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… heißt ein Artikel im Bereich Politik der Ausgabe der Die Zeit vom 20.11.08 von Susanne Gaschke - allerdings ohne das “?”, das ist von mir. Der Untertitel macht es ein wenig klarer um was es gehen soll: “Das Internet formuliert die neue Verheißung des Kapitalismus: Grenzenloses Wissen, für alle, gratis? Lasst euch nicht verführen!”

Liebe Frau Gaschke,
ich glaube nicht daran, dass die Ausbreitung des Internets unmittelbar gleichzusetzen ist mit einem Weg zu Wissen und Wohlstand für alle. Warum auch? Es gibt viele Menschen, die essentiellere Dinge im Kopf haben, die mit essen und trinken zu tun haben - denen würde ein PC mit Internetzugang auch nicht viel helfen. Es sei denn, das Internet wüsste wo es denn gerade etwas zu jagen gäbe oder böte eine eCommerce-Lösung für die Bestellung einer kostenfreien Lieferung sauberen Wassers - leicht gekühlt ohne Blubber inmitten der afrikanischen Steppe.

“Bindet nicht das Netz soziale Energie in virtuellen Pseudogemeinschaften; Energie, die im real life dringend für echte Politik gebraucht würde? Nutzen die Nutzer die gewaltigen wissenschaftlichen und politischen Informationsmöglichkeiten des Internets überhaupt?” Diese letzte Annahme oder Frage mit einem Verweis auf die Suchbegriffe bei Google 2005 quasi negativ zu beantwortet finde ich reichlich plakativ und gewagt. Ein spannendes Experiment wäre es, wenn wir das Internet einfach mal sechs Monate abschalten würden, um zu schauen, ob dann die sozialen zwischenmenschlichen Kontakte und vielleicht auch eine echte Politik wieder aufleben würden. Auch hier überzeichnen Sie in Ihrem Artikel. Eine so starke Kraft hat das Internet (noch) nicht und wenn überhaupt trifft das nur ein wenig die Generation Internet zu. Aber wir haben im Moment ja noch weitere Generationen am Start - mit einer Betonung im Bereich 50+.

Anschließend bemühen Sie Renate Köcher, Chefin von Allensbach: “Eine Gesellschaft, die teilweise auf kontinuierliche Information und Urteilsbildung verzichtet, wird spontaner, in der Urteilsbildung beweglicher, sogar sprunghafter und anfälliger für Manipulation.” Ich kann große Teile dieser Aussage auch sehr positiv sehen. Allerdings mit einem Blick in die Vergangenheit, zeigt sich meiner Meinung nach, dass die Presse und die Medien mit Produkten wie der Bild-Zeitung oder Sendungen wie Monitor oder Report genauso manipulieren konnten - ohne dass sich einer ein alternatives Bild machen konnte. Heute sind diese Alternativ-Quellen nur einen Klick entfernt und ich kann auch einfach meinen Kumpel in Australien oder den Onkel in den USA nach seiner Wahrnehmung und Einschätzung zu Meldungen und Berichten befragen - binnen Minuten oder Stunden. Und auch heute manipulieren die Medien noch immer massiv diese “anfällige und sprunghafte Masse” - Internet hin oder her.

Wir schreiten fort und gehen voran. Dabei bleibt vieles zurück. Das trifft dann den sündhaft teuren Brockhaus, den ich mir eh nie leisten konnte, analoge Fotos, Vinyl-Platten, CDs und vielleicht auch Bücher. Und natürlich gibt es immer Menschen, die das bedauern. Ich sehe diese Entwicklung eher pragmatisch als dogmatisch. Es passiert … und ich kann “es” ja so handhaben, wie ich es für richtig halte und eben unbedingt den letzten Brockhaus für meine Bibliothek kaufen.

Bei Ihrem Fazit, liebe Frau Gaschke, bin ich dann wieder bei Ihnen: “Es geht darum, dass freie Menschen das Recht haben, Technik zu benutzen, ohne sie anbeten zu müssen.”

Das ist richtig und gut - und es ist auch richtig, dass Deutschland noch sehr weit entfernt ist von einer digitalen Bedrohung oder der notwendigen Erlösung. Eher das Gegenteil ist der Fall und eigentlich müssten wir Schülern, Schulen, älteren Mitmenschen und der derzeit führenden Generation, zu der ich auch gehöre, noch mehr auf das digitale “Pferd” helfen. Zumindest wenn ich mich in der Welt umschaue und tagaus, tagein bemerke, wie wenig die Menschen in meinem Umfeld von den Wiki’s, Facebooks, amazon’s und eBays dieser Internet-Welt eigentlich wissen. Und ich möchte betonen, dass unsere 3 Kinder allesamt Waldorf-Einrichtungen besuchen.

Nichts für ungut Fr. Gaschke. Das war jetzt Widerspruch im Zunft[blog] statt an widerspruch@zeit.de.

Slowretail

Foto: Slowretail

An immer mehr Orten in Deutschland kostet ein Ladenlokal in sogenannter hochfrequenter 1A-Lage um 250 Euro Miete im Monat — pro Quadratmeter. Ein mittelgroßer Modeladen beispielsweise zahlt dort also alle dreißig Tage fünfzigtausend Euro, nur für seine vier Wände. Und hat damit noch keine Nebenkosten, Mitarbeiter, Werbung — vor allem aber keine Ware finanziert.

Nun - was bezahlen wir eigentlich dort, getarnt durch den Produktpreis?
Nur ein bisschen das Produkt an sich, dessen Anteil an der ganzen Wertschöpfung zunehmend der geringste ist. Der weitaus größere Teil: Anonyme Wegeleitsysteme, ernüchternde Rolltreppen im lifestyle-gequälten Flagship-Store, schillernde Werbe-Kampagnen, einkalkulierte Rabattschlachten.
Auch das sind Einkaufserlebnisse, inspirierend sind sie allerdings kaum.

Slowretail ist die Gegenbewegung und basiert auf der Notwendigkeit, dem heutigen Handel zu mehr Wert, mehr Erlebnis, mehr Nachhaltigkeit zu verhelfen. Stichwort: Entschleunigung. Immer mehr Menschen glauben an die neue Berechtigung und die Stärke paralleler Retail-Welten jenseits des allgegenwärtigen Mainstreams. Diese Entwicklung wird durch den aktuellen Mega-Trend LOHAS (”Lifestyle of Health and Sustainability”) begünstigt.

Ist das ein Luxusthema für Wohlstandsbürger, die nach neuen Inhalten suchen? Nein. Denn aufrichtiger, fair kalkulierter und kundenfokussierter Einzelhandel wird zunehmend zur Seltenheit. Den gab es früher und der war wahrlich kein Luxus, der war normal.

Beispielhaft seien die Feinkost-, Kolonialwarenläden und sonstigen Fachgeschäfte aus früheren Zeiten in Erinnerung gebracht, jeweils eigene Läden für jede Branchennische. Allesamt haben diese ihre Eigentümerfamilien gut ernährt und wer Kaufmann war, galt was.

Sicher - heute würde das Geschäftsmodell des Einzelkaufmanns so nicht mehr funktionieren, es ist überholt. Aber nicht, weil etwa Vielfalt im Handel nicht mehr gefragt sei. Oder weil es keine attraktiven Produkte mehr zu verkaufen gäbe, die sich durch transparente Kalkulation und regionale Qualität auszeichnen. Oder weil die Kunden grundsätzlich nur noch anonym, schlecht beraten und minderwertig einkaufen möchten.
Das Sterben der kleinen Läden ist der ökonomischen Evolution geschuldet. Und niemand kann und will wirklich das Rad zurück drehen.

Seinerzeit war auch der Konsum ein anderer: Nicht jeden Tag gab es Fleisch, nicht jede Saison mehrere Paar neuer Schuhe, nicht zu jedem Fest neue Dekoration. Die Produktqualität war vielfach höher, das heute weit verbreitete Angebot an schnellen Konsumprodukten (”fast moving consumer goods” genannt und gelebt) hätte niemanden überzeugt. Die Waren wurden auf Dauerhaftigkeit, auf Nachhaltigkeit geprüft, ohne dabei den Begriff bemühen zu müssen. Gute Qualität in ausgewogener Preiswürdigkeit war oberstes Ziel - ist dies im Grunde nicht auch heute noch so? Diesem Gedanken folgend ist der megaschnelle Warenumschlag, der heute von den Wirtschaftsmachern als optimale “Performance” definiert wird, nicht das Ziel unserer Wünsche. Er sorgt nur für kurzfristige Erträge auf Kosten von natürlichen Ressourcen, Wertekultur und gegenseitigem Respekt.

Die Zukunft des Einzelhandels, auch dem der täglichen Bedarfsdeckung, liegt in der Individualität und Qualität: Ausgewogene Beratung, inspirierende Sortimente mit Überraschungsmomenten, intelligentes cross-selling, interessante Locations, zielgruppengenaues Marketing, individuelles Branding und entsprechende Verpackungen, die Aura der Leidenschaft zum Handel, kurz: Die Zukunft gehört den Läden mit Seele.

Es gibt übrigens auch einen Slowretail-Blog.

Dieser Artikel erschien auch in der Ausgabe November 2008 der Fachzeitschrift creativ verpacken und kann hier heruntergeladen werden.

Am Montag habe ich einen sehr interessanten Bericht über die Arbeit eines Food-Scouts - zu deutsch wohl - Futter-Sucher ;-) gesehen. Der Mann wuselte quer durch Asien auf der Suche nach neuen Zutaten für eine spannende Küche und schonte dabei kein noch so abgelegenes Bergdorf. Ich sehe mich ab und an als Nachhaltigkeits-Scout und damit ein wenig in der parallelen Bahn zu diesem Herrn in Asien. Im Moment beschränke ich mich allerdings noch auf Ausflüge in Deutschland, Schwerpunkt Metropolregion Hamburg.

