Articles by Olli Selaff

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Eigentlich wollte ich diesen Beitrag gar nicht schreiben. Ich hatte mich geärgert. Aber nach mir haben sich dann auch noch mein Sohn und meine Tochter und mein Schwiegervater geärgert. Und ob dieses vielen Ärgers, schreibe ich es jetzt doch. Damit sich nicht noch weitere 10 so ärgern müssen.

Der Anlass dieses Ärgers ist Pudding von Dr. Oetker in den Geschmacksrichtungen Vanille und Schoko. Und Dr. Oetker Milchreis. Und ich spreche hier von dem neuen Bio-Sortiment. Eigentlich hätte es mir zu denken geben müssen, dass es ein solch großer Konzern jetzt auch im Bio-Bereich versucht. Aber ich war durchlässig für dieses Bio-Versprechen, dass noch dazu teurer ist, als die anderen Wettbewerbsprodukte. Schon die geringe Menge an Inhaltsstoffen kann dabei wohl kaum einen Mehrpreis von 10 bis 20 cent bewirken - alles Marketing. Auch hier habe ich nicht nachgedacht.

Anyway. Alles wäre gut, wenn das Zeug wenigstens schmecken würde. Aber genau beim Geschmack entstand der Ärger. Die glibberige Pampe scheint direkt dem Labor entsprungen. Echte Vanille oder gute Schokolade spielte bei der Herstellung jedenfalls keine tragende Rolle. Ich frage mich wie man solche Produkte in den Markt bringen kann ….. bahh. Das ist fast Körperverletzung seitens eines Markenartiklers, der in seinem Claim “Qualität ist das beste Rezept” verspricht. Ich werde das dem Dr. Oetker-Kundenservice auch kundtun.

Also: Erspart Euch gruselige Momente!

… heißt ein Artikel im Bereich Politik der Ausgabe der Die Zeit vom 20.11.08 von Susanne Gaschke - allerdings ohne das “?”, das ist von mir. Der Untertitel macht es ein wenig klarer um was es gehen soll: “Das Internet formuliert die neue Verheißung des Kapitalismus: Grenzenloses Wissen, für alle, gratis? Lasst euch nicht verführen!”

Liebe Frau Gaschke,
ich glaube nicht daran, dass die Ausbreitung des Internets unmittelbar gleichzusetzen ist mit einem Weg zu Wissen und Wohlstand für alle. Warum auch? Es gibt viele Menschen, die essentiellere Dinge im Kopf haben, die mit essen und trinken zu tun haben - denen würde ein PC mit Internetzugang auch nicht viel helfen. Es sei denn, das Internet wüsste wo es denn gerade etwas zu jagen gäbe oder böte eine eCommerce-Lösung für die Bestellung einer kostenfreien Lieferung sauberen Wassers - leicht gekühlt ohne Blubber inmitten der afrikanischen Steppe.

“Bindet nicht das Netz soziale Energie in virtuellen Pseudogemeinschaften; Energie, die im real life dringend für echte Politik gebraucht würde? Nutzen die Nutzer die gewaltigen wissenschaftlichen und politischen Informationsmöglichkeiten des Internets überhaupt?” Diese letzte Annahme oder Frage mit einem Verweis auf die Suchbegriffe bei Google 2005 quasi negativ zu beantwortet finde ich reichlich plakativ und gewagt. Ein spannendes Experiment wäre es, wenn wir das Internet einfach mal sechs Monate abschalten würden, um zu schauen, ob dann die sozialen zwischenmenschlichen Kontakte und vielleicht auch eine echte Politik wieder aufleben würden. Auch hier überzeichnen Sie in Ihrem Artikel. Eine so starke Kraft hat das Internet (noch) nicht und wenn überhaupt trifft das nur ein wenig die Generation Internet zu. Aber wir haben im Moment ja noch weitere Generationen am Start - mit einer Betonung im Bereich 50+.

Anschließend bemühen Sie Renate Köcher, Chefin von Allensbach: “Eine Gesellschaft, die teilweise auf kontinuierliche Information und Urteilsbildung verzichtet, wird spontaner, in der Urteilsbildung beweglicher, sogar sprunghafter und anfälliger für Manipulation.” Ich kann große Teile dieser Aussage auch sehr positiv sehen. Allerdings mit einem Blick in die Vergangenheit, zeigt sich meiner Meinung nach, dass die Presse und die Medien mit Produkten wie der Bild-Zeitung oder Sendungen wie Monitor oder Report genauso manipulieren konnten - ohne dass sich einer ein alternatives Bild machen konnte. Heute sind diese Alternativ-Quellen nur einen Klick entfernt und ich kann auch einfach meinen Kumpel in Australien oder den Onkel in den USA nach seiner Wahrnehmung und Einschätzung zu Meldungen und Berichten befragen - binnen Minuten oder Stunden. Und auch heute manipulieren die Medien noch immer massiv diese “anfällige und sprunghafte Masse” - Internet hin oder her.

Wir schreiten fort und gehen voran. Dabei bleibt vieles zurück. Das trifft dann den sündhaft teuren Brockhaus, den ich mir eh nie leisten konnte, analoge Fotos, Vinyl-Platten, CDs und vielleicht auch Bücher. Und natürlich gibt es immer Menschen, die das bedauern. Ich sehe diese Entwicklung eher pragmatisch als dogmatisch. Es passiert … und ich kann “es” ja so handhaben, wie ich es für richtig halte und eben unbedingt den letzten Brockhaus für meine Bibliothek kaufen.

Bei Ihrem Fazit, liebe Frau Gaschke, bin ich dann wieder bei Ihnen: “Es geht darum, dass freie Menschen das Recht haben, Technik zu benutzen, ohne sie anbeten zu müssen.”

Das ist richtig und gut - und es ist auch richtig, dass Deutschland noch sehr weit entfernt ist von einer digitalen Bedrohung oder der notwendigen Erlösung. Eher das Gegenteil ist der Fall und eigentlich müssten wir Schülern, Schulen, älteren Mitmenschen und der derzeit führenden Generation, zu der ich auch gehöre, noch mehr auf das digitale “Pferd” helfen. Zumindest wenn ich mich in der Welt umschaue und tagaus, tagein bemerke, wie wenig die Menschen in meinem Umfeld von den Wiki’s, Facebooks, amazon’s und eBays dieser Internet-Welt eigentlich wissen. Und ich möchte betonen, dass unsere 3 Kinder allesamt Waldorf-Einrichtungen besuchen.

Nichts für ungut Fr. Gaschke. Das war jetzt Widerspruch im Zunft[blog] statt an widerspruch@zeit.de.

Am Montag habe ich einen sehr interessanten Bericht über die Arbeit eines Food-Scouts - zu deutsch wohl - Futter-Sucher ;-) gesehen. Der Mann wuselte quer durch Asien auf der Suche nach neuen Zutaten für eine spannende Küche und schonte dabei kein noch so abgelegenes Bergdorf. Ich sehe mich ab und an als Nachhaltigkeits-Scout und damit ein wenig in der parallelen Bahn zu diesem Herrn in Asien. Im Moment beschränke ich mich allerdings noch auf Ausflüge in Deutschland, Schwerpunkt Metropolregion Hamburg.

Am Dienstag war ich mal wieder bei Aldi. Einem neuen Aldi, der bereits in der (norddeutschen) Traumkollektion mit Edeka und Rossmann auftritt. Und irgendwie zahlt diese Ladenkombi doch schon ein wenig auf die Schizophrenie ein - das was ich beim Aldi und bei Rossmann gespart habe, kann ich beim Edeka aufn Kopf hauen. Obwohl es ein neuer Aldi war, sah der genauso aus wie der Aldi meiner Jugend, der 50m talwärts im jetzigen Rossmann-Markt verortet war. Allerdings mit einem Unterschied: Die zwei Leergut-Entsorgungsautomaten gab es noch nicht. Und irgendwie hatte ich die Wein-Kollektion größer bzw. länger in Erinnerung. Das was ich heute dort fand, war total unattraktiv und einfach so hingeschmissen. Mir täte es keinen Spaß machen dort etwas für einen gemeinsamen Abend mit Frau oder Freunden zu erstehen. Auch wenn’s günstig wäre.

Aber der eigentliche Anlass für diesen Artikel fand sich schräg gegenüber der Weinkollektion. Sie werden es nicht wirklich erahnen, was meine Augen dort entdeckten. ES lag zwischen mehreren anderen Druckerzeugnissen und es war …. Die Zeit! Und nicht nur eine, sondern mehrere Ausgaben. Mit dem Hintergrundwissen, dass Aldi keine schlecht gehenden Produkte duldet, ist wohl davon auszugehen, dass Die Zeit bei Aldi auch verkauft wird. Das wiederum beweist, dass hochgebildete und überdurchschnittlich intelligente Menschen (wer sonst mag dieses Blatt lesen) tatsächlich dort einkaufen und sogar nicht davor zurück schrecken, ihre wöchentliche Die Zeit dort zu erwerben. Das ist doch ein Knaller, oder? Zumal es bei uns am Ort (32.000 Einwohner) überhaupt nur zwei Zeitungsläden gibt, bei denen unsereins die Die Zeit verlässlich bekommt. Und Edeka nebenan hat sie nicht!

Na klar, als Informierte(r) der Szene wissen Sie, dass Ritter jetzt auch in Bio macht. Ich kannte die Geschichte auch, allerdings nicht vollständig. In einem Interview auf Spiegel Online erzählt Herr Ritter jetzt auch etwas zu Löhnen und dem essentiellen Gleichklang aus “sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten”, der stimmen muss, um mit einem Unternehmen langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein. Und genau dass würde in der Betriebswirtschaftslehre und der späteren Unternehmensführung sträflich vernachlässigt, sagt Ritter. Reine Profitwirtschaft gehe halt immer zu Lasten der anderen zwei Punkte in diesem Gleichklang - weil sich diese auch untereinander bedingen.

