremdenzimmern, die den Aufenthalt abrunden. Und sollte es Sie einmal hierher ziehen, dann trinken Sie doch einfach ein Gläschen für mich mit!! Sie finden Thomas Fritsch und Diana Sicher-Fritsch übrigens auch in der XING-Gruppe “Zünftig” – regionale Werte bündeln!

Vor kurzem habe ich gehört, dass Unternehmen sich im Bereich Nachhaltigkeit coachen oder besser begleiten lassen. Neugierig wie ich bin, habe ich mir einmal das Leistungsspekturm eines Beratungsunternehmen für solche Aufträge angesehen. Spannend war, dass das Beratungsunternehmen

Nachhaltigkeit = CSR

setzt und das Themengebiet in

Ökologie | Soziales | Ökonomie

aufspaltet. Darunter fallen dann Investor Relations, Müllmanagement, Arbeitsplatzsicherheit, Ressourcen, Risikomanagement, Lieferkette, Energieverbrauch, Aus- und Weiterbildung und einige weitere Schlagwörter.

Darunter fallen nicht Innovation, Fairness, Wissenskonversation, Transparenz, Zukunftsfähigkeit, Vertrauen, Offenheit, Kundenzentrierung, Selbstverantwortung und Web 2.0. So wird auch hier deutlich, dass Nachhaltigkeit eben viele Gesichter und Definitionen hat. In diesem Fall geht es scheinbar um den CSR-Bericht am Ende des Jahres, der dann für das gute Gewissen sorgen soll.

Ich erwähne das, weil wir Nachhaltigkeit eben nicht nur als quasi CSR-Alibi-Mäntelchen (provokant geschrieben!) verstehen sondern viel weiter gehender. Uns geht es um organisatorische Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit im konkreten Geschäftsumfeld.

Und die Schaffung einer nachhaltigen Organisation hat dann eben sehr viel mit dem oben genannten Begriffen wie Vertrauen, Innovation und Wissen zu tun. Und mit dem Cluetrain Manifest, in dem auch die Entwicklung Web 2.0 bereits 1999 skizziert worden ist. Wir schauen in die Firma, auf die Mitarbeiter, die Lieferanten und die Kunden. All diese Entwicklungen könnten auch unter dem Begriff Enterprise 2.0 subsummiert werden, um den es in dem gestrigen Beitrag (und vielen anderen vorher) ja auch schon ging.

Also ist es wohl wichtig diesen CSR-Bericht zu haben, um eben state-of-the-art zu sein und keine Nachteile gegenüber anderen Unternehmen zu haben. Gleichzeitig sollte eine solche Firma dringend auch konkrete Projekte der organisatorischen Nachhaltigkeit anschieben.

Im Rahmen meiner Recherchen habe ich erstaunlich wenig Ausarbeitungen zur organisatorischen Nachhaltigkeit gefunden … das werden wir mit unserem Buchprojekt ändern. Oder kennen Sie noch gute Quellen?

Vom Neuen Denken in der Mitarbeiter- und Unternehmensführung.

Neue Wege ...  Foto von Klaus Kofler

Neue Wege ...

Schon wieder ein Eis-Bild, aber eines was in mir Sehnsucht nach neuen, unberührten Wegen weckt. Neue Wege haben etwas Fazinierendes und nicht etwas Angsteinflößendes, oder?

Jetzt haben wir schon oft von Impulsen geschrieben und aus unserer Wahrnehmung heraus auch einige gesetzt – aber selten haben wir diese als solche gekennzeichnet. Heute möchte ich einmal einen solchen expliziten Impuls setzen:

“Wenn Sie Ihren Mitarbeiter vertrauen und diese Ihr größtes Kapital sind, wenn Sie dazu glauben eine gute und intakte Unternehmenskultur zu besitzen und ein höchst attraktiver Arbeitgeber sein möchten, dann müssen Sie sich intensiv mit Enterprise 2.0 auseinander setzen. Die Opfer auf diesem Weg sind nicht ohne: Hierarchie, Macht qua Funktion und Gewohnheit!”, behaupten wir und möchten mit Ihnen darüber diskutieren. Ist Enterprise 2.0 der Weg zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil oder einfach nur dumme Anarchie? Ist es ein kurzfristiger Trend oder gar eine Notwendigkeit, um die Zukunftsfähigkeit und das Überleben Ihres Unternehmens zu sichern?

Wir wollen Ihre Meinungen und Gedanken zu diesem Impuls!!! Seien Sie mutig …

Eine neue Studie, der sich ein aktueller Artikel in der heutigen Süddeutschen Zeitung widmet, prangert eklatante Missstände bei der Herstellung der Produkte für den Aldi-Konzern in chinesischen Zulieferbetrieben an. Untersuchungen der Wissenschaftlerin Ingeborg Wick von der globalisierungskritischen Organisation Südwind zufolge wird in Asien massiv gegen Arbeitsrechte verstoßen. Für die aktuelle Studie befragte Wick rund 80 Beschäftigte aus sechs chinesischen Fabriken im Perlflussdelta, die Elektronikprodukte, Haushaltswaren, Kosmetika und Textilien an die Aldi-Gruppe liefern. Das Perlflussdelta gilt als exportintensivste Region Chinas. “Nicht überraschend ist die Tatsache, dass es in keiner der untersuchten Fabriken irgendein funktionierendes System organisierter Arbeitsbeziehungen oder Organe zur Interessenvertretung der Beschäftigten gibt”, heißt es in der Studie. Geprüft wurden chinesische Betriebe verschiedener Branchen, in denen Aktionswaren für den größten deutschen Discounter hergestellt werden, berichtete das Südwind-Institut am Dienstag in Siegburg bei Bonn. Pro Jahr bietet der Discounter rund 2500 Aktionsprodukte zu niedrigen Preisen an, beispielsweise Fahrräder, Gitarren, Computer, aber auch Küchengeräte und Textilien. Mit 40 Prozent wird ein Großteil der Angebote in China hergestellt.

Die “Schnäppchenhits” seien aber mit systematischen Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten bei globalen Zulieferern erkauft, bilanziert die Autorin der Studie nach Recherchen in dem Land. Der Vorwurf: In China würden Arbeits- und Frauenrechte, wie sie in der arbeitsintensiven Industrie durch den Preisdruck von deutschen Importunternehmen typisch seien, verletzt. “Die meist weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 91 Stunden pro Woche und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben”, berichtet Wick. Der Arbeitsdruck sei enorm, Fehler würden mit Geldbußen bestraft. Zudem würden grundlegende Rechte verletzt. Und: “Die Frauen erhalten weder Mutterschutz noch können sie unabhängige Gewerkschaften gründen“ – so die Süddeutsche in ihrem Artikel.

Nun sollte einen dieser Druck ja nicht wirklich verwundern. Der Lohnanteil bei den oben beschriebenen Schnäppchen beträgt häufig nur 1-2 Prozent vom Endverbraucherpreis, in einer der zahlreichen Talkshows, die sich in den vergangenen Monaten dem Thema der globlen Ausbeutung widmeten, wurde von 25% Marketing- (und Manipulations-)anteil der Fabrikanten gesprochen, die Handelszuschläge (die wiederum meistens die Wahnsinnsmieten im Einzelhandel mitfinanzieren) liegen dann häufig noch einmal bei 300 – 400 %. Auf meinen Blogbeitrag vom Dezember 2008 möchte ich auch hier noch einmal verweisen. Was können wir tun? Ich denke, im ersten Schritt damit anfangen zu begreifen, dass Geist (= Nachdenken über das “was ist was wert”) und nicht Geiz (= möglichst viel und billig und beliebig) geil sind. Und dann die Missstände weiter transparent machen. Einen kleinen Beitrag zu der Diskussion soll nun auch unser Forum “Zünftig” bei XING leisten. Machen Sie doch auch mit!!

Was wären die Regionen ohne ihre individuellen Genusshandwerker, die sich mit ihren Angeboten wohltuend von den beliebigen Filialisten abheben. Eine alteingesessene Genussmanufaktur möchte ich heute in meiner “Reihe” über lokale Anbieter ein wenig näher vorstellen: die Kaffeerösterei Mohrbacher in der Maudacher Straße in Ludwigshafen.

Katja Bischoff, die ich schon länger über den Bundesverband Junger Unternehmer kenne, führt in dritter Generation die Kaffeerösterei Mohrbacher, übrigens die einzige noch verbliebene Traditionsrösterei in der Pfalz. Nach überlieferten Verfahren wird hier noch Kaffee gemacht. Mehr als 30 Sorten und Mischungen werden fast täglich von Hand verlesen, produziert und verkauft. Entscheidend ist dabei besonders die kompetente Auswahl der Rohstoffe, die sorgfältige Aufbereitung der Bohne und nicht zuletzt eine sorgfältige Kontrolle. ‘Handverlesen’ bedeutet beispielsweise bei Mohrbacher, dass man aus den vom Erzeuger gelieferten hochwertigen Bohnen die nicht erstklassigen ganz ‘altmodisch’ per Hand heraussucht. Und das schmeckt man!! Mohrbacher Kaffee können Sie übrigens auch per Internet bestellen. Weitere Informationen finden sich bei Zunft[wissen].

Neue bemerkenswerte Regionalentwicklungsimpulse gibt es aus dem badischen Kraichgau, ca. 3o km südlich von Heidelberg zu vermelden. Hier hat Claus Burmeister, VDP-Präsident im Anbaugebiet Baden und schon seit einigen Jahren der önologisch verantwortliche Leiter auf dem Weingut Burg Ravensburg in Sulzfeld mit der Weinlese 2008 gemeisam mit einem Kreis von Investoren (neben dem Unternehmer Heinz Heiler sind dies Barry Green und Klaus Vogel) und mit beratender Unterstützung durch Manfred Schwarz vom Heidelberger Spitzenrestaurant “Schwarz – Das Restaurant” begonnen, das Weingut Heitlinger mit dem Weingut Burg Ravensburg gemeinsam weiterzuentwickeln. Beide Weingüter werden separat geführt aber in bester Form kooperativ vernetzt.

(C) Weingut Heitlinger

Der Auftakt mit einer Präsentation Ende Januar im Gourmettempel “Schwarz – Das Restaurant” in Heidelberg war jedenfalls schon sehr vielversprechend, gute Grundlagen also für eine noch deutlichere Wahrnehmung von regionalen Entwicklungen in der schönen Kraichgauregion. Besonders erfreulich war auch der Hinweis von Manfred Schwarz auf die geplante Weinpreisgestaltung im neuen Restaurantkonzept bei Heitlinger in Tiefenbach. Hier wird man die Weine mit einem einheitlichen Korkgeld bepreisen, eine prima Idee, ich darf hier auf meinen Beitrag zur Transparenz von Produktkalkulationen hinweisen.

Eine schwierige Frage, die ich gerade in einem konkreten Fall versucht habe zu beantworten. Eigentlich kommt vor der Antwort aber die Gegenfrage: Wie, wann und wo passt denn Nachhaltigkeit in Ihre Strategie?

Aber in Deutschland sind wir ja immer eher versucht auf eine Frage auch ordnungsgemäß zu antworten, oder? Und so macht man sich oft nicht klar, dass die Eingangsfrage oft schon nicht sinnig ist. Wenn die Positionierung und womöglich auch die Alleinstellung einer Firma alleine der Preis ist, weil eben die Preisführerschaft und nicht die Qualitätsführerschaft den nachhaltigen Wettbewerbsvorteil bringen soll, dann werden wir uns mit einer Positionierung in Bereich Nachhaltigkeit schwerer tun.

Wenn aber eine Firma den ewigen Preiskampf und den damit verbundenen Schnäppchen-Kampf satt hat und nach neuen Alleinstellungsmerkmalen sucht, dann könnte eine nachhaltige Positionierung sehr viel Sinn machen. Denn wer sich nachhaltig positioniert, der tut das mit Leib und Seele, heißt mit all seinen Mitarbeitern und all den beteiligten Geschäftsprozessen. Dass muss nicht über Nacht geschehen, sondern kann langsam Schritt für Schritt erfolgen. Eine solche Positionierung unterscheidet sich aber von anderen dadurch, dass diese nicht einfach zu kopieren ist. Und das ist ein wesentlicher Vorteil, der sehr viel wert ist.

In diesem Themenspektrum gibt es noch viel, viel mehr zu schreiben und zu bedenken – das spare ich mir aber heute für Folgebeiträge ;-)

Der Uhrenhersteller Junghans aus dem Schwarzwald wird von den einheimischen Investoren Hans-Jochem Steim und seinem Sohn Hannes aus der Junghans-Heimatstadt Schramberg übernommen.

Der Frankfurter Insolvenzverwalter Georg Bernsau hat die Junghans Uhren GmbH an einen Investor verkauft. Hans-Jochem Steim übernimmt gemeinsam mit seinem Sohn Hannes Steim zum 01. Februar 2009 den gesamten Geschäftsbetrieb und alle Sparten der Junghans Uhren GmbH.
85 Mitarbeiter werden übernommen. Die 30 Mitarbeiter, die von der Kaufgesellschaft nicht übernommen werden, sollen in eine Transfergesellschaft übergehen, die auf zwölf Monate und auf höchstmögliche Förderung ausgelegt ist.

Mit der übertragenden Sanierung ist die vollständige Herauslösung der Junghans Uhren GmbH aus dem Egana-Konzern abgeschlossen. Der Insolvenzverwalter hatte bereits im Insolvenzantragsverfahren und im eröffneten Insolvenzverfahren eine juristische und nahezu vollständige kaufmännische Herauslösung vorgenommen.
Gemeinsam mit einer professionell tätigen Vermarktungsgesellschaft hatte er weit mehr als 80 Interessenten angesprochen und mit etwa 20 potentiellen Investoren intensive Verhandlungen geführt. Insolvenzverwalter Bernsau zeigt sich sehr zufrieden: „Das Übernahmekonzept der neuen Gesellschaft ist überzeugend. Mit ihm konnten wir die Grundlage schaffen für die erfolgreiche Zukunft eines Traditionsunternehmens.“

Hans-Jochem Steim, Ehrenbürger der Stadt Schramberg, ist geschäftsführender Gesellschafter der Hugo Kern und Liebers GmbH & Co. KG mit Sitz in Schramberg, einer an 50 Standorten weltweit tätigen Unternehmensgruppe mit insgesamt 5.400 Mitarbeitern. Sein Sohn Hannes Steim ist Geschäftsführer der Firma Carl Haas GmbH, die zuerst als Federnfabrik für die Uhrenindustrie gegründet wurde und anschließend maßgeblich zur Entwicklung der NivaroxSpiralfedern beigetragen hat.

Seit dem Jahr 2007 gehört die Carl Haas GmbH ebenfalls zur Kern-Liebers Gruppe. Die Familie Steim ist in der vierten bzw. fünften Generation in dem Unternehmen Kern-Liebers tätig. Als ehemaliger Lieferant ist sie dem Unternehmen Junghans, das durch seinen weltweiten Erfolg die Entwicklung der Stadt Schramberg prägte, seit Generationen verbunden.

Durch das persönliche Engagement der Familie hat sich für den Traditionsuhrenhersteller eine Wunschlösung ergeben. „Als eines der wenigen Unternehmen der Branche bleibt Junghans in deutscher Hand und kann seine ungebrochene Tradition der Fertigung am Standort Schramberg fortführen“, betonen Werner Wicklein und Matthias Stotz, Geschäftsführer der Junghans Uhren GmbH.

In den vergangenen Monaten wurden nicht nur eine neue Gesellschafterstruktur, sondern auch die Rahmenbedingungen für den zukünftigen nationalen und internationalen Erfolg des Unternehmens geschaffen. Die Marke Junghans wird sich mit ihren Kernkompetenzen (Funk-, Quarz- und Mechanikuhren) verstärkt auf die Einstiegs- und Mittelpreislagen konzentrieren. Die langfristige Entwicklung der Premiummarke Erhard Junghans hat mit der Erhöhung der Fertigungstiefe in den Ateliers durch handwerkliche Vollendung und eigene CNC-Teilefertigung bereits begonnen. Sie wird durch nun mögliche Kooperationen beschleunigt werden können. Darüber hinaus hat die Max Bill Stiftung ihr Vertrauen in die Zukunft von Junghans mit einem neuen, 15 Jahre gültigen Lizenzvertrag ebenfalls untermauert.

Die Firma Junghans

Die Firma Junghans  wurde 1861 in Schramberg im südlichen Schwarzwald gegründet – und feiert 2011 150-jähriges Jubiläum. 1903 war sie die größte Uhrenfabrik der Welt. Bis heute ein berühmter Klassiker sind die von dem Bauhaus-Künstler Max Bill in den fünfziger Jahren gestalteten Junghans-Armbanduhren. Am 29. August 2008 hatte Junghans einen Insolvenzantrag gestellt.

(aus: www.suedkurier.de)

Neuigkeiten gibt es von den Aktivitäten unseres Zunft[instituts]-Experten Hans-Gerd Staschewski und seiner Delikatessen-Manufaktur. Hier wurde in den vergangenen Wochen rund um die Uhr gearbeitet. Nun sind die ersten Proben seiner regionalen Leberwurstvariationen in der Verkostungsphase. Ausgewählte Tester beurteilen die Rezeptkreationen und- ……… die ersten Reaktionen sind erfreulicherweise äusserst positiv. Daran sind nicht allein nur die Rezepturen schuld. Man legt nämlich besonders bei den Rohstoffen großen Wert auf die ausgezeichnete Qualität. Das verwendete Schweinefleisch vom Bunten Bentheimer Schwein stammt vom Naturlandhof Hof Büning. Von der Fa. Lebensbaum – Ulrich Walter GmbH stammen die Kräuter und Gewürze. Beide Betriebe haben ein Ökosiegel – eine Auszeichnung, die für sich spricht. Bei dem Projekt geht es in der nächsten Stufe nun um die Testauswertungen und die letzten Verfeinerungen der Rezepturen. Ab Anfang März geht es dann in die Endphase der Internet-Shop Gestaltung. Und in der 11. Kalenderwoche sollte es so weit sein, dass man die ersten Produkte aus der Regional und Gut Delikatessen-Manufaktur auch per Internet bestellen kann. Ich bin gespannt, zumal Hans-Gerd uns im Juni wieder aktiv beim nächsten Zunft-Netzwerkertreffen auf dem Wachenheimer Wein- und Burgfest unterstützen wird. Vielleicht können wir dann ja gemeinsam die Wurst-Delikatessen verkosten. Kosten Sie mit?