Am Dienstag war ich mal wieder bei Aldi. Einem neuen Aldi, der bereits in der (norddeutschen) Traumkollektion mit Edeka und Rossmann auftritt. Und irgendwie zahlt diese Ladenkombi doch schon ein wenig auf die Schizophrenie ein - das was ich beim Aldi und bei Rossmann gespart habe, kann ich beim Edeka aufn Kopf hauen. Obwohl es ein neuer Aldi war, sah der genauso aus wie der Aldi meiner Jugend, der 50m talwärts im jetzigen Rossmann-Markt verortet war. Allerdings mit einem Unterschied: Die zwei Leergut-Entsorgungsautomaten gab es noch nicht. Und irgendwie hatte ich die Wein-Kollektion größer bzw. länger in Erinnerung. Das was ich heute dort fand, war total unattraktiv und einfach so hingeschmissen. Mir täte es keinen Spaß machen dort etwas für einen gemeinsamen Abend mit Frau oder Freunden zu erstehen. Auch wenn’s günstig wäre.

Aber der eigentliche Anlass für diesen Artikel fand sich schräg gegenüber der Weinkollektion. Sie werden es nicht wirklich erahnen, was meine Augen dort entdeckten. ES lag zwischen mehreren anderen Druckerzeugnissen und es war …. Die Zeit! Und nicht nur eine, sondern mehrere Ausgaben. Mit dem Hintergrundwissen, dass Aldi keine schlecht gehenden Produkte duldet, ist wohl davon auszugehen, dass Die Zeit bei Aldi auch verkauft wird. Das wiederum beweist, dass hochgebildete und überdurchschnittlich intelligente Menschen (wer sonst mag dieses Blatt lesen) tatsächlich dort einkaufen und sogar nicht davor zurück schrecken, ihre wöchentliche Die Zeit dort zu erwerben. Das ist doch ein Knaller, oder? Zumal es bei uns am Ort (32.000 Einwohner) überhaupt nur zwei Zeitungsläden gibt, bei denen unsereins die Die Zeit verlässlich bekommt. Und Edeka nebenan hat sie nicht!

Heute mal eine ehrliche Frage: Können Sie unseren Beiträgen im Zunft[blog] folgen oder ist das oft hochtrabendes Geschwafel, das wenig mit der Realität zu hat und Ihnen keine, aber so gar keine Ansatzpunkte in Ihrem eigenen Umfeld aufzeigt?

Unser Anspruch ist es, verständliche Beiträge zu liefern, die auch die Ableitung von konkreten Maßnahmen zuläßt. Wir möchten unseren Lesern Impluse liefern und diese zum nachdenken anregen - ein Stück weit auch mit neuen Ideen versorgen.

Ich stelle diese Frage auch, weil wir gerade auf den letzten Veranstaltungen verstärkt gehört haben, dass LOHAS zwar toll sind, auch dass man sich jetzt zu den Kulturell-Kreativen zählen darf - was das aber für die tägliche Arbeit und das persönliche Fortkommen bedeuten kann, wird sehr oft nicht klar. Die konkreten Ansatzpunkte fehlen. Was mache ich denn jetzt als Tischler mit diesem Konsum-Typ LOHAS? Und wie kann ich mein guten, sauberen und grüne Arbeitsstil in Geld verwandeln?

Zukünftig werden wir noch mehr versuchen eben das zu leisten. Ihre Sprache zu sprechen. Sie abzuholen. Und immer wenn das nicht klappen sollte, dann lassen Sie uns das bitte sofort wissen. Nachhaltig zu sein bedeutet auch verstanden zu werden.

Gerade die vergangenen Wochen waren für die Wahrnehmung der Aktivitäten des Zunft[netzes] besonders erfreulich. Einige Beispiele:

Themenbereich LOHAS:
Sowohl das renommierte Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut, wie auch die überregionale, bürgerlich-konservative österreichische Tageszeitung “Die Presse” befassen sich intensiv mit den Auswirkungen des Megatrends LOHAS auf die Lebens- und Konsumgewohnheiten. So konnten Gesprächspartner der “Die Zunft AG” einige Impulse zu Fragestellungen wie dem “Einkaufsverhalten der LOHAS-Konsumenten”, zum Themenbereich “Lohas & Wohnen” und zu den Zunft[orten] leisten. Den aktuellen Artikel aus der “DiePresse” finden Sie hier.

Themenbereich Nachhaltigkeit:
Klaus Kofler vom Zunft[institut] moderierte die Einführungsveranstaltung für den LOHAS-Entwicklungsprozess in Garmisch-Partenkirchen, Artikel aus Garmisch-Partenkirchen finden Sie hier und hier.

Themenbereich Regionalisierung:
Am Sonntag, den 23. November 2008 um 14.00 Uhr werde ich, Christoph Hinderfeld, in der Sendung “Länge 7″ bei SR 2, dem Kulturkanal des Saarländischen Rundfunks mit dem Titel „Lohas – Gern grün hinter den Ohren“ - Wie wir laufend kaufend die Welt verändern wollen”, zu den Themenbereichen LOHAS, Regionalisierung und “neue Zünfte” interviewt. Der Beitrag wird bei “Länge 7″ ausgestrahlt. Das aktuelle Novembermagazin der Deutschen Bundesbahn berichtet über die Renaissance der Manufakturen in Berlin. Zahlreiche Netzwerkpartner der Die Zunft AG werden in dem Beitrag erwähnt. Den Artikel findet man hier.

Themenbereich Vernetzung:
Anfang November konnten Stephan Hagenkord und ich zu Vernetzungsmöglichkeiten auf der Abendveranstaltung der “IHK Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen” anläßlich der Vortragreihe “Zukunft der Dienstleistungswirtschaft” beim Kick-off-Meeting der IHK berichten, das Programm finden Sie hier.

Wir freuen uns hier auf noch mehr Netzwerker, mit denen wir gemeinsam mit klaren Positionen einen Beitrag zum dringend notwendigen Wandel leisten können. Melden Sie sich!!

“Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten” … so heißt eines der Zunft[institut]-Seminare in dessen Rahmen wir Menschen und Firmen aufzeigen, wieviel Potential in nachhaltigen Geschäftsmodellen und Ansätzen steckt - wieviel Zukunfts-Perspektive eben. Warum? Nun, vorgestern die Banken, gestern die Automobil-Industrie, heute die BASF, morgen die Verlage, dann die Werbebranche, gefolgt von Handelsketten - sicher auch aus dem Diskount Bereich. Es kracht derzeit gewaltig und wer weiß schon, wie lange das noch weitergehen wird, wer davon verschont bleiben wird.

Es galt mal in der Wirtschaft das Gebot, dass in guten Zeiten für schlechte zurückgelegt wird. Es galt dagegen nicht, dass sich wenige alles Geld in die Tasche stecken und wenn es dann ein wenig enger wird, sich nicht mehr daran erinnern mögen und sogar (laut) nach Hilfe schreien - und abertausende redliche Arbeitnehmer unter dieser Art der Mißwirtschaft leiden müssen. Irgendwie habe ich freie Marktwirtschaft anders verstanden und es wäre sehr nachvollziehbar, wenn da Steine flögen und viele Führungskräfte zur Verantwortung gezogen werden würden. Warum scherrt das aber keinen und warum ist der Staat jetzt der Heilsbringer, auf den sonst alle schimpfen und dem man möglichst wenig Steuern überlassen möchte?

Das geht so nicht weiter! Wir sind sicher, dass nachhaltigen und fairen Unternehmen - insbesondere in einem regionalen Kontext - eine große Zukunft bevor steht. Wenn sie es richtig angehen, die Chancen nutzen, die aus Fehler des Globalisierungsdrangs entstanden sind und sich zurück auf den Kunden besinnen. Einfach eigentlich, nur so gar nicht selbstverständlich, wie auch einige Beiträge in diesem Blog zeigen.

Ob diese nachhaltigen Unternehmer dann auf die Wiege (cradle to cradle) setzen, sich vornehmen ihren Kunden zuzuhören, diese in ihre Wertschöpfungsprozesse einbeziehen oder etwas innovativ nachhaltig Neues entwickeln, ist unerheblich. Wichtig ist es an seinen Weg zu glauben, eng an den Menschen im eigenen Umfeld zu bleiben, neu zu denken, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und neu zu handeln. Da wird Fernsehwerbung dann z. B. eine sehr untergeordnete Rolle spielen: Zum einen sind die Leitmedien heute Internet und Mobilphone und zum anderen bedeutet Fernsehwerbung (… und nicht nur die!) einen Preisaufschlag auf das Produkt. Wenn diese Werbeform und klassische Werbung generell überlebt, dann nur, wenn die Anbieter den Prosumenten transparent machen, wieviel mehr sie für das Produkt aufgrund dieser Werbung zahlen müssen. Auf einer solchen Basis kann sich dann jeder selbst entscheiden, ob er das finanzieren möchte oder nicht. Das gilt übrigens auch für Mieten.

Es gibt viele spannende Ansätze und die Schnellen werden die Langsamen und nicht die Großen die Kleinen überholen. Seid mutig … und natürlich hilft das Zunft[institut] gerne in diesen Prozessen, den Perspektiventwicklungen und als begleitender Partner - individuell, fair und ganzheitlich (dieser Werbesatz kostet Sie bei der Inanspruchnahme unserer Dienste keinen Cent mehr ;-)) versprochen).

Ja, ich gebe es zu … ich bin T-Mobile-Kunde. Allerdings habe ich auch noch einen O2-Surfstick und ein O2-Mobiltelefon. So habe ich ein wenig den Vergleich. Der Preis ist dabei wirklich zweitrangig - es geht mir eigentlich um die Servicequalität (vielleicht liest das ja mal ein Verantwortlicher)! Bei O2 lande ich in einem sog. Businessteam, die tatsächlich auf E-Mails reagieren und bei denen man auch bestimmte Ansprechpartner wieder verlangen kann - ohne seine Geschichte im Laufe eines “Vorfalls” drei oder mehr Male zu erzählen.

Aber eigentlich möchte ich über die Telekom schreiben - oder T-Mobile. Eigentlich weiß ich gar nicht, ob die nun noch zusammen sind oder nicht oder schon wieder auseinander? Anyway. Ich versuche seit Montag Nachmittag an meine aktuelle Online-Rechnung heran zu kommen. Am letzten Montag und auch am Dienstag war von Wartungsarbeiten die Rede - allerdings immer erst NACH der Anmeldung (warum?). Mittwoch tritt mehrfach ein anderer Fehler auf, gewartet wird wohl nicht mehr. Die Hotline kann mir kein PDF der Rechnung senden. Also ist es wie bei der Deutschen Bahn: Auf offener Stecke ohne Informationen gestoppt - übrigens haben weder die Mitarbeiter an der Hotline (”das geht am Dienstag im Laufe des Vormittags wieder”) noch die Kunden eine Ahnung. Wahrscheinlich werden gerade wieder im großen Stil für Weihnachten Daten geklaut, was den Server voll und ganz auslastet - sorry.