Wie Darboven, so hat auch Ritter bereits früh (1990) angefangen sich um einen biologischen Kakao-Anbau in Mittelamerika zu kümmern. Ein Engagement über mittlerweile 18 Jahre, was laut Ritter unter der Regie einer Aktiengesellschaft mit 3-monatigen Renditeberichten wohl kaum möglich gewesen wäre.

Wieso lernen anderen Unternehmen nicht von solchen “Klassenbesten”, der in diesem Fall ja sogar Marktführer in seinem Segment ist? Noch dazu schreibt er sich auf die Fahnen, seine Mitarbeiter überdurchschnittlich zu bezahlen und auf ein Klasse-Klima in der der Firma sowie bei den Lieferanten bauen zu können. Und er möchte dabei sein, wenn der Anteil der Bio-Schokolade von zur Zeit 1% auf - seine Prognose - 20% ansteigt. Vielleicht hilft ja “die Krise”, dass sich mehr und mehr Unternehmen solchen nachhaltigen Zielen verschreiben. Ich würde mir das ganz fest wünschen. Ansatzpunkte für konkrete Handlungen bietet das Beispiel Ritter Sport reichlich.

Heute mal eine ehrliche Frage: Können Sie unseren Beiträgen im Zunft[blog] folgen oder ist das oft hochtrabendes Geschwafel, das wenig mit der Realität zu hat und Ihnen keine, aber so gar keine Ansatzpunkte in Ihrem eigenen Umfeld aufzeigt?

Unser Anspruch ist es, verständliche Beiträge zu liefern, die auch die Ableitung von konkreten Maßnahmen zuläßt. Wir möchten unseren Lesern Impluse liefern und diese zum nachdenken anregen - ein Stück weit auch mit neuen Ideen versorgen.

Ich stelle diese Frage auch, weil wir gerade auf den letzten Veranstaltungen verstärkt gehört haben, dass LOHAS zwar toll sind, auch dass man sich jetzt zu den Kulturell-Kreativen zählen darf - was das aber für die tägliche Arbeit und das persönliche Fortkommen bedeuten kann, wird sehr oft nicht klar. Die konkreten Ansatzpunkte fehlen. Was mache ich denn jetzt als Tischler mit diesem Konsum-Typ LOHAS? Und wie kann ich mein guten, sauberen und grüne Arbeitsstil in Geld verwandeln?

Zukünftig werden wir noch mehr versuchen eben das zu leisten. Ihre Sprache zu sprechen. Sie abzuholen. Und immer wenn das nicht klappen sollte, dann lassen Sie uns das bitte sofort wissen. Nachhaltig zu sein bedeutet auch verstanden zu werden.

Was für eine Überschrift … feine und cremige Ganzfruchtgetränke, die ganz und gar unschuldig sind … gibt es eben bei Innocent Drinks aus Hamburg.

In einer Pressemitteilung vom 20.11.2008 heißt es: “Immer mehr Menschen werden auf den Klimawandel und seine Konsequenzen aufmerksam. Sie möchten dazu beitragen, dass weniger CO2 produziert wird und wollen daher wissen, wie sich das, was sie kaufen auf ihre Umwelt auswirkt. Als erstes Unternehmen veröffentlicht der Smoothie-Hersteller innocent daher hierzulande einen CO2-Fußabdruck für jedes seiner Produkte. Der Wert zeigt innocent-Käufern, wie viel CO2 bei der Herstellung ihrer Smoothies anfällt.

Das Ergebnis: Bei der Herstellung eines 250ml-Smoothies der Sorten Cranberry & Himbeere oder Orange, Karotte & Mango entstehen auf dem Weg von den Obstplantagen bis in die deutschen Kühlschränke im Durchschnitt 273g CO2. Beim Brombeere, Himbeere & Boysenbeere-Smoothie sind es 276g CO2; bei Erdbeere & Banane 281g und bei Mango & Maracuja 283g. Zum Vergleich: 1 Liter Benzin verursacht 2,93kg CO2-Ausstoß; für 1kWh Strom fallen 639g CO2 an - das ist in etwa die Menge Strom, die wir für eine dreiminütige Dusche benötigen.”

Na, das hört sich alles ja sehr löblich an, oder? Ich würde einfach gerne wissen, wieviele Ganzfruchtgetränke eben durch diesen CO2-Fussabdruck mehr verkauft werden? Wenn das wirklich gelingt, was gibt es schöneres als mit unschuldigen Dingen Menschen zu erfreuen und gleichzeitig auch noch seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?

“Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten” … so heißt eines der Zunft[institut]-Seminare in dessen Rahmen wir Menschen und Firmen aufzeigen, wieviel Potential in nachhaltigen Geschäftsmodellen und Ansätzen steckt - wieviel Zukunfts-Perspektive eben. Warum? Nun, vorgestern die Banken, gestern die Automobil-Industrie, heute die BASF, morgen die Verlage, dann die Werbebranche, gefolgt von Handelsketten - sicher auch aus dem Diskount Bereich. Es kracht derzeit gewaltig und wer weiß schon, wie lange das noch weitergehen wird, wer davon verschont bleiben wird.

Es galt mal in der Wirtschaft das Gebot, dass in guten Zeiten für schlechte zurückgelegt wird. Es galt dagegen nicht, dass sich wenige alles Geld in die Tasche stecken und wenn es dann ein wenig enger wird, sich nicht mehr daran erinnern mögen und sogar (laut) nach Hilfe schreien - und abertausende redliche Arbeitnehmer unter dieser Art der Mißwirtschaft leiden müssen. Irgendwie habe ich freie Marktwirtschaft anders verstanden und es wäre sehr nachvollziehbar, wenn da Steine flögen und viele Führungskräfte zur Verantwortung gezogen werden würden. Warum scherrt das aber keinen und warum ist der Staat jetzt der Heilsbringer, auf den sonst alle schimpfen und dem man möglichst wenig Steuern überlassen möchte?

Das geht so nicht weiter! Wir sind sicher, dass nachhaltigen und fairen Unternehmen - insbesondere in einem regionalen Kontext - eine große Zukunft bevor steht. Wenn sie es richtig angehen, die Chancen nutzen, die aus Fehler des Globalisierungsdrangs entstanden sind und sich zurück auf den Kunden besinnen. Einfach eigentlich, nur so gar nicht selbstverständlich, wie auch einige Beiträge in diesem Blog zeigen.

Ob diese nachhaltigen Unternehmer dann auf die Wiege (cradle to cradle) setzen, sich vornehmen ihren Kunden zuzuhören, diese in ihre Wertschöpfungsprozesse einbeziehen oder etwas innovativ nachhaltig Neues entwickeln, ist unerheblich. Wichtig ist es an seinen Weg zu glauben, eng an den Menschen im eigenen Umfeld zu bleiben, neu zu denken, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und neu zu handeln. Da wird Fernsehwerbung dann z. B. eine sehr untergeordnete Rolle spielen: Zum einen sind die Leitmedien heute Internet und Mobilphone und zum anderen bedeutet Fernsehwerbung (… und nicht nur die!) einen Preisaufschlag auf das Produkt. Wenn diese Werbeform und klassische Werbung generell überlebt, dann nur, wenn die Anbieter den Prosumenten transparent machen, wieviel mehr sie für das Produkt aufgrund dieser Werbung zahlen müssen. Auf einer solchen Basis kann sich dann jeder selbst entscheiden, ob er das finanzieren möchte oder nicht. Das gilt übrigens auch für Mieten.

Es gibt viele spannende Ansätze und die Schnellen werden die Langsamen und nicht die Großen die Kleinen überholen. Seid mutig … und natürlich hilft das Zunft[institut] gerne in diesen Prozessen, den Perspektiventwicklungen und als begleitender Partner - individuell, fair und ganzheitlich (dieser Werbesatz kostet Sie bei der Inanspruchnahme unserer Dienste keinen Cent mehr ;-)) versprochen).

Ja, ich gebe es zu … ich bin T-Mobile-Kunde. Allerdings habe ich auch noch einen O2-Surfstick und ein O2-Mobiltelefon. So habe ich ein wenig den Vergleich. Der Preis ist dabei wirklich zweitrangig - es geht mir eigentlich um die Servicequalität (vielleicht liest das ja mal ein Verantwortlicher)! Bei O2 lande ich in einem sog. Businessteam, die tatsächlich auf E-Mails reagieren und bei denen man auch bestimmte Ansprechpartner wieder verlangen kann - ohne seine Geschichte im Laufe eines “Vorfalls” drei oder mehr Male zu erzählen.

Aber eigentlich möchte ich über die Telekom schreiben - oder T-Mobile. Eigentlich weiß ich gar nicht, ob die nun noch zusammen sind oder nicht oder schon wieder auseinander? Anyway. Ich versuche seit Montag Nachmittag an meine aktuelle Online-Rechnung heran zu kommen. Am letzten Montag und auch am Dienstag war von Wartungsarbeiten die Rede - allerdings immer erst NACH der Anmeldung (warum?). Mittwoch tritt mehrfach ein anderer Fehler auf, gewartet wird wohl nicht mehr. Die Hotline kann mir kein PDF der Rechnung senden. Also ist es wie bei der Deutschen Bahn: Auf offener Stecke ohne Informationen gestoppt - übrigens haben weder die Mitarbeiter an der Hotline (”das geht am Dienstag im Laufe des Vormittags wieder”) noch die Kunden eine Ahnung. Wahrscheinlich werden gerade wieder im großen Stil für Weihnachten Daten geklaut, was den Server voll und ganz auslastet - sorry.

