Handel

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Am Montag habe ich einen sehr interessanten Bericht über die Arbeit eines Food-Scouts - zu deutsch wohl - Futter-Sucher ;-) gesehen. Der Mann wuselte quer durch Asien auf der Suche nach neuen Zutaten für eine spannende Küche und schonte dabei kein noch so abgelegenes Bergdorf. Ich sehe mich ab und an als Nachhaltigkeits-Scout und damit ein wenig in der parallelen Bahn zu diesem Herrn in Asien. Im Moment beschränke ich mich allerdings noch auf Ausflüge in Deutschland, Schwerpunkt Metropolregion Hamburg.

Am Dienstag war ich mal wieder bei Aldi. Einem neuen Aldi, der bereits in der (norddeutschen) Traumkollektion mit Edeka und Rossmann auftritt. Und irgendwie zahlt diese Ladenkombi doch schon ein wenig auf die Schizophrenie ein - das was ich beim Aldi und bei Rossmann gespart habe, kann ich beim Edeka aufn Kopf hauen. Obwohl es ein neuer Aldi war, sah der genauso aus wie der Aldi meiner Jugend, der 50m talwärts im jetzigen Rossmann-Markt verortet war. Allerdings mit einem Unterschied: Die zwei Leergut-Entsorgungsautomaten gab es noch nicht. Und irgendwie hatte ich die Wein-Kollektion größer bzw. länger in Erinnerung. Das was ich heute dort fand, war total unattraktiv und einfach so hingeschmissen. Mir täte es keinen Spaß machen dort etwas für einen gemeinsamen Abend mit Frau oder Freunden zu erstehen. Auch wenn’s günstig wäre.

Aber der eigentliche Anlass für diesen Artikel fand sich schräg gegenüber der Weinkollektion. Sie werden es nicht wirklich erahnen, was meine Augen dort entdeckten. ES lag zwischen mehreren anderen Druckerzeugnissen und es war …. Die Zeit! Und nicht nur eine, sondern mehrere Ausgaben. Mit dem Hintergrundwissen, dass Aldi keine schlecht gehenden Produkte duldet, ist wohl davon auszugehen, dass Die Zeit bei Aldi auch verkauft wird. Das wiederum beweist, dass hochgebildete und überdurchschnittlich intelligente Menschen (wer sonst mag dieses Blatt lesen) tatsächlich dort einkaufen und sogar nicht davor zurück schrecken, ihre wöchentliche Die Zeit dort zu erwerben. Das ist doch ein Knaller, oder? Zumal es bei uns am Ort (32.000 Einwohner) überhaupt nur zwei Zeitungsläden gibt, bei denen unsereins die Die Zeit verlässlich bekommt. Und Edeka nebenan hat sie nicht!

Na klar, als Informierte(r) der Szene wissen Sie, dass Ritter jetzt auch in Bio macht. Ich kannte die Geschichte auch, allerdings nicht vollständig. In einem Interview auf Spiegel Online erzählt Herr Ritter jetzt auch etwas zu Löhnen und dem essentiellen Gleichklang aus “sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten”, der stimmen muss, um mit einem Unternehmen langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein. Und genau dass würde in der Betriebswirtschaftslehre und der späteren Unternehmensführung sträflich vernachlässigt, sagt Ritter. Reine Profitwirtschaft gehe halt immer zu Lasten der anderen zwei Punkte in diesem Gleichklang - weil sich diese auch untereinander bedingen.

Wie Darboven, so hat auch Ritter bereits früh (1990) angefangen sich um einen biologischen Kakao-Anbau in Mittelamerika zu kümmern. Ein Engagement über mittlerweile 18 Jahre, was laut Ritter unter der Regie einer Aktiengesellschaft mit 3-monatigen Renditeberichten wohl kaum möglich gewesen wäre.

Wieso lernen anderen Unternehmen nicht von solchen “Klassenbesten”, der in diesem Fall ja sogar Marktführer in seinem Segment ist? Noch dazu schreibt er sich auf die Fahnen, seine Mitarbeiter überdurchschnittlich zu bezahlen und auf ein Klasse-Klima in der der Firma sowie bei den Lieferanten bauen zu können. Und er möchte dabei sein, wenn der Anteil der Bio-Schokolade von zur Zeit 1% auf - seine Prognose - 20% ansteigt. Vielleicht hilft ja “die Krise”, dass sich mehr und mehr Unternehmen solchen nachhaltigen Zielen verschreiben. Ich würde mir das ganz fest wünschen. Ansatzpunkte für konkrete Handlungen bietet das Beispiel Ritter Sport reichlich.

Was für eine Überschrift … feine und cremige Ganzfruchtgetränke, die ganz und gar unschuldig sind … gibt es eben bei Innocent Drinks aus Hamburg.

In einer Pressemitteilung vom 20.11.2008 heißt es: “Immer mehr Menschen werden auf den Klimawandel und seine Konsequenzen aufmerksam. Sie möchten dazu beitragen, dass weniger CO2 produziert wird und wollen daher wissen, wie sich das, was sie kaufen auf ihre Umwelt auswirkt. Als erstes Unternehmen veröffentlicht der Smoothie-Hersteller innocent daher hierzulande einen CO2-Fußabdruck für jedes seiner Produkte. Der Wert zeigt innocent-Käufern, wie viel CO2 bei der Herstellung ihrer Smoothies anfällt.

Das Ergebnis: Bei der Herstellung eines 250ml-Smoothies der Sorten Cranberry & Himbeere oder Orange, Karotte & Mango entstehen auf dem Weg von den Obstplantagen bis in die deutschen Kühlschränke im Durchschnitt 273g CO2. Beim Brombeere, Himbeere & Boysenbeere-Smoothie sind es 276g CO2; bei Erdbeere & Banane 281g und bei Mango & Maracuja 283g. Zum Vergleich: 1 Liter Benzin verursacht 2,93kg CO2-Ausstoß; für 1kWh Strom fallen 639g CO2 an - das ist in etwa die Menge Strom, die wir für eine dreiminütige Dusche benötigen.”

Na, das hört sich alles ja sehr löblich an, oder? Ich würde einfach gerne wissen, wieviele Ganzfruchtgetränke eben durch diesen CO2-Fussabdruck mehr verkauft werden? Wenn das wirklich gelingt, was gibt es schöneres als mit unschuldigen Dingen Menschen zu erfreuen und gleichzeitig auch noch seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?

… oder Von einem Einkäufer, der auszog, um an Frankfurt vorbei zu fahren.

„Hinten kackt die Ente“ heißt es in meiner Schafkopfrunde, wenn der letzte Stich das Spiel entscheidet. Ähnlich ist es auch mit dem Jahresergebnis des Einzelhandels: Weihnachten gut – alles gut. Daher sollte diese Saison gut vorbereitet sein. Früher geschah das überwiegend auf der Herbstmesse in Frankfurt. Sortimentsthemen wurden definiert, Ware geblockt, Taschenrechner bemüht. Das war früher. Heute ist die Messe eher zu einer Veranstaltung geworden, die dem interessierten Fachpublikum, das ungern nach China fliegt, die Möglichkeit gibt „Kleinasien“ zu spielen.

Heute ziehen sich immer mehr Aussteller zurück. Das liegt sicherlich auch an den Kosten, die ja auch für den Messebesucher in Frankfurt erheblich sind. Es liegt aber auch daran, dass es kein erkennbares Konzept mehr gibt – die Messe ist zu einer riesigen Gemischtwarenhandlung mit Ramschtendenz geworden.

Wo sind die Alternativen? Die lieben Außendienstmitarbeiter, die eh schon vor der Messe auf der Matte stehen, damit man das Geld nicht aus Versehen dem Falschen gibt? Alles so machen wie im letzten Jahr?