Aber dieser - aus meiner Erfahrung - schlampige Service wird dadurch noch getoppt, dass uns gestern ein unbekannter, schlecht deutsch sprechender angeblicher Telekom-Mitarbeiter anrief (immer OHNE Rufnummern-Übermittlung, was das Vertrauen in den Laden nicht gerade stärkt), der schlicht fragte, ob wir denn unseren DSL-Anbieter nicht wechseln möchten. Einfach so. Keine Argumente warum, keine sonstigen Infos. Was sollen wir anderes als “Nein” sagen? Dann 3 Stunden später ein Anruf auf meinem Mobiltelefon - wieder ohne Rufnummernübermittlung - die nächste Telekom-Runde. “Sie als treuer Kunde …” weiter kam der Mann nicht, weil ich ihn angeschrien habe, er möge dafür Sorge tragen, dass mein T-Mobile-Online-Bereich wieder funktioniert, weiterhin nie wieder ohne Rufnummernübermittlung anrufen und überhaupt habe ich ihn und seinen Kollegen schon mehr als 5 mal erklärt, dass ich mit meinem O2-Vertrag eine Flatrate habe. Ich habe bei anderen dieser Anrufe schon mal um ein schriftliches Angebot des mündlich gesprochenen gebeten - das war auch immer nicht möglich. Übrigens habe ich von O2 noch keinen einzigen Werbeanruf eines betriebsfremden Callcenters erhalten.

Gerade in Zeiten in denen eine Firma fahrlässig mit dem Vertrauen seiner Kunden umgegangen ist, darf so etwas nicht sein. Niemals. Statt in Werbung, die niemand sehen will, sollte lieber in Servicequalität, denkende Führungskräfte und Sicherheit investiert werden. Was für ein Saftladen …

Es sind nur drei Anmerkungen oder Gedanken zu 100 Blogbeiträgen geworden …

Joachim Zischke // Online-Magazin Dialogus
Neulich las ich: “Emotionen übertragen sich erst, wenn man 100% Einsatz zeigt.” Beziehe ich diese Aussage auf den Zunft[blog], so kann ich sagen: Ja, die Blogmacher haben nicht nur 100 Blogeinträge geschrieben, sondern auch 100%tigen Einsatz gezeigt. So ist zu wünschen, dass sich der Einsatz ähnlich stark auf die Emotionen der Leser überträgt und die veröffentlichten Gedanken und Ideen in den Köpfen Sinn und Werte stiftend wirken.

Amei Poensgen // Faircustomer und Blog Faircustomer
Herzlichen Glückwunsch zur runden Zahl! Die kurze Zeit, in der diese hundert
Beiträge zustande kamen, sprechen dafür, dass es eben aus der Welt der
Manufakturen und der Nachhaltigkeit viel zu berichten gibt. Vielen Dank für
manchen Tipp und manche Anregung, die ich schon vom Zunftblog mitnehmen
durfte….Herzliche Grüsse

Hannes Treichl // ANDERS|denken
lieber oliver,
ich übersende dir hiermit glückwünsche zum 100. blogeintrag. das zunftnetz blog steht in meiner must-read leseliste und ich freue mich immer über die inspirierenden beiträge bei dir! freue mich auf die nächsten 1000 berichte :-)
herzliche grüße,
hannes

Bei rund 60-90 Besuchern am Tag schon mal 3% Rücklauf. Blogs werden - wie Wiki’s auch - eben mehr konsumiert als selbst mit gestaltet. Aber wir hatten gestern ja auch weitere 5 Kommentare direkt am Beitrag. Diese 8% machen mich fast ein wenig stolz.

… der heute einfach leer bleibt! Kommentare sind dennoch willkommen.

Net Geners oder ausgeschrieben Net Generation wird diese Generation auch genannt, die zwischen 1977 und 1997 das Licht dieser Welt erblickt hat. Damit bin ich in diesem Beitrag wieder bei Don Tapscott. Ich habe bereits weiter vorn über “Grown up digital” geschrieben und möchte heute ein wenig mehr auf diese beschriebene Generation eingehen.

Diese Generation ist digital aufgewachsen und hat statt des bisherigen Leitmediums TV das Internet sowie das Mobiltelefon dafür adaptiert!!! So haben sich eine Reihe von Unterschieden oder Normen herauskristallisiert, die diese Generation leiten. Don Tapscott hat diese wie folgt identifiziert:

* Freiheit
* Individuelle Kundenanpassung / -orientierung
* (Über-)Prüfung
* Integrität (Redlichkeit)
* Zusammenarbeit
* Unterhaltung
* Geschwindigkeit
* Innovation

Die Existenz dieser Normen oder Leitmotive wurde mit einer weltweiten Umfrage unter 6.000 „NetGeners“ von nGenera (ehm. New Paradigma) 2008 überprüft - und ein wenig findet man LOHAS-Ansätze darin, finde ich.

So hat diese Generation schon heute Einfluss auf die Wirtschaft und strahlt mit einem Teil dieser Normen eben auch in den Lebensstil LOHAS und die kulturell-kreative Szene ab. Wenn wir also wissen wollen, was wir und unsere Wirtschaft morgen brauchen, sollten wir einen Fokus auf diese Generation richten, von ihnen lernen und vor allem … handeln.

Viele dieser Gedanken und Impulse stehen – ein wenig provokativ ausgedrückt - diametral zu unserer jetzigen Gesellschaft in Deutschland, die “alt im Sinne des Denkens, die satt im Sinne des Wohlstandes und die dekadent im Sinne ihrer Handlungsweisen ist” (Zitat Klaus Kofler). So ist es an der Zeit umzudenken und den schönen Satz Das haben wir schon immer so gemacht … endgültig aufs Altenteil zu schicken.

Haben Sie es gemerkt? Das war die Nr. 99. Für die 100, die in jedem Blog etwas besonderes ist, nehmen wir uns bis Montag Zeit. Sind Sie gespannt? Oder eher gelangweilt? Zeit eine erste Bilanz zu ziehen?

Wer wissen will, was zu diesen Begriffen in Deutschland und der Welt geht, der schaut in den LOHAS & Lifestyle Blog von LOHAS.de und Peter Parwan. Hier finden sich vom Eco-Store von C&A, über Trends und Elektroautos bis hin zur Werteentwicklung - schlicht ALLES. Mit Hintergründen, weiterführenden Links und Wissen vom Fachmann. Und wenn es ein mehr an Infos braucht: Einfach Peter Parwan direkt ansprechen. Der Mann ist freundlich, hilfsbereit und kennt sich in diesem Themensprektrum intim aus. Er weiß um Akteure, Coaches, Begleiter, Treiber, Ermöglicher und wertige Berater - in diesen stürmischen Zeiten des Wandels.

… lieferte dieser 2. Zunft[tag] im Rahmen der Veranstaltungsreihe Essens Kreative Klasse auf Zollverein. Ein spannender Nachmittag, der eben mit Impulsen und Beispielen für kleine Unternehmen und Unternehmer angereichert war. Da wurden die unterschiedlichsten Themen beleuchtet: von der Bedeutung der Innovation, über Bündelungsstrategien für Handwerker, Online-Schmuck-Verkauf (sehr, sehr schöne Stücke, die auch live zu sehen waren), Charakteristiken und Definitionsversuche der kulturell-kreativen Klasse, der Entschleunigung des Handels, bis hin zu Untersuchungen des Kaufverhaltens der LOHASen und grüner Architektur.

Wer da war wird bestätigen: Da war sicher für jeden etwas dabei - und es wurden viele Gesprächs- und Diskussionsansätze geschaffen. Und vielleicht ja auch Anknüpfungspunkte für Kooperationen und ganz neue Projekte. So stand auch bei dieser Veranstaltung die Bündelung von vielen kleinen Kräften zu einer großen Kraft im Vordergrund.

Die meisten Vorträge vom Zunft[tag] finden Sie hier: Nachbereitung des 2. Zunft[tages]

Ich möchte aber auch nicht verschweigen, dass es einige kritische Töne gab. Töne, die die mangelnde Unterstützung durch die politische Klasse bemängelten - genau wie den Filz und die Cliquen-Bildung rund um die Geldtöpfe des Mega-Projektes Kulturhauptstadt Essen 2010 - so meine ganz persönliche Wahrnehmung. Als klassischer Top-Down-Prozess angelegt, liegt die Vermutung nahe, dass das Gross der Mittel oben hängen bleibt, der eigenen Status-Sicherung dient und dass unten bei denen, die dieses Projekt letztlich leben und tragen sollen, nichts mehr oder wenig ankommt. Da hinken dann auch Vergleiche mit der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas Liverpool und entsprechende Hinweise darauf, dass es dort ja auch nicht wirklich gut klappen würde und eine zu hohe Erwartungshaltung gegenüber den Verantwortlichen in Essen nicht gerechtfertigt wäre. Zum einen glaube ich an den europäischen Gedanken, der in diesem Falle nahelegen würde in Liverpool mal nach den lessons learned - zu fragen. Schließlich ist noch ein gutes Jahr Zeit diese zu berücksichtigen und zum zweiten finden sich dort ja vielleicht ähnliche Strukturen wie bei uns, so dass auch in Liverpool viel Geld in nutzlosen und unsichtbaren Strukturen versickert sein könnte. Da solche Projekte zu großen Teilen mit Steuergeldern gefördert werden, sollte eigentlich jeder Bürger Europas hier Rechenschaft verlangen dürfen … so wäre eine totale Transparenz solcher Vorhaben wichtig und vor allem eines: Nachhaltig.

Aber solche Anmerkungen und Nachfragen sind meist nicht schicklich, wohl aber meine wiederum ganz persönlichen lessons learned u. a. aus der Misswirtschaft der Banken. Ich will und werde solche Fragen stellen - auch wenn es keine Antworten sondern nur Ausreden und Schweigen darauf gibt.