Wer diesen Blog regelmäßiger liest, der hat sicher schon bemerkt, dass ich ab und an gerne einmal Anzeigen hinterfrage, ich in meiner Rolle als Prosument. Das hält sich schon deswegen in Grenzen, weil ich online Banner ausblende und keine Tageszeitungen lese. Aber Donnerstags kommt die Zeit und heute ist … Donnerstag.

Anzeige der Sparkassen in der Zeit vom 15.01.2009
Anzeige der Sparkassen in der Zeit vom 15.01.2009

Auf den ersten Blick ist diese Anzeige ja sehr freundlich: Wir dürfen Fragen stellen, egal ob wir Kunden sind oder nicht. Das signalisiert Offenheit und suggeriert, dass hier wohl keine “Lehman’s” sprichwörtlich im Keller liegen. Nur was ist das Ziel dieser Anzeige? Ich würde sagen Vertrauen zurück zu gewinnen, oder?

Einer meiner Mitstreiter vom Zunft[institut], Klaus Kofler, hat gestern auf einem Vortrag am MedienMittwoch in Frankfurt zum Thema Vertrauen folgendes gesagt:

[...] Ohne Vertrauen wird kein Neues Denken, keine Open Innovation, kein Loslassen möglich werden. Unser Marktsystem hängt ganz entscheidend von Vertrauen ab. Vertrauen ist das Wort unserer Kollegen und Vertrauen ist das Wort derjenigen, mit denen wir Geschäfte machen.

Und eigentlich ist es nicht nur Neues Denken – es braucht auch Neues Vertrauen, denn unsere Krise hat da viel kaputt gemacht. So ist dieses erschütterte Vertrauen auch der wesentliche Grund warum es nicht mehr werden wird wie es war – sondern ganz anders. Neues Vertrauen in alte, marode Strukturen – das wird kaum jemanden gelingen. Denn der maßgebliche Erfolgsfaktor ist der Wille auch etwas verändern zu wollen. Und dafür müssen wir dieses Vertrauen auch immer wieder unter Beweis stellen. [...]

Übrigens war dieser Vortrag “Aufbruch 2009: Der Wandel geschieht – Perspektiven für stürmische Zeiten” gestern mit rund 750 Anmeldungen und noch geschätzten 300-350 Besuchern nach Aussagen des Veranstalters einer der bestbesuchtesten MedienMittwochs überhaupt. Das nur am Rande – zurück zum Vertrauen.

Die in der Anzeige beworbene Fragestunde zeugt nicht von neuen Strukturen. Der Text enthält auch keine Hinwiese darauf, dass die Sparkasse aus der Krise lernen und etwas besser machen werden. Es fehlen schlicht Hinweise auf Neues Denken und die Überarbeitung der alten, maroden Strukturen, die es ganz sicher auch bei den Sparkassen gibt. Und: So wie es hier dargestellt wird beschleicht mich persönlich das Gefühl, dass der Schüler den Lehrer fragen darf. Von einem Dialog auf Augenhöhe spüre ich nichts. Überhaupt: Es geht um Fragen, eigene Überlegungen oder gar Wünsche gilt es nicht zu äußern. Wie sollte das gebriefte mit einem Gesprächsleitfaden ausgestattete CallCenter diese auch aufnehmen können? Hoffentlich wissen auch alle Mitarbeiter in den Filialen von dieser www.gutfuerdeutschland.de Kampagne. Was für ein Name – die Seite selbst habe ich mir noch gar nicht angeschaut.

Ich hätte gerne eine Anzeige, die authentisch wiedergibt, dass Fehler gemacht worden sind, was getan wurde diese in Zukunft zu vermeiden und wie man gedenkt mich persönlich wieder mit mehr Vertrauen in meine Sparkasse auszustatten. Nur damit jetzt keine “not-invented-here” Aussagen kommen: Die HASPA hat einigen Kleinanlegern wohl auch Lehman Zertifikate verkauft und es scheinbar versäumt, genügend auf mögliche Risiken hinzuweisen. Von Schadensersatz will die HASPA jetzt jedenfalls nichts wissen, rüstet sich mit Standardbausteinen gegen die Anfragen der Geschädigten – und wird jetzt wohl nach einer Anzeige mit dem ersten Kunden vor Gericht landen. Aber Achtung: Diese HASPA-Infos stammen von lokalen Medien, die bekanntlich auch schon mal nicht die ganze Wahrheit sagen.

Also liebe Sparkassen: Wie sieht Ihre nachhaltige Vertrauensoffensive denn nun wirklich aus? Sicher ist das vor gut einem Monat hier in Hamburg beworbene Sparbuch auch nicht der ganz richtige Ansatz, oder?

Klaus Kofler sprach am Mittwoch, den 14. Januar 2009 beim Medienmittwoch in Frankfurt im Atrium der Werbeagentur Leo Burnett in Frankfurt-Rödelheim vor über 300 Zuhörern zum Thema

“AUFBRUCH 2009: Der Wandel geschieht – Perspektiven für stürmische Zeiten”

Weitere Berichte dazu folgen …

Hier ein Auszug aus seiner Präsentation, die wir Ihnen gerne im Volltext übersenden. Kontaktieren Sie uns einfach über info@zunftinstitut.org oder www.zunftinstitut.org.

[...]
Open Innovation basiert nicht mehr auf den uns bekannten Win-Win Situationen. Was wir brauchen sind Win-Win-Win Strategien. Denn eine zukünftige Wirtschaft funktioniert nur mit innovativen Strukturen. Und unter innovativen Strukturen sehe ich Strukturen, die primär drei Elemente miteinander verschmelzen:

1. Wissen und Lernen
2. Menschen
3. Netzwerke

• Wissen und Lernen dienen als Nährboden für Innovation
• Menschen die diese Open Innovation Prozesse leben und nach vorne treiben
• Netzwerke generieren neue Modelle der Wertschöpfung, bringen diese Kombination zum Erfolg und schaffen Perspektiv- und Richtungswechsel

Was daraus entsteht, hat nichts mehr mit unserer alten Vorstellung von Innovation zu tun. Wir stehen an einem Wendepunkt. Denn was wir brauchen sind neue Herangehensweisen an Fragen der Innovation. EINE grundlegend neue Richtung.

[...]

Weitere Infos vor und nach der Veranstaltung finden Sie auch hier:

http://www.medienmittwoch.de

Heute erreichte mich dieser Veranstaltungshinweis – und weil ich sicher bin, dass ein Besuch dieser Messe lohnt, habe ich diesen für Sie aufgenommen:

Möbel- und Interiordesign stehen im Mittelpunkt dieses neuen Messekonzepts: Professionelle Einkäufer und interessierte Privatleute entdecken auf der designers fair gute Ideen abseits des Mainstream. Das Angebot reicht vom Holz-Stecktisch über ein Silikon-Lichtobjekt und einen handgewebten Teppich bis hin zum Schalenset aus Beton. Viele Ausstellungsstücke lassen erahnen, welche Freiheiten sich unabhängige Designer nehmen können. So entwarfen AnnaHanna das Sofa „Hempel“, in dem Kleinkram verschwindet, und die Stadtnomaden bringen die äußerst variable Küchenzeile „A la carte“ mit, aus der auf Wunsch sogar Küchenkräuter sprießen. All diese schönen Dinge stammen aus kleinen Produktionen und werden von ihren Designern präsentiert, ausgewählte Produkte sind in einem Shop direkt auf der Messe erhältlich.

Veranstaltungsort:
designers fair, Rheintriadem (Konrad-Adenauer-Ufer 3, 50668 Köln)

Öffnungszeiten:
Pre-Opening am 18.1.2009: 15 – 21 h
19. – 25.1.2009: Mo – Sa 11 – 22h // So 11 – 18h

www.designersfair.de

Ein Rahmenprogramm wird die Messe abrunden: Musik, Lesung und Bar/Lounge sorgen für Entspannung, ein Fachprogramm bietet Wissenswertes. Der Eintritt zur designers fair und ihren Veranstaltungen ist frei.

Die designers fair ist nicht explizit auf ölokogische Aspekte ausgerichtet, aber einige der Designer arbeiten bewusst mit Naturmaterialien, die meisten der ausgestellten Produkte werden in Kleinproduktion, zum Teil in Handarbeit, hergestellt, zudem haben sich viele der jungen Designer für eine Produktion in Deutschland entschieden. Auch im Rahmenprogramm finden sich Veranstaltungen, die dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung tragen.

Zum Beispiel:„Alles öko? Wie Designer den Umweltschutz schick machen“

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Warum eigentlich? Was macht ökologisches Design aus? Wo liegen die Grenzen? Und vor allem: Worauf sollten Designer achten, wenn sie Innenräume und Möbel ökologisch gestalten möchten? Diese Fragen beantwortet Prof. Günter Horntrich in einem Vortrag, der streitbare Positionen nicht scheut.

Vortrag: Prof. Günter Horntrich (Ökologie und Design, Köln International School of Design) Freitag, 23.01.2009, 16 Uhr, im Rheintriadem, Konrad-Adenauer-Ufer 5-7, 50668 Köln. Auch hier ist der Eintritt frei.

Alle die sich mit diesem Themenkonplex schon auseinander gesetzt haben, wissen, dass Transparenz in den Geschäftsprozessen gegenüber Mitarbeitern und Prosumenten ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg eines Change-Prozesses in Richtung Enterprise 2.0 bzw. für den Erfolg eines Web 2.0 Projektes ist.

Das Reden und Schreiben wir so daher. Nur für diese Transparenz braucht es wie so oft im Leben zwei Partner: Einer der Transparenz anstrebt und einer der diese einfordert und damit dann auch umgehen kann.

In der Realität ist dann doch alles nicht so einfach. Was fängt der Mitarbeiter denn nun mit der Information an, dass die Erträge diesen Monat massiv eingebrochen sind und das das neue Produkt scheinbar gefloppt hat? Wird die erste Reaktion nicht sein, das Management zu beschuldigen oder das Marketing? Und dann? Und was fangen unsere Prosumenten mit diesen Informationen an? Werden diese unter der Informationslage mehr oder weniger Produkte dieser Firma kaufen? Vielleicht sogar deren Aktien sofort abstoßen? Und ist es diese Transparenz die wir uns wünschen? Oder anders gefragt: Ist unsere Gesellschaft überhaupt reif für diese Transparenz?

Auf seiten der Firma setzt eine solche Transparenz voraus, dass Strategien existent sind, wie mit Fehlern umgegangen wird. Die Fehlerkultur sollte funktionieren und ebenso transparent machen, welche Reaktionsketten in Gang gesetzt werden, wie die Firma reagiert. Von dieser Reaktion wird es auch massgeblich abhängen, ob eines möglichen Fehlers ein Vertrauensverlust eintritt oder aber die Beziehungen zwischen Unternehmen und Prosument dadurch eher noch gefestigt werden können.

So ist das Cluetrain Manifest in Sachen Transparenz nicht nur eine wirklich große Herausforderung für Unternehmen sondern auch ein großes Stück Arbeit auf seiten der Prosumenten – nur sprich darüber kaum einer.

Sind wir bereit für Transparenz … was meinen Sie?

Nehmen Sie lieber das ganze Geld und machen Sie ein schönes Feuer, an dem wir uns alle nachhaltig wärmen können.

Investieren Sie in Online-Gemeinschaften rund um Ihre Produkte, lassen Sie die Entwickler offen auf den Markt treten und mit Ihren Prosumenten reden, investieren Sie Zeit und Personal in Facebook, Twitter oder Wiki’s mit Inhalten rund um ihre Produkt-Welt. Und den ganzen Rest des Geldes – und da bleibt eine Menge übrig – spenden Sie. Mindestens bitte den Teil, der einen Gewinn von 10% überschreitet.

Warum das Zeit- und Geldverschwendung ist? Diese Digital Natives – übersetzt wohl am ehsten native Digitalisten ;-) – sind mehr online als im TV unterwegs. Sie lesen keine Magazine oder Tageszeitungen und – vielleicht ist das am entscheidensten – sie können Werbung einfach ausblenden, in dem sie sich auf die eigentlichen Nachrichten und/oder den Inhalt konzentrieren bzw. sich TV-Inhalte offline ansehen und dann Werbung eben einfach ausblenden.

Ich habe Ende letzten Jahres auch bei einer Umfrage meines bevorzugten Online-News-Portals Spiegel Online mitgemacht. Es ging dabei um die Werbefinanzierung der Site. Dabei fiel mir auf, dass nicht ein einziger Werbeinhalt bei mir hängen geblieben war – und das obwohl ich bestimmt 15-30 min täglich auf dem Portal zubringe und dort intensiv lese. Nun bin ich 39 – wie mag das Ergebnis bei unseren nativen Digitalen ausfallen? Und mir würde nie einfallen auch nur ein einziges Werbebanner anzuklicken. In den letzten Jahren ist mir das vielleicht 1-2 Mal passiert und dann auch nur aus Versehen.

Ein kleines Beispiel dafür, dass es neue Rezepte braucht … Neues Denken. Wir haben übrigens dazu gerade eine Facebook-Gruppe “Neues (nachhaltiges) Denken” ins Leben gerufen. Allerdings in englischer Sprache. Bei genügend Interesse machen wir das aber auch gerne in Deutsch. Schauen Sie doch einfach mal vorbei …

Warum tun wir Deutschen uns nur so schwer mit Veränderung? In diesem anbrechenden Jahr 2009 wird die Flexibilität zur Veränderung eine tragende Rolle spielen – für Unternehmen wie auch für jeden von uns. Veränderung wird normal werden – auch wenn wir versuchen uns innerlich dagegen zu stemmen. So ist es aus meiner Sicht sehr logisch, dass dem VERTRAUEN eine sehr hohe Gewichtung zufallen wird.

Tagesangebot für Morgen: Veränderung!

Tagesangebot für Morgen: Veränderung!

In einer Umfrage von nGenera im Jahre 2008 in 12 Ländern der Welt zeigt sich dieses deutsche Anhaften an bestehenden Situationen deutlich: Auf die Frage selbst an die Generation Internet des jeweiligen Landes, ob sie in ihrem Arbeitsleben eher in 1-2 Unternehmen oder in deutlich mehr tätig werden, antworten 80% der Deutschen mit 1-2 Firmen. Nur die Russen liegen mit 75% in deren Nähe. Am anderen Ende der Skala glauben 47% der Franzosen und 45% der Inder, dass sie für deutlich mehr als zwei Unternehmen arbeiten werden.

Im Rahmen der aktuellen Wirtschafts- und Bankenkrise werden Milliarden Euro in alte und marode Systeme, die altem Denken folgen, gepumpt. Warum nur? Bloß nichts verändern? Wäre es nicht viel wichtiger dieses Geld für neue, innovative und zukunftssichere Veränderungen zu investieren? In neues Denken? Wer nun glaubt, dass 6-12 Monate Kopf einziehen hilft und dass alles dann einfach so weiter gehen wird wie bisher – der irrt. Durch Konjunkturprogramme und staatliche Hilfen wird es einfacher diese vermeitliche Durststrecke zu überwinden. Dann wird es vielleicht noch etwas dauern – business as usual mit den üblichen Kündigungen und dem Jammern. Wir vom Zunft[institut] sind uns sicher, dass dann das wirklich große Erwachen folgen wird.

So steckt in dieser Krise – wie in jeder Krise – auch eine große Chance. Eine große Chance für diejenigen, die Veränderung HEUTE auf die Tagesordnung setzen. Wir möchten Ihnen dabei gerne als Impulspartner zur Seite stehen. Denn wer sonst morgen auf das Schild mit dem Tagesangebot schaut, wird dort lesen:

Morgen: Veränderung!

Einen versöhnlichen Artikel zum Jahresende konnte ich heute in der Hamburger “Welt” finden. So geht der Hamburger Zukunftsforschers Horst W. Opaschowski davon aus, dass in der Krise die Menschen enger zusammenrücken. “Vertrauen, Verantwortung und Verlässlichkeit” sind nach seiner Ansicht die Werte, die im mitmenschlichen Bereich gerade in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen haben. Gier, Missmanagement und fehlende Verantwortung haben laut Opaschowski in den vergangenen Monaten dazu geführt, „dass die wichtigste Währung für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft verloren zu gehen drohte: Das Vertrauen“. Doch im gleichen Maße, wie das Vertrauen in die Finanzmärkte, die Wirtschaft und die Politik gesunken sei, wachse es im mitmenschlichen Bereich. Auf die Frage, ob man Menschen vertrauen könne, antwortete bei einer aktuellen Umfrage nahezu jeder Zweite (49 Prozent) mit Ja. Im Jahr 2000 sagten dies nur 36 Prozent, 2002 waren es 43 Prozent. Beim Gedanken an die Zukunft sind für die Deutschen vor allem fünf Eigenschaften besonders wichtig: Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Vertrauen, Mitmenschlichkeit und Freundschaft. „Statt wie in Wohlstandszeiten auseinanderzudriften, machen die Menschen wie schon immer in Krisenzeiten die Erfahrung des Aufeinander- Angewiesen-Seins“, meinte Opaschowski. Das größte Vertrauen (60 Prozent) bringen die 14- bis 17-Jährigen ihren Mitmenschen entgegen. „Dies lässt für die Zukunft hoffen. Das Vertrauen gilt geradezu als Antriebskraft des sozialen Lebens“, sagte er.

Und ich bin mir sicher, dass auch in den Bereichen der Produkte und Dienste diese Trends wieder mehr Aufmerksamkeit erfahren werden. Denn wie sollten Angebote in einer Gesellschaft, die ihre Ressourcen nicht beliebig ausweiten kann, eigentlich sein? Ich finde sie sollten:

- nachhaltig
- wertig
- authentisch
- langlebig
- ästhetisch und
- ehrlich

sein. Für mich werden sich zukünftig einige Fragen noch häufiger stellen: Wird bei der Herstellung von Produkten und Diensten sorgfältig mit dem vorhandenen Verfahrenswissen umgegangen und Mitarbeiter, deren Wissen und die vorhandenen natürlichen Ressourcen als Wert geachtet? Werden vor Ort Arbeitsplätze erhalten, resp. wird Arbeit auch an anderen Fertigungsorten dieser Welt fair vergütet und werden ordentliche Arbeitsbedingungen gewährleistet? Werden die Produkte, da wo es möglich ist, auch regional und möglichst weitgehend selbst produziert (resp. die Fairness der Fertigungsketten garantiert)?