Unsere Lösung: Ausflüge machen. In Herning, Birmingham, Paris oder Mailand, findet man auch schöne Sachen und am Messeeingang hört man sogar ein „herzlich Willkommen“.

P.S. Sollte eine Firma in der Nähe der Route liegen, wird sie besucht. Dabei kommt meist das Beste raus, zumindest gibt es dort keine lauwarmen Würstchen und abgestandenen Kaffee…

Andreas Langholz
Coledampfs Küchenkulturzentrum

… nur eingestellt von Olli Selaff

In diesem 98zigsten Beitrag geht es nicht um … die Bahn, wohl aber um einen weiteren, eher nicht so nachhaltigen Anbieter, der sonst mehr - so meine ganz persönliche und subjektive Wahrnehmung - mit den günstigen Fertigungsländern dieser Welt agiert. Jede Woche eine neue Welt: Bei Tchibo. Mir kommt dabei immer der Satz “Dinge die die Welt nicht braucht” in den Sinn. Weil Menschen dorthin gehen und zu Hause noch nicht wußten, dass Sie einen elektrischen Milchaufschäumer und zwei Glas-Thermo-Becher brauchen würden - ES dann aber einfach kaufen. Auch wenn es zusammen gut Euro 64.- kostet. Einfach so …

Wie die Überschrift sagt, sollte es nicht generell um Tchibo gehen, sondern darum, dass im Katalog “Mein schönstes Kaffeehaus” auf Seite 13 die denkwürdige Beschreibung 2 Kaffeegedecke Deutsches Qualitätsporzellan zu finden ist. Noch steht es dort relativ verstohlen und wird nicht als fettes Verkaufsargument ins Feld geführt, aber vielleicht werden wir hier Zeugen eines ersten Tests in diese Richtung? Tchibo auf dem Weg zurück zu “Was ist was wert?”?

Ich habe darauf hin den Rest des Kataloges sehr genau gelesen. Es blieb aber nach meiner Wahrnehmung bei diesem singulären Treffer. Allerdings soll diese Gedeckserie ab 2009 in weiteren Farben fortgesetzt werden.

Liebe Fachleute - welcher deutscher Qualitätshersteller steckt denn jetzt dahinter? Und was soll uns das sagen? Der erste zarte Kamm einer größeren Welle?

PS: Zu Tchibo fällt mir noch ein, dass ich eine LOHAS-Studie las, in der Tchibo in punkto Nachhaltigkeit relativ gut darstand. Daran zeigt sich eine Schwierigkeit der LOHASen (… oder des Konsumtyps LOHAS): Manchmal zählt Lifestyle mehr als die kritische Hinterfragung. Und deutsche Firmen profitieren von einer pro-nationalen Handlung der deutschen LOHASen - in dieser Studie jedenfalls.

Im Bereich “Shoppingtour” ist das der Titel eines Artikels im aktuellen mobil-Magazin der Bahn, den Sie hier  finden können. Nicht nur dass es sich hierbei schon um den 2. (positiven) Beitrag zum Unternehmen Zukunft in diesem Blog dreht, nein, es scheint auch so, als ob die Bahn vielleicht ein wenig auf wertige, nachhaltige Dinge außerhalb des eigenen Konzerns aufmerksam geworden ist. Oder ist dieser Artikel einfach der GuJ Corporate Media in Hamburg zu verdanken?

Anyway. Nicht nur die Bestrebungen der Die Zunft AG finden dort Erwähnung, sondern auch eine Reihe von tollen Manufakturen werden einem breiten Publikum vorgestellt. So finden u. a. die Seifen von Erik Kormann, die Bonbons von Hjalmar Stecher, die Hüte von Fiona Bennett, das Porzellan von Frank Ludwig, die Donfinesse-Delikatessen der Familie Passoke und viele andere Erwähnung. Toll Bahn … und weiter so.

… obwohl diese Manufaktur nicht nur Seife macht, nein, besonders nett fand ich die Honigbäder mit Lavendel, Melisse oder Sandelholz. Ein wirkliches tolles Geschenk.

Amba Honigbad Rosengarten

Amba Honigbad Rosengarten

Und auch die Molke-Meersalz-Badezusätze erscheinen mir wirklich attraktiv:

amba Molke-Meersalz Bad mit Lavendel

amba Molke-Meersalz Bad mit Lavendel

Und natürlich gibt es Seifen:

Seife Rosengarten & Lavendel

Seife Rosengarten & Lavendel

Auch bei der amba gilt: Nur natürliche Zusätze, möglichst aus biologischen Anbau und der Glycerin bleibt als einer der wichtigsten pflegenden und rückfettenden Bestandteile in der Seife. Zudem werden meist ätherische Öle verwendet - was bei wirklich nicht allen Seifen der Fall ist. Ein wirkliches Beispiel für eine sinnhafte, naturnahe und nachhaltige Tätigkeit - die anderen zudem Freude bringt. Und alles ist mit der Hand gemacht. Wenn Sie jetzt Glück haben und in oder um Berlin wohnen, finden Sie amba auf insgesamt drei Berliner Weihnachtsmärkten, u. a. auf dem Gendarmenmarkt, vertreten. Damit wären die Geschenke dann wohl sicher …

Und amba hat auch noch Airsprays, Körperöle und Seifenablagen. Wirklich ein schönes Sortiment. Wer jetzt mehr darüber wissen möchte, schaut bei Zunft[wissen] oder auf der amba Site.

Die erste Seifen-Manufaktur in dieser Seifen-Reihe war übrigens Kunya aus Erbach im Odenwald.

Ich habe eine neue Marke entdeckt: Cantina Verde. Da gibt es zwar erst wenige Produkte - hauptsächlich einen Bio-Premium-Espresso - aber der Ansatz scheint mir spannend.

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Unter dieser Marke sollen in Deutschland produzierte Dinge vermarktet werden. Es gilt der Grundsatz Hamburg - Norddeutschland - Deutschland, um die Regonalität zu betonen. Da Kaffee nicht in Deutschland wächst, war die Einhaltung dieser Vorgaben schwierig, aber die Rösterei sitzt dafür in Kaltenkirchen. Mein erster Geschmackstest an unserem Junior Siebträger war durchaus sehr gut. Und der Siebträger hat schon ein Paar Kaffeesorten gesehen ;-). Excellenter Geschmack.

Die Marke selbst ist von Iwan Budnikowsky ins Leben gerufen worden - in Hamburg kennt man diesen Einzelhändler unter dem Namen Budni und durch gut 120 Filialen ist dieser fast überall vertreten - neuerdings auch in Richtung Osten. Neben der Naturkosmetik-Parfümerie Aliqua in der Eppendorfer Landstraße, in der rund 20 unterschiedliche Linien an Naturkosmetik erhältlich sind, schon der zweite interessante Vorstoß dieses Unternehmens.

Sind wir gespannt wie es weitergeht.

Wobei … ich das wahrscheinlich wieder einmal als letztes “wiederentdeckt” habe. Vor mir liegt gerade ein Stück Zitronen-Melisse-Seife und eine Drei-Elementen-Seife. Die beiden fühlen sich wirklich toll an, riechen inspirierend und entspannend zugleich. Drinnen finden sich ausschließlich natürliche Zutaten. Am Dienstag bekomme ich noch ein Stück Gletscherseife, die aus norwegischem Gletscherwasser hergestellt wird, meerblau ist … und die ich bereits bei der Betrachtung im Internet total gut finde.