Aber dieser - aus meiner Erfahrung - schlampige Service wird dadurch noch getoppt, dass uns gestern ein unbekannter, schlecht deutsch sprechender angeblicher Telekom-Mitarbeiter anrief (immer OHNE Rufnummern-Übermittlung, was das Vertrauen in den Laden nicht gerade stärkt), der schlicht fragte, ob wir denn unseren DSL-Anbieter nicht wechseln möchten. Einfach so. Keine Argumente warum, keine sonstigen Infos. Was sollen wir anderes als “Nein” sagen? Dann 3 Stunden später ein Anruf auf meinem Mobiltelefon - wieder ohne Rufnummernübermittlung - die nächste Telekom-Runde. “Sie als treuer Kunde …” weiter kam der Mann nicht, weil ich ihn angeschrien habe, er möge dafür Sorge tragen, dass mein T-Mobile-Online-Bereich wieder funktioniert, weiterhin nie wieder ohne Rufnummernübermittlung anrufen und überhaupt habe ich ihn und seinen Kollegen schon mehr als 5 mal erklärt, dass ich mit meinem O2-Vertrag eine Flatrate habe. Ich habe bei anderen dieser Anrufe schon mal um ein schriftliches Angebot des mündlich gesprochenen gebeten - das war auch immer nicht möglich. Übrigens habe ich von O2 noch keinen einzigen Werbeanruf eines betriebsfremden Callcenters erhalten.

Gerade in Zeiten in denen eine Firma fahrlässig mit dem Vertrauen seiner Kunden umgegangen ist, darf so etwas nicht sein. Niemals. Statt in Werbung, die niemand sehen will, sollte lieber in Servicequalität, denkende Führungskräfte und Sicherheit investiert werden. Was für ein Saftladen …

… oder Von einem Einkäufer, der auszog, um an Frankfurt vorbei zu fahren.

„Hinten kackt die Ente“ heißt es in meiner Schafkopfrunde, wenn der letzte Stich das Spiel entscheidet. Ähnlich ist es auch mit dem Jahresergebnis des Einzelhandels: Weihnachten gut – alles gut. Daher sollte diese Saison gut vorbereitet sein. Früher geschah das überwiegend auf der Herbstmesse in Frankfurt. Sortimentsthemen wurden definiert, Ware geblockt, Taschenrechner bemüht. Das war früher. Heute ist die Messe eher zu einer Veranstaltung geworden, die dem interessierten Fachpublikum, das ungern nach China fliegt, die Möglichkeit gibt „Kleinasien“ zu spielen.

Heute ziehen sich immer mehr Aussteller zurück. Das liegt sicherlich auch an den Kosten, die ja auch für den Messebesucher in Frankfurt erheblich sind. Es liegt aber auch daran, dass es kein erkennbares Konzept mehr gibt – die Messe ist zu einer riesigen Gemischtwarenhandlung mit Ramschtendenz geworden.

Wo sind die Alternativen? Die lieben Außendienstmitarbeiter, die eh schon vor der Messe auf der Matte stehen, damit man das Geld nicht aus Versehen dem Falschen gibt? Alles so machen wie im letzten Jahr?

Unsere Lösung: Ausflüge machen. In Herning, Birmingham, Paris oder Mailand, findet man auch schöne Sachen und am Messeeingang hört man sogar ein „herzlich Willkommen“.

P.S. Sollte eine Firma in der Nähe der Route liegen, wird sie besucht. Dabei kommt meist das Beste raus, zumindest gibt es dort keine lauwarmen Würstchen und abgestandenen Kaffee…

Andreas Langholz
Coledampfs Küchenkulturzentrum

… nur eingestellt von Olli Selaff

Es sind nur drei Anmerkungen oder Gedanken zu 100 Blogbeiträgen geworden …

Joachim Zischke // Online-Magazin Dialogus
Neulich las ich: “Emotionen übertragen sich erst, wenn man 100% Einsatz zeigt.” Beziehe ich diese Aussage auf den Zunft[blog], so kann ich sagen: Ja, die Blogmacher haben nicht nur 100 Blogeinträge geschrieben, sondern auch 100%tigen Einsatz gezeigt. So ist zu wünschen, dass sich der Einsatz ähnlich stark auf die Emotionen der Leser überträgt und die veröffentlichten Gedanken und Ideen in den Köpfen Sinn und Werte stiftend wirken.

Amei Poensgen // Faircustomer und Blog Faircustomer
Herzlichen Glückwunsch zur runden Zahl! Die kurze Zeit, in der diese hundert
Beiträge zustande kamen, sprechen dafür, dass es eben aus der Welt der
Manufakturen und der Nachhaltigkeit viel zu berichten gibt. Vielen Dank für
manchen Tipp und manche Anregung, die ich schon vom Zunftblog mitnehmen
durfte….Herzliche Grüsse

Hannes Treichl // ANDERS|denken
lieber oliver,
ich übersende dir hiermit glückwünsche zum 100. blogeintrag. das zunftnetz blog steht in meiner must-read leseliste und ich freue mich immer über die inspirierenden beiträge bei dir! freue mich auf die nächsten 1000 berichte :-)
herzliche grüße,
hannes

Bei rund 60-90 Besuchern am Tag schon mal 3% Rücklauf. Blogs werden - wie Wiki’s auch - eben mehr konsumiert als selbst mit gestaltet. Aber wir hatten gestern ja auch weitere 5 Kommentare direkt am Beitrag. Diese 8% machen mich fast ein wenig stolz.

… der heute einfach leer bleibt! Kommentare sind dennoch willkommen.

Net Geners oder ausgeschrieben Net Generation wird diese Generation auch genannt, die zwischen 1977 und 1997 das Licht dieser Welt erblickt hat. Damit bin ich in diesem Beitrag wieder bei Don Tapscott. Ich habe bereits weiter vorn über “Grown up digital” geschrieben und möchte heute ein wenig mehr auf diese beschriebene Generation eingehen.

Diese Generation ist digital aufgewachsen und hat statt des bisherigen Leitmediums TV das Internet sowie das Mobiltelefon dafür adaptiert!!! So haben sich eine Reihe von Unterschieden oder Normen herauskristallisiert, die diese Generation leiten. Don Tapscott hat diese wie folgt identifiziert:

* Freiheit
* Individuelle Kundenanpassung / -orientierung
* (Über-)Prüfung
* Integrität (Redlichkeit)
* Zusammenarbeit
* Unterhaltung
* Geschwindigkeit
* Innovation

Die Existenz dieser Normen oder Leitmotive wurde mit einer weltweiten Umfrage unter 6.000 „NetGeners“ von nGenera (ehm. New Paradigma) 2008 überprüft - und ein wenig findet man LOHAS-Ansätze darin, finde ich.

So hat diese Generation schon heute Einfluss auf die Wirtschaft und strahlt mit einem Teil dieser Normen eben auch in den Lebensstil LOHAS und die kulturell-kreative Szene ab. Wenn wir also wissen wollen, was wir und unsere Wirtschaft morgen brauchen, sollten wir einen Fokus auf diese Generation richten, von ihnen lernen und vor allem … handeln.

Viele dieser Gedanken und Impulse stehen – ein wenig provokativ ausgedrückt - diametral zu unserer jetzigen Gesellschaft in Deutschland, die “alt im Sinne des Denkens, die satt im Sinne des Wohlstandes und die dekadent im Sinne ihrer Handlungsweisen ist” (Zitat Klaus Kofler). So ist es an der Zeit umzudenken und den schönen Satz Das haben wir schon immer so gemacht … endgültig aufs Altenteil zu schicken.

Haben Sie es gemerkt? Das war die Nr. 99. Für die 100, die in jedem Blog etwas besonderes ist, nehmen wir uns bis Montag Zeit. Sind Sie gespannt? Oder eher gelangweilt? Zeit eine erste Bilanz zu ziehen?

In diesem 98zigsten Beitrag geht es nicht um … die Bahn, wohl aber um einen weiteren, eher nicht so nachhaltigen Anbieter, der sonst mehr - so meine ganz persönliche und subjektive Wahrnehmung - mit den günstigen Fertigungsländern dieser Welt agiert. Jede Woche eine neue Welt: Bei Tchibo. Mir kommt dabei immer der Satz “Dinge die die Welt nicht braucht” in den Sinn. Weil Menschen dorthin gehen und zu Hause noch nicht wußten, dass Sie einen elektrischen Milchaufschäumer und zwei Glas-Thermo-Becher brauchen würden - ES dann aber einfach kaufen. Auch wenn es zusammen gut Euro 64.- kostet. Einfach so …

Wie die Überschrift sagt, sollte es nicht generell um Tchibo gehen, sondern darum, dass im Katalog “Mein schönstes Kaffeehaus” auf Seite 13 die denkwürdige Beschreibung 2 Kaffeegedecke Deutsches Qualitätsporzellan zu finden ist. Noch steht es dort relativ verstohlen und wird nicht als fettes Verkaufsargument ins Feld geführt, aber vielleicht werden wir hier Zeugen eines ersten Tests in diese Richtung? Tchibo auf dem Weg zurück zu “Was ist was wert?”?

Ich habe darauf hin den Rest des Kataloges sehr genau gelesen. Es blieb aber nach meiner Wahrnehmung bei diesem singulären Treffer. Allerdings soll diese Gedeckserie ab 2009 in weiteren Farben fortgesetzt werden.

Liebe Fachleute - welcher deutscher Qualitätshersteller steckt denn jetzt dahinter? Und was soll uns das sagen? Der erste zarte Kamm einer größeren Welle?

PS: Zu Tchibo fällt mir noch ein, dass ich eine LOHAS-Studie las, in der Tchibo in punkto Nachhaltigkeit relativ gut darstand. Daran zeigt sich eine Schwierigkeit der LOHASen (… oder des Konsumtyps LOHAS): Manchmal zählt Lifestyle mehr als die kritische Hinterfragung. Und deutsche Firmen profitieren von einer pro-nationalen Handlung der deutschen LOHASen - in dieser Studie jedenfalls.