Wie sehen Sie das? Freuen würde es mich, wenn uns diese und viele weitere Fragen in ein spannendes neues Jahr begleiten würden, für das ich Ihnen alles erdenklich Gute, Gesundheit und viel Erfolg wünschen möchte!!

BMW wird aber dafür sorgen, dass dieser blau bleibt … so der Anzeigen-Text. Diese Nachricht unter das Volk zu bringen, ist BMW immerhin drei volle Einzelseiten in der aktuellen ZEIT wert. Gerade gestern Abend habe ich ein Vortragsmanuskript abgeschlossen, in dem die Anmerkung steht, dass es “mehr und teure Werbung nicht bringen wird”. Das ist kein Weg aus der Krise oder hin zu mehr Kundenzentrierung – auch dann nicht, wenn man wie BMW eine renommierte Wochen-Zeitung und riesige Anzeigen dafür nutzt. Das ist definitiv der falsche Weg. Aber es ist halt der gelernte Weg: Schreien! Rauspusten! Hochglanz! Wofür sollte BMW das viele geplante Geld für die Werbeabteilung auch sonst nutzen?

BMW in der ZEIT Nr. 52/2008

BMW in der ZEIT Nr. 52/2008

Die Seite 9 zeigt viel und große Schrift, die Seiten 11 und 13 dagegen viele, ja sehr viele Autos – auch den Mini. So viele Autos (23 Stück), dass ich mich richtig erschreckt habe, wie viele unterschiedliche Modelle es alleine von BMW gibt. Die 7er, 6er und Xer SUVs und ähnliche (sehr beliebte aber sündige Modelle) sind irgendwie rausgerutscht (außer natürlich der Wasserstoff 7er) und verschieben das Bild etwas: 6 mal 3er und 14 mal 1ser und nur zweimal 5er. Und es hat sich mir nicht erschlossen, warum es denn nun diese Modelle sind und die Anzahl der Türen manchmal für den CO2-Ausstoß eine Rolle spielen. Da haben die Hamburger Werber von Jung von Matt (JvM) dann ja vielleicht eine andere Anzeige zweckentfremdet?

Wenn wir dann in diesem Blog von fehlender Authentizität schreiben oder von einem nachhaltig beeinflussten, grün gewaschenen Sendungsbewußtsein, dann liegt das genau an solchen Aktionen. Und dabei spielt es keine Rolle, dass 3er und 1ser vielleicht höhere Zulassungszahlen haben oder daran, dass BMW nichts tut. Es liegt schlicht an der fehlenden Ganzheitlichkeit – auch dieser Anzeigen und der damit verbundenen Kommunikation. Setzen, 6.

PS: Vielleicht taugen die Anzeigen ja dafür, dass sich einige BMW-Kunden diese zukünftig hinten auf die Hutablage legen … oder aufs Gäste-WC.

Täglich erreichen uns neue Schreckensmeldungen aus der “geheimnisvollen Welt der Globalisierung”. Man muss ja fast glauben, dass sich ganze Wirtschaftszweige “innerlich aufgeben”. Dabei verwundert die Entwicklung, die wir seit Beginn der platzenden “Immobilienblase” feststellen können, eigentlich nicht wirklich. Wenn man nämlich mit gesundem Sachverstand an die sich nun immer deutlicher zeigenden Fehlentwicklungen herangeht, kommt man zu einigen eher einfachen Schlüssen.

Warum gehen wir beispielsweise nicht einfach bei den Wirtschaftskreisläufen – u.a. besonders bei den Handelskreisläufen – einen neuen und faireren Weg zu einem Mehr an “true economy” – d.h. zu weniger Schein (= Labels mit nicht mehr überprüfbaren Inhalten) und hin zum Sein (= zu nachprüfbaren Produkten mit erkennbarer regionaler Herkunft und Informationen zu den dahinter stehenden Menschen, zum gesamtökologischen Kreislauf und zu den Auswirkungen des unternehmerischen Tuns (Ökobilanz)).

Fakt ist doch, dass überwiegend Produkte nicht mehr auf ihren Wert und ihre Herkunft überprüfbar sind.

Beispiel 1: Ein hochwertiges deutsches Hemdenlabel, das für teilweise über 150 € auf einer der Luxusmeilen der Republik verkauft wird, kostet in der Produktion in Vietnam etwa 25 € (ein Hemd benötigt etwa 100 Minuten, um genäht zu werden), Vertriebs- und Positionierungskosten des Herstellers bewirken einen Abgabepreis an der Handel von etwa 60 €, der Handel kalkuliert dann mit über 150 %, Preis für den Endverbraucher siehe oben.

Beispiel 2: Die Gläser einer renommierten österreichischen Premiummarke, die schon in der Vergangenheit einen Großteil ihrer Gläser bei quasi industriell fertigenden Zulieferern produzieren liess (diese dann auch letztendlich kurz vor deren Insolvenz übernommen hat). Produktionswert 4 € – Verkaufspreis 20 € (die selbst hergestellten Leadprodukte kosten allerdings im Handel 56 €) – daher denkt der Kunde, er macht ein “Schnäppchen”.

Beispiel 3: Die deutschen Spitzenwinzer, die selber über 20 Hektar Flächen verfügen (d.h. bei Qualitätsweinen von eigenen Flächen (und 110 Hektoliter gesetzlichem Maximalertrag) in normalen Jahren 150.000 Flaschen Prädikatswein produzieren können) – ihren mit diesen Weinen erworbenen bekannten Namen einsetzen, um mittlerwele mehr als 1.000.000 Flaschen zum Teil mit kritikfähiger Qualität “gesegneter” Handelsweine als vermeintliche “Premiumweine” zu vermarkten.

Lösungsmöglichkeiten sind doch heute clusterorientierte Bündelung, faire Handelsmieten und eine transparente Kalkulation. Die Frage nach dem “was ist was wert” muss wieder in den Vordergrund gestellt werden. Befördern können hier opensource-Plattformen wie z.B. Zunft[wissen], regionale Wikipediastrukturen und weitere Konsumentenplattformen, in denen jeder seine Kenntnisse zu guten Dingen und zu deren Verfahrenswissen ins Netz stellen kann und die Produkte so auch kritisch beleuchtet werden können.

Beispiel 4: Warum akzeptieren wir eigentlich noch die traditionellen prozentualen Pauschalkalkulationen, wenn doch der Wert einer Dienstleistung bei der Bemessung der Leistungsvergütung im Vordergrund stehen sollte? Sind wir “konsummasochistisch” veranlagt und wollen wir dafür bestraft werden, dass wir uns in einem Restaurant einmal eine höherwertigere = knappere oder aufwändiger hergestellte (weil bspw. aus einer Steillage stammende) Flasche Wein gönnen wollen. Ich möchte nicht bestraft werden – ich möchte vielmehr gerne für eine gute Dienstleistung bezahlen, für den angenehmen Service, das schöne Ambiente, das nette Gespräch. Eine einfache Lösung kann doch hier das Berechnen eines Korkgeldes = Dienstleistungsentgeltes sein, das bei einem höherwertigen Wein (ob der Kapitalbindungskosten) ruhig diese Mehrkosten abbilden sollte.

Dem aufgeklärten Verbraucher sollte zudem zwischenzeitlich klar sein, dass er mit seinem Konsum die zum Teil ungezügelte Globalisierung und Vertikalisierung und den “Heuschreckenkapitalismus” mit finanziert. Oder glauben wir im Ernst, dass die der Spekulation geschuldeten Mieten von 150 bis über 300 € pro Quadratmeter und Monat an Spitzenstandorten der deutschen Metropolen von den dort tätigen Handelsunternehmen aus “Gutmenschlichkeit” bezahlt werden. Ich denke, wir sollten mittlerweile wissen, dass nicht diese die Mieten erwirtschaften, sondern die Verbraucher durch ihren Konsum an diesen (Un-)Orten und die bisher auch von den Medien nicht kritisierte Akzeptanz der oben genannten Zuschlagskalkulationen durch die Käufer. Und wir sollten eigentlich auch zwischenzeitlich mitbekommen haben, dass die so genannten Schnäppchenreduktionen vorher solide mit einkalkuliert worden sind – so operieren übrigens große Teile des Möbelhandels.

Ziel könnte es sein, als kooperativer Teil einer “Gegenbewegung” gegen diese Entwicklung, sogenannte “gute Dritte Orte” für die Herstellung und die Vermarktung wertiger und nachhaltig hergestellter Produkte mit fairen Konditionen (Handelsmieten von ca. 10 – 15 €/qm/Monat) zu schaffen, wobei hier kleinen und mittleren Unternehmen flankierend Dienstleistungen wie Marketing-, Vertriebsunterstützung, eCommerce aber auch Unterstützung bei öffentlichen Fördermaßnahmen etc. zur Verfügung gestellt werden können. Entstehen würden attraktive regionale Marktplätze für (hoch)wertige und nachhaltige Produkte und Dienste für Manufakturen, Handel, Ateliers und “Genusshandwerks”-Gastronomie und faire, transparente Strukturen für die Verbraucher.

Als kleine Ergänzung möge der Hinweis zu einem heute erschienenen Artikel zur insolventen “Schrannenhalle” in München dienen, den Beitrag in der “Welt” findet man hier.

Machen Sie mit!! Die Zeit ist reif! Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Anregungen.

“Wer zittert, der zittert meist zurecht.” Das sind zwei Zitate aus dem Vortrag von Willms Buhse, dem ich gestern Abend beiwohnen durfte. Er sprach im wesentlichen über sein Buch, dass ich bereits weiter vorn im Zunft[blog] häufiger erwähnt habe, und eben über Enterprise 2.0 – kurz: Web 2.0 in Unternehmen und Unternehmen im Web 2.0.

Und ich habe noch einige andere prägnante Tipps mitgenommen (sinngemäß aus meinem Kontext heraus). Worum geht es bei Web 2.0:

1. Zuhören – Feedback annehmen und sich dafür bedanken, denn es wird etwas dran sein, an diesem Feedback

2. Transparenz – bringe Dich und Deine Prozesse in Ordnung und öffne Dich

3. Bereite eine Bühne – für den Austausch und die Reputation rund um Dein Tätigkeitsfeld

That’s it.

All das hat mit Wandel zu tun. Und eben mit Menschen. Wer in der Vergangenheit Web 2.0 als Internet-Quatsch oder die nächste Blase oder Hype abgetan hat, hat sich nicht bewußt gemacht, dass Web 2.0 auf das Vertrauen unter Menschen aufbaut. Und das Zittern-Zitat bezog sich eben auf die Menschen, die ein Problem mit diesen Prozessen haben … meist im mittleren Management verortet. Buhse nannte die Menschen die Lehmschicht oder die Strombergs, die es in jeder Firma gibt und den wir dann frohes zittern wünschen möchten.

Natürlich hatte der Vortrag noch andere spannende Elemente, die im wesentlichen mit LOSLASSEN zu tun hatten. Loslassen … ist ja vielleicht das Motto des Wandels der geschieht?!

Den Vortag von Willms Buhse finden Sie (jederfalls zur Zeit noch) hier – allerdings hat diese etwas mehr als die angekündigten 0,8 Mb.

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag gar nicht schreiben. Ich hatte mich geärgert. Aber nach mir haben sich dann auch noch mein Sohn und meine Tochter und mein Schwiegervater geärgert. Und ob dieses vielen Ärgers, schreibe ich es jetzt doch. Damit sich nicht noch weitere 10 so ärgern müssen.

Der Anlass dieses Ärgers ist Pudding von Dr. Oetker in den Geschmacksrichtungen Vanille und Schoko. Und Dr. Oetker Milchreis. Und ich spreche hier von dem neuen Bio-Sortiment. Ich war durchlässig für dieses Bio-Versprechen, dass noch dazu teurer ist, als die anderen Wettbewerbsprodukte. Schon die geringe Menge an Inhaltsstoffen kann dabei wohl kaum einen Mehrpreis von 10 bis 20 cent bewirken – wohl alles Marketing? Auch hier habe ich nicht nachgedacht.

Anyway. Alles wäre gut, wenn die Produkte wenigstens schmecken würde. Aber genau beim Geschmack entstand der Ärger. Die - entschuldigen Sie den Ausdruck - Pampe scheint direkt dem Labor entsprungen. Echte Vanille oder gute Schokolade spielte bei der Herstellung jedenfalls keine tragende Rolle. Ich frage mich wie man solche Produkte unter einer Marke wie Dr. Oetker guten Gewissens in den Markt bringen kann ….. Das ist fast Körperverletzung seitens eines Markenartiklers, der in seinem Claim “Qualität ist das beste Rezept” verspricht. Ich habe das dem Dr. Oetker-Kundenservice auch kund getan.

Schade.

Am Montag habe ich einen sehr interessanten Bericht über die Arbeit eines Food-Scouts – zu deutsch wohl – Futter-Sucher ;-) gesehen. Der Mann wuselte quer durch Asien auf der Suche nach neuen Zutaten für eine spannende Küche und schonte dabei kein noch so abgelegenes Bergdorf. Ich sehe mich ab und an als Nachhaltigkeits-Scout und damit ein wenig in der parallelen Bahn zu diesem Herrn in Asien. Im Moment beschränke ich mich allerdings noch auf Ausflüge in Deutschland, Schwerpunkt Metropolregion Hamburg.

Am Dienstag war ich mal wieder bei Aldi. Einem neuen Aldi, der bereits in der (norddeutschen) Traumkollektion mit Edeka und Rossmann auftritt. Und irgendwie zahlt diese Ladenkombi doch schon ein wenig auf die Schizophrenie ein – das was ich beim Aldi und bei Rossmann gespart habe, kann ich beim Edeka aufn Kopf hauen. Obwohl es ein neuer Aldi war, sah der genauso aus wie der Aldi meiner Jugend, der 50m talwärts im jetzigen Rossmann-Markt verortet war. Allerdings mit einem Unterschied: Die zwei Leergut-Entsorgungsautomaten gab es noch nicht. Und irgendwie hatte ich die Wein-Kollektion größer bzw. länger in Erinnerung. Das was ich heute dort fand, war total unattraktiv und einfach so hingeschmissen. Mir täte es keinen Spaß machen dort etwas für einen gemeinsamen Abend mit Frau oder Freunden zu erstehen. Auch wenn’s günstig wäre.

Aber der eigentliche Anlass für diesen Artikel fand sich schräg gegenüber der Weinkollektion. Sie werden es nicht wirklich erahnen, was meine Augen dort entdeckten. ES lag zwischen mehreren anderen Druckerzeugnissen und es war …. Die Zeit! Und nicht nur eine, sondern mehrere Ausgaben. Mit dem Hintergrundwissen, dass Aldi keine schlecht gehenden Produkte duldet, ist wohl davon auszugehen, dass Die Zeit bei Aldi auch verkauft wird. Das wiederum beweist, dass hochgebildete und überdurchschnittlich intelligente Menschen (wer sonst mag dieses Blatt lesen) tatsächlich dort einkaufen und sogar nicht davor zurück schrecken, ihre wöchentliche Die Zeit dort zu erwerben. Das ist doch ein Knaller, oder? Zumal es bei uns am Ort (32.000 Einwohner) überhaupt nur zwei Zeitungsläden gibt, bei denen unsereins die Die Zeit verlässlich bekommt. Und Edeka nebenan hat sie nicht!

ZDF

Foto: ZDF

Ist es bezeichnend, daß ich mein aktives Blog-Engagement hier im Zunft[blog] mit einem TV-Tipp starte? Nun, vielleicht. Aber es ist nicht irgendein TV-Tipp:

Heute abend (Mittwoch, 26.11.) läuft um 22.30 Uhr im ZDF der Beitrag Abenteuer Wissen. Thema der Sendung ist “Fluch der bunten Plastikwelt” und wie es scheint, werden nicht (nur) düstere Umweltszenarien vorgestellt sondern auch Lösungen und Mutmacher präsentiert.

Einer dieser dort vorgestellten Mutmacher ist mein geschätzter Nachbar Hubert Loick, der, einst klassischer Landwirt in x-ter Generation, sehr kreativ und erfolgreich Mais zu Verpackungsmaterialien und zu Spielzeug verarbeitet. Letzteres ist eine biologische Lego-Alternative und übrigens auch als Weihnachtsgeschenk relevant. Nachhaltiger geht’s nicht.

Kucken/Konservieren, Kommunizieren!

Na klar, als Informierte(r) der Szene wissen Sie, dass Ritter jetzt auch in Bio macht. Ich kannte die Geschichte auch, allerdings nicht vollständig. In einem Interview auf Spiegel Online erzählt Herr Ritter jetzt auch etwas zu Löhnen und dem essentiellen Gleichklang aus “sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten”, der stimmen muss, um mit einem Unternehmen langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein. Und genau dass würde in der Betriebswirtschaftslehre und der späteren Unternehmensführung sträflich vernachlässigt, sagt Ritter. Reine Profitwirtschaft gehe halt immer zu Lasten der anderen zwei Punkte in diesem Gleichklang – weil sich diese auch untereinander bedingen.

Wie Darboven, so hat auch Ritter bereits früh (1990) angefangen sich um einen biologischen Kakao-Anbau in Mittelamerika zu kümmern. Ein Engagement über mittlerweile 18 Jahre, was laut Ritter unter der Regie einer Aktiengesellschaft mit 3-monatigen Renditeberichten wohl kaum möglich gewesen wäre.

Wieso lernen anderen Unternehmen nicht von solchen “Klassenbesten”, der in diesem Fall ja sogar Marktführer in seinem Segment ist? Noch dazu schreibt er sich auf die Fahnen, seine Mitarbeiter überdurchschnittlich zu bezahlen und auf ein Klasse-Klima in der der Firma sowie bei den Lieferanten bauen zu können. Und er möchte dabei sein, wenn der Anteil der Bio-Schokolade von zur Zeit 1% auf – seine Prognose – 20% ansteigt. Vielleicht hilft ja “die Krise”, dass sich mehr und mehr Unternehmen solchen nachhaltigen Zielen verschreiben. Ich würde mir das ganz fest wünschen. Ansatzpunkte für konkrete Handlungen bietet das Beispiel Ritter Sport reichlich.

Heute mal eine ehrliche Frage: Können Sie unseren Beiträgen im Zunft[blog] folgen oder ist das oft hochtrabendes Geschwafel, das wenig mit der Realität zu hat und Ihnen keine, aber so gar keine Ansatzpunkte in Ihrem eigenen Umfeld aufzeigt?