Und alle Stücke sind von Hand hergestellt. Ich finde das sind tolle Geschenke (obwohl es ja nicht so schicklich sein soll Seife zu verschenken) und ich würde mir mit einem solchen Stück auch etwas wirklich Schönes gönnen. All die Duschmittelchen, die ich sonst in flüssiger Form nutze, sind wirklich identitätslos und austauschbar dagegen. Und hier: Ein Waschmittel mit Charakter.

Ich tue mich im Moment ein wenig in diesem Bereich um und spreche mit einigen Herstellern. Sehr bemerkenswert ist, dass die heutigen Seifensieder einmal Maschinenbauer, Juristen oder Medienfachmenschen waren und sich ganz bewußt für Seife entschieden haben. Sie werden wissen warum und für ist das ein weiteres ganz kleines Zeichen dafür, dass der Wandel geschieht - Shift happens.

Kunya Zitronenmelisse

Kunya Zitronenmelisse

Kunya 3 Elements

Kunya 3 Elements

Meine heutigen Seifen stammten übrigens aus der Manufaktur der Familie Esser: Kunya - Seifen Design & Phyto Care … und ich werde Ihnen vielleicht noch ein Paar andere Seifensieder vorstellen.

Zum Abschluss unserer kleinen Wochenend-Tour über den 2. Zunft[tag] Ruhr  in Essen und einen Abstecher zur Destillerie Dwersteg in Steinfurt haben wir der Pro-Bio in Herford am Samstag Nachmittag einen kleinen Besuch abgestattet.

Die Messe im Alten Güterbahnhof war gut ausgeschildert, der Veranstaltungsort selbst schien mir noch etwas provisorisch. Allerdings hatten rund 100 Aussteller ihren Weg dorthin gefunden, gut 70% - laut Veranstalter - aus der Region. So fand sich ein abwechslungsreiches Angebot mit zahlreichen Verköstigungsstationen. Im Mittelpunkt stand eine Showküche, auf der dann auch kräftig gewerkelt wurde. Also - zusammen mit dem günstigen Eintrittspreis von Euro 4.- und kostenlosen Parkplätzen - beste Voraussetzungen für viele Besucher.

Die Fülle war für einen Samstag Nachmittag ok, der Bereich mit der Showküche zog allerdings eher weniger Zuschauer an bzw. lud nicht wirklich zum Verweilen ein. Das war sowohl für die Köche als auch für die geplanten Fach-Vorträge sehr schade. Es hatte eher die Anmutung eines Bierzeltes, in dem die Gespräche am Tisch wesentlicher waren als die Menschen auf der Bühne. Und das trotz sehr guter Technik, mehrerer Leinwände und Monitore sowie einer Kamera.

Vorschlag fürs nächste Mal: Entweder keinen Fachteil oder eine klare Abgrenzung dieses Bereiches inkl. einer richtigen Bestuhlung - und dann nicht am Samstag-Abend! Und noch ein Tipp: Einen Fachteil entsprechend mit einem - wenn auch kleinen - Teilnahmebetrag im Bereich von Euro 40-60.- belegen, der vorab zu zahlen ist. So ist dann meist gewährleistet, dass die die sich angemeldet haben auch kommen.

Auf der Rundreise der letzten Woche  waren wir ja nicht nur auf dem 2. Zunft[tag] Ruhr, sondern sind abends noch in Richtung Steinfurt aufgebrochen. Nach einem sehr unterhaltsamen Abend mit etwas “wilden Kerlen” im Hotel Stüer in Altenberge haben wir uns am nächsten Morgen die Destillerie Dwersteg von deren Geschäftsführer und Inhaber Ludger Teriete zeigen lassen. Und die Besichtigung einer solchen Destillerie kann nicht nur in England oder Schottland sehr spannend und vor allem lecker sein.

Neben einer ganzen Reihe von Öko-Likören wie Kaffee, Kaffee-Creme, Orange, Amaretto findet sich auch auch ein Brand mit Ingwer im Angebot. Der Star ist der Öko-Eierlikör, der sich rühmen darf der Lieblingslikör von Udo Lindenberg sein zu dürfen. Wir fanden auch Spitzen-Gin, alle Sorten Rum, Whiskey und Ouzo in Öko-Qualität - in diesem Fall allerdings Handelsware. Die Grundlagen der meisten eigenen Produkte ist Weizenkorn, der in deutschen Landen ausschließlich aus Öko-Weizen gebrannt wird. Im hauseigenen Mini-Labor wird darüber hinaus ständig an neuen Geschmacksrichtungen geprobt: Öko-Orangenschalen oder Öko-Chilipulver sind die Hauptakteure bei diesen Experimenten.

hommage à kandinsky

hommage à kandinsky

Ganz zum Schluß durften wir dann noch einen Blick auf den Stolz des Hauses werfen: Einen Notar 1964 Weinbrand, dessen Flaschen mit limitierten Originalen eines der letzten Wassily Kandinsky-Schülern Heinrich Neuy, der 2003 verstorben ist, versehen sind. Diesem Bauhaus-Künstler ist diese Serie “hommage à kandinsky” gewidmet. Jede 4er Serie ist ein Unikat und vom Künstler selbst signiert. Wirklich ausgewöhnliche Stücke.

… lieferte dieser 2. Zunft[tag] im Rahmen der Veranstaltungsreihe Essens Kreative Klasse auf Zollverein. Ein spannender Nachmittag, der eben mit Impulsen und Beispielen für kleine Unternehmen und Unternehmer angereichert war. Da wurden die unterschiedlichsten Themen beleuchtet: von der Bedeutung der Innovation, über Bündelungsstrategien für Handwerker, Online-Schmuck-Verkauf (sehr, sehr schöne Stücke, die auch live zu sehen waren), Charakteristiken und Definitionsversuche der kulturell-kreativen Klasse, der Entschleunigung des Handels, bis hin zu Untersuchungen des Kaufverhaltens der LOHASen und grüner Architektur.

Wer da war wird bestätigen: Da war sicher für jeden etwas dabei - und es wurden viele Gesprächs- und Diskussionsansätze geschaffen. Und vielleicht ja auch Anknüpfungspunkte für Kooperationen und ganz neue Projekte. So stand auch bei dieser Veranstaltung die Bündelung von vielen kleinen Kräften zu einer großen Kraft im Vordergrund.

Die meisten Vorträge vom Zunft[tag] finden Sie hier: Nachbereitung des 2. Zunft[tages]

Ich möchte aber auch nicht verschweigen, dass es einige kritische Töne gab. Töne, die die mangelnde Unterstützung durch die politische Klasse bemängelten - genau wie den Filz und die Cliquen-Bildung rund um die Geldtöpfe des Mega-Projektes Kulturhauptstadt Essen 2010 - so meine ganz persönliche Wahrnehmung. Als klassischer Top-Down-Prozess angelegt, liegt die Vermutung nahe, dass das Gross der Mittel oben hängen bleibt, der eigenen Status-Sicherung dient und dass unten bei denen, die dieses Projekt letztlich leben und tragen sollen, nichts mehr oder wenig ankommt. Da hinken dann auch Vergleiche mit der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas Liverpool und entsprechende Hinweise darauf, dass es dort ja auch nicht wirklich gut klappen würde und eine zu hohe Erwartungshaltung gegenüber den Verantwortlichen in Essen nicht gerechtfertigt wäre. Zum einen glaube ich an den europäischen Gedanken, der in diesem Falle nahelegen würde in Liverpool mal nach den lessons learned - zu fragen. Schließlich ist noch ein gutes Jahr Zeit diese zu berücksichtigen und zum zweiten finden sich dort ja vielleicht ähnliche Strukturen wie bei uns, so dass auch in Liverpool viel Geld in nutzlosen und unsichtbaren Strukturen versickert sein könnte. Da solche Projekte zu großen Teilen mit Steuergeldern gefördert werden, sollte eigentlich jeder Bürger Europas hier Rechenschaft verlangen dürfen … so wäre eine totale Transparenz solcher Vorhaben wichtig und vor allem eines: Nachhaltig.