Uns fällt auf, dass immer mehr Städte und Regionen die Nachhaltigkeit für sich entdeckt haben. Nicht nur Essen, die Kulturhauptstadt Europa 2010, hat sich auf den Weg gemacht und entdeckt im Zuge dessen ihre Kulturell-Kreative Klasse. Eine Reihe weiterer Kandidaten versuchen Nachhaltigkeit für sich zu nutzen - im Idealfall eine Alleinstellung darüber aufzubauen. Eigentlich clever, aber es gibt da einiges zu bedenken.

Nur zwei Beispiele dazu: Es lohnt sich erst dann über Nachhaltigkeit mit anderen zu sprechen (Werbung, PR), wenn die Stadt oder die Region die Nachhaltigkeit schon annähernd lebt. Was nützt es, wenn ich als (womöglich kritischer LOHAS-affiner) Besucher in DIE Nachhaltigkeits-City komme, und ich mich bereits beim ersten Restaurant-Besuch oder an der Tourist-Info fragen muss, ob der herbe Charme und die brutale Unfreundlichkeit Teile der Kampagne sind oder vielleicht ein Stück authentische Identität darstellen. Auch der Dialogversuch über die “tolle Nachhaltigkeits-Strategie ihrer Stadt” bringt dann wahrscheinlich nur fragende Blicke hervor und ein schlichtes: WAAASSSS? Also: Nachhaltig wird nur, wer alle Beteiligten von Anfang an zu einem Teil des Prozesses werden läßt. Ganz von Anfang an.

Das zweite Beispiel hat mit Transparenz und Offenheit zu tun: Eine nachhaltige Region wird man nicht über Nacht. Auch hier ist es wichtig, seine zukünftigen Besucher und Gäste frühzeitig einzuladen sich ein Bild des Projektes zu machen - wann immer diese das tun möchten. Das war früher sicher schwer, heute ist das über die Leitmedien Internet und Mobiltelefon dafür sehr einfach. Also liebe kommende Nachhaltigkeits-City: Wie wäre es zu aller erst mit einer Internet-Wiki, die über Gutes, Schlechtes, Erfahrungen, Kritisches berichtet und Geschichten über den Prozeß erzählt? In der alle Beteiligten zu Wort kommen können und ihre Sicht der Dinge darstellen können?

Das wäre keine gute, innovative Idee - nein - das ist eine wesentliche Grundvoraussetzung und ein kritischer Erfolgsfaktor im Rahmen eines solches Projektes. Und es ist Neues Denken!

Im Bereich “Shoppingtour” ist das der Titel eines Artikels im aktuellen mobil-Magazin der Bahn, den Sie hier  finden können. Nicht nur dass es sich hierbei schon um den 2. (positiven) Beitrag zum Unternehmen Zukunft in diesem Blog dreht, nein, es scheint auch so, als ob die Bahn vielleicht ein wenig auf wertige, nachhaltige Dinge außerhalb des eigenen Konzerns aufmerksam geworden ist. Oder ist dieser Artikel einfach der GuJ Corporate Media in Hamburg zu verdanken?

Anyway. Nicht nur die Bestrebungen der Die Zunft AG finden dort Erwähnung, sondern auch eine Reihe von tollen Manufakturen werden einem breiten Publikum vorgestellt. So finden u. a. die Seifen von Erik Kormann, die Bonbons von Hjalmar Stecher, die Hüte von Fiona Bennett, das Porzellan von Frank Ludwig, die Donfinesse-Delikatessen der Familie Passoke und viele andere Erwähnung. Toll Bahn … und weiter so.

Nicht dass Sie denken, dass ich jetzt kurz vor dem ersten Geburtstag des nat. Restaurants am Heuberg 1 im Herzen der Hamburger City dieses jetzt auch endlich ankündige. Nein! Ich möchte schreiben, dass ich es Klasse finde, dass das erste Jahr geschafft ist. Für das zweite Jahr werde ich ganz, ganz doll die Daumen drücken. Ich hoffe auch, dass dieses Konzept auch in anderen Städten Deutschlands umgesetzt wird - nicht eins zu eins und immer mit etwas Individualität und regionaler Identität. Ich stelle mir kein Franchise-Konzept á la Subway & Co. vor, dass das Gesicht aller deutschen und europäischen Innenstädte noch gleicher macht.

Was die meisten von Ihnen wohl nicht wußten, ist, dass Jan Rosenkranz für sein Restaurant in der Hamburger Lagerstraße eine Küche betreibt, die die Gerichte für das Restaurant in der City vorbereitet. Auch das Catering läuft von hier aus. So ist nat. auch in der Lage, andere Küche mit vorbereiteten, saisonalen und voll ökologischen Gerichten zu beliefern. Wäre das nicht etwas für Ihre Kantine? Die nat. Küche hat je nach Jahreszeit bis zu 800 Rezepte im Angebot - dabei auch coole, echt leckere Burger und andere Bio-Highlights. Sprechen Sie Ihren Kantinen-Pächter doch einmal darauf an …

Mir schien der Freitag als Abschluss einer arbeitsreichen Woche sehr geeignet für ein wenig Geschichte. Eine (zugegeben etwas längere) Geschichte von mir und meiner Entwicklung.

Ich bin das erste Mal vor knapp 12 Jahren - im Sommer 1996, dem Geburtsjahr meines Sohnes - auf das Thema Wissensmanagement aufmerksam geworden. Damals bewegte ich mich schon seit gut 3 Jahren im Internet (im wesentlichen mit CompuServe), das Wort “Intranet” machte in der Firma (Beiersdorf AG, Sparte tesa heute tesa AG) die Runde und in diesem Zusammenhang trieb es mich um, dass hier viel Potential für wissensintensive Unternehmensbereiche wie die F&E schlummerte.

Ich belegte dann 1997 eine ZfU-Veranstaltung in Zürich eben zum Thema “Wissensmanagement”, die in Zusammenarbeit mit einigen Klassenbesten (u. a. Ciba Geigy, Lotus, Uni St. Gallen) in diesem Bereich und damals noch Arthur Andersen Consulting realisiert wurde. Diese Veranstaltung war der auslösende Moment für meine weitere Bemühungen auf diesem Gebiet. Heute versuche ich “es” Wissens-Konversationen zu nennen, weil das managen hier eben schwer ist.

Ich habe dann in der Folge sowohl die Realisierung des weltweiten tesa Intranets “tesaSKY” als auch das Projekt “Wissensmanagement in der F&E tesa” maßgeblich initiiert. Beides war für damalige Verhältnisse fortschrittlich, die Strukturierung des Wissensmanagement mit Hilfe von sog. Wissenslandkarten ist bis heute hoch aktuell.

Im hier und jetzt haben wir Wiki’s und Facebooks - Social Software - die wir damals gerne gehabt hätten. In diesen Werkzeugen ist Zusammenarbeit und Wissensteilung quasi bereits in der System-DNA enthalten. Wir haben das damals mühsam über Datenbanken und Web-Oberflächen konstruieren müssen. So haben ich in den letzten Jahren mindestens 5 Wiki’s aufgesetzt, blogge kräftig herum und wende mich einem intensiveren Studium von Facebook zu. Facebook als firmeninternes Werkzeug Hand in Hand mit Wiki’s und Blogs und Twitters und YouTubes. Ach ja, im Zuge des Aufbaus des tesa Intranets schufen wir auch schon 1998 eine Video-Stream-Plattform - mit der direkten Unterstützung von Microsoft in den USA. Damals für immerhin bis zu 50 gleichzeitige Zugriffe - Steinzeit-YouTube für DM 200.000.- ohne Hardware.

Warum erzähle ich das alles? Ganz einfach: In fast allen Projekten bin ich an dem Punkt vorbei gekommen, der Kultur oder Soft Facts oder soziale Akzeptanz hieß. Zu oft haben wir diesen Punkt dann Zugunsten von ja so wichtigen “Strukturen”, konkreten und vor allem messbaren Ergebnissen einfach so links liegen lassen. Frei nach dem Motto “Wenn wir gute Arbeit leisten, werden die Menschen schon unsere Systeme schon nutzen und unser Denken teilen”.

Heute weiß ich, dass das falsch war. Nur: Als junger und ambitionierter Mensch, der schon immer leicht fordernde und revolutionäre Züge hatte, fand ich keinen Zugang zu diesen kulturellen Dingen. Konnte ich vielleicht auch gar nicht. Aber auch die Beraterschar und die hochdotierten Manager (damals mit verantwortlich für das Intranet, dann doch relativ schnell im Vorstand von Beiersdorf) hatten da kein Rezept. Machen war angesagt. Ich hatte zwar damals schon einen Draht zum Change-Manager Bruno Krieg aus Basel, hatte ihm auch schon ein Ticket Richtung Hamburg besorgt, dann aber kam die Ausladung. Kultur war damals halt etwas nicht fassbares, unkontrollierbares. Womöglich hätte ein Mitarbeiter ja mal seine Sicht der Dinge schildern können. Wenn man heute an Mitarbeiter-Blogs denkt, wäre man damals sicher bei einem bloßen Gedanken daran geteert und gefedert worden. Das obwohl ja bereits parallel 1999 die Geburtsstunde des Cluetrain Manifest war - allerdings in den USA.