Unser Anspruch ist es, verständliche Beiträge zu liefern, die auch die Ableitung von konkreten Maßnahmen zuläßt. Wir möchten unseren Lesern Impluse liefern und diese zum nachdenken anregen – ein Stück weit auch mit neuen Ideen versorgen.

Ich stelle diese Frage auch, weil wir gerade auf den letzten Veranstaltungen verstärkt gehört haben, dass LOHAS zwar toll sind, auch dass man sich jetzt zu den Kulturell-Kreativen zählen darf – was das aber für die tägliche Arbeit und das persönliche Fortkommen bedeuten kann, wird sehr oft nicht klar. Die konkreten Ansatzpunkte fehlen. Was mache ich denn jetzt als Tischler mit diesem Konsum-Typ LOHAS? Und wie kann ich mein guten, sauberen und grüne Arbeitsstil in Geld verwandeln?

Zukünftig werden wir noch mehr versuchen eben das zu leisten. Ihre Sprache zu sprechen. Sie abzuholen. Und immer wenn das nicht klappen sollte, dann lassen Sie uns das bitte sofort wissen. Nachhaltig zu sein bedeutet auch verstanden zu werden.

Was für eine Überschrift … feine und cremige Ganzfruchtgetränke, die ganz und gar unschuldig sind … gibt es eben bei Innocent Drinks aus Hamburg.

In einer Pressemitteilung vom 20.11.2008 heißt es: “Immer mehr Menschen werden auf den Klimawandel und seine Konsequenzen aufmerksam. Sie möchten dazu beitragen, dass weniger CO2 produziert wird und wollen daher wissen, wie sich das, was sie kaufen auf ihre Umwelt auswirkt. Als erstes Unternehmen veröffentlicht der Smoothie-Hersteller innocent daher hierzulande einen CO2-Fußabdruck für jedes seiner Produkte. Der Wert zeigt innocent-Käufern, wie viel CO2 bei der Herstellung ihrer Smoothies anfällt.

Das Ergebnis: Bei der Herstellung eines 250ml-Smoothies der Sorten Cranberry & Himbeere oder Orange, Karotte & Mango entstehen auf dem Weg von den Obstplantagen bis in die deutschen Kühlschränke im Durchschnitt 273g CO2. Beim Brombeere, Himbeere & Boysenbeere-Smoothie sind es 276g CO2; bei Erdbeere & Banane 281g und bei Mango & Maracuja 283g. Zum Vergleich: 1 Liter Benzin verursacht 2,93kg CO2-Ausstoß; für 1kWh Strom fallen 639g CO2 an – das ist in etwa die Menge Strom, die wir für eine dreiminütige Dusche benötigen.”

Na, das hört sich alles ja sehr löblich an, oder? Ich würde einfach gerne wissen, wieviele Ganzfruchtgetränke eben durch diesen CO2-Fussabdruck mehr verkauft werden? Wenn das wirklich gelingt, was gibt es schöneres als mit unschuldigen Dingen Menschen zu erfreuen und gleichzeitig auch noch seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?

“Der Wandel geschieht – Perspektiven für stürmische Zeiten” … so heißt eines der Zunft[institut]-Seminare in dessen Rahmen wir Menschen und Firmen aufzeigen, wieviel Potential in nachhaltigen Geschäftsmodellen und Ansätzen steckt – wieviel Zukunfts-Perspektive eben. Warum? Nun, vorgestern die Banken, gestern die Automobil-Industrie, heute die BASF, morgen die Verlage, dann die Werbebranche, gefolgt von Handelsketten – sicher auch aus dem Diskount Bereich. Es kracht derzeit gewaltig und wer weiß schon, wie lange das noch weitergehen wird, wer davon verschont bleiben wird.

Es galt mal in der Wirtschaft das Gebot, dass in guten Zeiten für schlechte zurückgelegt wird. Es galt dagegen nicht, dass sich wenige alles Geld in die Tasche stecken und wenn es dann ein wenig enger wird, sich nicht mehr daran erinnern mögen und sogar (laut) nach Hilfe schreien – und abertausende redliche Arbeitnehmer unter dieser Art der Mißwirtschaft leiden müssen. Irgendwie habe ich freie Marktwirtschaft anders verstanden und es wäre sehr nachvollziehbar, wenn da Steine flögen und viele Führungskräfte zur Verantwortung gezogen werden würden. Warum scherrt das aber keinen und warum ist der Staat jetzt der Heilsbringer, auf den sonst alle schimpfen und dem man möglichst wenig Steuern überlassen möchte?

Das geht so nicht weiter! Wir sind sicher, dass nachhaltigen und fairen Unternehmen – insbesondere in einem regionalen Kontext – eine große Zukunft bevor steht. Wenn sie es richtig angehen, die Chancen nutzen, die aus Fehler des Globalisierungsdrangs entstanden sind und sich zurück auf den Kunden besinnen. Einfach eigentlich, nur so gar nicht selbstverständlich, wie auch einige Beiträge in diesem Blog zeigen.

Ob diese nachhaltigen Unternehmer dann auf die Wiege (cradle to cradle) setzen, sich vornehmen ihren Kunden zuzuhören, diese in ihre Wertschöpfungsprozesse einbeziehen oder etwas innovativ nachhaltig Neues entwickeln, ist unerheblich. Wichtig ist es an seinen Weg zu glauben, eng an den Menschen im eigenen Umfeld zu bleiben, neu zu denken, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und neu zu handeln. Da wird Fernsehwerbung dann z. B. eine sehr untergeordnete Rolle spielen: Zum einen sind die Leitmedien heute Internet und Mobilphone und zum anderen bedeutet Fernsehwerbung (… und nicht nur die!) einen Preisaufschlag auf das Produkt. Wenn diese Werbeform und klassische Werbung generell überlebt, dann nur, wenn die Anbieter den Prosumenten transparent machen, wieviel mehr sie für das Produkt aufgrund dieser Werbung zahlen müssen. Auf einer solchen Basis kann sich dann jeder selbst entscheiden, ob er das finanzieren möchte oder nicht. Das gilt übrigens auch für Mieten.

Es gibt viele spannende Ansätze und die Schnellen werden die Langsamen und nicht die Großen die Kleinen überholen. Seid mutig … und natürlich hilft das Zunft[institut] gerne in diesen Prozessen, den Perspektiventwicklungen und als begleitender Partner – individuell, fair und ganzheitlich (dieser Werbesatz kostet Sie bei der Inanspruchnahme unserer Dienste keinen Cent mehr ;-) ) versprochen).

Ja, ich gebe es zu … ich bin T-Mobile-Kunde. Allerdings habe ich auch noch einen O2-Surfstick und ein O2-Mobiltelefon. So habe ich ein wenig den Vergleich. Der Preis ist dabei wirklich zweitrangig – es geht mir eigentlich um die Servicequalität (vielleicht liest das ja mal ein Verantwortlicher)! Bei O2 lande ich in einem sog. Businessteam, die tatsächlich auf E-Mails reagieren und bei denen man auch bestimmte Ansprechpartner wieder verlangen kann – ohne seine Geschichte im Laufe eines “Vorfalls” drei oder mehr Male zu erzählen.

Aber eigentlich möchte ich über die Telekom schreiben – oder T-Mobile. Eigentlich weiß ich gar nicht, ob die nun noch zusammen sind oder nicht oder schon wieder auseinander? Anyway. Ich versuche seit Montag Nachmittag an meine aktuelle Online-Rechnung heran zu kommen. Am letzten Montag und auch am Dienstag war von Wartungsarbeiten die Rede – allerdings immer erst NACH der Anmeldung (warum?). Mittwoch tritt mehrfach ein anderer Fehler auf, gewartet wird wohl nicht mehr. Die Hotline kann mir kein PDF der Rechnung senden. Also ist es wie bei der Deutschen Bahn: Auf offener Stecke ohne Informationen gestoppt – übrigens haben weder die Mitarbeiter an der Hotline (“das geht am Dienstag im Laufe des Vormittags wieder”) noch die Kunden eine Ahnung. Wahrscheinlich werden gerade wieder im großen Stil für Weihnachten Daten geklaut, was den Server voll und ganz auslastet – sorry.

Aber dieser – aus meiner Erfahrung – schlampige Service wird dadurch noch getoppt, dass uns gestern ein unbekannter, schlecht deutsch sprechender angeblicher Telekom-Mitarbeiter anrief (immer OHNE Rufnummern-Übermittlung, was das Vertrauen in den Laden nicht gerade stärkt), der schlicht fragte, ob wir denn unseren DSL-Anbieter nicht wechseln möchten. Einfach so. Keine Argumente warum, keine sonstigen Infos. Was sollen wir anderes als “Nein” sagen? Dann 3 Stunden später ein Anruf auf meinem Mobiltelefon – wieder ohne Rufnummernübermittlung – die nächste Telekom-Runde. “Sie als treuer Kunde …” weiter kam der Mann nicht, weil ich ihn angeschrien habe, er möge dafür Sorge tragen, dass mein T-Mobile-Online-Bereich wieder funktioniert, weiterhin nie wieder ohne Rufnummernübermittlung anrufen und überhaupt habe ich ihn und seinen Kollegen schon mehr als 5 mal erklärt, dass ich mit meinem O2-Vertrag eine Flatrate habe. Ich habe bei anderen dieser Anrufe schon mal um ein schriftliches Angebot des mündlich gesprochenen gebeten – das war auch immer nicht möglich. Übrigens habe ich von O2 noch keinen einzigen Werbeanruf eines betriebsfremden Callcenters erhalten.

Gerade in Zeiten in denen eine Firma fahrlässig mit dem Vertrauen seiner Kunden umgegangen ist, darf so etwas nicht sein. Niemals. Statt in Werbung, die niemand sehen will, sollte lieber in Servicequalität, denkende Führungskräfte und Sicherheit investiert werden. Was für ein Saftladen …

… oder Von einem Einkäufer, der auszog, um an Frankfurt vorbei zu fahren.

„Hinten kackt die Ente“ heißt es in meiner Schafkopfrunde, wenn der letzte Stich das Spiel entscheidet. Ähnlich ist es auch mit dem Jahresergebnis des Einzelhandels: Weihnachten gut – alles gut. Daher sollte diese Saison gut vorbereitet sein. Früher geschah das überwiegend auf der Herbstmesse in Frankfurt. Sortimentsthemen wurden definiert, Ware geblockt, Taschenrechner bemüht. Das war früher. Heute ist die Messe eher zu einer Veranstaltung geworden, die dem interessierten Fachpublikum, das ungern nach China fliegt, die Möglichkeit gibt „Kleinasien“ zu spielen.

Heute ziehen sich immer mehr Aussteller zurück. Das liegt sicherlich auch an den Kosten, die ja auch für den Messebesucher in Frankfurt erheblich sind. Es liegt aber auch daran, dass es kein erkennbares Konzept mehr gibt – die Messe ist zu einer riesigen Gemischtwarenhandlung mit Ramschtendenz geworden.

Wo sind die Alternativen? Die lieben Außendienstmitarbeiter, die eh schon vor der Messe auf der Matte stehen, damit man das Geld nicht aus Versehen dem Falschen gibt? Alles so machen wie im letzten Jahr?

Unsere Lösung: Ausflüge machen. In Herning, Birmingham, Paris oder Mailand, findet man auch schöne Sachen und am Messeeingang hört man sogar ein „herzlich Willkommen“.

P.S. Sollte eine Firma in der Nähe der Route liegen, wird sie besucht. Dabei kommt meist das Beste raus, zumindest gibt es dort keine lauwarmen Würstchen und abgestandenen Kaffee…

Andreas Langholz
Coledampfs Küchenkulturzentrum

… nur eingestellt von Olli Selaff

Net Geners oder ausgeschrieben Net Generation wird diese Generation auch genannt, die zwischen 1977 und 1997 das Licht dieser Welt erblickt hat. Damit bin ich in diesem Beitrag wieder bei Don Tapscott. Ich habe bereits weiter vorn über “Grown up digital” geschrieben und möchte heute ein wenig mehr auf diese beschriebene Generation eingehen.

Diese Generation ist digital aufgewachsen und hat statt des bisherigen Leitmediums TV das Internet sowie das Mobiltelefon dafür adaptiert!!! So haben sich eine Reihe von Unterschieden oder Normen herauskristallisiert, die diese Generation leiten. Don Tapscott hat diese wie folgt identifiziert:

* Freiheit
* Individuelle Kundenanpassung / -orientierung
* (Über-)Prüfung
* Integrität (Redlichkeit)
* Zusammenarbeit
* Unterhaltung
* Geschwindigkeit
* Innovation

Die Existenz dieser Normen oder Leitmotive wurde mit einer weltweiten Umfrage unter 6.000 „NetGeners“ von nGenera (ehm. New Paradigma) 2008 überprüft – und ein wenig findet man LOHAS-Ansätze darin, finde ich.

So hat diese Generation schon heute Einfluss auf die Wirtschaft und strahlt mit einem Teil dieser Normen eben auch in den Lebensstil LOHAS und die kulturell-kreative Szene ab. Wenn wir also wissen wollen, was wir und unsere Wirtschaft morgen brauchen, sollten wir einen Fokus auf diese Generation richten, von ihnen lernen und vor allem … handeln.

Viele dieser Gedanken und Impulse stehen – ein wenig provokativ ausgedrückt – diametral zu unserer jetzigen Gesellschaft in Deutschland, die “alt im Sinne des Denkens, die satt im Sinne des Wohlstandes und die dekadent im Sinne ihrer Handlungsweisen ist” (Zitat Klaus Kofler). So ist es an der Zeit umzudenken und den schönen Satz Das haben wir schon immer so gemacht … endgültig aufs Altenteil zu schicken.

Haben Sie es gemerkt? Das war die Nr. 99. Für die 100, die in jedem Blog etwas besonderes ist, nehmen wir uns bis Montag Zeit. Sind Sie gespannt? Oder eher gelangweilt? Zeit eine erste Bilanz zu ziehen?

In diesem 98zigsten Beitrag geht es nicht um … die Bahn, wohl aber um einen weiteren, eher nicht so nachhaltigen Anbieter, der sonst mehr – so meine ganz persönliche und subjektive Wahrnehmung – mit den günstigen Fertigungsländern dieser Welt agiert. Jede Woche eine neue Welt: Bei Tchibo. Mir kommt dabei immer der Satz “Dinge die die Welt nicht braucht” in den Sinn. Weil Menschen dorthin gehen und zu Hause noch nicht wußten, dass Sie einen elektrischen Milchaufschäumer und zwei Glas-Thermo-Becher brauchen würden – ES dann aber einfach kaufen. Auch wenn es zusammen gut Euro 64.- kostet. Einfach so …

Wie die Überschrift sagt, sollte es nicht generell um Tchibo gehen, sondern darum, dass im Katalog “Mein schönstes Kaffeehaus” auf Seite 13 die denkwürdige Beschreibung 2 Kaffeegedecke Deutsches Qualitätsporzellan zu finden ist. Noch steht es dort relativ verstohlen und wird nicht als fettes Verkaufsargument ins Feld geführt, aber vielleicht werden wir hier Zeugen eines ersten Tests in diese Richtung? Tchibo auf dem Weg zurück zu “Was ist was wert?”?

Ich habe darauf hin den Rest des Kataloges sehr genau gelesen. Es blieb aber nach meiner Wahrnehmung bei diesem singulären Treffer. Allerdings soll diese Gedeckserie ab 2009 in weiteren Farben fortgesetzt werden.

Liebe Fachleute – welcher deutscher Qualitätshersteller steckt denn jetzt dahinter? Und was soll uns das sagen? Der erste zarte Kamm einer größeren Welle?

PS: Zu Tchibo fällt mir noch ein, dass ich eine LOHAS-Studie las, in der Tchibo in punkto Nachhaltigkeit relativ gut darstand. Daran zeigt sich eine Schwierigkeit der LOHASen (… oder des Konsumtyps LOHAS): Manchmal zählt Lifestyle mehr als die kritische Hinterfragung. Und deutsche Firmen profitieren von einer pro-nationalen Handlung der deutschen LOHASen – in dieser Studie jedenfalls.

Im Bereich “Shoppingtour” ist das der Titel eines Artikels im aktuellen mobil-Magazin der Bahn, den Sie hier  finden können. Nicht nur dass es sich hierbei schon um den 2. (positiven) Beitrag zum Unternehmen Zukunft in diesem Blog dreht, nein, es scheint auch so, als ob die Bahn vielleicht ein wenig auf wertige, nachhaltige Dinge außerhalb des eigenen Konzerns aufmerksam geworden ist. Oder ist dieser Artikel einfach der GuJ Corporate Media in Hamburg zu verdanken?

Anyway. Nicht nur die Bestrebungen der Die Zunft AG finden dort Erwähnung, sondern auch eine Reihe von tollen Manufakturen werden einem breiten Publikum vorgestellt. So finden u. a. die Seifen von Erik Kormann, die Bonbons von Hjalmar Stecher, die Hüte von Fiona Bennett, das Porzellan von Frank Ludwig, die Donfinesse-Delikatessen der Familie Passoke und viele andere Erwähnung. Toll Bahn … und weiter so.

Weitere Manufakturen finden Sie übrigens im Manufakturenbereich bei Zunft[wissen].

Nicht dass Sie denken, dass ich jetzt kurz vor dem ersten Geburtstag des nat. Restaurants am Heuberg 1 im Herzen der Hamburger City dieses jetzt auch endlich ankündige. Nein! Ich möchte schreiben, dass ich es Klasse finde, dass das erste Jahr geschafft ist. Für das zweite Jahr werde ich ganz, ganz doll die Daumen drücken. Ich hoffe auch, dass dieses Konzept auch in anderen Städten Deutschlands umgesetzt wird – nicht eins zu eins und immer mit etwas Individualität und regionaler Identität. Ich stelle mir kein Franchise-Konzept á la Subway & Co. vor, dass das Gesicht aller deutschen und europäischen Innenstädte noch gleicher macht.

Was die meisten von Ihnen wohl nicht wußten, ist, dass Jan Rosenkranz für sein Restaurant in der Hamburger Lagerstraße eine Küche betreibt, die die Gerichte für das Restaurant in der City vorbereitet. Auch das Catering läuft von hier aus. So ist nat. auch in der Lage, andere Küche mit vorbereiteten, saisonalen und voll ökologischen Gerichten zu beliefern. Wäre das nicht etwas für Ihre Kantine? Die nat. Küche hat je nach Jahreszeit bis zu 800 Rezepte im Angebot – dabei auch coole, echt leckere Burger und andere Bio-Highlights. Sprechen Sie Ihren Kantinen-Pächter doch einmal darauf an …

Mir schien der Freitag als Abschluss einer arbeitsreichen Woche sehr geeignet für ein wenig Geschichte. Eine (zugegeben etwas längere) Geschichte von mir und meiner Entwicklung.