Aber solche Anmerkungen und Nachfragen sind meist nicht schicklich, wohl aber meine wiederum ganz persönlichen lessons learned u. a. aus der Misswirtschaft der Banken. Ich will und werde solche Fragen stellen - auch wenn es keine Antworten sondern nur Ausreden und Schweigen darauf gibt.

Vielleicht - oder besser hoffentlich - haben Sie sich gewundert, dass hier in den letzten Tagen nicht so viel gelaufen ist. Das lag an eben dieser “Tour”. Ich bin vom 2. Zunft[tag] in Essen in Richtung der Destillerie Dwersteg gefahren, um die Reise dann mit einem Besuch auf der Pro-Bio in Herford zu komplettieren.

In diesen Tagen habe ich eine Menge Spannendes gesehen, viel gelernt und registriert, dass viele noch immer nicht aufgewacht sind. Viele haben den Wandel (noch) nicht bemerkt. Gewerkschaften wollen heute “ein Anker im Meer des Wandels” (O-Ton Brand eins “Improvisation”) sein - nur: Wieviele haben denn bemerkt, dass sie auf einem Schiff sind, dass es abgelegt hat und das draußen schwere See - oder wie wir in Hamburg sagen - Hack ist? Anyway. Ich werde die nächsten Tage nutzen, Ihnen die Geschichten zu erzählen.

Eigenlich habe ich es schon länger gewusst, ein Beitrag beim WeinReporter.de schuf jetzt Gewissheit: Der Wein ist auf die Tüte gekommen. Wer einen Blick in den größten Weinshop Nordeuropas, den Bordershop in Puttgarden auf Fehmarn (ich erspare uns den link an dieser Stelle), tut, der ahnt wie stark die Tüte sich schon ihr Segment erobert hat. Gerade die neue Welt liegt hier weit vorn und bietet einen bis fünf Liter auf dem Karton - mit und ohne Hahn. Selbst die Qualitäten, die in die Tüte kommen, sind auch die, die es auf der Flasche für Euro 5-10 gibt. Leider ist der Mengenabschlag für Weintüten - oder besser Tütenwein? - nur marginal. So könnte ich mir auch einen meiner Standardweine, den BIN 65 Chardonnay von Lindemans, im 3 Liter Karton unter den Arm klemmen.

Sollten wir ob dieser Entwicklung aufschreien? Oder ist das gar nicht so schlimm? Sicher gibt es Untersuchungen, die belegen, dass der Karton (oder besser das Plastik darin) keinen negativen Einfluss auf den Geschmack hat. Und sicher ist, dass die Klimabilanz wieder ein wenig besser darsteht, weil so ein 3 Liter Gebinde eben 4 Flaschen ersetzt. Außerdem sortiert man Tüten nicht extra ins Regal sondern stellt sie schlicht auf einer Palette an die Wand. Diejenigen unter uns, die jetzt ob der Tradition und Gewöhnung aufschreien, verstehe ich gut. Nur mögen sie sich fragen, ob das eines dieser “hills to die on” ist. Ich bin mir nicht sicher. Heute finde ich den Dreh- oder Glasverschluss bei Weinen viel besser als Kork. Hätten Sie mich dazu vor 4-5 Jahren befragt, hätte ich diese Verschlussart verdammt. Einzig die Kühlschrankindustrie könnte der Tüten-Entwicklung im Wege stehen: Ich habe weder Tüten-Weinschränke noch normale Kühlschränke gefunden, in die 3 Liter Lindemans BIN 65 so ohne weiteres passen würden. Aber ob das die Welle aufhält?

Gute drei Monate Genuss sind wohl seit Samstag vorbei. Wir hatten die letzte Gelegenheit in diesem Jahr ungespritzte Vierländer Tomaten auf unserem Wochenmarkt zu erwerben. Zwar nur noch die Normalen, die nicht ganz so aromatisch wie die Vierländer Krause oder Platte sind, aber immer noch um viele Längen besser schmecken als die EU-Einheitstomate aus Spanien, den Niederlanden, oder ….

Kollektion Vierländer Tomaten

Ich habe es bis heute nicht verstanden, warum es eine Diskussion darum gab, ob der Linda-Kartoffel jetzt der Garaus gemacht wird oder nicht. Und ebenso nicht, warum sich niemand darum kümmert tolle, spezielle und gut schmeckende regionale Tomatensorten wo auch immer in der EU anzubauen und zu vermarkten. Warum nur nicht?

Für alle die, die einmal Regionalität schmecken möchten, spreche ich hier und jetzt die offizielle Einladung für August 2009 aus: Kommen Sie sehr gerne bei uns vorbei - auf einen gemeinsamen Vierländer-Tomaten-Schmaus! Auf Pasta, an Morzerella, auf einem Bruschetta, überbacken oder an Ricotta-Küchlein mit einem leichten Apfel-Balsamico Dressing.

PS: Der Begriff Vierländer verweist auf eines der größten Gemüse- und Blumenanbaugebiete Deutschlands, gelegen im Osten des Hamburger Stadtgebiets: Die Vier- und Marschlande - hier bei Google-Maps und hier bei Wikipedia.

Um mit nachhaltigen Produkte zu handeln und dazu noch seine Organisation nachhaltig aufzustellen, brauchen Unternehmen solche Projekte nicht zwangsweise subventionieren. Das Beispiel von Café Intención der Firma Darboven aus Hamburg zeigt, dass so etwas auch (wirtschaftlich) erfolgreich sein kann.

Café Intencion wurde 1993 als einer der ersten Fairtrade Produkte in Deutschland eingeführt. Der Absatz entwickelt sich zögerlich und ohne irgendwelche besonderen Höhepunkte. Im Jahre 2004 entschließt sich Darboven zum Relaunch des Produktes, überarbeitet die Verpackung und kümmert sich um PR sowie um Kooperationen. Wohl gleichzeitig zu diesen Aktionen wendet sich in Deutschland (und der Welt) ein wenig das Blatt: Die LOHAS ziehen auf den Plan, Geiz ist nicht mehr ganz so geil und Öko ist - diesmal mit einer klaren Fokusierung auf Lifestyle - wieder “in”.

So entwickelt sich der Kaffee, den es als Classic und Bio gibt, blendend: Der Absatz wird von 2004 bis 2007 verdoppelt, der Anteil am Gesamtabsatz von Darboven wird in diesem Jahr voraussichtlich 12% betragen und Café Intención ist eines der erfolgreichsten Produkte des Hauses. Und eigentlich könnte Darboven noch deutlich mehr verkaufen als in den Lagern zur Verfügung steht. So versucht das Unternehmen in Mittelamerika zur Zeit die konventionellen Farmer weiter zu unterstützten - auch um einige in Richtung “bio” zu bewegen. Denn die “bio”-Farmer haben auch schon heute einen Stand erreicht, den alle Kaffee-Farmer eines Tages inne haben sollten.

Gestern war ES mal wieder so weit. Ich habe mit meiner Frau abends vor dem Fernseher abgehangen. Tatort gab es nicht, deshalb haben wir rumgezappt. Auch auf Werbung sind wir gestossen - so dass wir so 10 min damit kontaminiert wurden. Nach gut 12 Monaten Abstinenz haut das richtig rein.