Heute beschäftige ich mich mit OpenSpace, Neuem Denken und mit dem Wandel. Es mag der Generations- und Gesellschaftentwicklung - und meinem Alter - geschuldet sein, aber heute hören mir die Menschen zu, obwohl ich nicht viel anderes sage als früher. Und oft höre ich dann ein “da bist Du Lichtjahre voraus” - immer noch. Shift happens - der Wandel geschieht. Und damit schrumpfen Lichtjahre schon mal auf eine erträgliche Monatsgröße zusammen - das hat sich im Gegensatz zu vor 12 Jahren nachhaltig verändert - sogar ein schwarzer US-Präsident ist möglich. Heute kommt für mich an erster Stelle Kultur, Vertrauen und Spaß - und wenn das gelingt, schreien die Menschen förmlich nach Werkzeugen aus der Social-Software-Ecke. Aber der Fall von Molly zeigt auch, dass auch User selbst darauf kommen können, dass Wiki’s & Co. helfen können viel Arbeit zu sparen und nebenbei helfen ein Unternehmenswissen abzubilden. Man muss es ja nicht gleich strategisch im Sinne der Wikinomics sehen.

Es mag gleichförmig und überflüssig klingen, aber ich freue mich auch bei diesem Artikel über Kommentare und Anmerkungen oder gar Ihre eigenen Geschichten.

Es wird Herbst und das ist die Zeit wieder Bücher zu lesen - all die Praxis theoretisch zu hinterfüttern. Ich komme deshalb noch mal auf das Buch “Die Kunst loszulassen” zurück - auf das vorletzte Kapitel. Hier schildert Molly in einem Tagebuch, wie es denn so war, bei der ersten Begegnung mit einem Wiki-Dingsda. “Obwohl ich Krach geschlagen und gedroht habe, das Haus in die Luft zu jagen, ist es mir nicht gelungen, mich diesem sog. Wiki-Training zu entziehen” … ist der Anfang am 12. Juni.

Am 29. Juni klang das dann schon so: “Ich habe herausgefunden, was man noch mit dem Wiki machen kann! Freitag ist Kuchentag, und mit dem Wiki kann ich am schnellsten herausfinden, wer welchen Kuchen möchte und wer ihn besorgt.”

Und schließt am 17. Juli mit: “Wir sprachen über das Wiki, und ich erzählte ihm von dem Alptraum am Tag außer Haus und dann über meine Idee, den Newsletter der Abteilung daraufzustellen. Er schlug statt dessen einen Blog vor …”.

Spannende Geschichte, nett und praxisnah geschrieben. Und am 23 September hätte Molly geschrieben: “Ich will wissen, wer sich bei uns im Haus mit grünem Geld auskennt und werde diese Frage in unseren Blog stellen. Darauf hin schlug er das interne Facebook vor …”. Molly wird so noch zur Enterprise 2.0 Expertin. Wowww.

Ich lese gerade das neue Buch von Don Tapscott. Nachdem er 1996/97 “growning up digital” geschrieben hatte, sich dann den Phänomenen von Wiki’s gewidmet hat (”Wikinomics”), hat er erneut einen Blick auf die Jugend und Gesellschaft geworfen. Für “Grown up digital - how the net generation is changing YOUR world” haben Don und seine Mitstreiter mit fast 10.000 Menschen in vielen Teilen der Welt gesprochen, um sich ein aktuelles Bild zu machen: 1.750 junge Menschen zwischen 12 und 20 Jahre alt in den USA, 5.935 “Net Geners” zwischen 16 und 29 in 12 Ländern (u. a. Deutschland, Frankreich, Spanien, Russland, Indien sowie Mexico), der Rest waren “Gen Xers” im Alter zwischen 30 und 41 sowie “baby boomers” (US bezogene Gruppe) zwischen 42 bis 61.

Ich bin erst auf Seite 74, in so fern dürfen Sie jetzt hier keine erschöpfende Buchkritik erwarten, aber ich habe schon eine Menge gelernt. Eigentlich durchweg Dinge, die im Alltag nicht ständig analysiert werden: Wie wachsen unsere Kindern (auch meine drei) heute eigentlich auf, wie werden sie von der Digitalität berührt, wie entwickelt sich die Jugend in anderen Ländern, die eine zu Deutschland völlig andere Alterspyramide haben? Eines ist sicher: Das was der Fernseher für meine und die davor liegende Generation war, sind heute das Internet und das Mobiltelefone. So ist aus meiner Sicht auch ein großer Teil dessen, was wir heute in der LOHAS-Bewegung beobachten und die aktuelle Stärkung eines Verbraucherstyps Prosument auch durch eben diese gesellschaftliche Veränderung der “Net Geners” und “Gen Xers” entstanden. Wie schreibt Don so schön: Learn from them and act - es wird sicher nicht der letzte Beitrag zu diesem Buch von mir gewesen sein.

Klaus Kofler vom Zunftinstitut wird in der November-Ausgabe des PR-Report im Zusammenhang mit dieser o. g. Fragestellung zitiert. Den Artikel finden Sie hier (750 kB!!).

Er spricht dort von den Prosumenten, dem Leitmedium Internet und darüber, dass es deutsche Unternehmen in der Regel einfacher haben - in der Nachhaltigkeitswahrnehmung. Und das das H in LOHAS meist der Zugang zu diesem Lebensstil ist. Was denken Sie darüber? Wir freuen uns über Ihre Kommentare …

An dieser Stelle auch ein Hinweis in eigener Sache: Klaus Kofler und seine Kollegen vom Zunft[institut] (ich auch) stehen Ihnen auch gerne für Vorträge und Moderationen im Rahmen Ihrer Veranstaltungen in unterschiedlichsten Kontexten zur Verfügung. Weitere Details dazu finden Sie auf der der Website des Zunft[instituts].

Wer wissen will, was zu diesen Begriffen in Deutschland und der Welt geht, der schaut in den LOHAS & Lifestyle Blog von LOHAS.de und Peter Parwan. Hier finden sich vom Eco-Store von C&A, über Trends und Elektroautos bis hin zur Werteentwicklung - schlicht ALLES. Mit Hintergründen, weiterführenden Links und Wissen vom Fachmann. Und wenn es ein mehr an Infos braucht: Einfach Peter Parwan direkt ansprechen. Der Mann ist freundlich, hilfsbereit und kennt sich in diesem Themensprektrum intim aus. Er weiß um Akteure, Coaches, Begleiter, Treiber, Ermöglicher und wertige Berater - in diesen stürmischen Zeiten des Wandels.

Dies ist ein Artikel, den wir (mal wieder ;-)) Hans Treichl und seinem ANDERS|denken zu verdanken haben. Er berichtet in seinem Blog von einem Hotelportal indem fast alle Hotelzimmer der USA enthalten sind. Zunächst nichts wirklich Ungewöhnliches. Was das spannende daran ist? Die Merkmale, mit denen die einzelnen Zimmer verbunden sind: Welches Stockwerk ist das ruhigste, welche Zimmer das größte, welche liegt in der Nähe des Lifts und in welchem befindet sich die Badewanne in der Mitte des Zimmers? Alles Fragen, die auf trippkick.com beanwortet werden “Find the hotel room that’s perfect for you!”.

Auf den ersten Blick dachte ich, dass all die Informationen von Gästen stammen - aber das ist nicht richtig. Hier wurde kräftig recherchiert. Die Gästemeinungen bzw. -tipps sind zur Zeit noch spärlich zu finden - zumindest bei den Hotels, bei denen ich geschaut habe. Aber dennoch eine gelunge Site mit viel Mehrwert - voraus gesetzt die Hotels lassen Ihren Gästen die Wahl. Aber vielleicht gibt es ja demnächst im Hotelbuchungsformular auch ein entspechendes Zimmerwahlangebot analog zum Flugzeug. Das wäre Klasse, oder?

Sauvignon Blanc | Carmenere | Pinot Noir

Sauvignon Blanc | Carmenere | Pinot Nori

Ich habe bei meinem Weinhändler drei neue Tropfen aus Chile, genauer aus dem Casablanca Valley, entdeckt. William Cole mag das Land, pflegt seine Liebe dazu und zu seinen Weinbergen - beste Voraussetzungen für einen guten Wein.

Für mich am interessantesten ist der Sauvignon Blanc, den ich sonst vornehmlich aus Neuseeland kenne. Dieser Sauvignon Blanc hat einen sehr reichen Duft nach Honigmelone, Süße und Früchten. Ich hatte auf der Zunge ein ähnliches Geschmackserlebnis erwartet - doch es kam ganz anders. Wahnsinn - dieser Unterschied. Im Mund ist er eher reduziert, zurückhaltend und sehr ausbalanciert. Keine Fruchtfülle und nichts Süßes. Aber dennoch ein sehr überzeugender, toller Wein - eben mit einer starken Differenz zwischen riechen und schmecken.

Der Pinot Noir und der Carmenere sind zwar nicht so überraschend, aber sehr schöne, abgerundete Weine mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis. Der Pinot ist ein Einsteiger-Pinot Noir, der noch recht jung und einfach zu trinken ist - und das ist bei wirklich nur wenigen Pinot Noirs zu behaupten. Die meisten sind eher komplex und entsprechend eher nicht für Einsteiger geeignet.

Natürlich sei die Frage erlaubt, was denn an Weinen aus Chile nachhaltig sein kann. Nun, ich habe mich den Weinen der neuen Welt verschrieben, ohne die aus Deutschland und Europa zu vernachlässigen oder zu ignorieren. Nur habe ich persönlich für mich herausgefunden, dass die Weine der neuen Welt viel vielschichtiger und angenehmer vom Geschmack sind - es steckt viel mehr Sonne und Meer drin. Die klimatischen Bedingungen sind oft interessanter als hier zu Lande und so bringt die neue Welt oft Anderes und Spannendes hervor - meist auch zu faireren Preisen als die preislich etwas entrückten Italiener und Franzosen. Also: Nachhaltiger Geschmack. Um die Transportbelastung der Welt wieder wett zu machen, sind entsprechende Projekte im Gange.