Ich bin das erste Mal vor knapp 12 Jahren – im Sommer 1996, dem Geburtsjahr meines Sohnes – auf das Thema Wissensmanagement aufmerksam geworden. Damals bewegte ich mich schon seit gut 3 Jahren im Internet (im wesentlichen mit CompuServe), das Wort “Intranet” machte in der Firma (Beiersdorf AG, Sparte tesa heute tesa AG) die Runde und in diesem Zusammenhang trieb es mich um, dass hier viel Potential für wissensintensive Unternehmensbereiche wie die F&E schlummerte.

Ich belegte dann 1997 eine ZfU-Veranstaltung in Zürich eben zum Thema “Wissensmanagement”, die in Zusammenarbeit mit einigen Klassenbesten (u. a. Ciba Geigy, Lotus, Uni St. Gallen) in diesem Bereich und damals noch Arthur Andersen Consulting realisiert wurde. Diese Veranstaltung war der auslösende Moment für meine weitere Bemühungen auf diesem Gebiet. Heute versuche ich “es” Wissens-Konversationen zu nennen, weil das managen hier eben schwer ist.

Ich habe dann in der Folge sowohl die Realisierung des weltweiten tesa Intranets “tesaSKY” als auch das Projekt “Wissensmanagement in der F&E tesa” maßgeblich initiiert. Beides war für damalige Verhältnisse fortschrittlich, die Strukturierung des Wissensmanagement mit Hilfe von sog. Wissenslandkarten ist bis heute hoch aktuell.

Im hier und jetzt haben wir Wiki’s und Facebooks – Social Software – die wir damals gerne gehabt hätten. In diesen Werkzeugen ist Zusammenarbeit und Wissensteilung quasi bereits in der System-DNA enthalten. Wir haben das damals mühsam über Datenbanken und Web-Oberflächen konstruieren müssen. So haben ich in den letzten Jahren mindestens 5 Wiki’s aufgesetzt, blogge kräftig herum und wende mich einem intensiveren Studium von Facebook zu. Facebook als firmeninternes Werkzeug Hand in Hand mit Wiki’s und Blogs und Twitters und YouTubes. Ach ja, im Zuge des Aufbaus des tesa Intranets schufen wir auch schon 1998 eine Video-Stream-Plattform – mit der direkten Unterstützung von Microsoft in den USA. Damals für immerhin bis zu 50 gleichzeitige Zugriffe – Steinzeit-YouTube für DM 200.000.- ohne Hardware.

Warum erzähle ich das alles? Ganz einfach: In fast allen Projekten bin ich an dem Punkt vorbei gekommen, der Kultur oder Soft Facts oder soziale Akzeptanz hieß. Zu oft haben wir diesen Punkt dann Zugunsten von ja so wichtigen “Strukturen”, konkreten und vor allem messbaren Ergebnissen einfach so links liegen lassen. Frei nach dem Motto “Wenn wir gute Arbeit leisten, werden die Menschen schon unsere Systeme schon nutzen und unser Denken teilen”.

Heute weiß ich, dass das falsch war. Nur: Als junger und ambitionierter Mensch, der schon immer leicht fordernde und revolutionäre Züge hatte, fand ich keinen Zugang zu diesen kulturellen Dingen. Konnte ich vielleicht auch gar nicht. Aber auch die Beraterschar und die hochdotierten Manager (damals mit verantwortlich für das Intranet, dann doch relativ schnell im Vorstand von Beiersdorf) hatten da kein Rezept. Machen war angesagt. Ich hatte zwar damals schon einen Draht zum Change-Manager Bruno Krieg aus Basel, hatte ihm auch schon ein Ticket Richtung Hamburg besorgt, dann aber kam die Ausladung. Kultur war damals halt etwas nicht fassbares, unkontrollierbares. Womöglich hätte ein Mitarbeiter ja mal seine Sicht der Dinge schildern können. Wenn man heute an Mitarbeiter-Blogs denkt, wäre man damals sicher bei einem bloßen Gedanken daran geteert und gefedert worden. Das obwohl ja bereits parallel 1999 die Geburtsstunde des Cluetrain Manifest war – allerdings in den USA.

Heute beschäftige ich mich mit OpenSpace, Neuem Denken und mit dem Wandel. Es mag der Generations- und Gesellschaftentwicklung – und meinem Alter – geschuldet sein, aber heute hören mir die Menschen zu, obwohl ich nicht viel anderes sage als früher. Und oft höre ich dann ein “da bist Du Lichtjahre voraus” – immer noch. Shift happens – der Wandel geschieht. Und damit schrumpfen Lichtjahre schon mal auf eine erträgliche Monatsgröße zusammen – das hat sich im Gegensatz zu vor 12 Jahren nachhaltig verändert – sogar ein schwarzer US-Präsident ist möglich. Heute kommt für mich an erster Stelle Kultur, Vertrauen und Spaß – und wenn das gelingt, schreien die Menschen förmlich nach Werkzeugen aus der Social-Software-Ecke. Aber der Fall von Molly zeigt auch, dass auch User selbst darauf kommen können, dass Wiki’s & Co. helfen können viel Arbeit zu sparen und nebenbei helfen ein Unternehmenswissen abzubilden. Man muss es ja nicht gleich strategisch im Sinne der Wikinomics sehen.

Es mag gleichförmig und überflüssig klingen, aber ich freue mich auch bei diesem Artikel über Kommentare und Anmerkungen oder gar Ihre eigenen Geschichten.

Es wird Herbst und das ist die Zeit wieder Bücher zu lesen – all die Praxis theoretisch zu hinterfüttern. Ich komme deshalb noch mal auf das Buch “Die Kunst loszulassen” zurück – auf das vorletzte Kapitel. Hier schildert Molly in einem Tagebuch, wie es denn so war, bei der ersten Begegnung mit einem Wiki-Dingsda. “Obwohl ich Krach geschlagen und gedroht habe, das Haus in die Luft zu jagen, ist es mir nicht gelungen, mich diesem sog. Wiki-Training zu entziehen” … ist der Anfang am 12. Juni.

Am 29. Juni klang das dann schon so: “Ich habe herausgefunden, was man noch mit dem Wiki machen kann! Freitag ist Kuchentag, und mit dem Wiki kann ich am schnellsten herausfinden, wer welchen Kuchen möchte und wer ihn besorgt.”

Und schließt am 17. Juli mit: “Wir sprachen über das Wiki, und ich erzählte ihm von dem Alptraum am Tag außer Haus und dann über meine Idee, den Newsletter der Abteilung daraufzustellen. Er schlug statt dessen einen Blog vor …”.

Spannende Geschichte, nett und praxisnah geschrieben. Und am 23 September hätte Molly geschrieben: “Ich will wissen, wer sich bei uns im Haus mit grünem Geld auskennt und werde diese Frage in unseren Blog stellen. Darauf hin schlug er das interne Facebook vor …”. Molly wird so noch zur Enterprise 2.0 Expertin. Wowww.

Wer wissen will, was zu diesen Begriffen in Deutschland und der Welt geht, der schaut in den LOHAS & Lifestyle Blog von LOHAS.de und Peter Parwan. Hier finden sich vom Eco-Store von C&A, über Trends und Elektroautos bis hin zur Werteentwicklung – schlicht ALLES. Mit Hintergründen, weiterführenden Links und Wissen vom Fachmann. Und wenn es ein mehr an Infos braucht: Einfach Peter Parwan direkt ansprechen. Der Mann ist freundlich, hilfsbereit und kennt sich in diesem Themensprektrum intim aus. Er weiß um Akteure, Coaches, Begleiter, Treiber, Ermöglicher und wertige Berater – in diesen stürmischen Zeiten des Wandels.

Dies ist ein Artikel, den wir (mal wieder ;-) ) Hans Treichl und seinem ANDERS|denken zu verdanken haben. Er berichtet in seinem Blog von einem Hotelportal indem fast alle Hotelzimmer der USA enthalten sind. Zunächst nichts wirklich Ungewöhnliches. Was das spannende daran ist? Die Merkmale, mit denen die einzelnen Zimmer verbunden sind: Welches Stockwerk ist das ruhigste, welche Zimmer das größte, welche liegt in der Nähe des Lifts und in welchem befindet sich die Badewanne in der Mitte des Zimmers? Alles Fragen, die auf trippkick.com beanwortet werden “Find the hotel room that’s perfect for you!”.

Auf den ersten Blick dachte ich, dass all die Informationen von Gästen stammen – aber das ist nicht richtig. Hier wurde kräftig recherchiert. Die Gästemeinungen bzw. -tipps sind zur Zeit noch spärlich zu finden – zumindest bei den Hotels, bei denen ich geschaut habe. Aber dennoch eine gelunge Site mit viel Mehrwert – voraus gesetzt die Hotels lassen Ihren Gästen die Wahl. Aber vielleicht gibt es ja demnächst im Hotelbuchungsformular auch ein entspechendes Zimmerwahlangebot analog zum Flugzeug. Das wäre Klasse, oder?

Sauvignon Blanc | Carmenere | Pinot Noir

Sauvignon Blanc | Carmenere | Pinot Nori

Ich habe bei meinem Weinhändler drei neue Tropfen aus Chile, genauer aus dem Casablanca Valley, entdeckt. William Cole mag das Land, pflegt seine Liebe dazu und zu seinen Weinbergen – beste Voraussetzungen für einen guten Wein.

Für mich am interessantesten ist der Sauvignon Blanc, den ich sonst vornehmlich aus Neuseeland kenne. Dieser Sauvignon Blanc hat einen sehr reichen Duft nach Honigmelone, Süße und Früchten. Ich hatte auf der Zunge ein ähnliches Geschmackserlebnis erwartet – doch es kam ganz anders. Wahnsinn – dieser Unterschied. Im Mund ist er eher reduziert, zurückhaltend und sehr ausbalanciert. Keine Fruchtfülle und nichts Süßes. Aber dennoch ein sehr überzeugender, toller Wein – eben mit einer starken Differenz zwischen riechen und schmecken.

Der Pinot Noir und der Carmenere sind zwar nicht so überraschend, aber sehr schöne, abgerundete Weine mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis. Der Pinot ist ein Einsteiger-Pinot Noir, der noch recht jung und einfach zu trinken ist – und das ist bei wirklich nur wenigen Pinot Noirs zu behaupten. Die meisten sind eher komplex und entsprechend eher nicht für Einsteiger geeignet.

Natürlich sei die Frage erlaubt, was denn an Weinen aus Chile nachhaltig sein kann. Nun, ich habe mich den Weinen der neuen Welt verschrieben, ohne die aus Deutschland und Europa zu vernachlässigen oder zu ignorieren. Nur habe ich persönlich für mich herausgefunden, dass die Weine der neuen Welt viel vielschichtiger und angenehmer vom Geschmack sind – es steckt viel mehr Sonne und Meer drin. Die klimatischen Bedingungen sind oft interessanter als hier zu Lande und so bringt die neue Welt oft Anderes und Spannendes hervor – meist auch zu faireren Preisen als die preislich etwas entrückten Italiener und Franzosen. Also: Nachhaltiger Geschmack. Um die Transportbelastung der Welt wieder wett zu machen, sind entsprechende Projekte im Gange.

Mehr zu William Cole und weiteren Chilenischen Weinen finden Sie hier und hier.

… obwohl diese Manufaktur nicht nur Seife macht, nein, besonders nett fand ich die Honigbäder mit Lavendel, Melisse oder Sandelholz. Ein wirkliches tolles Geschenk.

Amba Honigbad Rosengarten

Amba Honigbad Rosengarten

Und auch die Molke-Meersalz-Badezusätze erscheinen mir wirklich attraktiv:

amba Molke-Meersalz Bad mit Lavendel

amba Molke-Meersalz Bad mit Lavendel

Und natürlich gibt es Seifen:

Seife Rosengarten & Lavendel

Seife Rosengarten & Lavendel

Auch bei der amba gilt: Nur natürliche Zusätze, möglichst aus biologischen Anbau und der Glycerin bleibt als einer der wichtigsten pflegenden und rückfettenden Bestandteile in der Seife. Zudem werden meist ätherische Öle verwendet – was bei wirklich nicht allen Seifen der Fall ist. Ein wirkliches Beispiel für eine sinnhafte, naturnahe und nachhaltige Tätigkeit – die anderen zudem Freude bringt. Und alles ist mit der Hand gemacht. Wenn Sie jetzt Glück haben und in oder um Berlin wohnen, finden Sie amba auf insgesamt drei Berliner Weihnachtsmärkten, u. a. auf dem Gendarmenmarkt, vertreten. Damit wären die Geschenke dann wohl sicher …

Und amba hat auch noch Airsprays, Körperöle und Seifenablagen. Wirklich ein schönes Sortiment. Wer jetzt mehr darüber wissen möchte, schaut bei Zunft[wissen] oder auf der amba Site.

Die erste Seifen-Manufaktur in dieser Seifen-Reihe war übrigens Kunya aus Erbach im Odenwald.

Ich habe eine neue Marke entdeckt: Cantina Verde. Da gibt es zwar erst wenige Produkte – hauptsächlich einen Bio-Premium-Espresso – aber der Ansatz scheint mir spannend.

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Unter dieser Marke sollen in Deutschland produzierte Dinge vermarktet werden. Es gilt der Grundsatz Hamburg – Norddeutschland – Deutschland, um die Regonalität zu betonen. Da Kaffee nicht in Deutschland wächst, war die Einhaltung dieser Vorgaben schwierig, aber die Rösterei sitzt dafür in Kaltenkirchen. Mein erster Geschmackstest an unserem Junior Siebträger war durchaus sehr gut. Und der Siebträger hat schon ein Paar Kaffeesorten gesehen ;-) . Excellenter Geschmack.

Die Marke selbst ist von Iwan Budnikowsky ins Leben gerufen worden – in Hamburg kennt man diesen Einzelhändler unter dem Namen Budni und durch gut 120 Filialen ist dieser fast überall vertreten – neuerdings auch in Richtung Osten. Neben der Naturkosmetik-Parfümerie Aliqua in der Eppendorfer Landstraße, in der rund 20 unterschiedliche Linien an Naturkosmetik erhältlich sind, schon der zweite interessante Vorstoß dieses Unternehmens.

Sind wir gespannt wie es weitergeht.

Nach Beiträgen zu Web 2.0 und Soziale Software steht der Begriff Enterprise 2.0 noch aus. Darum soll es heute gehen.

Geprägt wurde dieser Begriff von Andrew McAfee, der meines Wissens nichts mit der gleichnamigen Anti-Viren-Software zu tun hat. McAfee ist Professor in Havard und versteht unter diesem Begriff die Verwendung von Web 2.0 bzw. Social Software in Unternehmen. Wie bereits in den beiden Artikeln dieser Serie zu den genannten Begriffen beschrieben, dient diese Art der Systeme um das Wissensmanagement und generell die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern zu fördern und vor allem zu verbessern. Gerade mit diesem letzten Umstand berührt Enterprise 2.0 auch Aspekte der Unternehmenskultur. Wenn wir heute also von einer Enterprise 2.0 sprechen, so ist ein Unternehmen gemeint, das seine Kommunikation intern wie extern mittels Social Software geöffnet hat und diese Offenheit entsprechend in die Unternehmensphilosophie integriert hat. Enterprise 2.0 Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass es gelungen ist die streng hierarchische Führungsstruktur aufzugeben. Anstelle dessen wurde die Verantwortung in Richtung der Mitarbeiter verlagert und die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten in den Mittelpunkt gestellt. So sind Prosumenten (ehm. Konsumenten) eingeladen tief in die Prozesse des Unternehmens einzugreifen und entsprechend die Strategie sowie die Produktentwicklung mit zu gestalten. Sören Stamer und Willms Buhse haben es in ihrem Buch über Enterprise 2.0 Die Kunst loszulassen genannt (siehe Website www.diekunstloszulassen.de/).

Wenn Sie mich nun nach Beispielen für Einterprise 2.0 fragen, so fällt mir ein wenig Google ein und natürlich die Unternehmen der Protagonisten in diesem Bereich, wie z. B. Don Tapscott und new paradigma. Und es kommt nicht von ungefähr, dass Sören Stamer dieses Buch geschrieben hat: Er hat mit seiner Firma Coremedia sicher einen Enterprise 2.0 Leuchtturm für Deutschland geschaffen. Hier finden Sie dazu auch ein Vortragsvideo (pdf auch vorhanden) von der next08, im dem Herr Stamer von einigen seiner Erfahrungen berichtet. Es loht sich die ersten 20 min einmal anzuschauen, wenn auch die kumpelhafte Moderation von Herrn Schrader am Anfang etwas nervt.

Wenn Sie also das Facebook und die Wiki in ihrem Unternehmen installiert haben, Ihre Mitarbeiter vorher ganz sanft in Richtung Verantwortung gebracht haben, jetzt ein Klima der Offenheit und des Vertrauens anzutreffen sind – dann haben Sie einen ersten Schritt in Richtung einer Enterprise 2.0 getan – und dürfen – im Bild des o. g. Buches – von sich sagen, dass Sie die Kunst loszulassen schon gut beherrschen.

Übrigens: Die Serie ist mit diesem Beitrag noch nicht beendet. Ich werde diese Begriffe nochmals im Kontext der Nachhaltigkeit beleuchten.

Wobei … ich das wahrscheinlich wieder einmal als letztes “wiederentdeckt” habe. Vor mir liegt gerade ein Stück Zitronen-Melisse-Seife und eine Drei-Elementen-Seife. Die beiden fühlen sich wirklich toll an, riechen inspirierend und entspannend zugleich. Drinnen finden sich ausschließlich natürliche Zutaten. Am Dienstag bekomme ich noch ein Stück Gletscherseife, die aus norwegischem Gletscherwasser hergestellt wird, meerblau ist … und die ich bereits bei der Betrachtung im Internet total gut finde.

