Innovation

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Adventskalender sind für Kinder. Wir überlassen dieses wunderbare Ritual unserem Nachwuchs und doch wünscht sich so mancher in der Elternrolle insgeheim auch einen. Es geht um das Gefühl, sich am Abend auf den nächsten Morgen zu freuen. Auf ein kleines Geschenk, das in seinen Details meist noch unbekannt ist. Ein Bild, eine Stück Schokolade, einen Moment des Innehaltens in den üblichen Abläufen.

An diesem 1. Advent entstand spontan, während eines Seminars im Rheinland, die Idee für einen “erwachsenen” Adventskalender (jenseits der virtuellen Tombola-Versionen, die so durch’s Netz geistern): Einen Adventskalender, den jeder für sich individuell gestalten kann. Das Seminar drehte sich um persönliche Entwicklung und darum, Dinge in einem anderen Rahmen zu betrachten. Wir reframen den Adventskalender.

Hier findet sich eine Liste mit ersten Ideen, die man für seinen persönlichen Adventskalender nutzen kann. Es geht darum, in einem befristeten Zeitraum (24 Tage) jeden Tag bewußt etwas für sich und seine Entwicklung zu tun, das man sonst nicht täte. Und es geht darum, sich darauf zu freuen. Wenn Ihnen weitere Ideen einfallen, bietet sich dieses Blog-Medium optimal an, diese als Kommentar zu “posten” und damit die Liste beliebig zu erweitern.

 

Ideen für einen Adventskalender persönlicher Entwicklung:

Jeden Tag, also 24 mal, ….

…eine Minute an NICHTS denken

…eine Seite in einem Buch lesen, das schon lange darauf wartet

…ein Kurzgedicht verfassen

…(mindestens) einen Euro an etwas sinnvolles abgeben

…einen weiteren Pro-Punkt auf einer Zielliste notieren

…24 Minuten lang Liebe machen

…einen Gegenstand aus dem Haushalt verschenken/entsorgen

…ein kreatives Kochrezept ausdenken und aufschreiben

…bewußt jemanden zum Lachen bringen

…fünf Minuten bewußt mit einem Kollegen/Mitarbeiter/Nachbarn sprechen

…einen Verbesserungsvorschlag für die Abteilung der Arbeitsstelle formulieren

…eine (andere) Yoga-Übung ausprobieren

…bewußt mal wieder Kind sein

…beten

…fünf Minuten für mich

…zehn sit-ups machen und danach ein Stück Schokolade essen

…fünf Minuten bewußt an die persönliche Entwicklung denken

…eine Freundin/Freund anrufen oder einen kurzen Brief schreiben

…den Tag reflektieren

Natürlich ist es auch möglich, jeden Tag “potenziert” eine Tat länger zu tun: z.B. am 1. Dez. eine Seite lesen, am 2. Dez zwei Seiten, usw.. Wer am 24.12. vorraussichtlich keine Zeit für 24 Seiten Lesen hat, kehrt das Ganze einfach um und liest am 1. Dez 24 Seiten, sodaß er an Heiligabend nur noch eine zu lesen hat. Dann hat man 300 Seiten gelesen. Und bei einer Minute mehr ”an NICHTS denken” pro Tag wären das 5 Stunden Denken an NICHTS, die man sonst vermutlich nicht erlebt hätte.

Viel Spaß! Wir sind auch gespannt auf IHRE Ideen.

 

Entstanden am Sonntag, den 30.11.2008 während eines NLP-Seminars des IFGPE in Mönchengladbach-Neuwerk unter Mitwirkung von Brigitte Godizart, Christian Ehrke, Claus Radmacher, Conny Brüßelbach, Edy Peschen, Elke Klama, Esther Ninno, Heiko Brauner, Kerstin Tümmler, Manuela Gärtner, Marion Süßmilch, Silke Strötges, Stefanie Löw, Dr. Susan Eickenberg, Tanja Schnetzer, Werner Ruthmann, Alexander von Keyserlingk.