Mehr zu William Cole und weiteren Chilenischen Weinen finden Sie hier und hier.

… obwohl diese Manufaktur nicht nur Seife macht, nein, besonders nett fand ich die Honigbäder mit Lavendel, Melisse oder Sandelholz. Ein wirkliches tolles Geschenk.

Amba Honigbad Rosengarten

Amba Honigbad Rosengarten

Und auch die Molke-Meersalz-Badezusätze erscheinen mir wirklich attraktiv:

amba Molke-Meersalz Bad mit Lavendel

amba Molke-Meersalz Bad mit Lavendel

Und natürlich gibt es Seifen:

Seife Rosengarten & Lavendel

Seife Rosengarten & Lavendel

Auch bei der amba gilt: Nur natürliche Zusätze, möglichst aus biologischen Anbau und der Glycerin bleibt als einer der wichtigsten pflegenden und rückfettenden Bestandteile in der Seife. Zudem werden meist ätherische Öle verwendet - was bei wirklich nicht allen Seifen der Fall ist. Ein wirkliches Beispiel für eine sinnhafte, naturnahe und nachhaltige Tätigkeit - die anderen zudem Freude bringt. Und alles ist mit der Hand gemacht. Wenn Sie jetzt Glück haben und in oder um Berlin wohnen, finden Sie amba auf insgesamt drei Berliner Weihnachtsmärkten, u. a. auf dem Gendarmenmarkt, vertreten. Damit wären die Geschenke dann wohl sicher …

Und amba hat auch noch Airsprays, Körperöle und Seifenablagen. Wirklich ein schönes Sortiment. Wer jetzt mehr darüber wissen möchte, schaut bei Zunft[wissen] oder auf der amba Site.

Die erste Seifen-Manufaktur in dieser Seifen-Reihe war übrigens Kunya aus Erbach im Odenwald.

Ich habe eine neue Marke entdeckt: Cantina Verde. Da gibt es zwar erst wenige Produkte - hauptsächlich einen Bio-Premium-Espresso - aber der Ansatz scheint mir spannend.

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Unter dieser Marke sollen in Deutschland produzierte Dinge vermarktet werden. Es gilt der Grundsatz Hamburg - Norddeutschland - Deutschland, um die Regonalität zu betonen. Da Kaffee nicht in Deutschland wächst, war die Einhaltung dieser Vorgaben schwierig, aber die Rösterei sitzt dafür in Kaltenkirchen. Mein erster Geschmackstest an unserem Junior Siebträger war durchaus sehr gut. Und der Siebträger hat schon ein Paar Kaffeesorten gesehen ;-). Excellenter Geschmack.

Die Marke selbst ist von Iwan Budnikowsky ins Leben gerufen worden - in Hamburg kennt man diesen Einzelhändler unter dem Namen Budni und durch gut 120 Filialen ist dieser fast überall vertreten - neuerdings auch in Richtung Osten. Neben der Naturkosmetik-Parfümerie Aliqua in der Eppendorfer Landstraße, in der rund 20 unterschiedliche Linien an Naturkosmetik erhältlich sind, schon der zweite interessante Vorstoß dieses Unternehmens.

Sind wir gespannt wie es weitergeht.

Nach Beiträgen zu Web 2.0 und Soziale Software steht der Begriff Enterprise 2.0 noch aus. Darum soll es heute gehen.

Geprägt wurde dieser Begriff von Andrew McAfee, der meines Wissens nichts mit der gleichnamigen Anti-Viren-Software zu tun hat. McAfee ist Professor in Havard und versteht unter diesem Begriff die Verwendung von Web 2.0 bzw. Social Software in Unternehmen. Wie bereits in den beiden Artikeln dieser Serie zu den genannten Begriffen beschrieben, dient diese Art der Systeme um das Wissensmanagement und generell die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern zu fördern und vor allem zu verbessern. Gerade mit diesem letzten Umstand berührt Enterprise 2.0 auch Aspekte der Unternehmenskultur. Wenn wir heute also von einer Enterprise 2.0 sprechen, so ist ein Unternehmen gemeint, das seine Kommunikation intern wie extern mittels Social Software geöffnet hat und diese Offenheit entsprechend in die Unternehmensphilosophie integriert hat. Enterprise 2.0 Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass es gelungen ist die streng hierarchische Führungsstruktur aufzugeben. Anstelle dessen wurde die Verantwortung in Richtung der Mitarbeiter verlagert und die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten in den Mittelpunkt gestellt. So sind Prosumenten (ehm. Konsumenten) eingeladen tief in die Prozesse des Unternehmens einzugreifen und entsprechend die Strategie sowie die Produktentwicklung mit zu gestalten. Sören Stamer und Willms Buhse haben es in ihrem Buch über Enterprise 2.0 Die Kunst loszulassen genannt (siehe Website www.diekunstloszulassen.de/).

Wenn Sie mich nun nach Beispielen für Einterprise 2.0 fragen, so fällt mir ein wenig Google ein und natürlich die Unternehmen der Protagonisten in diesem Bereich, wie z. B. Don Tapscott und new paradigma. Und es kommt nicht von ungefähr, dass Sören Stamer dieses Buch geschrieben hat: Er hat mit seiner Firma Coremedia sicher einen Enterprise 2.0 Leuchtturm für Deutschland geschaffen. Hier finden Sie dazu auch ein Vortragsvideo (pdf auch vorhanden) von der next08, im dem Herr Stamer von einigen seiner Erfahrungen berichtet. Es loht sich die ersten 20 min einmal anzuschauen, wenn auch die kumpelhafte Moderation von Herrn Schrader am Anfang etwas nervt.

Wenn Sie also das Facebook und die Wiki in ihrem Unternehmen installiert haben, Ihre Mitarbeiter vorher ganz sanft in Richtung Verantwortung gebracht haben, jetzt ein Klima der Offenheit und des Vertrauens anzutreffen sind - dann haben Sie einen ersten Schritt in Richtung einer Enterprise 2.0 getan - und dürfen - im Bild des o. g. Buches - von sich sagen, dass Sie die Kunst loszulassen schon gut beherrschen.

Übrigens: Die Serie ist mit diesem Beitrag noch nicht beendet. Ich werde diese Begriffe nochmals im Kontext der Nachhaltigkeit beleuchten.

Wobei … ich das wahrscheinlich wieder einmal als letztes “wiederentdeckt” habe. Vor mir liegt gerade ein Stück Zitronen-Melisse-Seife und eine Drei-Elementen-Seife. Die beiden fühlen sich wirklich toll an, riechen inspirierend und entspannend zugleich. Drinnen finden sich ausschließlich natürliche Zutaten. Am Dienstag bekomme ich noch ein Stück Gletscherseife, die aus norwegischem Gletscherwasser hergestellt wird, meerblau ist … und die ich bereits bei der Betrachtung im Internet total gut finde.

Und alle Stücke sind von Hand hergestellt. Ich finde das sind tolle Geschenke (obwohl es ja nicht so schicklich sein soll Seife zu verschenken) und ich würde mir mit einem solchen Stück auch etwas wirklich Schönes gönnen. All die Duschmittelchen, die ich sonst in flüssiger Form nutze, sind wirklich identitätslos und austauschbar dagegen. Und hier: Ein Waschmittel mit Charakter.

Ich tue mich im Moment ein wenig in diesem Bereich um und spreche mit einigen Herstellern. Sehr bemerkenswert ist, dass die heutigen Seifensieder einmal Maschinenbauer, Juristen oder Medienfachmenschen waren und sich ganz bewußt für Seife entschieden haben. Sie werden wissen warum und für ist das ein weiteres ganz kleines Zeichen dafür, dass der Wandel geschieht - Shift happens.

Kunya Zitronenmelisse

Kunya Zitronenmelisse

Kunya 3 Elements

Kunya 3 Elements

Meine heutigen Seifen stammten übrigens aus der Manufaktur der Familie Esser: Kunya - Seifen Design & Phyto Care … und ich werde Ihnen vielleicht noch ein Paar andere Seifensieder vorstellen.

Zum Abschluss unserer kleinen Wochenend-Tour über den 2. Zunft[tag] Ruhr  in Essen und einen Abstecher zur Destillerie Dwersteg in Steinfurt haben wir der Pro-Bio in Herford am Samstag Nachmittag einen kleinen Besuch abgestattet.

Die Messe im Alten Güterbahnhof war gut ausgeschildert, der Veranstaltungsort selbst schien mir noch etwas provisorisch. Allerdings hatten rund 100 Aussteller ihren Weg dorthin gefunden, gut 70% - laut Veranstalter - aus der Region. So fand sich ein abwechslungsreiches Angebot mit zahlreichen Verköstigungsstationen. Im Mittelpunkt stand eine Showküche, auf der dann auch kräftig gewerkelt wurde. Also - zusammen mit dem günstigen Eintrittspreis von Euro 4.- und kostenlosen Parkplätzen - beste Voraussetzungen für viele Besucher.

Die Fülle war für einen Samstag Nachmittag ok, der Bereich mit der Showküche zog allerdings eher weniger Zuschauer an bzw. lud nicht wirklich zum Verweilen ein. Das war sowohl für die Köche als auch für die geplanten Fach-Vorträge sehr schade. Es hatte eher die Anmutung eines Bierzeltes, in dem die Gespräche am Tisch wesentlicher waren als die Menschen auf der Bühne. Und das trotz sehr guter Technik, mehrerer Leinwände und Monitore sowie einer Kamera.

Vorschlag fürs nächste Mal: Entweder keinen Fachteil oder eine klare Abgrenzung dieses Bereiches inkl. einer richtigen Bestuhlung - und dann nicht am Samstag-Abend! Und noch ein Tipp: Einen Fachteil entsprechend mit einem - wenn auch kleinen - Teilnahmebetrag im Bereich von Euro 40-60.- belegen, der vorab zu zahlen ist. So ist dann meist gewährleistet, dass die die sich angemeldet haben auch kommen.

