Arminius und … Tusnelda … was für tolle Namensgeber! Und wir finden sie auch als Figuren an der Halle. Am letzten Samstag habe ich mir die Arminiushalle in Berlin-Moabit zum ersten Mal angeschaut. Die Halle, die wahrscheinlich zum Oktober – so der aktuelle Plan -, zur ersten Zunft[halle] werden wird.
Ich habe einige Impressionen mitgebracht:
Schön, spannend, morbide, trashig, altmodisch, … sind die Adjektive, die mir beim Betrachten der Bilder in den Sinn kommen. Genau in diesen widersprüchlichen Worten spiegelt sich das kreative Potential, Sinn und Wert der Halle: Sie ist nicht fertig, wartet nicht darauf hübsch und glatt gemacht zu werden. Sie wartet auf einen tollen Inhalt und wird sich mit diesem weiter entwickeln. Nicht über Nacht, auch nicht über einen Monat. Die Arminiushalle trägt eine Identität, die wir nicht aufgeben oder maßgeblich verändern wollen.
Wer bisher Angst hatte, dass … mit der Entwicklung zur Zunft[halle] hier Schicki-Micki mit Austern-Schlürfern und Schampus-Kippern einziehen … täuscht sich. Na klar räumen wir auf, werten wir auf, stellen Altes wieder her, bringen Struktur … aber ganz sachte und Stück für Stück im engen Kontext mit den Nutzern und Besuchern der Halle. Wir möchten die skizzierten Brüche zwischen spannend und schön auf der einen und trashig und etwas marode auf der anderen Seite nutzen: Wir glauben das an eben diesen Brüchen das Potential für Kreativität hervor tritt.
Hier wird nicht der Eine für den Anderen Platz machen … hier wird für jeden Platz sein. Ein miteinander aus dem Kiez, aus Moabit und auch aus der gesamten Stadt Berlin. Auch die Menschen, die die Halle heute bespielen, werden im wesentlichen unter dem Dach der Zunft[halle] hier weiterhin zu finden sein. Nur eben eingebettet in einen sinnhaften und sinnstiftenden Kontext im Sinne der Halle und ihrer wertigen Produkte.
Am letzten Samstag konnte ich diese Mischung aus neuer und alter Energie sehr gut spüren. Sinn, Wert und Zukunftsfähigkeit werden hier teils anfassbar. Seien Sie gespannt auf den Herbst … so wie ich es auch bin. Dabei wird sich nicht nur lokal in der Zunft[halle] Arminiushalle etwas tun … wir planen auch die Schaffung einer virtuellen Plattform, die die skizzierten Ansätze auch in das Internet trägt … insbesondere für all jene, die nicht die Möglichkeit haben die Halle täglich zu nutzen.
TagsArminiushalle, Berlin, Foodhall, Handelskonzept, Kreativität, Moabit, Sinn, Wert, Zunfthalle

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15. Mai 2010 um 13:54
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