Vielleicht - oder besser hoffentlich - haben Sie sich gewundert, dass hier in den letzten Tagen nicht so viel gelaufen ist. Das lag an eben dieser “Tour”. Ich bin vom 2. Zunft[tag] in Essen in Richtung der Destillerie Dwersteg gefahren, um die Reise dann mit einem Besuch auf der Pro-Bio in Herford zu komplettieren.

In diesen Tagen habe ich eine Menge Spannendes gesehen, viel gelernt und registriert, dass viele noch immer nicht aufgewacht sind. Viele haben den Wandel (noch) nicht bemerkt. Gewerkschaften wollen heute “ein Anker im Meer des Wandels” (O-Ton Brand eins “Improvisation”) sein - nur: Wieviele haben denn bemerkt, dass sie auf einem Schiff sind, dass es abgelegt hat und das draußen schwere See - oder wie wir in Hamburg sagen - Hack ist? Anyway. Ich werde die nächsten Tage nutzen, Ihnen die Geschichten zu erzählen.

Ich möchte Ihnen heute eine kreative und charmante Dienstleisterin vorstellen: Petra Kessler-Hagenau, die mit ihrem Mann und den zwei Söhnen in Zell an der Moselschleife lebt. Sie ist bekennende Moselanerin und Mosel-Rieslingfetischistin. Mit Begeisterung organisiert sie für ihre Kunden außergewöhnliche und eindrucksvolle Veranstaltungen, Ausflüge und Seminare. Petra Kessler-Hagenau ist ein Beispiel für den Trend zu individuellen, im besten Sinne “Wissen”-Dienstleistungen. Mit ihren Angeboten bietet sie Zugang zu zahlreichen Geheimtipps regionaler Produkte und Dienste an Mosel, Saar und Ruwer. Zusammen mit ihrem Mann rekultiviert sie zudem – ganz im Sinne des Erhalts der Weinkulturlandschaft – einen brachliegenden Steillagenweinberg in Zell an der Mosel, ihrer Heimatstadt. Dazu gehört logischerweise auch ein Wingertshäuschen, das mit viel Liebe zum Detail hergerichtet wird. Dies ist sicher ein spannender Ort für den Einkehrschwung (und die Verkostung der passenden Tropfen) nach einer ausgiebigen Weinbergswanderung. Warum also nicht einmal zu einem Betriebsausflug oder einem Ausflug mit Freunden an die Mosel? Weitere Informationen zu den Angeboten finden sich bei Zunft[wissen] .

Im Rahmen einer LOHAS-Studie ist mir in der letzten Woche wieder eine neue deutsche Definition für die Nachhaltigkeit begegnet: “Nachhaltigkeit wird von den meisten als der Königsweg für Glück, Frieden und Wohlstand gesehen!” Puhh. Ist das so? Sehen Sie das auch so? Ist das die richtige Transformation von der Waldwirtschaft hin zu unserer heutigen Wahrnehmung?

In jedem Fall brachte die Studie zu LOHAS und Kommunikation gar erstaunliches an den Tag - ich hätte nicht im Traum an solche Ergebnisse für die LOHAS-affine Zielgruppe oder besser für LOHAS-affine Menschen gedacht. So lernen wir nie aus … und verstehen jeden Tag ein wenig mehr von der Welt um uns herum.

Herzlich willkommen zurück bei unserer Serie rund um die uns umgebenden Begrifflichkeiten. Heute - nach Web 2.0 beim letzten Mal - Soziale oder Social Software. Um das gleich vorweg zu nehmen: Dieser Bereich wird oft auch mit SNS (Social Networking Software) bezeichnet und unter dem Begriff CSCW (Computer-Supported Collaborative Work) u. a. mit Groupware zusammen gefasst. Andrew McAfee hat dazu die Eigenschaften von Social Software unter der Abkürzung SLATES (search, links, authoring, tags, extensibility, signals) gebündelt. Soweit einmal die Abkürzungen und verwandten Begriffe. Ich hoffe Sie sind noch bei mir ;-).

Um dem Kind mal ein Gesicht zu geben: Wiki’s, Facebook, Blogs, XING, YouTube, Instant Messaging, Sevenload, … - das war jetzt eine Mischung aus Softwarebezeichnungen und konkreten Plattformen - sind Social Software - auch Social Commerce Plattformen fallen hier hinein. In Abgrenzung zu Groupware steht bei Social Software der Einzelne in der Community und nicht die Gruppe selbst im Fokus. Auch ist eine Beteiligung in einer Groupware (Notes, Outlook, …) oft obligatorisch, bei Social Software ist diese freiwillig.

Mit Social Software wird Web 2.0 erst möglich, ob es deshalb ein Unterbegriff von Web 2.0 ist? Das mag jeder selbst entscheiden. Aber auch vor Web 2.0 gab es schon Projekte und Ansätze für Social Software oder das Social Net. In so fern hat sich beides parallel entwickelt. Social Software ist so die Infrastruktur für Web 2.0 und Co..

Ob das auch für Enterprise 2.0 gilt … dieser Frage werden wir uns im nächsten Teil widmen.

Abschließend möchte ich schon ein wenig auf Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang eingehen: Ich lege Wert auf nachhaltige Freundschaften - ich möchte diese auf Vertrauen, Offenheit und Wertschätzung aufbauen. Wenn sich jetzt ein Teil unseres sozialen Lebens ins Internet bewegt, gilt Gleiches natürlich auch dort. Hier unterstützt Social Software eben die Prozesse, die für die oben genannten Voraussetzungen und Bindungen notwendig sind. Gerade der Bereich Offenheit - ich könnte auch Transparenz schreiben - wird hier stark unterstützt. Zusätzlich gilt Nachhaltigkeit natürlich auch in Unternehmen als eine wichtige Voraussetzung für die gewinnbringende, motivierende Zusammenarbeit mit Kollegen - und Social Software wird auch innerhalb von Unternehmen eingesetzt. Oder hat Ihre Firma noch kein internes Facebook?

Das sind zwei von vielen Fragen, die am

24. und 25. Oktober auf den

Bayreuther Dialogen 2008

bewegen werden. Bei der Veranstaltung dreht sich alles um die “Moralisierung der Märkte - neue ohnMacht des Konsumenten?!”

Wird der Konsument nur beeinflusst?
Welche Rolle spielt Moral im Handel zwischen Unternehmen?

Zu den diesjährigen Referenten zählen unter anderem:

- Prof. Dr. Hansjörg Elshorst - Vorsitzender des Beirats von Transparency International
- Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Gruppe
- Jürgen Jaworski, Geschäftsführer bei 3M
- Prof. Dr. Peter Schallenberg, Professor für Moraltheologie, Fulda
- Prof. Dr. Matthias Schmidt, Geschäftsführer der Klaus Dieter-Trayser-Stiftung
- Prof. Dr. Nico Stehr, Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin University
- Rainer Brüderle, Stellv. Bundes-Fraktionsvorsitzender der FDP
- Dr. Michael Kern, CEO von A.T.U.

… und viele andere.

Weiterführende Informationen finden sich auf der Website Bayreuther Dialoge.

Obwohl wir uns einige Fragen zum Thema bereits beantwortet haben - bei uns heißen die Konsumenten eben deshalb Prosumenten -, birgt diese Veranstaltung sicher spannende Diskussionen und Sichtweisen aus der Praxis.

Werner Theurich, ist ein Mann, der mir sehr sympatisch ist. Wagt er es doch das Übel beim Namen zu nennen: “Kalter Horror, der mal ein Leckerbissen war”. Nun habe ich gerade von einem anderen Journalisten gelernt, dass das hier genutzte Medium eher auf kritische Artikel steht, in diesem Fall aber auch sehr zu Recht!

Werner Theurich fand auch, dass es für die wirklich richtige, gute Pizza schon ein Steinbackofen mit einem Holzfeuer sein sollte. Wenn Sie es also richtig warm machen wollen, schauen Sie doch einmal beim Zunft[blog]-Thema “Der Trend zum eigenen Steinbackofen im Garten” vorbei.

In dem Spiegel-Artikel steht eigentlich alles drin. In Überschneidung und leichter Ergänzung dazu: Ein Pizzateig gehört stark geknetet oder gar geschlagen. So werden die Randschichten des gemahlenen Korns aufgebrochen und genau dort finden sich die “Klebstoffe”, die einen geschmeidigen Teig erst entstehen lassen. Und: Wir schreiben in diesem Blog häufig von “Neuem Denken” - für alle die das schon mal an einem einfachen praktischen Beispiel über möchten: Versuchen Sie es mit dem im Artikel “Kalter Horror …” erwähnten monothematischen Belägen ohne viel Käse oder sonstiges Fett. Wir nehmen immer frisch geriebenen Parmesan zum leichten Bestreuen, was in Kombination mit ein wenig Parmaschinken und ein wenig Rucola echt ne’ Wucht ist. Edamer oder Gouda können Sie hier einfach total vergessen. In einem aber möchte ich Herrn Theurich widersprechen: Wenn Sie es im heimischen Herd probieren, dann geben Sie ALLES! Also meist 250°C. Das gilt übrigens auch, wenn Sie zu Hause mal ein wirkliches gutes Chiabatta zaubern möchten. Die Hitze ist das Geheimnis!

Auch diesen Artikel möchte ich mit einer aktiven Aufforderung schließen: Wenn Sie, ja Sie, Italiener (Restaurants oder Ristorantes oder Trattorien) kennen, bei denen noch authentische Pizza aufgetischt wird, schreiben Sie das bitte in einen Kommentar, bitte! Aber: Die die Teile sollten sehr dünn sein, mit dicken und großen Blasen daher kommen und eben nur sehr reduziert belegt sein. Die Tomatensauce sollte einen dazu beim ersten Bissen einfach umhauen …

Am 17. Oktober 2008 findet als Projektvorschlag der “Die Zunft AG” und des Zunft[instituts] im Rahmen der Initiative ESSENS KREATIVE KLASSE 2008 der “2. Zunft[tag] Ruhr” von 13.00 bis 18.00 Uhr in der Halle 5 des Weltkulturerbes Zollverein (Gelsenkirchener Strasse am Ehrenhof des Weltkulturerbes) statt. Das Festival ESSENS KREATIVE KLASSE ist eine Veranstaltung des Zollverein Business.Service der Entwicklungsgesellschaft Zollverein in Kooperation mit Ruhr 2010 - Stadt der Kreativität. Schirmherr ist Prof. Dieter Gorny, Programmdirektor Ruhr 2010 – Stadt der Kreativität. Zahlreiche Referenten geben Impulse zu Themen einer nachhaltigen Entwicklung. Das Programm finden Sie hier. Kurzentschlossene Interessenten sind herzlich eingeladen.