Perwoll wollte uns sagen, dass es jetzt das Wellness-Waschmittel ist. Mit Farbaufpasser. Eigentlich hätte ich erwartet, dass es jetzt noch billiger ist. Zott wollte uns mit Monte melden, dass sie 85% Milch verarbeitet haben und auch eine Maxi-Version verfügbar ist. Na ja, meine Kinder würden da sagen “Warum trinken wir nicht einfach gleich leckere BIO-Milch - u. U. mit Kakao?”. Ich hatte damit gerechnet, dass Monte jetzt noch billiger ist. Dann mein persönlicher Liebling die Commerzbank, die es als allerletztes zu einem kostenfreien Girokonto gebracht haben, jetzt aber den Prosumenten davon berichten als wäre es ihre Idee und eine wahre Heldentat. Ich würde lieber Geschichten über die Fusion mit der Bank mit dem “grünen Band der Sympathie” hören, oder Erklärungen, wie tief die Commerzbank im amerikanischen Debakel drinsteckt. Da das Konto nichts kostet, konnten sie es nicht billiger machen - aber das Schmerzensgeld haben sie in den letzten 18 Monaten (! - borrr ist das neu) immerhin von Euro 50 auf Euro 75 angehoben. Dann rasante Einparkmanöver, abgefahrene Türen, die Zielgruppe der Homosexuellen und die Botschaft “DKV hält länger”. Tja, was will uns das sagen? Wenn man witzig sein will und darüber vergißt den Prosumenten etwas zu sagen, ist das doppelt schlimm. Und billig sind die sowieso - wie alle PKV’s. Und dann gab es noch ein Fleischsnack zum toasten - immerhin war der Spott überraschend, allerdings ist das Produkt wahrscheinlich derartig abartig (ich rieche reichlich Glutamat, Drecksfleisch und sonstige Zusatzstoffe ohne Ende), dass es auch schlicht überflüssig ist. Und der Name? Den habe ich mir einfach nicht merken können. Und wieviel Geld muss man einnehmen, um Fernsehwerbung für ein solches Euro 2-3 Produkt überhaupt finanzieren zu können?

Fazit: Der Preiskampf und die Billigheimer waren in dieser Werbeunterbrechung nur in der 2. Reihe - beachtlich, wo das für fast eine die einzige Alleinstellungsstrategie zu sein scheint. Platte, ja schlicht dämliche Inszinierungen standen im Vordergrund. In diesen 10 min sind bestimmt - inkl. anteiliger Produktionkosten - Euro 100.000.- über den Tisch gegangen. Geld, das die Firmen viel sinnvoller in einen Individual-Dialog mit ihren Prosumenten und in Nachhaltigkeitsprojekte hätten investieren können. Dann hätten sie auch morgen noch etwas davon gehabt - und wir auch. Und eine große Frage bleibt: Für wen machen diese Firmen so etwas? Oder anders: Gibt es etwa dumme Prosumenten?

LOHAS, LOHAS immer wieder LOHAS. Sind Sie denn nun einer - oder nicht? Ich habe ja das Gefühl, dass das Individuum in dieser ganzen Zielgruppendiskussion leidig untergeht. Es scheint, als ob die neue Bewegung in eine Schablone gedrückt werden soll, auf die dann die alten Marketing-Instrumente losgelassen werden können. Dann sind alle Verantwortlichen beruhigt, können wieder senden und alles konnte so bleiben wie es ist. Kein neues Denken - einfach altes Denken für neue Herausforderungen. Das Zuhören ist natürlich auch nicht als Disziplin hinzu gekommen.

Im Gesprächs- bzw. Dialogansatz des Zunft[institut]s gehen wir davon aus, dass Nachhaltigkeit nicht verordnet oder einfach in beliebiger Form angenommen werden kann. Jedes Individuum hat seine eigene, persönliche Nachhaltigkeit - oder eben noch nicht. Diese individuelle Nachhaltigkeit kann auch klein oder groß sein, besonders auf dem Gebiet des Umweltschutzes oder der Mitarbeiterführung ausgeprägt sein. Eines ist aber für uns ganz sicher: Diese Nachhaltigkeit kommt von innen heraus und ist das Ergebnis der eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, Situationen und der eigenen Geschichte. Selbst wenn das Nachhaltigkeitspektrum bei jedem Mensch gleich wäre, so setzt sich dieses durch die unterschiedlichen Ausprägungen der Spektralkanäle jeweils - wie ein Fingerabdruck - individuell zusammen.

Die Gleichmacherei für DIE Zielgruppe LOHAS will dann - wie immer - mit der Gießkanne auf diese Menschen los - und wundert sich über die Streuverluste in ungeahnter Höhe. Und altes Denken wird bei der Fehlersuche wieder alte Erklärungen für diese Streuverluste hervor bringen. Ein reales Bild der Wirklichkeit oder Ansätze für neues Denken wird man dabei vergeblich suchen.

Also: Der Mensch gehört in den Mittelpunkt aller Überlegungen - meine ich. Keine Unternehmens- oder Werbeinstrumente-Zentrierung, sondern eine totale, ganzheitliche und kompromisslose Kundenzentrierung.

Wann wird unsere Wirtschaft das verstehen? Und eigentlich ist das LOHAS-Kopf-in-den-Sand-stecken doch auch ein Kartenhaus, wie diejenigen, die gerade in der tollen, schildernden Finanzwelt einfach so zusammfallen, finde ich.

Am 2. September habe ich Sie an dieser Stelle gefragt, ob Sie einen Blumenladen kennen, der fair gehandelte, nachhaltige und unbelastete Blumen anbietet. Haben Sie einen gefunden?

FLP Rose aus Ecuador

Ich habe am 15.09.08, dem Tag der Liebe in Lüneburg diese FLP-Rose vom Straelener Blumenhandel (SBH) gefunden - und gekauft. Auch habe ich gelernt, dass es neben FLP zertifizierten Rosen auch solche gibt, die von Transfair gehandelt werden. Die werden u. a. bei REWE und Budni angeboten. Ich würde zu gerne wissen, wie erfolgreich Ihre “Bemühungen” waren. Lassen Sie mich nicht im Stich …

… habe ich bei meinem letzten Stadtbummel festgestellt. Und ich fand das überraschend. Wir haben bei C&A einige Kinderklamotten und bei H&M sogar Tops für Frau aus Ökobaumwolle gefunden. Bei Timberland habe ich aus versehen ein Sweatshirt gekauft, dass auch ökologisch war. Was für ein Zufall. Selbst IKEA kümmert sich um den wasser- und pesitzidschonenden Anbau von Baumwolle. Es scheint sich etwas zu bewegen.

Allerdings ist es mir nicht gelungen, bei einem der deutschen Klassenbesten in Sachen Nachhaltigkeit, dem Otto-Versand, ein passendes Suchkritierium für ökologische Kinderbekleidung im Online-shop einzugeben. Auf der Unternehmenssite finden sich seitenlange Abhandlungen über die tollen Taten und im Shop suche ich mir dann einen Wolf. Aber wahrscheinlich liegt das Problem mal wieder vor dem Bildschirm und an der Tastatur.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Finden Sie auch mehr Öko-Bekleidung? Sind eigentlich alle Designer-Label schon automatisch öko? Wie empfinden Sie das Preisniveau dieser nachhaltigen Bekleidungsgegenständen?

Wenn Sie Fairtrade-Kaffee kennen, dann ja vielleicht auch dieses Siegel: FLP - Flower Label Program. Zitat aus der Präambel des gemeinnützigen Vereins: “Weltweit werden Blumen angebaut, um Menschen zu erfreuen. Insbesondere in vielen Ländern des Südens werden durch den Blumenanbau viele Arbeitsplätze geschaffen und Devisen erwirtschaftet. Gleichzeitig sind mit der Produktion oftmals ökologische und soziale Probleme verbunden. Das Flower Label Program (FLP) ist ein wesentliches Instrument zur Lösung dieser Probleme.”