Und alle Stücke sind von Hand hergestellt. Ich finde das sind tolle Geschenke (obwohl es ja nicht so schicklich sein soll Seife zu verschenken) und ich würde mir mit einem solchen Stück auch etwas wirklich Schönes gönnen. All die Duschmittelchen, die ich sonst in flüssiger Form nutze, sind wirklich identitätslos und austauschbar dagegen. Und hier: Ein Waschmittel mit Charakter.

Ich tue mich im Moment ein wenig in diesem Bereich um und spreche mit einigen Herstellern. Sehr bemerkenswert ist, dass die heutigen Seifensieder einmal Maschinenbauer, Juristen oder Medienfachmenschen waren und sich ganz bewußt für Seife entschieden haben. Sie werden wissen warum und für ist das ein weiteres ganz kleines Zeichen dafür, dass der Wandel geschiehtShift happens.

Meine heutigen Seifen stammten übrigens aus der Manufaktur der Familie Esser: Kunya – Seifen Design & Phyto Care … und ich werde Ihnen vielleicht noch ein Paar andere Seifensieder vorstellen.

Zum Abschluss unserer kleinen Wochenend-Tour über den 2. Zunft[tag] Ruhr  in Essen und einen Abstecher zur Destillerie Dwersteg in Steinfurt haben wir der Pro-Bio in Herford am Samstag Nachmittag einen kleinen Besuch abgestattet.

Die Messe im Alten Güterbahnhof war gut ausgeschildert, der Veranstaltungsort selbst schien mir noch etwas provisorisch. Allerdings hatten rund 100 Aussteller ihren Weg dorthin gefunden, gut 70% – laut Veranstalter – aus der Region. So fand sich ein abwechslungsreiches Angebot mit zahlreichen Verköstigungsstationen. Im Mittelpunkt stand eine Showküche, auf der dann auch kräftig gewerkelt wurde. Also – zusammen mit dem günstigen Eintrittspreis von Euro 4.- und kostenlosen Parkplätzen – beste Voraussetzungen für viele Besucher.

Die Fülle war für einen Samstag Nachmittag ok, der Bereich mit der Showküche zog allerdings eher weniger Zuschauer an bzw. lud nicht wirklich zum Verweilen ein. Das war sowohl für die Köche als auch für die geplanten Fach-Vorträge sehr schade. Es hatte eher die Anmutung eines Bierzeltes, in dem die Gespräche am Tisch wesentlicher waren als die Menschen auf der Bühne. Und das trotz sehr guter Technik, mehrerer Leinwände und Monitore sowie einer Kamera.

Vorschlag fürs nächste Mal: Entweder keinen Fachteil oder eine klare Abgrenzung dieses Bereiches inkl. einer richtigen Bestuhlung – und dann nicht am Samstag-Abend! Und noch ein Tipp: Einen Fachteil entsprechend mit einem – wenn auch kleinen – Teilnahmebetrag im Bereich von Euro 40-60.- belegen, der vorab zu zahlen ist. So ist dann meist gewährleistet, dass die die sich angemeldet haben auch kommen.

Auf der Rundreise der letzten Woche  waren wir ja nicht nur auf dem 2. Zunft[tag] Ruhr, sondern sind abends noch in Richtung Steinfurt aufgebrochen. Nach einem sehr unterhaltsamen Abend mit etwas “wilden Kerlen” im Hotel Stüer in Altenberge haben wir uns am nächsten Morgen die Destillerie Dwersteg von deren Geschäftsführer und Inhaber Ludger Teriete zeigen lassen. Und die Besichtigung einer solchen Destillerie kann nicht nur in England oder Schottland sehr spannend und vor allem lecker sein.

Neben einer ganzen Reihe von Öko-Likören wie Kaffee, Kaffee-Creme, Orange, Amaretto findet sich auch auch ein Brand mit Ingwer im Angebot. Der Star ist der Öko-Eierlikör, der sich rühmen darf der Lieblingslikör von Udo Lindenberg sein zu dürfen. Wir fanden auch Spitzen-Gin, alle Sorten Rum, Whiskey und Ouzo in Öko-Qualität – in diesem Fall allerdings Handelsware. Die Grundlagen der meisten eigenen Produkte ist Weizenkorn, der in deutschen Landen ausschließlich aus Öko-Weizen gebrannt wird. Im hauseigenen Mini-Labor wird darüber hinaus ständig an neuen Geschmacksrichtungen geprobt: Öko-Orangenschalen oder Öko-Chilipulver sind die Hauptakteure bei diesen Experimenten.

hommage à kandinsky

hommage à kandinsky

Ganz zum Schluß durften wir dann noch einen Blick auf den Stolz des Hauses werfen: Einen Notar 1964 Weinbrand, dessen Flaschen mit limitierten Originalen eines der letzten Wassily Kandinsky-Schülern Heinrich Neuy, der 2003 verstorben ist, versehen sind. Diesem Bauhaus-Künstler ist diese Serie “hommage à kandinsky” gewidmet. Jede 4er Serie ist ein Unikat und vom Künstler selbst signiert. Wirklich ausgewöhnliche Stücke.

Vielleicht – oder besser hoffentlich – haben Sie sich gewundert, dass hier in den letzten Tagen nicht so viel gelaufen ist. Das lag an eben dieser “Tour”. Ich bin vom 2. Zunft[tag] in Essen in Richtung der Destillerie Dwersteg gefahren, um die Reise dann mit einem Besuch auf der Pro-Bio in Herford zu komplettieren.

In diesen Tagen habe ich eine Menge Spannendes gesehen, viel gelernt und registriert, dass viele noch immer nicht aufgewacht sind. Viele haben den Wandel (noch) nicht bemerkt. Gewerkschaften wollen heute “ein Anker im Meer des Wandels” (O-Ton Brand eins “Improvisation”) sein – nur: Wieviele haben denn bemerkt, dass sie auf einem Schiff sind, dass es abgelegt hat und das draußen schwere See – oder wie wir in Hamburg sagen – Hack ist? Anyway. Ich werde die nächsten Tage nutzen, Ihnen die Geschichten zu erzählen.

Herzlich willkommen zurück bei unserer Serie rund um die uns umgebenden Begrifflichkeiten. Heute – nach Web 2.0 beim letzten Mal – Soziale oder Social Software. Um das gleich vorweg zu nehmen: Dieser Bereich wird oft auch mit SNS (Social Networking Software) bezeichnet und unter dem Begriff CSCW (Computer-Supported Collaborative Work) u. a. mit Groupware zusammen gefasst. Andrew McAfee hat dazu die Eigenschaften von Social Software unter der Abkürzung SLATES (search, links, authoring, tags, extensibility, signals) gebündelt. Soweit einmal die Abkürzungen und verwandten Begriffe. Ich hoffe Sie sind noch bei mir ;-) .

Um dem Kind mal ein Gesicht zu geben: Wiki’s, Facebook, Blogs, XING, YouTube, Instant Messaging, Sevenload, … – das war jetzt eine Mischung aus Softwarebezeichnungen und konkreten Plattformen – sind Social Software – auch Social Commerce Plattformen fallen hier hinein. In Abgrenzung zu Groupware steht bei Social Software der Einzelne in der Community und nicht die Gruppe selbst im Fokus. Auch ist eine Beteiligung in einer Groupware (Notes, Outlook, …) oft obligatorisch, bei Social Software ist diese freiwillig.

Mit Social Software wird Web 2.0 erst möglich, ob es deshalb ein Unterbegriff von Web 2.0 ist? Das mag jeder selbst entscheiden. Aber auch vor Web 2.0 gab es schon Projekte und Ansätze für Social Software oder das Social Net. In so fern hat sich beides parallel entwickelt. Social Software ist so die Infrastruktur für Web 2.0 und Co..

Ob das auch für Enterprise 2.0 gilt … dieser Frage werden wir uns im nächsten Teil widmen.

Abschließend möchte ich schon ein wenig auf Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang eingehen: Ich lege Wert auf nachhaltige Freundschaften – ich möchte diese auf Vertrauen, Offenheit und Wertschätzung aufbauen. Wenn sich jetzt ein Teil unseres sozialen Lebens ins Internet bewegt, gilt Gleiches natürlich auch dort. Hier unterstützt Social Software eben die Prozesse, die für die oben genannten Voraussetzungen und Bindungen notwendig sind. Gerade der Bereich Offenheit – ich könnte auch Transparenz schreiben – wird hier stark unterstützt. Zusätzlich gilt Nachhaltigkeit natürlich auch in Unternehmen als eine wichtige Voraussetzung für die gewinnbringende, motivierende Zusammenarbeit mit Kollegen – und Social Software wird auch innerhalb von Unternehmen eingesetzt. Oder hat Ihre Firma noch kein internes Facebook?

Heute möchte ich den Beitrag dem Aromatischen Blog widmen. Wahrscheinlich kennt jeder ausser mir, dieses duftende Etwas schon … aber egal. Ich war auf meinem letzten Ausflug auf die Site jedesfalls beeindruckt: Eigene Parfüms, Quitten, Koriander, Nassrasur, … das Spektrum der Themen rund um Parfüms, Seife, Wohlgerüche und Duftendes scheint unerschöpflich.

Also: Wer ein tolles Geschenk – vielleicht jetzt schon für Weihnachten – sucht, der schaut einmal bei Erik Kormann vorbei – live oder im Internet. Lassen Sie sich inspirieren – von einem wirklich ausgewiesenen Fachmann.

Das sind zwei von vielen Fragen, die am

24. und 25. Oktober auf den

Bayreuther Dialogen 2008

bewegen werden. Bei der Veranstaltung dreht sich alles um die “Moralisierung der Märkte – neue ohnMacht des Konsumenten?!”

Wird der Konsument nur beeinflusst?
Welche Rolle spielt Moral im Handel zwischen Unternehmen?

Zu den diesjährigen Referenten zählen unter anderem:

- Prof. Dr. Hansjörg Elshorst – Vorsitzender des Beirats von Transparency International
- Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Gruppe
- Jürgen Jaworski, Geschäftsführer bei 3M
- Prof. Dr. Peter Schallenberg, Professor für Moraltheologie, Fulda
- Prof. Dr. Matthias Schmidt, Geschäftsführer der Klaus Dieter-Trayser-Stiftung
- Prof. Dr. Nico Stehr, Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin University
- Rainer Brüderle, Stellv. Bundes-Fraktionsvorsitzender der FDP
- Dr. Michael Kern, CEO von A.T.U.

… und viele andere.

Weiterführende Informationen finden sich auf der Website Bayreuther Dialoge.

Obwohl wir uns einige Fragen zum Thema bereits beantwortet haben – bei uns heißen die Konsumenten eben deshalb Prosumenten -, birgt diese Veranstaltung sicher spannende Diskussionen und Sichtweisen aus der Praxis.

Gestern habe ich etwas über Business-Intelligence (BI), ETL und OLTP gelesen. Ich habe das als Methoden und Prozesse wahrgenommen, um mehr über sein Geschäft, seine Mitarbeiter, seine Kunden und seine Lieferanten zu erfahren. Ein sehr boomendes Geschäft, in dem sich auch die üblichen Systemanbieter wie SAP, Siebel und Microsoft tummeln. Ich weiß, dass es gut ist zu versuchen Transparenz über Vorgänge zu bekommen. Ich habe allerdings auch gelernt, dass der Spruch “glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast” sehr viel Wahrheit enthält. Insbesondere deswegen, weil all die Analysen im BI sehr komplex sind und es deswegen extrem schwierig ist, sich eigene Plausibilitätsannahmen zur Überprüfung aufzubauen. Früher sagte man auch schon mal analytisches CRM oder Data-Mining zu BI.

Kann ich sagen, dass ein Unternehmen mit einem excellenten BI-Instrumentarium intelligent ist? Oder ist es schlicht erfolgreich? Wie wichtig sind diese Zahlen und Analysen für die Strategie und die Kultur innerhalb des Unternehmens? Spielen BI-Werkzeuge gar bei der Bewertung eines Firmenwertes eine wichtige Rolle? Eine höher gewichtete als die Kultur? Alles ehrliche Fragen, die mich gerade umtreiben.

Intelligente Unternehmen werden beiseite treten und dazu beitragen, dass das Unvermeidliche schneller geschieht. Und wenn wir die Bereitschaft, nicht im Wege zu stehen als Maßstab für den Unternehmens-IQ nehmen, gibt es erst sehr wenig intelligente Unternehmen. Wie auch immer, unterschwellig nehmen Millionen von Menschen heute Unternehmen als wundersame legale Märchen wahr, welche aktiv zu verhindern versuchen, daß Gespräche im Markt ineinander greifen.

Diese vorhergehenden drei These des Cluetrain Manifestes definieren die Intelligenz eines Unternehmens zu großen Teilen über die Community, die ein solches Unternehmen umgibt – und über den Grad der Vernetzung zwischen Unternehmen, Prosument und Lieferant innerhalb dieser Community.

Beides – BI und vernetzte Communities – haben wohl ihre Berechtigung, nur was ist denn in deutschen Firmen derzeit höher gewichtet? Dabei meine ich die Betrachtung in Sachen Manpower als auch Strategie als auch Budget? Ich persönlich nehme wahr, dass die harten Fakten aus dem BI-Park ein weit höheres Gewicht haben als die weichen Fakten rund um die Vernetzung mit der ominösen Community. Wo steckt die überhaupt? Dabei wurden in der Vergangenheit immer eher die weichen Fakten von den harten verdrängt und sind so nur sehr selten in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Eines darf ich aber nicht verschweigen: Das Intelligence in BI, meint nicht Intelligenz im engen Sinne sondern eher den “Prozess der Sammlung von Wissen auf dem Entscheidungen getroffen werden können”. Auf welche Art intelligent ist Ihr Unternehmen?

Kurz vor dem langen Wochenende ist die neue Dialogus-Ausgabe zum Thema “Identität”  erschienen. Sie sehen es mir bestimmt nach ;-) , dass mir zwei Artikel der Ausgabe besonders am Herzen liegen:

Klaus Kofler zum Thema Unterschiedlichkeit führt zur Gemeinsamkeit

Um einen Innovationsprozess erfolgreich zu gestalten, genügt es nicht, einfach den Kreis der Beteiligten um ein paar mehr Köpfe zu erweitern. Auch Kreativität allein ist nicht ausschlaggebend. Erfolgreiches Problemlösen erfordert das Berücksichtigen der Identitätsmerkmale eines jeden Einzelnen.

und

Oliver Selaff zum Thema Von steinernen Persönlichkeiten und Wohlfühlorten

Alte Gebäude wirken auf den ersten Blick oft marode, unattraktiv — aber sie verfügen über eine eigene Identität. Es sind inspirierende Orte, die oft ungewohnte Ausblicke und Perspektiven liefern. Orte, die entschleunigen, an denen man gerne arbeitet und in die gerne eingeladen wird. Es sind energetische Orte, die es verdient haben, weiter im Mittelpunkt unserer Wirtschaft zu stehen.

Schauen Sie doch einfach vorbei … und gerne lesen wir hier Ihre Kommentare dazu!

Etwas in eigener Sache: Das Zunft[institut] hat sein Seminarangebot um drei weitere Formate erweitert. So gibt es jetzt ein Orientierungs-Seminar “Die Herausforderung Nachhaltigkeit - Vom Modebegriff zum Wirtschaftsfaktor”, das sich für alle eignet, die sich einen Überblick verschaffen und in erste konkrete Fragestellungen einsteigen möchten. Ferner ist im Bereich Kommunikation “Sender ohne Empfänger - Neues Denken für neue Kommunikation” hinzugekommen. “Da geht noch was: Faktor Mensch - Wer nichts will bekommt auch nichts” beschäftigt sich eben mit dem Menschen und Mitarbeiter im Nachhaltigkeitsprozess. Die Detailprogramme sowie die genauen Termine werden in Kürze verfügbar sein. Neben offenen Veranstaltungen können alle Seminar auch firmenintern gebucht werden. Und natürlich sind die Erstformate “Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmischen Zeiten” sowie “Pragmatische Erneuerung - Schaffung von neuen Sicht- und Handlungsweisen” weiterhin im Angebot.

Details zu diesem Programm finden Sie an deser Stelle.  

Gestern war ES mal wieder so weit. Ich habe mit meiner Frau abends vor dem Fernseher abgehangen. Tatort gab es nicht, deshalb haben wir rumgezappt. Auch auf Werbung sind wir gestossen – so dass wir so 10 min damit kontaminiert wurden. Nach gut 12 Monaten Abstinenz haut das richtig rein.

Perwoll wollte uns sagen, dass es jetzt das Wellness-Waschmittel ist. Mit Farbaufpasser. Eigentlich hätte ich erwartet, dass es jetzt noch billiger ist. Zott wollte uns mit Monte melden, dass sie 85% Milch verarbeitet haben und auch eine Maxi-Version verfügbar ist. Na ja, meine Kinder würden da sagen “Warum trinken wir nicht einfach gleich leckere BIO-Milch – u. U. mit Kakao?”. Ich hatte damit gerechnet, dass Monte jetzt noch billiger ist. Dann mein persönlicher Liebling die Commerzbank, die es als allerletztes zu einem kostenfreien Girokonto gebracht haben, jetzt aber den Prosumenten davon berichten als wäre es ihre Idee und eine wahre Heldentat. Ich würde lieber Geschichten über die Fusion mit der Bank mit dem “grünen Band der Sympathie” hören, oder Erklärungen, wie tief die Commerzbank im amerikanischen Debakel drinsteckt. Da das Konto nichts kostet, konnten sie es nicht billiger machen – aber das Schmerzensgeld haben sie in den letzten 18 Monaten (! – borrr ist das neu) immerhin von Euro 50 auf Euro 75 angehoben. Dann rasante Einparkmanöver, abgefahrene Türen, die Zielgruppe der Homosexuellen und die Botschaft “DKV hält länger”. Tja, was will uns das sagen? Wenn man witzig sein will und darüber vergißt den Prosumenten etwas zu sagen, ist das doppelt schlimm. Und billig sind die sowieso – wie alle PKV’s. Und dann gab es noch ein Fleischsnack zum toasten – immerhin war der Spott überraschend, allerdings ist das Produkt wahrscheinlich derartig abartig (ich rieche reichlich Glutamat, Drecksfleisch und sonstige Zusatzstoffe ohne Ende), dass es auch schlicht überflüssig ist. Und der Name? Den habe ich mir einfach nicht merken können. Und wieviel Geld muss man einnehmen, um Fernsehwerbung für ein solches Euro 2-3 Produkt überhaupt finanzieren zu können?