Am 18. Oktober 2008 referiert Klaus Kofler, Mitgründer des Zunft[instituts] bei der “Pro-Bio”-Messe in Herford zum Thema “LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainibility) – Ein neuer Konsumtrend? Warum dieser neue Konsumtyp unsere Wirtschaft auf den Kopf stellen könnte?” - das Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

Am 05. November 2008 referieren Stephan Hagenkord und Christoph Hinderfeld, Mitglieder des Beirats der “Die Zunft AG” zu Vernetzungsthemen auf der Abendveranstaltung der “IHK Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen” anläßlich der Vortragreihe “Zukunft der Dienstleistungswirtschaft” beim Kick-off-Meeting der IHK, die Einladung finden Sie hier.

Am 06. November 2008 markiert eine Tagung in Osnabrück, die von StratumConsult, einem Netzwerkpartner der “Die Zunft AG” veranstaltet wird, die Halbzeit eines Projekts, in dem es darum geht, die Zielgruppen und Märkte für eine effektive Nachhaltigkeitskommunikation zu analysieren. Mit dem gewonnenen Wissen sollen Akteure in Umweltbildung, Naturschutz, Tourismus und Verbraucherberatung in die Lage versetzt werden, professionelles Marketing für ihre Zielgruppen zu betreiben - von der Kundenkommunikation über die Produktentwicklung bis zum Marktauftritt. Wer zukunftsfähige Lebensstile verbreiten will, muss sich mit Lohas, Neo-Ökos und einem neuen grünen Lifestyle auseinandersetzen, der das ökologische Weltbild irritiert. Die Umweltbewegung ist dabei, die Konsumenten als ihre Zielgruppe zu entdecken und auf ideologisch geprägte Kommunikation zu verzichten. Die emotionale Qualität von Nachhaltigkeit, psychologische Werbemethoden und zielgruppengenaues Marketing werden als die Erfolgsfaktoren einer breitenwirksamen Kommunikation von Nachhaltigkeit diskutiert. Die Tagung präsentiert die Ergebnisse einer empirisch-strategischen Marktforschung zu den auf Nachhaltigkeit ansprechbaren Zielgruppen, stellt sie unter verschiedenen Aspekten zur Diskussion und zeigt Umsetzungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen auf. Weitere Informationen finden sich bei StratumConsult.

Ebenfalls am 06. November 2008 findet in Hamburg das “Social Network Nachhaltigkeits Symposium” mit dem Titel “Nachhaltige Landesentwicklung der norddeutschen Bundesländer versus Entwicklung der nachhaltigen Immobilien” statt. Hier referiert Christoph Hinderfeld zu dem Thema “Gegen Geiz ist geil, Werte bündeln, nachhaltige Nutzungskonzepte für Bestandsimmobilien”. Weitere Informationen finden Sie hier.

In meiner Wahrnehmung entwickelt sich der Markt und einige Unternehmen da draußen mit einer enormen Geschwindigkeit. Es gibt Menschen, die ob ihrer Tätigkeit und ihres Umfeldes, nicht wissen was Web 2.0 ist. Einige ahnen, was dieser Begriff denn meinen könnte. Andere wiederum reden und schreiben von Web 3.0. Parallel zu Web 2.0 tauchen andere Begriffe, morderne Schlagwörter, auf: Social Software, Social Commerce, Tagging und Enterprise 2.0 - um nur einige zu nennen.

Wer kennt sich da noch aus?

Ich versuche mich mal in einer Abgrenzung … allerdings wird das, ob der Breite des Themas, eher eine Abgrenzungsserie. Heute:

Web 2.0

Web 2.0 ist eher eine Art Wolke, nichts spezifisches. So etwas wie regenerative Energie. Dabei beschreibt Web 2.0 ein Teil dessen, was wir als Veränderung in der Art wie Arbeit und Austausch zwischen Menschen (auch in Unternehmen) stattfindet wahrnehmen. Der Begriff ist 2004 geschaffen und 2005 populär geworden. Meiner Meinung nach beschreibt das Cluetrain Manifest die Entwicklungen, die mit Web 2.0 bezeichnet werden, bereits im Jahre 1999 - und geht dazu weit über Web 2.0 hinaus. Das Cluetrain Manifest enthält auch die Entwicklungen, die oben unter den Bezeichnungen Enterprise 2.0 und tagging beschrieben sind.

Weil Web 2.0 eben mehr eine Wolke ist, versteht fast jeder etwas anderes darunter, was wiederum dazu führt, dass wirkliche Detail-Dialoge über Inhalte und Erscheinungsformen von Web 2.0 eher selten sind. Für den einen sind Kundenbewertung in Shops (z. B. wie bei amazon) Web 2.0, andere meinen die intelligente Zusammenarbeit von vielen (Crowdsourcing) beispielsweise in einer Wiki, wenn sie von Web 2.0 sprechen. Und alle haben Recht. Auch Erscheinungsformen wie YouTube und Facebook werden oft Web 2.0 zugeordnet. Ob des Wolken-Charakters von Web 2.0 darf auch das sein. Auch Napster, die Musiktauschbörse, war schon eine Art Web 2.0 - allerdings bereits im Jahre 1999.

Also: Web 2.0 beschreibt Entwicklungen seit 2004, die im wesentlichen im Internet stattgefunden haben und noch stattfinden. Diese Entwicklungen haben einen kleinen Teil der Welt und einen kleinen Teil der Menschen dahingehend verändert, dass diese nun zum Teil anders arbeiten, anders zusammenarbeiten und auch ein wenig anders leben. Und es ist zu beobachten, dass diese kleinen Teile, die Web 2.0 bisher erfasst hat, deutlich größer werden. Das Cluetrain Manifest sagt in einer der Kernthesen: Märkte sind Gespräche und wenn man so will hat Web 2.0 und damit das Internet einem Teil der Menschen diese Gespräche zurück gebracht, die in den Zeiten der Massenmedien eben weniger an der Zahl waren. Gespräche meint in meiner persönlichen Interpretation auch das Teilen von Erlebnissen, die auf Video oder Bildern dokumentiert sind. Und Gespräche (vielleicht auch Dialoge), die per E-Mail, Chat, in Foren oder per SMS geführt werden. Auch Bewertungskommentare in Shops können einen Teil dieser Gespräche sein. Soweit zu Web 2.0.

Wenn Sie in Bezug auf meine Ausführungen partiell oder vollständig anderer Meinung sind, so geben Sie einem Dialog oder Gespräch (über die Kommentar-Funktion) bitte eine Chance. Auch Fragen oder Anmerkungen sind willkommen. Auch und gerade um Web 2.0 zu praktizieren.

Nächste Folge: Social Software

PS: Was das denn alles mit guten Dingen und Nachhaltigkeit zu tun hat, wird natürlich auch eine Folge einnehmen.

PSx: Um sich auf die nächste Folge einzustimmen, empfehle ich für weiterführende Recherchen zum Thema Web 2.0 einen Ausflug in die Wikipedia (die auf Basis einer Social Software realisiert ist).

Eigenlich habe ich es schon länger gewusst, ein Beitrag beim WeinReporter.de schuf jetzt Gewissheit: Der Wein ist auf die Tüte gekommen. Wer einen Blick in den größten Weinshop Nordeuropas, den Bordershop in Puttgarden auf Fehmarn (ich erspare uns den link an dieser Stelle), tut, der ahnt wie stark die Tüte sich schon ihr Segment erobert hat. Gerade die neue Welt liegt hier weit vorn und bietet einen bis fünf Liter auf dem Karton - mit und ohne Hahn. Selbst die Qualitäten, die in die Tüte kommen, sind auch die, die es auf der Flasche für Euro 5-10 gibt. Leider ist der Mengenabschlag für Weintüten - oder besser Tütenwein? - nur marginal. So könnte ich mir auch einen meiner Standardweine, den BIN 65 Chardonnay von Lindemans, im 3 Liter Karton unter den Arm klemmen.

Sollten wir ob dieser Entwicklung aufschreien? Oder ist das gar nicht so schlimm? Sicher gibt es Untersuchungen, die belegen, dass der Karton (oder besser das Plastik darin) keinen negativen Einfluss auf den Geschmack hat. Und sicher ist, dass die Klimabilanz wieder ein wenig besser darsteht, weil so ein 3 Liter Gebinde eben 4 Flaschen ersetzt. Außerdem sortiert man Tüten nicht extra ins Regal sondern stellt sie schlicht auf einer Palette an die Wand. Diejenigen unter uns, die jetzt ob der Tradition und Gewöhnung aufschreien, verstehe ich gut. Nur mögen sie sich fragen, ob das eines dieser “hills to die on” ist. Ich bin mir nicht sicher. Heute finde ich den Dreh- oder Glasverschluss bei Weinen viel besser als Kork. Hätten Sie mich dazu vor 4-5 Jahren befragt, hätte ich diese Verschlussart verdammt. Einzig die Kühlschrankindustrie könnte der Tüten-Entwicklung im Wege stehen: Ich habe weder Tüten-Weinschränke noch normale Kühlschränke gefunden, in die 3 Liter Lindemans BIN 65 so ohne weiteres passen würden. Aber ob das die Welle aufhält?

Heute ist mir der neue Katalog eines meiner Weinhändler ins Haus geflattert. Jedes Jahr ein kleines Ereignis - auch in Zeiten in denen bedrucktes Papier schon fast old fashioned scheint. Dieser Katalog sieht hübsch aus, enthält wirklich alle essentiellen Informationen (Weinanalysen inbegriffen), erzählt Geschichten vom Wein (diesmal zusätzlich eine über die Herstellung von Gläsern) und ist sooo übersichtlich. Es macht Spaß darin zu blättern und ich werde dann - zur großen Sorge meiner Frau - immer zum Cross-Seller: Neben Wein gibt es auch tolle Lebensmittel (Olivenöl, Käse, Naschereien, Speck, …), Grappa, Liköre und eben auch gute Gläser zu finden. Schön wäre es, so etwas auch in einem netten Ambiente um die Ecke als Shop zu haben - vielleicht in einem Zunft[ort]?! Leider gibt es da zur Zeit nichts Passendes in Hamburg.