Aus meiner Sicht eine sehr sinnige Initiative, die es Blumenhändlern ermöglicht sich (endlich) ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb zu verschaffen. Sicher ist das schwierig und vor 8 Jahren haben Fairtrade-Produkte im Bereich Kaffee und Schokolade eher ein Schattendasein geführt - dennoch: Irgendwann muss man mal anfangen! Und nie war die Zeit günstiger als eben JETZT behaupte ich.

Ich habe eine Bitte an Sie: Gehen Sie doch mal in dieser Woche zu Ihrem Blumenladen und fragen Sie dort nach FLP-Blumen. Auf die Antworten und Reaktionen bin ich sehr gespannt. Frei nach dem Jack Wolfskin Beispiel dürfen Sie bei der Gelegenheit auch gerne mal fragen, ob und welche Nachweise die Floristen über den Pestizid-Status ihrer Blumen und die sozialen Bedingung deren Herstellung haben. Weil Sie ein neugieriger, engagierter Mensch sind …

Und wenn Sie es hier nicht eintragen mögen, senden Sie mir doch eine kurze eMail mit Ihren Erfahrungen: o.selaff(at)zunftnetz.org. Herzlichen Dank … im voraus! Danke!

Vor-vor-vorgestern habe ich mal wieder TV geschaut. Eigentlich nicht geschaut sondern einfach so herum gezappt - wie es neudeutsch heißt. Ich bin bei einer Reportage über eine Familie hängengeblieben, die sich über vier Wochen einen sog. Öko-Coach angetan haben. Der schaute in alle Ecken des Hauses auf der Suche nach fiesen Stromverbrauchern, analysierte die Putzmittelkollektion sehr penibel und machte sogar vor dem Durchwühlen der (Rest-)Mülltonne nicht Halt. Oh Mann, das schien mir echt hart, zumal er auch versuchte das Auto der Familie mit einer Parkkralle stillzulegen.

To make a long story short: Der Öko-Scout ging auch mit Ihnen einkaufen. Bei Hess Natur (glücklicherweise in der Nähe von Frankfurt, dennoch: Autoeinsatz!) war der Pulli für die Tochter sehr schön (fand ich auch) aber leider ziemlich kratzig. Weiter zu Jack Wolfskin - mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort fand sich auf den ersten - und auch auf den zweiten Blick leider nichts umweltkonformes für das Töchterchen. Sie hätte doch soooo gerne ein schönes grünes Fleece gehabt. Ob der Kunststoffes und der unklaren Fertigungssituation (Kinderarbeit, Lohndumping, Ausbeutung) fanden sich auf der Stirn des Beraters tiefe Falten. Dann aber ein Vorschlag zum Kompromiss und der Grund für diesen Artikel: “Sie kaufen den Artikel, weisen aber darauf hin, dass Sie binnen 10 Tagen (um in der Umtauschfrist zu bleiben) eine Stellungnahme von Jack Wolfskin zu den o. g. Fragen haben möchten. Kommt diese nicht oder ist sie nicht im Toleranzbereich, geht das Teil halt zurück.”

Ein toller Vorschlag. Wenn das jeder mündige Prosument so tun würde, würde sich sogar schnell etwas verändern - da bin ich ganz sicher. Fangen auch SIE morgen damit an? Werden Sie zum Prosumenten?

Heute habe ich bei best-of-wine gelesen, dass es einem Forscherteam gelungen ist, eine elektronische Zunge zu entwickeln (bisher: Prototyp), die in der Lage ist Weinsorten und Jahrgänge zu erkennen. Der große Vorteil: Das Zünglein ist portabel!

Naht mit dieser Erfindung endlich die Wahrheit für den Wein? Können so komplexe Verschnitte unterschiedlichster Weine entschlüsselt werden? Ist endgültig Schluss mit dem Zucker und Glykol in unserem geliebten Getränk? Und womöglich kann das Teil auch Holzchips von Barrique unterscheiden …

Wenn es gelingt dieses Zunge alltagstauglich zu machen, sicher eine nachhaltige Erfindung. Oder besser eine Nachhaltigkeit sicherende Erfindung.

Nachdem wir hier schon faircustomer vorgestellt haben, kommt heute ein weiteres Portal in diesem “sauberen” Segment hinzu:

http://www.bransparent.com

Hier gibt es sozial und umwelttechnisch einwandfreie Klamotten. Und das sowohl online - dann allerdings per Weiterleitung zu einem anderen Online-Shop - als auch mit Hinweisen auf Läden in Deiner Umgebung, die das gewünschte Produkt führen. In jedem Fall sind ausgiebige Infos zu den jeweiligen Produkten hinterlegt, so dass sich jeder potentielle Kunden ein sehr gutes Bild machen kann.

Sorry, aber ich muss doch nochmal was zu Teuronade - Sie wissen schon die Wucher-Bionade - schreiben. Gestern beim lesen der Brand eins Liebe hat mich eine Anzeige auf Seite 23 wirklich beleidigt:

“Die grösste Leistung unserer Mitbewerber liegt darin, dass sie uns noch vor den Chinesen kopiert haben.”

Welche Botschaft für den Kunden ist darin enthalten? Für mich reine Egomanie und vielleicht Selbstmitleid, welches eine Reihe weiterer Fragen aufwirft:

> Die Mitbewerber haben ihre Preispolitik nicht so platt wie Teuronade begründet - auch eine Leistung.
> Die Mitbewerber haben womöglich besser auf den Wahrheitsgehalt ihrer Etiketten aufgepasst und sich einen Verteidigunganwalt gespart.
> Die Mitbewerber wissen womöglich, dass es da draußen Kunden gibt, Kunden die ein faires Geschäftsgebaren sehr schätzen. Kunden die das Investment für selbstherrliche Anzeigenkampagnen hinterfragen.

Oder besteht die grösste Leistung dahin von Fettnapf zu Fettnapf zu hüpfen?

In seiner gestern erschienenen Ausgabe hat das Dialogus-Magazin den Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Unter anderen finden sich dort Beiträge zu den Themen Handel, Prozesse sowie einige gute Unternehmensbeispiele. Auch ein Interview zum Zunft[institut] ist dort zu finden. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei.

Heute fand ich im Manager-Magazin einen interessanten Artikel von Marie Blöcker zur LOHAS-Thematik, wobei mich einige Positionen stark auch an Inhalte unserer im Internet seit langem positionierten Gedanken erinnern. Anbei einige Auszüge: “Die Gruppe der Lohas sind selbstbewusste und aufgeklärte Verbraucher, die mit Bedacht konsumieren, um somit verantwortungsvolles, nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. Der typische Vertreter dieser Zielgruppe ist quasi ein moderner Öko - eben kein Jutebeutel-tragender Atomkraftgegner, sondern ein Verbraucher, der zum Beispiel fair gehandelten Kaffee kauft und Restaurants besucht, die auf Biolebensmittel aus der Umgebung zurückgreifen. Transparenz spielt eine sehr große Rolle: Wer stellt wo und unter welchen Bedingungen das Produkt her? Und was wird indirekt mit diesem Kauf unterstützt? Für Unternehmen besonders interessant ist die Tatsache, dass dieser Lebensstil kein Verzicht auf Luxus impliziert. Im Gegenteil: die Zielgruppe ist kaufkräftig und kosumfreudig. Dieser Umstand bietet natürlich auch eine Angriffsfläche für Skeptiker: Diese Art des Konsums sei nur ein “Greenwash”. Die Führungskräfte der manager-lounge haben abgestimmt: Fast 70 Prozent der Mitglieder, die an der Umfrage teilgenommen haben, zählen sich zu der Gruppe der Lohas; deren Ziele und Überzeugungen decken sich mit denen der Manager. Dabei zeichnen sie sich zugleich durch die typische Lohas-Eigenschaft, die kritische Betrachtung aus: Über die Hälfte der Lohas-Befürworter findet den Hype um die Zielgruppe übertrieben.” Den kompletten Artikel findet man im Zunft[wissen]-Presseportal. Ich denke, hierauf sollten wir weiter aufbauen. Kritisch, aber mit konkreten, in die Praxis umsetzbaren Lösungsansätzen die erkennbare Bereitschaft einer interessanten Anzahl von Mitmenschen zu nutzen, um unsere Überzeugungen von einer besseren Form des persönlichen und wirtschaftlichen Miteinanders weiter voranzubringen. Die ersten Schritte sind ja gemacht ………….weitere folgen bald!