Fazit: Der Preiskampf und die Billigheimer waren in dieser Werbeunterbrechung nur in der 2. Reihe – beachtlich, wo das doch für viele Unternehmen scheinbar die einzige Alleinstellungsstrategie zu sein scheint. Platte, ja schlicht dämliche Inszinierungen standen im Vordergrund. In diesen 10 min sind bestimmt – inkl. anteiliger Produktionkosten – Euro 100.000.- über den Tisch gegangen. Geld, das die Firmen viel sinnvoller in einen Individual-Dialog mit ihren Prosumenten und in Nachhaltigkeitsprojekte hätten investieren können. Dann hätten sie auch morgen noch etwas davon gehabt – und wir auch. Und eine große Frage bleibt: Für wen machen diese Firmen so etwas? Oder anders: Gibt es etwa dumme Prosumenten?

LOHAS, LOHAS immer wieder LOHAS. Sind Sie denn nun einer – oder nicht? Ich habe ja das Gefühl, dass das Individuum in dieser ganzen Zielgruppendiskussion leidig untergeht. Es scheint, als ob die neue Bewegung in eine Schablone gedrückt werden soll, auf die dann die alten Marketing-Instrumente losgelassen werden können. Dann sind alle Verantwortlichen beruhigt, können wieder senden und alles konnte so bleiben wie es ist. Kein neues Denken – einfach altes Denken für neue Herausforderungen. Das Zuhören ist natürlich auch nicht als Disziplin hinzu gekommen.

Im Gesprächs- bzw. Dialogansatz des Zunft[institut]s gehen wir davon aus, dass Nachhaltigkeit nicht verordnet oder einfach in beliebiger Form angenommen werden kann. Jedes Individuum hat seine eigene, persönliche Nachhaltigkeit – oder eben noch nicht. Diese individuelle Nachhaltigkeit kann auch klein oder groß sein, besonders auf dem Gebiet des Umweltschutzes oder der Mitarbeiterführung ausgeprägt sein. Eines ist aber für uns ganz sicher: Diese Nachhaltigkeit kommt von innen heraus und ist das Ergebnis der eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, Situationen und der eigenen Geschichte. Selbst wenn das Nachhaltigkeitspektrum bei jedem Mensch gleich wäre, so setzt sich dieses durch die unterschiedlichen Ausprägungen der Spektralkanäle jeweils – wie ein Fingerabdruck – individuell zusammen.

Die Gleichmacherei für DIE Zielgruppe LOHAS will dann – wie immer – mit der Gießkanne auf diese Menschen los – und wundert sich über die Streuverluste in ungeahnter Höhe. Und altes Denken wird bei der Fehlersuche wieder alte Erklärungen für diese Streuverluste hervor bringen. Ein reales Bild der Wirklichkeit oder Ansätze für neues Denken wird man dabei vergeblich suchen.

Also: Der Mensch gehört in den Mittelpunkt aller Überlegungen – meine ich. Keine Unternehmens- oder Werbeinstrumente-Zentrierung, sondern eine totale, ganzheitliche und kompromisslose Kundenzentrierung.

Wann wird unsere Wirtschaft das verstehen? Und eigentlich ist das LOHAS-Kopf-in-den-Sand-stecken doch auch ein Kartenhaus, wie diejenigen, die gerade in der tollen, schildernden Finanzwelt einfach so zusammfallen, finde ich.

Am 2. September habe ich Sie an dieser Stelle gefragt, ob Sie einen Blumenladen kennen, der fair gehandelte, nachhaltige und unbelastete Blumen anbietet. Haben Sie einen gefunden?

FLP Rose aus Ecuador

Ich habe am 15.09.08, dem Tag der Liebe in Lüneburg diese FLP-Rose vom Straelener Blumenhandel (SBH) gefunden – und gekauft. Auch habe ich gelernt, dass es neben FLP zertifizierten Rosen auch solche gibt, die von Transfair gehandelt werden. Die werden u. a. bei REWE und Budni angeboten. Ich würde zu gerne wissen, wie erfolgreich Ihre “Bemühungen” waren. Lassen Sie mich nicht im Stich …

Eigentlich bin ich ja Wiki-Experte – behaupte ich mal so. Wenn ich um und bei 8-10 davon aufgesetzt habe, darf man sich doch so nennen, oder? Den Begriff an der ersten Stelle der Überschrift habe ich mir allerdings von Don Tapscott geliehen. Der sagt … (Zitat):

“Wir steuern auf den größten Wandel des Jahrhunderts zu. Die Menschen werden künftig völlig anders arbeiten und produzieren als bisher. Die Grundlage ist Wiki. Zunächst ist das nichts anderes als eine Software, die es einer großen Zahl an Nutzern ermöglicht, Dokumente ins Netz zu stellen oder einfach etwas hinzufügen. Aber diese Möglichkeiten sind die Basis für eine neue Kunst der Zusammenarbeit in astronomischen Umfang, die wir Wikinomics nennen.”

Und Charles Leadbeater Charles Leadbeater sagt etwas ähnliches.

Und … haben Sie schon eine … Wiki? Ne Dokuwiki, TWiki oder die gute alte Wikimedia? Scheint ja im Moment hipp zu sein, habe ich mir sagen lassen. So wie ein bunter iPod, das Zweit-iPhone für den Gärtner und das Firmen-SAP … also darunter geht es so gar nicht.

Findet das obige Zitat denn überhaupt einen Resonanzraum bei Ihnen? Wollen Sie den Anschluß nicht verlieren oder wollen Sie auch einfach nur hipp sein und nicht auffallen? Nicht das andere darüber reden und Ihnen fehlt das (mit)reden …? Na dieser Don wird wohl wissen wovon er spricht – und der Leadbeater, als Berater der englischen Regierung, doch wohl auch? Und Datenbank ist derartig langweilig und kleinkariert gegenüber WIKI. Außerdem steht das Datengrab der Bank soooo nahe.

Ich sage: Wenn Sie wirklich hipp sein möchten, dann seien Sie nicht nur einer der “first mover” oder “early birds” (der mit dem “worm”), sondern seien Sie die Zukunft selbst: Hauen Sie morgen Ihren Internetauftritt, Ihr Intranet, Extranet und die Beschwerde-/Reklamations-/Herausforderungs-Datenbank ohne mit der Wimper zu zucken in Tonne … und machen Sie in Wiki, kümmern Sie sich um eine Gemeinschaft (Community) um Ihre Leistungen und/oder Produkte herum! Aber denken Sie daran: Wiki heißt “schnell” … und wenn Sie nicht zu Fuß gehen wollen … was heißt Mut noch auf hawaiianisch?

Weitere Links zu dem Thema:
_Ausführlicher Vortrag von Don Tapscott auf dem 3. Dresdner Zukunftsforum zum Thema Wikinomics
_Blog mit einer Zusammenfassung seines Buches Wikinomics

… habe ich bei meinem letzten Stadtbummel festgestellt. Und ich fand das überraschend. Wir haben bei C&A einige Kinderklamotten und bei H&M sogar Tops für Frau aus Ökobaumwolle gefunden. Bei Timberland habe ich aus versehen ein Sweatshirt gekauft, dass auch ökologisch war. Was für ein Zufall. Selbst IKEA kümmert sich um den wasser- und pesitzidschonenden Anbau von Baumwolle. Es scheint sich etwas zu bewegen.

Allerdings ist es mir nicht gelungen, bei einem der deutschen Klassenbesten in Sachen Nachhaltigkeit, dem Otto-Versand, ein passendes Suchkritierium für ökologische Kinderbekleidung im Online-shop einzugeben. Auf der Unternehmenssite finden sich seitenlange Abhandlungen über die tollen Taten und im Shop suche ich mir dann einen Wolf. Aber wahrscheinlich liegt das Problem mal wieder vor dem Bildschirm und an der Tastatur.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Finden Sie auch mehr Öko-Bekleidung? Sind eigentlich alle Designer-Label schon automatisch öko? Wie empfinden Sie das Preisniveau dieser nachhaltigen Bekleidungsgegenständen?

Wenn Sie Fairtrade-Kaffee kennen, dann ja vielleicht auch dieses Siegel: FLP – Flower Label Program. Zitat aus der Präambel des gemeinnützigen Vereins: “Weltweit werden Blumen angebaut, um Menschen zu erfreuen. Insbesondere in vielen Ländern des Südens werden durch den Blumenanbau viele Arbeitsplätze geschaffen und Devisen erwirtschaftet. Gleichzeitig sind mit der Produktion oftmals ökologische und soziale Probleme verbunden. Das Flower Label Program (FLP) ist ein wesentliches Instrument zur Lösung dieser Probleme.”

Aus meiner Sicht eine sehr sinnige Initiative, die es Blumenhändlern ermöglicht sich (endlich) ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb zu verschaffen. Sicher ist das schwierig und vor 8 Jahren haben Fairtrade-Produkte im Bereich Kaffee und Schokolade eher ein Schattendasein geführt – dennoch: Irgendwann muss man mal anfangen! Und nie war die Zeit günstiger als eben JETZT behaupte ich.

Ich habe eine Bitte an Sie: Gehen Sie doch mal in dieser Woche zu Ihrem Blumenladen und fragen Sie dort nach FLP-Blumen. Auf die Antworten und Reaktionen bin ich sehr gespannt. Frei nach dem Jack Wolfskin Beispiel dürfen Sie bei der Gelegenheit auch gerne mal fragen, ob und welche Nachweise die Floristen über den Pestizid-Status ihrer Blumen und die sozialen Bedingung deren Herstellung haben. Weil Sie ein neugieriger, engagierter Mensch sind …

Und wenn Sie es hier nicht eintragen mögen, senden Sie mir doch eine kurze eMail mit Ihren Erfahrungen: o.selaff(at)zunftnetz.org. Herzlichen Dank … im voraus! Danke!

Vor-vor-vorgestern habe ich mal wieder TV geschaut. Eigentlich nicht geschaut sondern einfach so herum gezappt – wie es neudeutsch heißt. Ich bin bei einer Reportage über eine Familie hängengeblieben, die sich über vier Wochen einen sog. Öko-Coach angetan haben. Der schaute in alle Ecken des Hauses auf der Suche nach fiesen Stromverbrauchern, analysierte die Putzmittelkollektion sehr penibel und machte sogar vor dem Durchwühlen der (Rest-)Mülltonne nicht Halt. Oh Mann, das schien mir echt hart, zumal er auch versuchte das Auto der Familie mit einer Parkkralle stillzulegen.

To make a long story short: Der Öko-Scout ging auch mit Ihnen einkaufen. Bei Hess Natur (glücklicherweise in der Nähe von Frankfurt, dennoch: Autoeinsatz!) war der Pulli für die Tochter sehr schön (fand ich auch) aber leider ziemlich kratzig. Weiter zu Jack Wolfskin – mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort fand sich auf den ersten – und auch auf den zweiten Blick leider nichts umweltkonformes für das Töchterchen. Sie hätte doch soooo gerne ein schönes grünes Fleece gehabt. Ob der Kunststoffes und der unklaren Fertigungssituation (Kinderarbeit, Lohndumping, Ausbeutung) fanden sich auf der Stirn des Beraters tiefe Falten. Dann aber ein Vorschlag zum Kompromiss und der Grund für diesen Artikel: “Sie kaufen den Artikel, weisen aber darauf hin, dass Sie binnen 10 Tagen (um in der Umtauschfrist zu bleiben) eine Stellungnahme von Jack Wolfskin zu den o. g. Fragen haben möchten. Kommt diese nicht oder ist sie nicht im Toleranzbereich, geht das Teil halt zurück.”

Ein toller Vorschlag. Wenn das jeder mündige Prosument so tun würde, würde sich sogar schnell etwas verändern – da bin ich ganz sicher. Fangen auch SIE morgen damit an? Werden Sie zum Prosumenten?

In der aktuellen Ausgabe der medianet, eine der größten österreichischen B2B-Kommunikationsplattformen, ist ein Artikel von Klaus Kofler und mir veröffentlicht worden, der die optimale Verzahnung der Bereiche Wissen, Nachhaltigkeit und Innovation für die Ideenfindung beschreibt.

In dem Artikel zeigen wir u. a. am Beispiel Toyota auf, wie aus unserer Sicht ein beispielhaftes Innovationsmanagement aussehen könnte. In Japan kommt den Unternehmen dabei die kulturell verankerte Hinwendung zum Kollektivdenken und -wissen stark entgegen. Hierzulande herrscht dagegen noch immer die Orientierung zu Herrschaftswissen vor, dass scheinbar (noch immer) auch ein Garant für persönlichen Erfolg ist. Wissens- und Erfahrungsteilung finden so zwar in der Theorie aber kaum in Praxis statt. Alleine an diesem kulturellen Nachteil lässt sich ermessen, wieviel Kraft und Engagement notwendig ist, um hier erfolgreich zu sein.

Sie finden den vollständigen Artikel bei Zunft[wissen] oder direkt bei medianet.at.

Sollten Sie Anmerkungen oder eigene Erfahrungen auf dem Gebiet haben, freuen wir uns über Ihre Kommentare.

Einmal ein Hinweis in eigener Sache: Ab Herbst 2008 bietet das Zunft[institut] eine erste Serie von Seminaren rund um die Themen Innovation, Trends, Kommunikation und Wissen im Kontext zur Nachhaltigkeit an.

Uns lagen bei der Konzeption insbesondere die pragmatische Ausrichtung, ein inspirierendes Umfeld und die faire Preisgestaltung am Herzen. So werden die ersten beiden Seminare bereits im Oktober im Bregenzerwald stattfinden, der zu dieser Jahreszeit noch immer mit seiner Schönheit lockt. Eine Besonderheit ist die Tatsache, dass die Seminarkosten die Unterbringung bereits beinhalten. Haben Sie Lust auf einen Perspektivwechsel und neue, inspirierende Impulse?

07. bis 09. Oktober 2008:

Der Wandel geschieht – Perspektiven für stürmische Zeiten

28. bis 30. Oktober 2008:

Wissen, Nachhaltgkeit und Innovation – Der Kreislauf für zukünfige Innovationen

Nährere Informationen und Buchungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website …

Die Seminare finden in Kooperation mit Trends & Wege  statt, die weitere Seminare rund um Innovation anbieten.

Auf meinem Weg durch die Brand eins Liebe bin ich neben der schon erwähnten Anzeige in Sachen Teuronade auf ein Interview mit Ulrich Hemel getroffen. Der Titel “Kapitän des Lebens-Schiffes” weist darauf, dass es um die Persönlichkeit von Mitarbeitern geht und diese in den nächsten Jahren immer wichtiger werden wird. Die zunehmende Verknappung von qualifizierten Arbeitskräften schreitet voran und so werden Unternehmen immer mehr Aufwand betreiben, um entsprechend gut passende Mitarbeiter zu finden. Arbeitnehmer werden dagegen wieder in die Lage versetzt ihren Arbeitsplatz freier zu wählen und diesen deutlich mehr gestalten zu können. Das wird soweit gehen, dass die zentralen Unternehmensstrategien von diesen Veränderungen stark beeinflußt werden.

Und was hat das jetzt mit Liebe, Lust und Leidenschaft zu tun? Parallel zur Verknappung der Mitarbeiterressource nimmt der Bezug zu Religion, Parteien und/oder andere Organisationen stetig ab – genauso wie der zur traditionellen Familie. Viele Menschen orientieren sich in dieser entstandenen Lücke wiederum mehr in Richtung ihres Arbeitsplatzes. So bekommt die Zufriedenheit im Job einen neuen, deutlich höheren Stellenwert. Wenn dann in dieser Situation ein Unternehmen die o. g. Gefühle nur instrumentalisiert und gar nicht lebt, dann wird das schnell zu einer Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern führen, die diesen Konflikt zwischen innen und außen sehr schnell wahrnehmen.

So werden Claims wie “Leistung aus Leidenschaft”, “Wir lieben es” oder “Liebe jeden Tag”, die einfach so in der Kommunikation gesendet werden, zukünftig auch eine intensive Reflektion in das Unternehmen hinein benötigen. Eine große Herausforderung für Marketingabteilungen, die in diesen Dingen wohl eher weniger Erfahrungen haben. Aber ein Burger, der nicht nach liebevoller Zubereitung aussieht, ein Hotline-Gespräch, bei dem der Kunde sich als der Depp fühlt oder ein schlapper Sachbearbeiter, der Leidenschaft transportieren soll – all das kann und darf es nicht mehr geben. Oder anders ausgedrückt – wen das als Unternehmen nicht kümmert, wird zukünftig wahrscheinlich nicht nur ein Problem mit seinen mündigen LOHAS-Kunden bekommen, sondern womöglich auch mit seinen Mitarbeitern. Oder wie sehen Sie das?

Nachdem wir hier schon faircustomer vorgestellt haben, kommt heute ein weiteres Portal in diesem “sauberen” Segment hinzu:

http://www.bransparent.com

Hier gibt es sozial und umwelttechnisch einwandfreie Klamotten. Und das sowohl online – dann allerdings per Weiterleitung zu einem anderen Online-Shop – als auch mit Hinweisen auf Läden in Deiner Umgebung, die das gewünschte Produkt führen. In jedem Fall sind ausgiebige Infos zu den jeweiligen Produkten hinterlegt, so dass sich jeder potentielle Kunden ein sehr gutes Bild machen kann.

Sorry, aber ich muss doch nochmal was zu Teuronade – Sie wissen schon die Wucher-Bionade – schreiben. Gestern beim lesen der Brand eins Liebe hat mich eine Anzeige auf Seite 23 wirklich beleidigt:

“Die grösste Leistung unserer Mitbewerber liegt darin, dass sie uns noch vor den Chinesen kopiert haben.”

Welche Botschaft für den Kunden ist darin enthalten? Für mich reine Egomanie und vielleicht Selbstmitleid, welches eine Reihe weiterer Fragen aufwirft:

> Die Mitbewerber haben ihre Preispolitik nicht so platt wie Teuronade begründet – auch eine Leistung.
> Die Mitbewerber haben womöglich besser auf den Wahrheitsgehalt ihrer Etiketten aufgepasst und sich einen Verteidigunganwalt gespart.
> Die Mitbewerber wissen womöglich, dass es da draußen Kunden gibt, Kunden die ein faires Geschäftsgebaren sehr schätzen. Kunden die das Investment für selbstherrliche Anzeigenkampagnen hinterfragen.

Oder besteht die grösste Leistung dahin von Fettnapf zu Fettnapf zu hüpfen?