Wenn Sie mich jetzt fragen, ob das denn alles bio ist, muss ich Sie enttäuschen. An dieser Frage wird aber auch klar, dass Nachhaltigkeit nicht immer etwas mit bio zu tun hat. Und auch nicht immer mit Transportwegen. Dieser Weinhändler besucht mit seinem Sohn die Weinbauern direkt vor Ort, lädt diese zu Präsentationen nach Deutschland ein und ist zu jeder Zeit am Puls der Zeit, weil er im ständigen DIALOG mit ihnen steht. Was immer gut oder schlecht läuft - er weiß davon. Und auf Basis dieses Dialoges kann er auch entscheiden, welcher Weinbauer ein guter oder ein weniger guter Partner für ihn und seine Kunden ist. Und er kennt - wie schon ausgeführt - die Geschichte hinter jedem seiner Produkte - jede. Und darauf lasse ich mich gerne ein - zumal das Preis-/Leistungsverhältnis für mich in weiten Teilen noch stimmt, wenn man den Großteil seines Weines im Bereich von € 5 bis € 10 kauft. Ich bin jetzt seit knapp 23 Jahren Kunde und auch ich weiß, was ich wie zu bewerten habe, was mir schmecken könnte und was nicht.

Zu meinem Glück hat er vor ein paar Jahren seinen Horizont von “solo Italia” auch in Richtung Südamerika erweitert und dort wirklich tolle Weine in Uruguay, Chile und Argentinien gefunden. Und soagr eine Bio-Qualität ist dabei - ein Malbec von Fabre Montmayou, der wirklich erstklassig ist. Ich vertraue den Geschichten, Produkten und der Authentizität des Händlers und seiner Lieferanten. Hier weiß ich noch was was wert ist und habe beim Kaufen ein sehr gutes Gefühl, mehr noch, die Umgebung inspiriert mich sogar.

Und natürlich werde ich Ihnen am Ende des Artikel auch den Namen des Weinhändlers verraten: Harald L. Bremer in Braunschweig.

Einen “noch Geheimtipp” in der ja nicht zu knapp mit empfehlenswerten Weingütern gesegneten Pfalz möchte ich heute beisteuern. Das traditionsreiche Weingut J.F. Ohler in Gimmeldingen, einem ländlichen Stadtteil von Neustadt an der Weinstrasse. Allgemein bekannt ist sicher die Weinlage Gimmeldinger Meerspinne, die allerdings nichts mit dem nützlichen Erdenbewohner, sondern mit ihrer Lage an einer Steigung (dort mussten dann die Kutschen und Wagen mehrspännig gezogen werden) zu tun hat. Hier haben sich in den letzten 2 Jahren sehr erfreuliche Entwicklungen vollzogen, nachdem mit der Übernahme der Verantwortung durch die nächste Generation der Familie Ohler und das junge Betriebsleiter-Ehepaar Giese “frischer Wind” Einzug gehalten hat. Besonders probierenswert sind die authentischen Rieslinge und knackigen Weissburgunder. Weitere Informationen finden sich bei Zunftwissen.

Ob Sie es glauben mögen oder nicht: Eines der auf Zunft[wissen] am meisten gefundenen Bereiche, ist der, der sich um Steinbackofen, Brotbackofen und Brot dreht. In diesem Monat finden sich alleine über 400 Klicks aus dem Wikipedia-Bereich Backofen.

Wir haben zusammen mit unserer Schule in Hamburg-Bergedorf einen Brotbackofen selbst gebaut. Die Erfahrungen aus diesem Bau haben wir in Zunft[wissen] als Foto-Bau-Story dokumentiert. Eigentlich hätte es in der Hausbauepoche der 4. Klasse unseres Sohnes ein Brotbackofen werden sollen - allerdings backen wir heute im wesentlichen Pizza darin. Mit Erfolg: Auf jedem Schulfest zieht der Duft, der in Richtung Schulhof wabert, jede Menge “Kunden” an. Hätten wir diese Entwicklung voraus gesehen, hätten wir den Gewölbe-Radius allerdings nicht auf 45 cm sondern eher auf 20 - 25 cm ausgelegt. Für Pizza ist eine konzentrierte Wärme - nach unserer Erfahrung - besser.

Ich frage mich ob des großen Interesses für Brotbacköfen, ob denn das eigene Backen wieder angesagt ist? Wir haben uns hier schon einmal mit Brot auseinander gesetzt und vielleicht haben wir in einigen Jahren auch wieder Backhäuser in Siedlungen und Dörfern, in denen mindestens einmal die Woche selbst Brot und Kuchen gebacken wird. Oder Pizza produziert wird, die im Steinofen ohne meterdicke Käseschicht eher neapolitanisch daher kommen sollte und selbst gemacht und selbst gebacken soooooo oberlecker schmeckt.

Wenn Sie einen Besitzer von einem Garten-Steinofen kennen oder gar selbst einer sind, so lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen mit diesen Steinbacköfen bitte hier teilhaben.

Als Hamburger liegt Dänemark für mich sehr nahe. Mit dem Blick über die Ostsee fällt mir als nachhaltig orientierter Mensch Kopenhagen buchstäblich ins Auge: Kopenhagen the Green City, Kopenhagen the Organic Hub. Wann waren Sie das letzte Mal da? Im Sommer ist es am schönsten dort, aber vielleicht nutzen Sie ja einen der nächsten sonnigen Spätsommertage für einen kleinen Abstecher. Sollten Sie das wirklich tun, habe ich ein paar - natürlich nachhaltige - Tipps für Sie:

Das hier ist die Website zur Nachhaltigkeit für Kopenhagen

Qualität und Design unter einem Hut … sorry, in einer Brille

Zur Abwechselung mal eine deutsche Website eines dänischen Familienrades … das boomt

Musik … von einer (noch) eher “kleinen” Sängerin, die in Kopenhagen angesagt ist. Absolut hörenswert!

Hier können Sie Ihren Hunger sinnhaft stillen: Eine der besten Ökobäckereien mit 20 Filialen bzw. Takeaways

Und lassen Sie es mich bitte wissen, wenn Ihnen etwas an diesen Tipps gefallen oder auch nicht gefallen hat. Danke!

“Leider ist der Bereich des Unternehmens, mit dem ein vernetzter Markt sprechen möchte, für gewöhnlich hinter einer Nebelwand verborgen. Hinter einer Sprache, die falsch klingt und oft genug auch falsch ist.” … Cluetrain-These Nr. 61.

Zur Erinnerung: Das Cluetrain Manifest - der Zug mit den Schlüsseln - stammt aus dem Jahre 1999 und meiner Wahrnehmung nach, war damals das, was wir heute Web 2.0 nennen, bereits in rund 15 der 95 Thesen enthalten. Heute ist weniges dieser Thesen bereits aufgelöst oder Realität und vieles ist aktuell wie nie. Ein Beispiel: Mein Partner traf letztes Wochenende einen Werber (Werbefachmann), der auf seine Arbeit angesprochen sagte: “Ich lese gerade ein hochspannendes Buch! Kennst Du das Cluetrain Manifest?”. Schön, dass sich auch diese Branche partiell mit diesem epochalen Werk beschäftigt.

Zurück zur These: Warum gibt es diese Nebelwände? Warum senden “die” nur von da aus, wie beispielhaft in diesem Beitrag beschrieben. Warum können sich Unternehmen und Prosumenten nicht auf Augenhöhe unterhalten? Auch gut 9 Jahre nach dieser Thesen-Feststellung nicht?

Die These 63. sendet - fast flehend - hinzu: “Um mal direkt zu werden: “Wir sind diese Märkte. Wir möchten mit Euch sprechen.” … ich setze als Prosument hinzu: JETZT! … und als Berater: BITTE ZEITNAH! Denn der Wandel geschieht!

“Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.” findet sich als Zitat auf der Homepage von SagresServices. Dieses Unternehmen, das von Ellen und Klaus Fischer geführt wird, durfte meine Frau am letzten Wochenende kennenlernen. Sie konnte mit den beiden Farbgespräche innerhalb einer Gruppe führen. Farbgespräche, die es deutlich machen können, wer da welche (auch unbewußte) Haltung hat: Mauer oder Windmühle? Da setzen sich zwei zusammen und unterhalten sich auf einem Blatt Papier miteinander - ohne zu sprechen. Ich habe mir sagen lassen, dass einem diese Übung völlig neue Perspektiven vermittelt, es ist ein überraschendes Experiment. Hier einmal zwei “Gesprächsprotokolle”:

Farbdialoge - Gleiches

Hier haben sich zwei eher ähnliche Personen im Farbgespräch auseinander gesetzt …

Farbdialoge - Unterschiedliches

… und hier zwei sehr unterschiedliche.

Für mich ein Thema im Bereich “Neues Denken”.

 

Letzte Woche war ich mit dem ICE unterwegs nach Lindau, zum Treffen mit Klaus Kofler, Olli Selaff und Peter Parwan. 6.50 Uhr Abfahrt in Frankfurt, dann Umsteigen in Mannheim und dann zum nächsten Umsteigebahnhof nach Ulm. Wie immer nutzte ich die Zeit im Zug zum Lesen, Entspannen und Schreiben. Auch an diesem Tag, die einzige Unterbrechung war der Schaffner, der sich mit meinem Onlineticket zu schaffen machte. Erst der Ausdruck, dann die Bahncard und dann noch die Kreditkarte. Bei dreimaligem Umsteigen kann das ganz schön nervig sein, ich wundere mich jedes Mal, dass sie da noch nichts leichteres entwickelt haben. Da bemerke ich mal wieder, dass sich ganz schön schnell die Kritik einschleicht, meistens wenn man an die Bahn denkt. Die Preiserhöhungen, die Verspätungen und die schlechte Qualität im Zugrestaurant…die Aufzählung wäre ohne weiteres noch erweiterbar.