Aufmerksam gemacht hat mich - mal wieder - Hannes Treichl in seinem Blog: Brainfloor, ein Marktplatz für Ideen aus Österreich, auf dem sich Ideensucher und -geber - hier genannt BrainUser und BrainWorker - treffen.

Eine Klasse-Idee finde ich. So bin ich seit rund 3 Monaten Mitglied dort und gebe auch meine Ideen dort zum Besten. Allerdings stolpere ich immer wieder über zwei Punkte: Zum einen fühle ich mich jedes Mal wie eine Milchkuh beim Melken. Ich gebe mein Bestes, erfahre aber nicht was damit geschieht. Wird es ein toller Käse oder bester Quark? Und zum anderen fehlt mir die Inspiration durch die anderen Ideengeber - sorry BrainWorker - das storming sozusagen. So fühlt sich das alles recht klinisch an und irgendwie werde ich den bitteren Geschmack auf der Zunge nicht los, dass ich deutlich mehr gebe als ich bekomme. Würde eine solche Ideen-suchende Firma - sorry BrainUser - eine Agentur wie beispielsweise das Trendbüro oder ähnliche beauftragen, würde der identische Output wahrscheinlich einen mittleren 6-stelligen Euro-Betrag kosten. Schließlich geht es um nicht weniger als Innovationen. Und selbst wenn nicht DIE einschlagende Idee dabei ist, so sind alleine die 50-100 Beiträge vielleicht für die eigenen Fachleute so inspirierend, dass im nachhinein DIE Idee geboren wird.

Wie könnte man Brainfloor also so verbessern, dass dieser bittere Geschmack ein wenig weniger wird? Oh, nicht das Sie denken, dass ich Sie jetzt auch aushören will - schließlich sind hier die Kommentare (noch ;-)) öffentlich!

Mein letztes Einkaufserlebnis, bei dem ich auf der Suche nach einem passenden Paar Wanderschuhen war, zeigte mir ziemlich ernüchternd die eigentlichen Probleme, mit denen der Einzelhandel wirklich zu kämpfen hat.

Die Ausgangsparameter waren meinerseits klar definiert. Ein Schuh, der sowohl für mittlere Wandertouren als auch für Wanderungen im hochalpinen Gelände geeignet sein musste. Ein Schuh mit einem guten Tragekomfort, wasserdicht, leicht und der auch bei längeren Touren nicht drücken sollte. Zu guter Letzt sollte der Schuh - wenn möglich - in Deutschland oder Österreich produziert worden sein. Dafür war ich auch bereit, einen Betrag von bis zu Euro 250 auszugeben.

Aufgrund einer zu erwartenden Fachberatung war für mich im Vorfeld klar, dass dies nur über den Fachhandel zu einem wirklichen Erfolg führen konnte. Eben genau so, wie wenn man eine Wandertour vorbereitet. Je besser die Planung, desto weniger Probleme und umso größer der Genuss. Was ich dann aber infolge erlebte, war ein Schauspiel beginnend von Unfähigkeit bis hin zur Inkompetenz.

Im ersten Fachgeschäft hat man meine Anwesenheit offenbar gar nicht bemerkt, weil die Mitarbeiter zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Also zog ich ungerichteter Dinge weiter zum zweiten Fachgeschäft. Dort bediente mich zwar eine nette Dame, mit der ich mich aber ebenso gut über das Wetter der nächsten Tage hätte unterhalten können. Im dritten Anlauf traf ich auf, sagen wir dazu fehlende Kompetenz verbunden mit einem mir unverständlichen Sortiment an fehlenden Standardgrößen. Erschreckend dann die Aussage, dass man ja die passende Größe bestellen könnte. Nun sollte man aber spätestens an dieser Stelle auch wissen, dass gerade Wanderschuhe einer genauen Passprobe unterzogen werden sollten. Abgesehen davon, dass ich eine Bestellung auch über jede Menge Internetshops selbst in Angriff hätte nehmen können.

Der letzte Versuch - wohlgemerkt immer noch in einem Fachgeschäft - wurde dann durch Ignoranz und Unhöflichkeit bestraft. Zudem war exakt derselbe Wanderschuh, der im vorigen Fachgeschäft leider nicht vorhanden war, hier zwar im Regal, aber unverständlicher Weise um 60 Euro teurer. Die Frage, warum ich hier auch nur einen Euro hätte liegen lassen sollen, war für mich recht schnell beantwortet.

Nach einem halben Tag, einigen gefahrenen Kilometern und vier vergeblichen Versuchen, einen passenden Wanderschuh zu ergattern, beschloss ich noch schnell im Vorbeifahren an einem Fachmarkt einer Sportartikelkette Halt zu machen. Mir war klar, dass ich mit einer Fachberatung auch dort nicht rechnen konnte. Dass sich aber diese Annahme infolge als Irrglaube darstellte, wurde recht schnell klar, als sich ein junger Mann meiner Sache annahm.

Das erste Mal hörte mir jemand zu und erklärte mir, worauf ich zu achten hätte. Keiner dieser zuvor vier genannten Fachverkäufer des Fachhandels konnte mir nur annährend das vermitteln, was dieser junge Mann mir in kurzer Zeit sehr freundlich, hilfsbreit und äußerst kompetent beantwortete. Dies führte dazu, dass ich mich für einen Kauf  entschied. Nicht dass dieses Produkt dort billiger war, als im Einzelhandel. Nein, der Wanderschuh wurde exakt zum selben Preis verkauft, wie er auch im Einzelhandel an den Mann bzw. Frau gebracht wird.

Für mich stellt sich die Frage, wer in diesem Fall die Kompetenz und das Wissen besitzt, um seine Kunden auch zu befriedigen. Ist es der Fachhandel oder ein Fachmarkt einer ganzen Kette? In meinem Fall war es mit Sicherheit nicht der Fachhandel. Für mich sind viele Probleme des Einzelhandels schlicht und einfach selbst gemacht. Denn zwischen Theorie und Praxis, oder besser gesagt zwischen Jammern und Tun klafft hier eine große Lücke.

Dies ist mit Sicherheit nur ein Beispiel. Und ich bin mir ebenso sicher, dass es in vielen Fachgeschäften auch anders läuft. Aber, wenn sich der Fachhandel nicht bewusst wird, dass Kunden genau deshalb bei ihnen kaufen, weil sie dort die Kompetenz und Fachberatung erwarten, tun sie gut daran, dies auch unter Beweis zu stellen. Denn sonst passiert dieser Spießrutenlauf nicht nur mir, sondern auch vielen anderen. Was zur Folge haben könnte, dass Jammern alleine auch irgendwann nichts mehr ändern wird können. 