Auf der Rundreise der letzten Woche  waren wir ja nicht nur auf dem 2. Zunft[tag] Ruhr, sondern sind abends noch in Richtung Steinfurt aufgebrochen. Nach einem sehr unterhaltsamen Abend mit etwas “wilden Kerlen” im Hotel Stüer in Altenberge haben wir uns am nächsten Morgen die Destillerie Dwersteg von deren Geschäftsführer und Inhaber Ludger Teriete zeigen lassen. Und die Besichtigung einer solchen Destillerie kann nicht nur in England oder Schottland sehr spannend und vor allem lecker sein.

Neben einer ganzen Reihe von Öko-Likören wie Kaffee, Kaffee-Creme, Orange, Amaretto findet sich auch auch ein Brand mit Ingwer im Angebot. Der Star ist der Öko-Eierlikör, der sich rühmen darf der Lieblingslikör von Udo Lindenberg sein zu dürfen. Wir fanden auch Spitzen-Gin, alle Sorten Rum, Whiskey und Ouzo in Öko-Qualität - in diesem Fall allerdings Handelsware. Die Grundlagen der meisten eigenen Produkte ist Weizenkorn, der in deutschen Landen ausschließlich aus Öko-Weizen gebrannt wird. Im hauseigenen Mini-Labor wird darüber hinaus ständig an neuen Geschmacksrichtungen geprobt: Öko-Orangenschalen oder Öko-Chilipulver sind die Hauptakteure bei diesen Experimenten.

hommage à kandinsky

hommage à kandinsky

Ganz zum Schluß durften wir dann noch einen Blick auf den Stolz des Hauses werfen: Einen Notar 1964 Weinbrand, dessen Flaschen mit limitierten Originalen eines der letzten Wassily Kandinsky-Schülern Heinrich Neuy, der 2003 verstorben ist, versehen sind. Diesem Bauhaus-Künstler ist diese Serie “hommage à kandinsky” gewidmet. Jede 4er Serie ist ein Unikat und vom Künstler selbst signiert. Wirklich ausgewöhnliche Stücke.

… lieferte dieser 2. Zunft[tag] im Rahmen der Veranstaltungsreihe Essens Kreative Klasse auf Zollverein. Ein spannender Nachmittag, der eben mit Impulsen und Beispielen für kleine Unternehmen und Unternehmer angereichert war. Da wurden die unterschiedlichsten Themen beleuchtet: von der Bedeutung der Innovation, über Bündelungsstrategien für Handwerker, Online-Schmuck-Verkauf (sehr, sehr schöne Stücke, die auch live zu sehen waren), Charakteristiken und Definitionsversuche der kulturell-kreativen Klasse, der Entschleunigung des Handels, bis hin zu Untersuchungen des Kaufverhaltens der LOHASen und grüner Architektur.

Wer da war wird bestätigen: Da war sicher für jeden etwas dabei - und es wurden viele Gesprächs- und Diskussionsansätze geschaffen. Und vielleicht ja auch Anknüpfungspunkte für Kooperationen und ganz neue Projekte. So stand auch bei dieser Veranstaltung die Bündelung von vielen kleinen Kräften zu einer großen Kraft im Vordergrund.

Die meisten Vorträge vom Zunft[tag] finden Sie hier: Nachbereitung des 2. Zunft[tages]

Ich möchte aber auch nicht verschweigen, dass es einige kritische Töne gab. Töne, die die mangelnde Unterstützung durch die politische Klasse bemängelten - genau wie den Filz und die Cliquen-Bildung rund um die Geldtöpfe des Mega-Projektes Kulturhauptstadt Essen 2010 - so meine ganz persönliche Wahrnehmung. Als klassischer Top-Down-Prozess angelegt, liegt die Vermutung nahe, dass das Gross der Mittel oben hängen bleibt, der eigenen Status-Sicherung dient und dass unten bei denen, die dieses Projekt letztlich leben und tragen sollen, nichts mehr oder wenig ankommt. Da hinken dann auch Vergleiche mit der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas Liverpool und entsprechende Hinweise darauf, dass es dort ja auch nicht wirklich gut klappen würde und eine zu hohe Erwartungshaltung gegenüber den Verantwortlichen in Essen nicht gerechtfertigt wäre. Zum einen glaube ich an den europäischen Gedanken, der in diesem Falle nahelegen würde in Liverpool mal nach den lessons learned - zu fragen. Schließlich ist noch ein gutes Jahr Zeit diese zu berücksichtigen und zum zweiten finden sich dort ja vielleicht ähnliche Strukturen wie bei uns, so dass auch in Liverpool viel Geld in nutzlosen und unsichtbaren Strukturen versickert sein könnte. Da solche Projekte zu großen Teilen mit Steuergeldern gefördert werden, sollte eigentlich jeder Bürger Europas hier Rechenschaft verlangen dürfen … so wäre eine totale Transparenz solcher Vorhaben wichtig und vor allem eines: Nachhaltig.

Aber solche Anmerkungen und Nachfragen sind meist nicht schicklich, wohl aber meine wiederum ganz persönlichen lessons learned u. a. aus der Misswirtschaft der Banken. Ich will und werde solche Fragen stellen - auch wenn es keine Antworten sondern nur Ausreden und Schweigen darauf gibt.

Vielleicht - oder besser hoffentlich - haben Sie sich gewundert, dass hier in den letzten Tagen nicht so viel gelaufen ist. Das lag an eben dieser “Tour”. Ich bin vom 2. Zunft[tag] in Essen in Richtung der Destillerie Dwersteg gefahren, um die Reise dann mit einem Besuch auf der Pro-Bio in Herford zu komplettieren.

In diesen Tagen habe ich eine Menge Spannendes gesehen, viel gelernt und registriert, dass viele noch immer nicht aufgewacht sind. Viele haben den Wandel (noch) nicht bemerkt. Gewerkschaften wollen heute “ein Anker im Meer des Wandels” (O-Ton Brand eins “Improvisation”) sein - nur: Wieviele haben denn bemerkt, dass sie auf einem Schiff sind, dass es abgelegt hat und das draußen schwere See - oder wie wir in Hamburg sagen - Hack ist? Anyway. Ich werde die nächsten Tage nutzen, Ihnen die Geschichten zu erzählen.

Im Rahmen einer LOHAS-Studie ist mir in der letzten Woche wieder eine neue deutsche Definition für die Nachhaltigkeit begegnet: “Nachhaltigkeit wird von den meisten als der Königsweg für Glück, Frieden und Wohlstand gesehen!” Puhh. Ist das so? Sehen Sie das auch so? Ist das die richtige Transformation von der Waldwirtschaft hin zu unserer heutigen Wahrnehmung?

In jedem Fall brachte die Studie zu LOHAS und Kommunikation gar erstaunliches an den Tag - ich hätte nicht im Traum an solche Ergebnisse für die LOHAS-affine Zielgruppe oder besser für LOHAS-affine Menschen gedacht. So lernen wir nie aus … und verstehen jeden Tag ein wenig mehr von der Welt um uns herum.

Herzlich willkommen zurück bei unserer Serie rund um die uns umgebenden Begrifflichkeiten. Heute - nach Web 2.0 beim letzten Mal - Soziale oder Social Software. Um das gleich vorweg zu nehmen: Dieser Bereich wird oft auch mit SNS (Social Networking Software) bezeichnet und unter dem Begriff CSCW (Computer-Supported Collaborative Work) u. a. mit Groupware zusammen gefasst. Andrew McAfee hat dazu die Eigenschaften von Social Software unter der Abkürzung SLATES (search, links, authoring, tags, extensibility, signals) gebündelt. Soweit einmal die Abkürzungen und verwandten Begriffe. Ich hoffe Sie sind noch bei mir ;-).

Um dem Kind mal ein Gesicht zu geben: Wiki’s, Facebook, Blogs, XING, YouTube, Instant Messaging, Sevenload, … - das war jetzt eine Mischung aus Softwarebezeichnungen und konkreten Plattformen - sind Social Software - auch Social Commerce Plattformen fallen hier hinein. In Abgrenzung zu Groupware steht bei Social Software der Einzelne in der Community und nicht die Gruppe selbst im Fokus. Auch ist eine Beteiligung in einer Groupware (Notes, Outlook, …) oft obligatorisch, bei Social Software ist diese freiwillig.

Mit Social Software wird Web 2.0 erst möglich, ob es deshalb ein Unterbegriff von Web 2.0 ist? Das mag jeder selbst entscheiden. Aber auch vor Web 2.0 gab es schon Projekte und Ansätze für Social Software oder das Social Net. In so fern hat sich beides parallel entwickelt. Social Software ist so die Infrastruktur für Web 2.0 und Co..

Ob das auch für Enterprise 2.0 gilt … dieser Frage werden wir uns im nächsten Teil widmen.

Abschließend möchte ich schon ein wenig auf Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang eingehen: Ich lege Wert auf nachhaltige Freundschaften - ich möchte diese auf Vertrauen, Offenheit und Wertschätzung aufbauen. Wenn sich jetzt ein Teil unseres sozialen Lebens ins Internet bewegt, gilt Gleiches natürlich auch dort. Hier unterstützt Social Software eben die Prozesse, die für die oben genannten Voraussetzungen und Bindungen notwendig sind. Gerade der Bereich Offenheit - ich könnte auch Transparenz schreiben - wird hier stark unterstützt. Zusätzlich gilt Nachhaltigkeit natürlich auch in Unternehmen als eine wichtige Voraussetzung für die gewinnbringende, motivierende Zusammenarbeit mit Kollegen - und Social Software wird auch innerhalb von Unternehmen eingesetzt. Oder hat Ihre Firma noch kein internes Facebook?