In seiner gestern erschienenen Ausgabe hat das Dialogus-Magazin den Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Unter anderen finden sich dort Beiträge zu den Themen Handel, Prozesse sowie einige gute Unternehmensbeispiele. Auch ein Interview zum Zunft[institut] ist dort zu finden. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei.

Mein letztes Einkaufserlebnis, bei dem ich auf der Suche nach einem passenden Paar Wanderschuhen war, zeigte mir ziemlich ernüchternd die eigentlichen Probleme, mit denen der Einzelhandel wirklich zu kämpfen hat.

Die Ausgangsparameter waren meinerseits klar definiert. Ein Schuh, der sowohl für mittlere Wandertouren als auch für Wanderungen im hochalpinen Gelände geeignet sein musste. Ein Schuh mit einem guten Tragekomfort, wasserdicht, leicht und der auch bei längeren Touren nicht drücken sollte. Zu guter Letzt sollte der Schuh – wenn möglich – in Deutschland oder Österreich produziert worden sein. Dafür war ich auch bereit, einen Betrag von bis zu Euro 250 auszugeben.

Aufgrund einer zu erwartenden Fachberatung war für mich im Vorfeld klar, dass dies nur über den Fachhandel zu einem wirklichen Erfolg führen konnte. Eben genau so, wie wenn man eine Wandertour vorbereitet. Je besser die Planung, desto weniger Probleme und umso größer der Genuss. Was ich dann aber infolge erlebte, war ein Schauspiel beginnend von Unfähigkeit bis hin zur Inkompetenz.

Im ersten Fachgeschäft hat man meine Anwesenheit offenbar gar nicht bemerkt, weil die Mitarbeiter zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Also zog ich ungerichteter Dinge weiter zum zweiten Fachgeschäft. Dort bediente mich zwar eine nette Dame, mit der ich mich aber ebenso gut über das Wetter der nächsten Tage hätte unterhalten können. Im dritten Anlauf traf ich auf, sagen wir dazu fehlende Kompetenz verbunden mit einem mir unverständlichen Sortiment an fehlenden Standardgrößen. Erschreckend dann die Aussage, dass man ja die passende Größe bestellen könnte. Nun sollte man aber spätestens an dieser Stelle auch wissen, dass gerade Wanderschuhe einer genauen Passprobe unterzogen werden sollten. Abgesehen davon, dass ich eine Bestellung auch über jede Menge Internetshops selbst in Angriff hätte nehmen können.

Der letzte Versuch – wohlgemerkt immer noch in einem Fachgeschäft – wurde dann durch Ignoranz und Unhöflichkeit bestraft. Zudem war exakt derselbe Wanderschuh, der im vorigen Fachgeschäft leider nicht vorhanden war, hier zwar im Regal, aber unverständlicher Weise um 60 Euro teurer. Die Frage, warum ich hier auch nur einen Euro hätte liegen lassen sollen, war für mich recht schnell beantwortet.

Nach einem halben Tag, einigen gefahrenen Kilometern und vier vergeblichen Versuchen, einen passenden Wanderschuh zu ergattern, beschloss ich noch schnell im Vorbeifahren an einem Fachmarkt einer Sportartikelkette Halt zu machen. Mir war klar, dass ich mit einer Fachberatung auch dort nicht rechnen konnte. Dass sich aber diese Annahme infolge als Irrglaube darstellte, wurde recht schnell klar, als sich ein junger Mann meiner Sache annahm.

Das erste Mal hörte mir jemand zu und erklärte mir, worauf ich zu achten hätte. Keiner dieser zuvor vier genannten Fachverkäufer des Fachhandels konnte mir nur annährend das vermitteln, was dieser junge Mann mir in kurzer Zeit sehr freundlich, hilfsbreit und äußerst kompetent beantwortete. Dies führte dazu, dass ich mich für einen Kauf  entschied. Nicht dass dieses Produkt dort billiger war, als im Einzelhandel. Nein, der Wanderschuh wurde exakt zum selben Preis verkauft, wie er auch im Einzelhandel an den Mann bzw. Frau gebracht wird.

Für mich stellt sich die Frage, wer in diesem Fall die Kompetenz und das Wissen besitzt, um seine Kunden auch zu befriedigen. Ist es der Fachhandel oder ein Fachmarkt einer ganzen Kette? In meinem Fall war es mit Sicherheit nicht der Fachhandel. Für mich sind viele Probleme des Einzelhandels schlicht und einfach selbst gemacht. Denn zwischen Theorie und Praxis, oder besser gesagt zwischen Jammern und Tun klafft hier eine große Lücke.

Dies ist mit Sicherheit nur ein Beispiel. Und ich bin mir ebenso sicher, dass es in vielen Fachgeschäften auch anders läuft. Aber, wenn sich der Fachhandel nicht bewusst wird, dass Kunden genau deshalb bei ihnen kaufen, weil sie dort die Kompetenz und Fachberatung erwarten, tun sie gut daran, dies auch unter Beweis zu stellen. Denn sonst passiert dieser Spießrutenlauf nicht nur mir, sondern auch vielen anderen. Was zur Folge haben könnte, dass Jammern alleine auch irgendwann nichts mehr ändern wird können. 

… ist der Titel eines Buches von Ulrich Grober, dass im Winter 2008 im Verlag Zweitausendeins erscheinen wird. In der Zeit Nr. 31 vom 24. Juli findet sich auf der letzten Seite im Abschnitt “Zeitläufe” der Artikel “Der ewige Wald”, der Teile des Buches aufgreift.

Schon 1775 fand sich in der weimarischen Forstordnung die Anmerkung zur “Steurung des Holtzmangels”, um für “die Nachkommenschaft [...] die gehörige Sorge zu tragen”. Um 1890 definierten dann die Anhänger der Bodenreinertragslehre Nachhaltigkeit dann so: “Ein Wald wird nachhaltig bewirtschaftet, wenn man für die Wiederverjüngung aller abgetriebenen Bestände sorgt, so dass dadurch der Boden der Holzzucht gewidmet bleibt.” Diese Änderung lehnten die meisten Fachleute kategorisch ab und es entstand in diesem Zusammenhang ein geflügeltes Wort : “Wollen wir etwa die Definition der Nachhaltigkeit den Kreditinstituten überlassen?” Ein Schurke ist, wer dabei Parallelen zur bloßen Shareholder-Orientierung oder der Grünwascher-Szene unserer Zeit sieht?

In dem Buch wird die Geschichte ausführlich und in vielen weiteren Einzelheiten beschrieben. Ulrich Grober stellt dann für die heutigen Zeit fest, dass “der Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung ein tiefer Einschnitt in das Wesen der Industriekultur bleibt”. Dabei “handelt die die Nachhaltigkeit von unserer größten Pflicht, das Leben selbst und dessen natürliche Grundlagen zu bewahren, um den Planeten auf Dauer bewohnbar zu erhalten”. Schließen tut Grober den Zeit-Artikel mit einem Zitat des Soziologen Hans Glauber: “Langsamer, weniger, besser, schöner”.

Ist es das was wir dringend benötigen? Mir würden da die Begriffe “fair” oder “bürderlich” ein wenig fehlen.

Und Ihnen?

Am 7. Juli fand in Berlin eine interessante Veranstaltung unseres Kooperationspartners “Stratum Consult” statt, ein “24 Stunden Beratungsmarathon” für junge Unternehmer und Existenzgründer im Rahmen der Initiative “365 Orte im Land der Ideen”. Spannend war eine Podiumsdiskussion, die von Peter Unfried, dem stellvertretenden Chefredakteur der TAZ moderiert wurde ( – die Besetzung des Podium findet sich hier). Klar zu erkennen war, dass Themen wie Vernetzung, CSR und Haltung das Plenum und das Podium am stärksten interessierten, erfreulich war auch, dass die Positionen der Die Zunft AG, die ich auf dem Podium vertreten konnte, auf eine erfreuliche Zustimmung stiessen. Man kann also auch hier erwarten, dass sich die ja schon heute sehr umfänglichen Netzwerkstrukturen weiter entwickeln werden. 

Ich habe heute mal wieder bei Hans Treichl im Blog ANDERS|denken gelesen – und war entsetzt. Ich fand da zwei Beiträge zum Thema Unternehmem und Internet:

Web 2.0 irrelevant für das Kundenbeziehungsmanagement!

Ein guter Internetauftritt zahlt sich nicht aus!

Ohne ins Detail gehen zu wollen – das hat Hans Treichl schon sehr gut getan – frage ich mich doch zusehens besorgt, was Banken und Baumärkten von ihren Beratern empfohlen wird? Und ganz sicher haben diese ein ganzes Berater-Heer! Kundenbeziehungsmanagement ohne Web 2.0? Ich dachte zuerst an einen Datumsfehler – in der Vermutung einen 2 oder 3 Jahre alten Artikel zu lesen. Und ein Baumarkt ohne guten Internetauftritt? Na ja.

Ich habe da eine elegante Überleitung zu einem Beitrag von Jeremiah Owyang – ebenfalls bei Hans Treichl besprochen – der scheinbar das Cluetrain Manifest von 1999 mal wieder heraus geholt hat. In jedem Fall spricht er aus meiner Sicht die Wahrheit – eine Wahrheit, die auch auf Baumärkte gut anzuwenden wäre:

Die Zukunft von Internetauftritten

Mein Fazit: Mutig handeln! Neue Berater mit Ahnung engagieren. Wir hätten da in unserem Zunft[institut] noch Kapazitäten frei ;-) ). Und noch dazu wären wir bestimmt offener, authentischer und näher am Puls des Marktes.

Seit einigen Tagen setze ich mich mit der Frage auseinander, ob ein Unternehmen tatsächlich eine detallierte Führungs- und Organisationsstruktur besitzen muss, um im Markt erfolgreich zu agieren. Auf einem Expertentreffen in Hamburg bejahten einige Teilnehmer diese Frage, andere vertraten die Meinung, es müsse das Klima einer freiheitlichen Kreativität herrschen, in dem der Einzelne seine Potenziale zum Nutzen und Gewinn des Unternehmens einbringt.

In einem Artikel las ich:

Kreativität ist zunächst eine persönliche Entscheidung gegen das gewohnte Selbst, gegen unser Alltags-Ich. Kern der Kreativität ist ausserdem die Fähigkeit, Gelerntes, Erprobtes und Erfahrenes zu verändern oder anders anzuwenden. Triebkraft der Kreativität ist es, die lebenslange Wachheit und positive Neugier des Anfängers zu bewahren.

Ich überlegte nun, wie wohl ein Ameisen- oder Bienenstaat funktionieren würde, wenn sich einige der Mitglieder einmal spontan für eine veränderte, freiheitlich-kreative Arbeitsform entschieden. Eine Gruppe Bienensammler begeistert sich just an einem sonnigen Tag für ein gemeinsames Blütenkränzeflechten, statt zum Nektarsammeln aufzubrechen. Schnell könnte das zu einer Ernährungskrise im Staat führen, was wiederum das Staatengebilde in kürzester Zeit erschüttern könnte. Nun verfügen Ameisen und Bienen glücklicherweise nicht über unsere menschlichen Fähigkeiten, nachdenken, Schlüsse ziehen oder auf völlig neue Ideen kommen zu können.

Ich denke, eine festgelegte Organisationsstruktur ist auch in einem Unternehmen erforderlich. Schliesslich müssen Aufgaben, Strategien und Ziele definiert, geplant und umgesetzt werden. Und das verlangt nach Kompetenzen, Zuständig- und Verantwortlichkeiten, also nach Struktur. Sicherlich ist Kreativität sowohl in der Planungs- als auch in der Ausführungsphase nützlich. Die Mitarbeitende in Unternehmen sollten dabei gefördert und unterstützt werden. Um der Kreativität willen auf Führungsebenen oder Organisationsstrukturen zu verzichten, halte ich indes für kontraproduktiv.

Kreativität ist gut — kreative Strukturen sind besser.

Am 20. Juni fand sich ein sehr erhellender Artikel zu der Haltung des Stadtplanungsamtes der Stadt Essen zur weiteren Entwicklung des Kokereiareals auf dem UNESCO-Weltkulturerbe Zollverein. Besonders erfreulich war natürlich hier das Lob zum Konzept der Die Zunft AG als eine der “innovativen Visionen” für die Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2010. Den Artikel in “Der Westen” finden Sie hier. Bei der in der Überschrift skizzierten Haltung verwundert allerdings, dass Ende 2007 das Konzept eines Zunft[viertels] auf der Kokerei Zollverein im Wettbewerb “Create NRW” als bester Entwurf aus dem Ruhrgebiet mit einer Anerkennungsurkunde von Frau Christa Thoben, der Wirtschaftsministerin des Landes NRW, ausgezeichnet wurde, die Urkunde finden Sie hier. Im Juni 2007 war das Konzept mit einer Urkunde des Bundespräsidenten Horst Köhler beim Wettbewerb “365 Orte im Land der Ideen” ausgezeichnet worden. Schon Ende 2006 hatte Essens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger das Zunftkonzept anlässlich der Überreichung des “Chance Denkmal Awards” an die “Die Zunft AG” öffentlich höchst gelobt. Dr. Reiniger sagte damals bei seiner Laudatio: “Das von der Die Zunft AG geplante Zunft[viertel] mit dem Angebot an hochwertigen Handwerks-, Kunsthandwerks- und Dienstleistungsprodukten passt hervorragend in den lebendigen Kulturraum am Standort Zollverein. Wir erhoffen uns als Stadt, dass wir damit einen weiteren Baustein hier nach Zollverein bekommen, der für zusätzliche Arbeitsplätze, ein attraktives Waren- und Dienstleistungsangebot und damit selbstverständlich auch zusätzliche Kunden- und Besucherströme sorgt“, den Text der Pressemitteilung vom 11. Dezember 2006 finden Sie hier. Spannend ist in diesem Zusammenhang ein weiterer lesenswerter Artikel in “Der Westen” zum neuen Shoppingcenter am Limbecker Platz, der Artikel findet sich hier, eine interessante Diskussion zum Zollvereinstandort findet man hier. Zudem eher deprimierend ist ein Artikel, den ich gerade in der “Welt” vom 8. Juni 2008 fand, der sehr anschaulich die Probleme auf Zollverein skizziert, den Artikel findet man hier – und – mit Geheimnistuerei kommt man bekanntlich in Zeiten des “Cluetrain Manifests” auch nicht weit!!!. Einige lesenswerte Kommentare zu dem Designstadt-Artikel finden sich auch im spannenden Blog Ruhrbarone.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt in Ihrem Magazin über Moral im Zusammenhang mit Ethik und Werten: “Ethik als Kaufanreiz: Neuerdings wollen uns Konzerne erzählen, es gehe Ihnen nicht um Geld, sondern um Werte. Dahinter verbergen sich aber doch wieder nur – Vermögenswerte. Oder?”

Also Geist ist geil! statt Geiz ist geil? Natürlich sind Unternehmen gezwungen Gewinne zu machen, Ökonomie ist da sicher ein wichtiger Aspekt auch für die dort arbeitenden Menschen, aber Unternehmen haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung (z.B. Ausbildung) und zumindest eine Verantwortung für unsere Umwelt und Menschenrechte. Das wird auch nicht bestritten. Das Problem ist die Konzentration auf die Gewinnmaximierung, für die alles zurückstecken muss und hier gibt es eine Funktionalisierung von Werten für diese Maxime. Das ist Blendung, das stimmt, und es ist nicht OK. Nur was ist die Alternative? Sind es Unternehmen, die sich glaubhaft und klar zur Gewinnmaximierung bekennen, denen Gesellschaft und Umwelt – dann nach außen und innen offen kommuniziert – total egal sind? Das wäre wengistens ehrlicher, oder?

Eigentlich lese ich in Blogs meist aktuelle Themen, etwas über Trends oder tolle neue Dinge. Vielleicht reizt mich gerade deshalb ein Blick zurück – gerade in diesem ersten inhaltlichen Beitrag für den Zunft[blog]. Ich schaue mal ins Jahr 1999 nach Amerika, wo vier Herren fünf Jahre vor Dale Dougherty in 15 ihrer 95 These das beschrieben, was wir heute als Web 2.0 kennen. Damals nannten David Weinberger, Doc Searls, Rick Livine und Christopher Locke ihre Thesen das „Cluetrain Manifest“. Den „Zug mit den Schlüsseln“ (www.cluetrain.de), der jeden Tag in Unternehmen ankommt, dessen Ankunft aber bis heute niemanden so richtig zu interessieren scheint. Ich selbst hatte Anfang 2003 schon einmal Kontakt mit den Cluetrain. Damals machte mich der Mann, der auch das Wirtschaftsmagazin Brand eins (www.brandeins.de) maßgeblich auf diese Fährte setzte, als unser Kommunikations-Berater auf diese Ausarbeitung aufmerksam. Oliver Baer (www.baerentatze.de) hatte damals keinen Erfolg bei mir, heute bin ich ein glühender Anhänger dieser Thesen.

Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Na ja, Web 2.0 wird ja eine Nähe zur Nachhaltigkeit nachgesagt und wenn Cluetrain die Mutter des Web 2.0 ist, ja dann …!

Aber das Cluetrain Manifest geht noch weiter. Es behandelt eines der wesentlichen Dinge, die uns in der Die Zunft AG – insbesondere im Kompetenzbereich Zunft[institut] (www.zunftinstitut.org) – umtreibt: Nachhaltigkeit in Organisationen und öffentlichen Institutionen. Nicht vorrangig die Nachhaltigkeit in Sachen Natur, Klima, Bildung, Sozial-Engagement spornt uns an, nein! Vielmehr interessieren uns die Möglichkeiten und Chancen die sich Unternehmen und Institutionen bieten, die Nachhaltigkeit auch in ihre Organisationen tragen, sie wirken lassen im Umgang mit ihren Mitarbeitern, ihren Lieferanten und Kunden. So werden wir genau dieses Thema immer wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln hier im Zunft[blog] aufgreifen, von unseren Erfahrungen berichten und versuchen heraus zu finden, ob und wie das Cluetrain Manifest mehr und mehr in der Realität ankommt. Helfen Sie uns dabei?

Aktuelles …

Tage der Utopie - Mutige Expeditionen nach Übermorgen vom 03. - 05.10.2010 in Breklum bei Husum u. a. mit Werner Boote, Filmemacher "Plastic Planet", Prof. Gion Caminada, Architekt, Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, alternativer Nobelpreisträger und Dr. rer pol. Hans Christoph Kürn, Personalentwickler.

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