Ja, ich gebe es zu. Unsere Familie trank gerne TeuroNADE. Viel TeuroNADE. Solange bis plötzlich über Nacht eben diese Wortschöpfung aus der bekannten Marke entstand. Was war geschehen …? Tja. Ich hörte von informierten Kreisen am Montag in Berlin, dass die Firma aus der Rhön fand, dass ein Marktführer auch Preisführer im Sinne des höchsten Preises sein müsse. Keine zu teuren Rohstoffe, keine Bekenntnisse, dass die intensive Werbung viel Geld verschlungen habe, dass vielleicht der Shareholder nach soviel Erfolg einen neuen großen Wagen bräuchte (wird ja gerne sonst genommen) nein! Nichts von alledem.

Ich fühlte mich nach der Aufklärung in Berlin verpflichtet, meiner ehemaligen Lieblings-Bio-Getränkemarke meinen Unmut einmal mitzuteilen. Auch damit sie eine Erklärung für die in Zukunft fehlende Einkäufe im Hamburger Osten haben würde. Gesagt, getan … und ich habe sogar eine Antwort bekommen. Eine Antwort, die mir noch deutlicher zeigt, dass die Hersteller von TeuroNADE gar nicht nachhaltig sind - zumindest nicht ihren Kunden gegenüber. Aha! Und ich habe in Frankfurt gelernt, dass Firmen ihre Kunden nicht verdummen sollten. In so fern hat die Antwort den Kommunikation-GAU sogar in einen Super-GAU verwandelt. Cool, oder?

Schreiben Sie selbst doch einmal hin. Die fertige Antwort wartet schon auf Sie. Wer dennoch jetzt schon neugierig ist, hier ein Auszug:

[...] “In letzter Zeit setzen sich nun immer mehr Nachahmer ins gemachte Nest mit Produkten, die preislich teilweise höher als BIONADE angesiedelt sind, obwohl sie nicht deren Qualität (Fermentierung nach dem Brauprinzip) entsprechen. Das kommt de facto einer Abwertung unseres Originals gleich, der wir nicht tatenlos zusehen können, da hierdurch ein Missverhältnis zwischen Wertigkeit und Preis der Marke entsteht.

Aber wenn Sie sich im Markt einmal umschauen, werden Sie feststellen, dass BIONADE etwa im Vergleich zu bestimmten Bio-Limos oder auch zu so genannten Energy- oder Wellness-Drinks selbst nach der Erhöhung auf 79 Cent immer noch deutlich günstiger ist, und das bei hochwertiger Bio-Qualität.” [...]

… von 49 auf 79 cent! Puhh, dass sind ja nicht nur 20% sondern - Moment - satte 38%. Und das nur weil die bösen, bösen Wettbewerber das ja auch nehmen. Míndestens!

Ich habe heute mal wieder bei Hans Treichl im Blog ANDERS|denken gelesen - und war entsetzt. Ich fand da zwei Beiträge zum Thema Unternehmem und Internet:

Web 2.0 irrelevant für das Kundenbeziehungsmanagement!

Ein guter Internetauftritt zahlt sich nicht aus!

Ohne ins Detail gehen zu wollen - das hat Hans Treichl schon sehr gut getan - frage ich mich doch zusehens besorgt, was Banken und Baumärkten von ihren Beratern empfohlen wird? Und ganz sicher haben diese ein ganzes Berater-Heer! Kundenbeziehungsmanagement ohne Web 2.0? Ich dachte zuerst an einen Datumsfehler - in der Vermutung einen 2 oder 3 Jahre alten Artikel zu lesen. Und ein Baumarkt ohne guten Internetauftritt? Na ja.

Ich habe da eine elegante Überleitung zu einem Beitrag von Jeremiah Owyang - ebenfalls bei Hans Treichl besprochen - der scheinbar das Cluetrain Manifest von 1999 mal wieder heraus geholt hat. In jedem Fall spricht er aus meiner Sicht die Wahrheit - eine Wahrheit, die auch auf Baumärkte gut anzuwenden wäre:

Die Zukunft von Internetauftritten

Mein Fazit: Mutig handeln! Neue Berater mit Ahnung engagieren. Wir hätten da in unserem Zunft[institut] noch Kapazitäten frei ;-)). Und noch dazu wären wir bestimmt offener, authentischer und näher am Puls des Marktes.

Frauen lieben Shopping. Ist bekannt. Inzwischen aber ändert sich das Kaufverhalten der weiblichen Kunden. Über 60 Prozent der Verbraucherinnen wollen nämlich die regionale Landwirtschaft stärken und sie kaufen deshalb am liebsten nachhaltige Lebensmittel aus der Region. Das hat jetzt eine Auswertung der KommunikationsAnalyse 2008 von der Frauenzeitschrift Brigitte ergeben. Importe aus extremen Billiglohnländern kommen nicht in Frage: 70% kaufen keine Produkte eines Unternehmens, von dem sie wissen, dass es seine Waren unter bedenklichen Arbeitsbedingungen herstellt. Bravo! Danach ist ethisch motivierter Konsum unter deutschen Frauen längst ein Massenphänomen. 43% der Frauen zwischen 14 und 64 Jahren geben an, dass die Bedingungen, unter denen ein Produkt hergestellt wird, ihre Kaufentscheidung beeinflussen.
Na also, auf uns Frauen ist Verlass! Und darüber freuen sich sicherlich nicht nur die Landwirte, oder?

Auf der Lifefair Ende Mai in Zürich haben wir Amei Poensgen kennengelernt, die uns von Ihrem Projekt faircustomer erzählte. Die Idee: Eine Handelsplattform für gute, wertige und womöglich ökologische Produkte, die von Behinderten-Werkstätten, Arbeitslosen oder in der Dritten Welt produziert werden. Wenn das nicht nachhaltig ist. Wir wünschen dem Team alles Gute für den Start in den nächsten Monaten (wir halten Sie auf dem Laufenden). Wer schon jetzt mehr über das Projekt wissen möchte, dem sei der faircustomer-Blog empfohlen: http://blog.faircustomer.ch

Der Spiegel online meldet, dass Forscher der Uni Gießen heraus gefunden haben, dass der Transportweg eines Apfels nicht unbedingt die Energiebilanz zu dessen Erzeugung negativ beeinflußt. Sprich: Der Apfel aus dem Alten Land bei Hamburg hat unter Umständen eine schlechtere Energiebilanz als einer aus Neuseeland. Auf den ersten Blick paradox, oder? Der Hase soll bei der Größe der Anbaubetriebe “im Pfeffer” liegen. Die Details finden Sie bei …

Spiegel online

Gilt so etwas womöglich auch für andere regionale Produkte?

Heute morgen habe ich einen Tipp bekommen. Psssst! Jetzt gibt es tatsächlich die Möglichkeit sich sein Bio-Müsli selbst zusammen zu basteln und gleich schicken zu lassen …

http://www.mymuesli.com

Schwer beeindruckend! Ich mache mir ja viel Gedanken darüber, was im Internet so gehen könnte, was von Menschen angenommen werden würde - und sich dann auch noch rechnet. Aber auf Müsli in 556 Billionen verschiedenen Kombinationen (was für ein Prozess-Aufwand) wäre ich nicht im Traum gekommen. Aber vielleicht war ich jetzt auch der letzte, der davon erfahren hat … Dennoch: Viel Glück!

Vorträge des 2. Zunft[tag] Ruhr vom 17. Oktober 2008 online

Am Freitag, 17. Oktober 2008 fand der "2. Zunft[tag] Ruhr" anlässlich der Reihe "Essens kreative Klasse" auf der Zeche Zollverein in Essen statt. Die Vorträge und Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier.

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