ZDF

Foto: ZDF

Ist es bezeichnend, daß ich mein aktives Blog-Engagement hier im Zunft[blog] mit einem TV-Tipp starte? Nun, vielleicht. Aber es ist nicht irgendein TV-Tipp:

Heute abend (Mittwoch, 26.11.) läuft um 22.30 Uhr im ZDF der Beitrag Abenteuer Wissen. Thema der Sendung ist “Fluch der bunten Plastikwelt” und wie es scheint, werden nicht (nur) düstere Umweltszenarien vorgestellt sondern auch Lösungen und Mutmacher präsentiert.

Einer dieser dort vorgestellten Mutmacher ist mein geschätzter Nachbar Hubert Loick, der, einst klassischer Landwirt in x-ter Generation, sehr kreativ und erfolgreich Mais zu Verpackungsmaterialien und zu Spielzeug verarbeitet. Letzteres ist eine biologische Lego-Alternative und übrigens auch als Weihnachtsgeschenk relevant. Nachhaltiger geht’s nicht.

Kucken/Konservieren, Kommunizieren!

Was für eine Überschrift … feine und cremige Ganzfruchtgetränke, die ganz und gar unschuldig sind … gibt es eben bei Innocent Drinks aus Hamburg.

In einer Pressemitteilung vom 20.11.2008 heißt es: “Immer mehr Menschen werden auf den Klimawandel und seine Konsequenzen aufmerksam. Sie möchten dazu beitragen, dass weniger CO2 produziert wird und wollen daher wissen, wie sich das, was sie kaufen auf ihre Umwelt auswirkt. Als erstes Unternehmen veröffentlicht der Smoothie-Hersteller innocent daher hierzulande einen CO2-Fußabdruck für jedes seiner Produkte. Der Wert zeigt innocent-Käufern, wie viel CO2 bei der Herstellung ihrer Smoothies anfällt.

Das Ergebnis: Bei der Herstellung eines 250ml-Smoothies der Sorten Cranberry & Himbeere oder Orange, Karotte & Mango entstehen auf dem Weg von den Obstplantagen bis in die deutschen Kühlschränke im Durchschnitt 273g CO2. Beim Brombeere, Himbeere & Boysenbeere-Smoothie sind es 276g CO2; bei Erdbeere & Banane 281g und bei Mango & Maracuja 283g. Zum Vergleich: 1 Liter Benzin verursacht 2,93kg CO2-Ausstoß; für 1kWh Strom fallen 639g CO2 an - das ist in etwa die Menge Strom, die wir für eine dreiminütige Dusche benötigen.”

Na, das hört sich alles ja sehr löblich an, oder? Ich würde einfach gerne wissen, wieviele Ganzfruchtgetränke eben durch diesen CO2-Fussabdruck mehr verkauft werden? Wenn das wirklich gelingt, was gibt es schöneres als mit unschuldigen Dingen Menschen zu erfreuen und gleichzeitig auch noch seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?

“Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten” … so heißt eines der Zunft[institut]-Seminare in dessen Rahmen wir Menschen und Firmen aufzeigen, wieviel Potential in nachhaltigen Geschäftsmodellen und Ansätzen steckt - wieviel Zukunfts-Perspektive eben. Warum? Nun, vorgestern die Banken, gestern die Automobil-Industrie, heute die BASF, morgen die Verlage, dann die Werbebranche, gefolgt von Handelsketten - sicher auch aus dem Diskount Bereich. Es kracht derzeit gewaltig und wer weiß schon, wie lange das noch weitergehen wird, wer davon verschont bleiben wird.

Es galt mal in der Wirtschaft das Gebot, dass in guten Zeiten für schlechte zurückgelegt wird. Es galt dagegen nicht, dass sich wenige alles Geld in die Tasche stecken und wenn es dann ein wenig enger wird, sich nicht mehr daran erinnern mögen und sogar (laut) nach Hilfe schreien - und abertausende redliche Arbeitnehmer unter dieser Art der Mißwirtschaft leiden müssen. Irgendwie habe ich freie Marktwirtschaft anders verstanden und es wäre sehr nachvollziehbar, wenn da Steine flögen und viele Führungskräfte zur Verantwortung gezogen werden würden. Warum scherrt das aber keinen und warum ist der Staat jetzt der Heilsbringer, auf den sonst alle schimpfen und dem man möglichst wenig Steuern überlassen möchte?