Heute möchte ich den Beitrag dem Aromatischen Blog widmen. Wahrscheinlich kennt jeder ausser mir, dieses duftende Etwas schon … aber egal. Ich war auf meinem letzten Ausflug auf die Site jedesfalls beeindruckt: Eigene Parfüms, Quitten, Koriander, Nassrasur, … das Spektrum der Themen rund um Parfüms, Seife, Wohlgerüche und Duftendes scheint unerschöpflich.

Also: Wer ein tolles Geschenk - vielleicht jetzt schon für Weihnachten - sucht, der schaut einmal bei Erik Kormann vorbei - live oder im Internet. Lassen Sie sich inspirieren - von einem wirklich ausgewiesenen Fachmann.

Das sind zwei von vielen Fragen, die am

24. und 25. Oktober auf den

Bayreuther Dialogen 2008

bewegen werden. Bei der Veranstaltung dreht sich alles um die “Moralisierung der Märkte - neue ohnMacht des Konsumenten?!”

Wird der Konsument nur beeinflusst?
Welche Rolle spielt Moral im Handel zwischen Unternehmen?

Zu den diesjährigen Referenten zählen unter anderem:

- Prof. Dr. Hansjörg Elshorst - Vorsitzender des Beirats von Transparency International
- Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Gruppe
- Jürgen Jaworski, Geschäftsführer bei 3M
- Prof. Dr. Peter Schallenberg, Professor für Moraltheologie, Fulda
- Prof. Dr. Matthias Schmidt, Geschäftsführer der Klaus Dieter-Trayser-Stiftung
- Prof. Dr. Nico Stehr, Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin University
- Rainer Brüderle, Stellv. Bundes-Fraktionsvorsitzender der FDP
- Dr. Michael Kern, CEO von A.T.U.

… und viele andere.

Weiterführende Informationen finden sich auf der Website Bayreuther Dialoge.

Obwohl wir uns einige Fragen zum Thema bereits beantwortet haben - bei uns heißen die Konsumenten eben deshalb Prosumenten -, birgt diese Veranstaltung sicher spannende Diskussionen und Sichtweisen aus der Praxis.

Werner Theurich, ist ein Mann, der mir sehr sympatisch ist. Wagt er es doch das Übel beim Namen zu nennen: “Kalter Horror, der mal ein Leckerbissen war”. Nun habe ich gerade von einem anderen Journalisten gelernt, dass das hier genutzte Medium eher auf kritische Artikel steht, in diesem Fall aber auch sehr zu Recht!

Werner Theurich fand auch, dass es für die wirklich richtige, gute Pizza schon ein Steinbackofen mit einem Holzfeuer sein sollte. Wenn Sie es also richtig warm machen wollen, schauen Sie doch einmal beim Zunft[blog]-Thema “Der Trend zum eigenen Steinbackofen im Garten” vorbei.

In dem Spiegel-Artikel steht eigentlich alles drin. In Überschneidung und leichter Ergänzung dazu: Ein Pizzateig gehört stark geknetet oder gar geschlagen. So werden die Randschichten des gemahlenen Korns aufgebrochen und genau dort finden sich die “Klebstoffe”, die einen geschmeidigen Teig erst entstehen lassen. Und: Wir schreiben in diesem Blog häufig von “Neuem Denken” - für alle die das schon mal an einem einfachen praktischen Beispiel über möchten: Versuchen Sie es mit dem im Artikel “Kalter Horror …” erwähnten monothematischen Belägen ohne viel Käse oder sonstiges Fett. Wir nehmen immer frisch geriebenen Parmesan zum leichten Bestreuen, was in Kombination mit ein wenig Parmaschinken und ein wenig Rucola echt ne’ Wucht ist. Edamer oder Gouda können Sie hier einfach total vergessen. In einem aber möchte ich Herrn Theurich widersprechen: Wenn Sie es im heimischen Herd probieren, dann geben Sie ALLES! Also meist 250°C. Das gilt übrigens auch, wenn Sie zu Hause mal ein wirkliches gutes Chiabatta zaubern möchten. Die Hitze ist das Geheimnis!

Auch diesen Artikel möchte ich mit einer aktiven Aufforderung schließen: Wenn Sie, ja Sie, Italiener (Restaurants oder Ristorantes oder Trattorien) kennen, bei denen noch authentische Pizza aufgetischt wird, schreiben Sie das bitte in einen Kommentar, bitte! Aber: Die die Teile sollten sehr dünn sein, mit dicken und großen Blasen daher kommen und eben nur sehr reduziert belegt sein. Die Tomatensauce sollte einen dazu beim ersten Bissen einfach umhauen …

Unsere Gesellschaft und die Art und Weise wie wir leben und arbeiten ändert sich. Das geschieht mit einer rasanten Geschwindigkeit und stellt dabei die Mitarbeiter vor immer neue und größere Herausforderungen. Nur: Neue Herausforderungen lassen sich nur mit neuen Denk- und Handlungsansätzen lösen. Und: Neue Herausforderungen erfordern auch neue Arbeits- und Führungsmodelle. Ein Beispiel: Wenn die Konsumenten zu wirklichen Prosumenten werden, dringen diese tief in die Wertschöpfungs- und Prozessketten der Unternehmen ein und bringen für die Mitarbeiter völlig neue Rollen und Handlungsweisen mit sich.

Sind Sie darauf vorbereitet? … na ja, 800m (bis zur Baustelle) haben Sie ja noch ;-). Da geht noch was …

In meiner Wahrnehmung entwickelt sich der Markt und einige Unternehmen da draußen mit einer enormen Geschwindigkeit. Es gibt Menschen, die ob ihrer Tätigkeit und ihres Umfeldes, nicht wissen was Web 2.0 ist. Einige ahnen, was dieser Begriff denn meinen könnte. Andere wiederum reden und schreiben von Web 3.0. Parallel zu Web 2.0 tauchen andere Begriffe, morderne Schlagwörter, auf: Social Software, Social Commerce, Tagging und Enterprise 2.0 - um nur einige zu nennen.

Wer kennt sich da noch aus?

Ich versuche mich mal in einer Abgrenzung … allerdings wird das, ob der Breite des Themas, eher eine Abgrenzungsserie. Heute:

Web 2.0

Web 2.0 ist eher eine Art Wolke, nichts spezifisches. So etwas wie regenerative Energie. Dabei beschreibt Web 2.0 ein Teil dessen, was wir als Veränderung in der Art wie Arbeit und Austausch zwischen Menschen (auch in Unternehmen) stattfindet wahrnehmen. Der Begriff ist 2004 geschaffen und 2005 populär geworden. Meiner Meinung nach beschreibt das Cluetrain Manifest die Entwicklungen, die mit Web 2.0 bezeichnet werden, bereits im Jahre 1999 - und geht dazu weit über Web 2.0 hinaus. Das Cluetrain Manifest enthält auch die Entwicklungen, die oben unter den Bezeichnungen Enterprise 2.0 und tagging beschrieben sind.

Weil Web 2.0 eben mehr eine Wolke ist, versteht fast jeder etwas anderes darunter, was wiederum dazu führt, dass wirkliche Detail-Dialoge über Inhalte und Erscheinungsformen von Web 2.0 eher selten sind. Für den einen sind Kundenbewertung in Shops (z. B. wie bei amazon) Web 2.0, andere meinen die intelligente Zusammenarbeit von vielen (Crowdsourcing) beispielsweise in einer Wiki, wenn sie von Web 2.0 sprechen. Und alle haben Recht. Auch Erscheinungsformen wie YouTube und Facebook werden oft Web 2.0 zugeordnet. Ob des Wolken-Charakters von Web 2.0 darf auch das sein. Auch Napster, die Musiktauschbörse, war schon eine Art Web 2.0 - allerdings bereits im Jahre 1999.

Also: Web 2.0 beschreibt Entwicklungen seit 2004, die im wesentlichen im Internet stattgefunden haben und noch stattfinden. Diese Entwicklungen haben einen kleinen Teil der Welt und einen kleinen Teil der Menschen dahingehend verändert, dass diese nun zum Teil anders arbeiten, anders zusammenarbeiten und auch ein wenig anders leben. Und es ist zu beobachten, dass diese kleinen Teile, die Web 2.0 bisher erfasst hat, deutlich größer werden. Das Cluetrain Manifest sagt in einer der Kernthesen: Märkte sind Gespräche und wenn man so will hat Web 2.0 und damit das Internet einem Teil der Menschen diese Gespräche zurück gebracht, die in den Zeiten der Massenmedien eben weniger an der Zahl waren. Gespräche meint in meiner persönlichen Interpretation auch das Teilen von Erlebnissen, die auf Video oder Bildern dokumentiert sind. Und Gespräche (vielleicht auch Dialoge), die per E-Mail, Chat, in Foren oder per SMS geführt werden. Auch Bewertungskommentare in Shops können einen Teil dieser Gespräche sein. Soweit zu Web 2.0.

Wenn Sie in Bezug auf meine Ausführungen partiell oder vollständig anderer Meinung sind, so geben Sie einem Dialog oder Gespräch (über die Kommentar-Funktion) bitte eine Chance. Auch Fragen oder Anmerkungen sind willkommen. Auch und gerade um Web 2.0 zu praktizieren.

Nächste Folge: Social Software

PS: Was das denn alles mit guten Dingen und Nachhaltigkeit zu tun hat, wird natürlich auch eine Folge einnehmen.

PSx: Um sich auf die nächste Folge einzustimmen, empfehle ich für weiterführende Recherchen zum Thema Web 2.0 einen Ausflug in die Wikipedia (die auf Basis einer Social Software realisiert ist).