Aber darum geht es heute nicht. Heute will ich die Bahn loben, nicht die Bahn als solche, eher die Angestellten. Was war passiert? Ich war in Ulm ausgestiegen, um auf den Anschlusszug nach Memmingen zu warten. Zeit für einen doppelten Espresso, der erste an diesem Tag, so dachte ich. Das einzige Problem war, dass ich meinen Geldbeutel nicht mehr finden konnte. Ich leerte meine Tasche komplett aus, aber, weg war er. Mist, da war mal wieder alles drin, Kreditkarten, Ausweis und alles andere was sich eben noch so in einem Geldbeutel befindet. Zum Glück hatte ich mein Onlineticket noch.

Das war tatsächlich mein Glück, in diesem Fall war es gut, dass das DINA 4 Papier nicht so leicht in eine Börse geht. So war es relativ einfach am Servicepoint die ganzen Zugdaten inklusive Wagennummer und meine reservierte Sitzplatznummer weiterzugeben. Die Angestellte war nicht übermässig freundlich, aber ziemlich korrekt, sie konnte auch sehr schnell Kontakt zu dem Schaffner im ICE aufnehmen und ihm die Daten weiterreichen. So erreichte ich noch den Anschlusszug, zwar ohne Bahncard und Geldbeutel, aber immerhin mit der Telefonnummer vom Serviceschalter in Ulm. Meine Ungeduld liess mich nach 10 min dort anrufen und tatsächlich war er gefunden worden. Noch am selben Tag wäre er wieder in Ulm, der Zugangestellte würde ihn zum Servicepoint bringen und ich könnte ihn da abholen. Selbst als ich sagte, dass ich erst am nächsten Tag vorbei kommen könnte, war kein Problem, bis auf die Abholzeit, bis 16 Uhr wäre der Platz am Safe besetzt. Und das Ende der Geschichte? Sie liessen sich selbst auf eine spätere Abholzeit ein, der Mann mit dem ich kurz vorher telefoniert hatte, war am Servicepoint, erwartete mich, war extrem freundlich und lehnte auch noch meinen Finderlohn ab. Ich war positiv überrascht, wie schnell ich wieder zu meinem Geldbeutel gekommen war, ganz ohne bürokratischen Aufwand meinerseits. Und die Verspätung des Zuges von Ulm nach München? War doch ganz schön in der Abendsonne am Bahnsteig zu stehen und die Leute zu betrachten, carpe diem…

Wer uns gefunden hat, der sucht wo möglich noch weitere Blogs rund um Nachhaltigkeit. Ich habe heute diesen Blog hier mit einer guten Übersicht gefunden …

Bio Emma

Schaut doch mal rein … welches sind Ihre Favoriten?

Gestern war ES mal wieder so weit. Ich habe mit meiner Frau abends vor dem Fernseher abgehangen. Tatort gab es nicht, deshalb haben wir rumgezappt. Auch auf Werbung sind wir gestossen - so dass wir so 10 min damit kontaminiert wurden. Nach gut 12 Monaten Abstinenz haut das richtig rein.

Perwoll wollte uns sagen, dass es jetzt das Wellness-Waschmittel ist. Mit Farbaufpasser. Eigentlich hätte ich erwartet, dass es jetzt noch billiger ist. Zott wollte uns mit Monte melden, dass sie 85% Milch verarbeitet haben und auch eine Maxi-Version verfügbar ist. Na ja, meine Kinder würden da sagen “Warum trinken wir nicht einfach gleich leckere BIO-Milch - u. U. mit Kakao?”. Ich hatte damit gerechnet, dass Monte jetzt noch billiger ist. Dann mein persönlicher Liebling die Commerzbank, die es als allerletztes zu einem kostenfreien Girokonto gebracht haben, jetzt aber den Prosumenten davon berichten als wäre es ihre Idee und eine wahre Heldentat. Ich würde lieber Geschichten über die Fusion mit der Bank mit dem “grünen Band der Sympathie” hören, oder Erklärungen, wie tief die Commerzbank im amerikanischen Debakel drinsteckt. Da das Konto nichts kostet, konnten sie es nicht billiger machen - aber das Schmerzensgeld haben sie in den letzten 18 Monaten (! - borrr ist das neu) immerhin von Euro 50 auf Euro 75 angehoben. Dann rasante Einparkmanöver, abgefahrene Türen, die Zielgruppe der Homosexuellen und die Botschaft “DKV hält länger”. Tja, was will uns das sagen? Wenn man witzig sein will und darüber vergißt den Prosumenten etwas zu sagen, ist das doppelt schlimm. Und billig sind die sowieso - wie alle PKV’s. Und dann gab es noch ein Fleischsnack zum toasten - immerhin war der Spott überraschend, allerdings ist das Produkt wahrscheinlich derartig abartig (ich rieche reichlich Glutamat, Drecksfleisch und sonstige Zusatzstoffe ohne Ende), dass es auch schlicht überflüssig ist. Und der Name? Den habe ich mir einfach nicht merken können. Und wieviel Geld muss man einnehmen, um Fernsehwerbung für ein solches Euro 2-3 Produkt überhaupt finanzieren zu können?

Fazit: Der Preiskampf und die Billigheimer waren in dieser Werbeunterbrechung nur in der 2. Reihe - beachtlich, wo das für fast eine die einzige Alleinstellungsstrategie zu sein scheint. Platte, ja schlicht dämliche Inszinierungen standen im Vordergrund. In diesen 10 min sind bestimmt - inkl. anteiliger Produktionkosten - Euro 100.000.- über den Tisch gegangen. Geld, das die Firmen viel sinnvoller in einen Individual-Dialog mit ihren Prosumenten und in Nachhaltigkeitsprojekte hätten investieren können. Dann hätten sie auch morgen noch etwas davon gehabt - und wir auch. Und eine große Frage bleibt: Für wen machen diese Firmen so etwas? Oder anders: Gibt es etwa dumme Prosumenten?

Heike und Franz Maurer betreiben - neben ihrer zu lobenden Dorfschänke Seebach in Bad Dürkheim in der Pfalz - eine kleine und feine Nudelmanufaktur. Für die Pasta wird hier nur reines Hartweizengriesmehl, Frischei von freilaufenden Hühner, bestes Olivenöl und nur absolut naturbelassene Kräuter und Gewürze verwendet. Für veganische Kunden ersetzt man das Frischei durch frisch gekochte Gemüsebrühe. Der Betrieb ist Mitglied bei Slow Food Deutschland e.V.. Angeboten werden Nudeln, Spaghetti, Fusili und Tagliatelle, die beliebten schmalen Bandnudeln. Die alte Dorfschänke betreiben beide seit 2006. Hier ist die Karte klein und überschaubar, man kann also sicher sein, dass alle Gerichte frisch und mit viel Liebe für eine ehrliche regionale und mediterrane Frischeküche gekocht werden. Leitmotiv ist der Spruch, der sich auch auf der Visitenkarte der Dorfschänke findet: “Do werd noch gekocht”. So wird den Gästen eine reizvolle Mischung aus regionaler und ambitionierter Küche geboten. Es gibt eine wechselnde Tageskarte, wobei auch die Pfälzer Klassiker nicht zu kurz kommen. Je nach saisonalem Angebot wechselt die Speisekarte: Kalbsrücken gefüllt mit Steinpilzbutter, Nierchen in Dijonsenfsauce, Schwertfisch Carpaccio mit Rucola-Salat - um nur einige der empfehlenswerten Gerichte zu nennen. Das Weinangebot umfasst fair kalkulierte Weine ortsansässiger Weingüter wie Karl Schäfer, Fitz-Ritter, Kurt Darting oder Egon Schmitt, aber auch Bouteillen der Weingüter Koehler-Ruprecht aus Kallstadt oder Knipser aus Laumersheim. Einen Film bei ZunftTV über die Dorfschänke Seebach und weitere slow-food-Betriebe an der Mittelhaardt finden Sie hier.

Das ist der Titel einer Anzeige der TAZ in dem Magazin DUMMY “Schwarze”. Vorgestern habe ich an dieser Stelle festgestellt, dass Nachhaltigkeit von “innen” kommt. Das “innen” ist dabei aber durchaus beeinflußbar durch Äußeres.

Nachhaltigkeit kann kein Trend sein, wenn wir auf die rasante Talfahrt unseres Planeten mitsamt seiner Gesellschaft und Wirtschaft schauen. Hier ist es notwendig, dass Nachhaltigkeit in die DNA der kommenden Generationen eingebettet wird - jetzt! Wenn es denn dort steckt und dann und wann wieder an die Oberfläche der Gesellschaft zurück kehrt, kann Nachhaltigkeit auch durchaus einmal als Trend wahrgenommen werden.

In Erinnerung an die Anmerkung eines befreundeten Theologen: “Kann es sein, dass wir heute Nachhaltigkeit nennen was früher Brüderlichkeit war?” frage ich mich allerdings, ob Brüderlichkeit zum Trend taugen würde …

Am 2. September habe ich Sie an dieser Stelle gefragt, ob Sie einen Blumenladen kennen, der fair gehandelte, nachhaltige und unbelastete Blumen anbietet. Haben Sie einen gefunden?

FLP Rose aus Ecuador

Ich habe am 15.09.08, dem Tag der Liebe in Lüneburg diese FLP-Rose vom Straelener Blumenhandel (SBH) gefunden - und gekauft. Auch habe ich gelernt, dass es neben FLP zertifizierten Rosen auch solche gibt, die von Transfair gehandelt werden. Die werden u. a. bei REWE und Budni angeboten. Ich würde zu gerne wissen, wie erfolgreich Ihre “Bemühungen” waren. Lassen Sie mich nicht im Stich …

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit (leider) nur eine Nacht in Ostfriesland (resp. der einzigen Oldenburger Insel) auf Wangerooge zu verbringen. Keine Autos, keine Hektik, wenig Fähren und wenig Flieger. Dafür viel Strand, viel Idylle und viel, viel Ruhe. Mit dem Schritt aus dem Flieger, der einem auch nach nur 5 Minuten Flug einen kleinen Überblick über die Insel ermöglicht hat, fühlte ich mich spontan gebremst, entschleunigt. Zuerst sucht das Auge und das Ohr noch Autos auf den Straßen, nur langsam setzte hier Vertrautheit ein. Aber spätestens mit einem Blick auf den fantastischen Strand fühlte ich mich sehr angekommen.