Das geht so nicht weiter! Wir sind sicher, dass nachhaltigen und fairen Unternehmen - insbesondere in einem regionalen Kontext - eine große Zukunft bevor steht. Wenn sie es richtig angehen, die Chancen nutzen, die aus Fehler des Globalisierungsdrangs entstanden sind und sich zurück auf den Kunden besinnen. Einfach eigentlich, nur so gar nicht selbstverständlich, wie auch einige Beiträge in diesem Blog zeigen.

Ob diese nachhaltigen Unternehmer dann auf die Wiege (cradle to cradle) setzen, sich vornehmen ihren Kunden zuzuhören, diese in ihre Wertschöpfungsprozesse einbeziehen oder etwas innovativ nachhaltig Neues entwickeln, ist unerheblich. Wichtig ist es an seinen Weg zu glauben, eng an den Menschen im eigenen Umfeld zu bleiben, neu zu denken, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und neu zu handeln. Da wird Fernsehwerbung dann z. B. eine sehr untergeordnete Rolle spielen: Zum einen sind die Leitmedien heute Internet und Mobilphone und zum anderen bedeutet Fernsehwerbung (… und nicht nur die!) einen Preisaufschlag auf das Produkt. Wenn diese Werbeform und klassische Werbung generell überlebt, dann nur, wenn die Anbieter den Prosumenten transparent machen, wieviel mehr sie für das Produkt aufgrund dieser Werbung zahlen müssen. Auf einer solchen Basis kann sich dann jeder selbst entscheiden, ob er das finanzieren möchte oder nicht. Das gilt übrigens auch für Mieten.

Es gibt viele spannende Ansätze und die Schnellen werden die Langsamen und nicht die Großen die Kleinen überholen. Seid mutig … und natürlich hilft das Zunft[institut] gerne in diesen Prozessen, den Perspektiventwicklungen und als begleitender Partner - individuell, fair und ganzheitlich (dieser Werbesatz kostet Sie bei der Inanspruchnahme unserer Dienste keinen Cent mehr ;-)) versprochen).

Unglaublich euphorisch und überzeugend diskutiert Prof. Dr. Michael Braungart von EPEA  mit über 100 Experten und mehr als 50 Anbieter, wie Cradle to Cradle (freie Übersetzung “von der Wiege zur Wiege”) in der Praxis funktioniert. 

Nicht nur Unternehmen wie Nike oder KLM haben innovative Konzepte vorgestellt, auch kleinere Unternehmen, wie Trigema haben sich mit Cradle to Cradle beschäftigt und uns T-Shirts präsentiert, die kompostierbar sind. Die Stimmung ist unglaublich positiv, Networking wird gross geschrieben, Konkurrenz gibt es nicht, da alle wissen, dass nur gemeinsam zukunftsweisende Entwicklungen entstehen können. 

Und die sind dringend nötig. Die prominenten internationalen Referenten wie der US-Architekturprofessors William McDonough,  MBDC (McDonough Braungart Design Chemistry), bis zu Janine James, The Moderns, einer der führenden US-Brand-Strateginnen und Zukunfts-Visionärin im Bereich Nachhaltigkeit, machen einen immer wieder darauf aufmerksam, wie wichtig schnelles Handeln ist. Spannend auch die Vorreiter aus den Niederlanden, die als erstes Land auf dem Weg zur einer Cradle to Cradle-Gesellschaft sind. Ich fühle mich inspiriert, verstanden und animiert,  die Idee nach aussen zu tragen und zu kommunizieren. Denn auch die Kommunikation wird neue Wege beschreiten, Formen finden, die es ermöglichen, diese tollen Produkte und Ideen in die Gesellschaft zu tragen, sie den Konsumenten zu vermitteln und auch sie zu nachhaltigem Handeln zu animieren. Denn jeder kann und sollte etwas tun, um die Erde wieder lebenswerter zu machen. Und da gibt es noch viel zu tun. 

