Ich habe gestern die startum-LOHAS-Tour in Hamburg besucht …
Allerdings … das sei voraus geschickt … habe ich nur die erste Hälfte durchgehalten. Vier Stunden Frontalbeschallung nebst PowerPoint Befeuerung mit gefühlten 1.000 Clicks! waren mir dann doch zuviel des Guten, zumal ich die Studie schon einmal von &Equity präsentiert bekommen habe. Ich hatte mir da ein wenig mehr Interaktion, Dialog und Erfahrungsaustausch gewünscht – von Anfang an.
Dennoch habe ich etwas mitgenommen: Der überwiegende Teil der Zuhörer war damit beschäftigt für sich heraus zu finden, ob diese Studie, die dort präsentiert worden ist, denn nun repräsentativ war oder nicht? Und waren das wirklich LOHAS, die da befragt worden sind? Und wie wurden diese heraus selektiert? Nachdem das bereits die 11. Station der Tour war und sicher ähnliche Beobachtungen schon vorher gemacht werden konnten, hätte ich mir hier ein etwas vorbeugendes Agieren gewünscht. So traten die Ergebisse ob der Diskussion der Methodik etwas zurück – obwohl Herr Häusler sich alle Mühe gab das Ganze interessant herüber zu bringen.
So war die Sicht auf die LOHAS auch auf dieser Veranstaltung deutlich eingeschränkt und monodirektional: “Wie erreiche ich die LOHAS?” ist aus unser Sicht die völlig falsche Frage und der ständige Versuch die LOHAS in bekannte Zielgruppen-Definitionen zu pressen bestimmt viel zu oft die Gespräche und Fragen. Unsere vielleicht kontroverse aus dem Konstruktivismus stammte Theorie dazu: Wir sind alle LOHAS – oder besser: Wir tragen alle LOHAS Motive in uns, die mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt sind. Das erklärt auch, warum ich bisher noch keine Studie gesehen habe, die die LOHAS eindeutig fassen konnte. So gibt es halt nicht das Zielbild zwischen 20 und 30 Jahre alt, mehr als Euro 3.000 im Monat, verheiratet mit 3 Kindern bei einem Anteil von 25% in der deutschen Bevölkerung. Aber genau danach suchen all die Marktforscher, Werbe-Strategen und Marketing-Größen … vergebens!
Na ja. Das Umdenken braucht wohl noch etwas Zeit, wobei die derzeitige Entwicklung das benötigte NEUE DENKEN wohl eher stark forciert. Als Randnotiz möchte ich festhalten, dass Herr Häusler, der wirklich gut präsentiert hat, im Vortrag dazu rät einige von ihm namentlich benannte und bildlich verewigte bekannte LOHAS-Protagonisten besser nicht zum Thema LOHAS zu fragen, andere dagegen schätzt er – auch in Ihren Funktion als Medienvertreter – hier sehr. Ich habe mich nur gefragt was diese Art von Information für mich oder andere Zuhörer bedeuten mag, wo soll ich diese einsetzen? Ich habe mich spontan gefragt, ob solche Äußerungen denn NACHHALTIG sein können? Aber in diesem Fall war es wohl authentisch, denn Herr Häusler führte auch an, dass wir alle Vorurteile brauchen um schnell entscheiden zu können. Sicher ein Thema für eine andere Diskussion.
TagsKommunikation, LOHAS, Stratum, Studie

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6. Juli 2009 um 17:48
Sinnstifter
Ah, am Ende kommt der Lernauftrag: wir brauchen alle Vorurteile um entscheiden zu können. Umgedreht beginne ich zu verstehen warum ich mich zunehmend nicht entscheide (nicht entscheiden kann?). Denn seit einiger Zeit bemühe ich mich meine Vor— Ur— teile abzubauen (nicht dass mir dies ob der Fülle der angehäuften un”recycelten” Urteile leicht von der Hand ging..) Da ich dies bemerke, versuche ich meine Reflexe zurückzuhalten und zu warten was passiert. Denn meine Reflexe (auch die Kaufreflexe) sind frühkindlich geprägt. So funktioniert übrigens Werbung, nur so nebenbei. Der kurzfristige Erfolg am Markt ist nett, aber entscheidend ist die lange Bindungszeit. Da fällt es sowohl der alten wie der neuen Werbung nicht leicht, Formen zu erhalten, die früher wirksam waren, bzw. Formen zu entwickeln, die sich ständig ändern müssten, weil das Kaufverhalten nicht mehr zu berechnen ist. Da brechen ja ganze Dienstleistungszweige weg. Das war jetzt Diskussionsstoff, aber hallo. Was so passiert, wenn man es einfach mal laufen läßt, gedanklich.