Sicher - es gibt hier weder Disco noch grossartig andere Animationen zur Ablenkung und die sieben Kilometer Insellänge schränken die Wahl der Spazierroute schnell ein. Wer aber wie ich nach täglichem Familienalarm mit drei Kinder einmal wieder ein wenig von sich selbst erspüren möchte ist hier goldrichtig.

Und es gibt auch an der Promenade, die auch ein wenig (stark) unter dem Beton der 70zigern gelitten hat, durch aus interessante Orte der Einkehr. Wir waren beispielsweise abends in der Fischerstube des Hotels Upstalsboom. Dort fanden wir eine wirklich gute Weinauswahl mit einer halbwegs fairen Preisgestaltung - und sogar den Mitarbeiter, der sich für eben jene Auswahl verantwortlich zeichnete. Also, wer hier einmal einkehrt, dem empfehlen wir die Weine von Rudolf Fürst aus Franken, die hier so um und bei Euro 26.- pro Flasche liegen. Mein Favorit war der Müller-Thurgau. Die neue Welt des Weines war hier eher durch den Mainstream a la Penfolds und Lindeman’s vertreten und die Aufschlagskalkulation nicht immer glasklar nachvollziehbar. Aber man kann halt nicht immer alles haben.

Also: Wangerooge ist eine Enschleunigung wert und sicher ein wirklich guter Ort für Seminare oder womöglich einen Zunft[ort], der die Wertigkeit der Inselnatur ideal ergänzen würde. Und abgeschnitten von der Welt war ich nicht wirklich - auf dem Rückweg auf der Fähre hatte ich sogar UMTS-Empfang - woher auch immer der kam.

Ich möchte meine Serie über “Genusshandwerker” und wertige Manufakturprodukte fortsetzen mit einem kleinen Bericht zu einem von mir sehr geschätzten “Porzellaner” aus Berlin, Frank Ludwig. Der Designer Frank Ludwig, 1963 geboren, entwickelte nach seinen “Lehrjahren” und dem Designstudium an der Kunsthochschule Berlin seine eigenständige Linie als Porzellan- und Keramikdesigner, die sich in ihrer gradlinigen Ausrichtung an den gestalterischen Formen der Bauhaus-Epoche orientiert. Alle Produkte, die das Gütezeichen “Pinguindesign”, der Manufaktur von Frank Ludwig tragen, sind von Hand in Berlin gefertigt. Wer seine Werkstatt besichtigen möchte, ist gerne willkommen. Neben den Produkten für seine eigene Manufaktur ist Frank Ludwigs für Kunden wie die renommierten Unternehmen Jenaer Glaswerke, Henneberg Porzellan oder Hutschenreuther tätig. Frank Ludwig lehnt sich ästhetisch an die Tradition des Bauhauses an. Nachdem er mehr als 10 Jahren mit dem Material Steingut gearbeitet hat, gibt es nun seit einigen Jahren nur noch Geschirr aus Porzellan. Noch feiner, noch klarer in der Form, stabil, weiss und durchscheinend. Frank ist ein positiver Mensch und ein überaus angenehmer Gesprächspartner und Zeitgenosse. Aufgeschlossen gegenüber Anregungen, aber das scheint nach meinen Erfahrungen ja viele Sachsen auszuzeichnen. Einen umfänglicheren Artikel findet man auch bei Zunft[wissen].

Ich habe vor einiger Zeit schon einmal das Thema “attraktive Firma für Mitarbeiter” am Rande behandelt. Der Hintergrund war die steigende Verknappung von qualifizierten Mitarbeitern in der Zukunft und in Folge dessen, die Notwendigkeit für Firmen sich intensiv über ihre Mitarbeiterpolitik Gedanken zu machen. Wenn den Mitarbeiter zukünftig wieder die Wahl haben werden, wird das nicht nur in höheren Lohnforderungen münden. Vielmehr wird auch die Sinnfrage und die Kompatibilität der Wertsysteme von Unternehmen und Mitarbeiter eine tragende Rolle spielen.

Alnatura handelt mit ökologischen Lebensmitteln. Alleine diese Tatsache könnte in der Sinnfrage schon für viele potentielle Mitarbeiter eine positive Grundeinstellung bewirken. Wahrscheinlich ist Alnatura auch fair zu seinen Mitarbeitern, bietet gute Sozialleistungen und auch Entwicklungsmöglichkeiten. Und Alnatura lässt seine Mitarbeiter in die Zahlen schauen. So wird jeder in die Lage versetzt unternehmerisch zu handeln, zu verstehen was läuft und was nicht. Mehr Eigenverantwortung und unternehmerische Spielräume durch die sog. Wertbildungsrechnung. Ist Alnatura vielleicht nicht nur Marktführer im Bereich der Öko-Supermärkte sondern auch ein Klassenbester im Bereich Mitarbeiterpolitik? Mehr dazu auch in der neuen Brand eins  ”Mythos Leistung” - Sie ahnten es bereits ;-).

Ich werde von jetzt an in unregelmässigen Abständen über einige “best practice”-Beispiele von Herstellern regionaler und manufaktureller Produkte schreiben, die ich so gut finde, dass Sie es verdienen, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu werden.

Anfangen möchte ich vor unserer Haustür, im Städtchen Wachenheim an der Weinstrasse (ca. 25 km westlich von Mannheim/Ludwigshafen gelegen), das übrigens mit der über der Stadt thronenden Ruine Wachtenburg, dem “Balkon der Pfalz” und dem angrenzenden Pfälzerwald (dem grössten zusammenhängenden Waldgebiet in Deutschland) immer wieder eine Reise wert ist, gerade jetzt im beginnenden Herbst und kurz vor der 5. Jahreszeit des Pfälzers, dem Wurstmarkt in Bad Dürkheim, dem grössten Weinfest der Welt.

Hier in Wachenheim betreiben Peter und Sonja Zimmermann das “Apfelgut Zimmermann”, einen mittelständischen Familienbetrieb, der sich seit Generationen der Erzeugung und Veredelung regionaler Apfelsorten widmet.

Die Reihe der von Ihnen veredelten Produkte beginnt mit dem Apfelsaft. Hier “in der hitzigen, heißen Pfalz” wird der aus einer Mischung aus grünen (etwa Delicious, Idared), gelben (z.B. Rubinette) und roten Apfelsorten (wie Jonagold, Elstar) gekeltert. Auf der selben Basis wird auch ein Apfelbalsamessig hergestellt, der die bekannten Vettern und Cousinen aus dem Raum Modena nicht zu scheuen braucht. Apfelwein und Apfelsekt runden die Palette der eigenen Produkte ab. Sonja und Peter bieten zudem eine kleine Auswahl weiterer “Genusshandwerksprodukte” an, sodass man selbst im kleinen Wachenheim (weitere “LOHAS-Handwerker” werde ich noch vorstellen) nicht darben muss. Weitere Informationen und einen kleinen Film zu Zimmermanns findet man bei Zunftwissen.

Haben auch Sie weitere “Geheimtipps” - dann stellen Sie diese doch hier vor!!

… habe ich bei meinem letzten Stadtbummel festgestellt. Und ich fand das überraschend. Wir haben bei C&A einige Kinderklamotten und bei H&M sogar Tops für Frau aus Ökobaumwolle gefunden. Bei Timberland habe ich aus versehen ein Sweatshirt gekauft, dass auch ökologisch war. Was für ein Zufall. Selbst IKEA kümmert sich um den wasser- und pesitzidschonenden Anbau von Baumwolle. Es scheint sich etwas zu bewegen.

Allerdings ist es mir nicht gelungen, bei einem der deutschen Klassenbesten in Sachen Nachhaltigkeit, dem Otto-Versand, ein passendes Suchkritierium für ökologische Kinderbekleidung im Online-shop einzugeben. Auf der Unternehmenssite finden sich seitenlange Abhandlungen über die tollen Taten und im Shop suche ich mir dann einen Wolf. Aber wahrscheinlich liegt das Problem mal wieder vor dem Bildschirm und an der Tastatur.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Finden Sie auch mehr Öko-Bekleidung? Sind eigentlich alle Designer-Label schon automatisch öko? Wie empfinden Sie das Preisniveau dieser nachhaltigen Bekleidungsgegenständen?

Schon einmal  habe ich die (mögiche) positive Rolle Deutschlands in diesem Blog behandelt - diesmal ist der Titel der Initiative aber eindeutiger, oder?

Zitat aus der Philosophie:
“MADE IN HAPPY GERMANY® bedeutet, seine Talente zu leben, das zu tun, was jede(r) am Besten kann und damit Geld zu verdienen. Warum?
Weil wir alle so am glücklichsten sein können.

Das Siegel MADE IN HAPPY GERMANY® soll mit einem Augenzwinkern daran erinnern, dass hohe Qualität, inhaltlicher Anspruch, Arbeitsplatzschaffung, Kreativität und Spaß sich nicht ausschließen müssen.

Alle Produkte, Dienstleistungen und Ideen werden “vor Ort” produziert, nach dem Motto “Think global, act local”. MADE IN HAPPY GERMANY® ist ein Gütesiegel für Produkte und Dienstleistungen, ein Netzwerk innovativer Menschen, ein Ideenpool ganzheitlicher Sichtweisen und ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten, die auch über sich selbst lachen.” … hier geht es weiter!

Ich habe Stefan Beuttler, einen der Macher, am Medienmittwoch in Frankfurt kennengelernt. Wie der Zufall es so will war ich just vor der Veranstaltung sogar am Shop von MADE IN HAPPY GERMANY vorbei gegangen. Im Gespräch und auch bei den Streifzügen im Internet hatte ich das Gefühl, dass die wissen was sie tun und das sie nicht nur HAPPY sondern auch MUTIG sind. Nicht nur in der Wahl ihres Namens - wer bringt schon HAPPY und DEUTSCHLAND zusammen - sondern auch mit ihrem Unternehmergeist. Schade, dass es bis jetzt in Hamburg noch keinen Ableger gibt. Aber vielleicht bin ich ja auch mal MUTIG …