Einige Besucher der Nutec sprechen auch von der zweiten industriellen Revolution, und viele sind sich einig, dass das neue Cradle to Cradle-Prinzip in die Geschichte eingehen wird….ich auch.

Uns fällt auf, dass immer mehr Städte und Regionen die Nachhaltigkeit für sich entdeckt haben. Nicht nur Essen, die Kulturhauptstadt Europa 2010, hat sich auf den Weg gemacht und entdeckt im Zuge dessen ihre Kulturell-Kreative Klasse. Eine Reihe weiterer Kandidaten versuchen Nachhaltigkeit für sich zu nutzen - im Idealfall eine Alleinstellung darüber aufzubauen. Eigentlich clever, aber es gibt da einiges zu bedenken.

Nur zwei Beispiele dazu: Es lohnt sich erst dann über Nachhaltigkeit mit anderen zu sprechen (Werbung, PR), wenn die Stadt oder die Region die Nachhaltigkeit schon annähernd lebt. Was nützt es, wenn ich als (womöglich kritischer LOHAS-affiner) Besucher in DIE Nachhaltigkeits-City komme, und ich mich bereits beim ersten Restaurant-Besuch oder an der Tourist-Info fragen muss, ob der herbe Charme und die brutale Unfreundlichkeit Teile der Kampagne sind oder vielleicht ein Stück authentische Identität darstellen. Auch der Dialogversuch über die “tolle Nachhaltigkeits-Strategie ihrer Stadt” bringt dann wahrscheinlich nur fragende Blicke hervor und ein schlichtes: WAAASSSS? Also: Nachhaltig wird nur, wer alle Beteiligten von Anfang an zu einem Teil des Prozesses werden läßt. Ganz von Anfang an.

Das zweite Beispiel hat mit Transparenz und Offenheit zu tun: Eine nachhaltige Region wird man nicht über Nacht. Auch hier ist es wichtig, seine zukünftigen Besucher und Gäste frühzeitig einzuladen sich ein Bild des Projektes zu machen - wann immer diese das tun möchten. Das war früher sicher schwer, heute ist das über die Leitmedien Internet und Mobiltelefon dafür sehr einfach. Also liebe kommende Nachhaltigkeits-City: Wie wäre es zu aller erst mit einer Internet-Wiki, die über Gutes, Schlechtes, Erfahrungen, Kritisches berichtet und Geschichten über den Prozeß erzählt? In der alle Beteiligten zu Wort kommen können und ihre Sicht der Dinge darstellen können?

Das wäre keine gute, innovative Idee - nein - das ist eine wesentliche Grundvoraussetzung und ein kritischer Erfolgsfaktor im Rahmen eines solches Projektes. Und es ist Neues Denken!

Mir schien der Freitag als Abschluss einer arbeitsreichen Woche sehr geeignet für ein wenig Geschichte. Eine (zugegeben etwas längere) Geschichte von mir und meiner Entwicklung.

Ich bin das erste Mal vor knapp 12 Jahren - im Sommer 1996, dem Geburtsjahr meines Sohnes - auf das Thema Wissensmanagement aufmerksam geworden. Damals bewegte ich mich schon seit gut 3 Jahren im Internet (im wesentlichen mit CompuServe), das Wort “Intranet” machte in der Firma (Beiersdorf AG, Sparte tesa heute tesa AG) die Runde und in diesem Zusammenhang trieb es mich um, dass hier viel Potential für wissensintensive Unternehmensbereiche wie die F&E schlummerte.

Ich belegte dann 1997 eine ZfU-Veranstaltung in Zürich eben zum Thema “Wissensmanagement”, die in Zusammenarbeit mit einigen Klassenbesten (u. a. Ciba Geigy, Lotus, Uni St. Gallen) in diesem Bereich und damals noch Arthur Andersen Consulting realisiert wurde. Diese Veranstaltung war der auslösende Moment für meine weitere Bemühungen auf diesem Gebiet. Heute versuche ich “es” Wissens-Konversationen zu nennen, weil das managen hier eben schwer ist.

