Kleiner (Anti-Greenwashing)-Kommunikationsführer – heute: Porzellan

Ich bin traurig. Deshalb machen wir heute mal wieder eine Übung zum “Aktiven Überwinden von Missständen” – ASHOKA … wird das auch genannt. Ich habe zu ASHOKA und zu einer beispielhaft guten Umsetzung einen kleinen Beitrag geschrieben – nicht das Sie denken, dass es uns immer nur um Fehler geht! Obwohl: Richtig … ich bin traurig, weil ich heute wieder einmal über ein beispielhaft nicht gelungenes Projekt schreiben werde … sozusagen um Ihnen zu helfen es viel besser zu machen ;-) !

Ich habe gestern eine Mappe für meinen Sohn gekauft und fand zu Hause in der Tüte – Wunder-oh-Wunder – dieses Prospekt der Firma Seltmann aus Weiden:

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf den “grünen Bereich” lenken. Dort steht:

“be green – Natürlich Seltmann Weiden – Technologie – Umwelt – Gesundheit”

Nicht nur – sorry für die leicht zynische Bemerkung – das ich dort die Worte “konsequent” und “logisch” vermisse, nein! Leider kann ich Ihnen hier (noch) nicht das haptische Gefühl beim berühren des Prospektes vermitteln: Das Ding ist sehr glatt, wertig und an unglaublich vielen Stellen mit UV-Lack partiziell “aufgebrezelt”. Auf dem nachstehenden Bild können Sie das ein wenig daran erkennen, dass der lackierte Teller sehr plastisch wirkt:

So … und jetzt die Frage … Was ist an diesem Prospekt “green”, “Umwelt” und “Gesundheit”. Das Prospekt belügt uns in dem Moment, indem wir es das erste Mal in die Hand nehmen: Da steht etwas drauf, was so gar nicht drin ist. Kein FSC- oder Umweltpapier, keine CO2-neutrale Herstellung und keine Biofarben.

GRÜNWASCH-ALARM (GREENWASHING-ALARM!!)

in einer höchst brenzligen, konzentrierten Form. So verwundert es auch nicht weiter, dass die Inhalte des “grünen Bereiches”, dieses “go green”, im Prospekt mit keinem Wort erklärt werden. So kann ja eigentlich jeder “go green” auf alles schreiben. Das ist wirklich ein krasses Beispiel für total missglückte Kommunikation – ich jedenfalls werde nichts von Seltmann Weiden kaufen. Lügen sind keine gute Basis für Geschäfte und das “Made in Germany” rettet das dann auch nicht mehr – sorry. Und nicht nur LOHAS werden das nachvollziehen können.

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