Ich habe dann in der Folge sowohl die Realisierung des weltweiten tesa Intranets “tesaSKY” als auch das Projekt “Wissensmanagement in der F&E tesa” maßgeblich initiiert. Beides war für damalige Verhältnisse fortschrittlich, die Strukturierung des Wissensmanagement mit Hilfe von sog. Wissenslandkarten ist bis heute hoch aktuell.

Im hier und jetzt haben wir Wiki’s und Facebooks - Social Software - die wir damals gerne gehabt hätten. In diesen Werkzeugen ist Zusammenarbeit und Wissensteilung quasi bereits in der System-DNA enthalten. Wir haben das damals mühsam über Datenbanken und Web-Oberflächen konstruieren müssen. So haben ich in den letzten Jahren mindestens 5 Wiki’s aufgesetzt, blogge kräftig herum und wende mich einem intensiveren Studium von Facebook zu. Facebook als firmeninternes Werkzeug Hand in Hand mit Wiki’s und Blogs und Twitters und YouTubes. Ach ja, im Zuge des Aufbaus des tesa Intranets schufen wir auch schon 1998 eine Video-Stream-Plattform - mit der direkten Unterstützung von Microsoft in den USA. Damals für immerhin bis zu 50 gleichzeitige Zugriffe - Steinzeit-YouTube für DM 200.000.- ohne Hardware.

Warum erzähle ich das alles? Ganz einfach: In fast allen Projekten bin ich an dem Punkt vorbei gekommen, der Kultur oder Soft Facts oder soziale Akzeptanz hieß. Zu oft haben wir diesen Punkt dann Zugunsten von ja so wichtigen “Strukturen”, konkreten und vor allem messbaren Ergebnissen einfach so links liegen lassen. Frei nach dem Motto “Wenn wir gute Arbeit leisten, werden die Menschen schon unsere Systeme schon nutzen und unser Denken teilen”.

Heute weiß ich, dass das falsch war. Nur: Als junger und ambitionierter Mensch, der schon immer leicht fordernde und revolutionäre Züge hatte, fand ich keinen Zugang zu diesen kulturellen Dingen. Konnte ich vielleicht auch gar nicht. Aber auch die Beraterschar und die hochdotierten Manager (damals mit verantwortlich für das Intranet, dann doch relativ schnell im Vorstand von Beiersdorf) hatten da kein Rezept. Machen war angesagt. Ich hatte zwar damals schon einen Draht zum Change-Manager Bruno Krieg aus Basel, hatte ihm auch schon ein Ticket Richtung Hamburg besorgt, dann aber kam die Ausladung. Kultur war damals halt etwas nicht fassbares, unkontrollierbares. Womöglich hätte ein Mitarbeiter ja mal seine Sicht der Dinge schildern können. Wenn man heute an Mitarbeiter-Blogs denkt, wäre man damals sicher bei einem bloßen Gedanken daran geteert und gefedert worden. Das obwohl ja bereits parallel 1999 die Geburtsstunde des Cluetrain Manifest war - allerdings in den USA.

Heute beschäftige ich mich mit OpenSpace, Neuem Denken und mit dem Wandel. Es mag der Generations- und Gesellschaftentwicklung - und meinem Alter - geschuldet sein, aber heute hören mir die Menschen zu, obwohl ich nicht viel anderes sage als früher. Und oft höre ich dann ein “da bist Du Lichtjahre voraus” - immer noch. Shift happens - der Wandel geschieht. Und damit schrumpfen Lichtjahre schon mal auf eine erträgliche Monatsgröße zusammen - das hat sich im Gegensatz zu vor 12 Jahren nachhaltig verändert - sogar ein schwarzer US-Präsident ist möglich. Heute kommt für mich an erster Stelle Kultur, Vertrauen und Spaß - und wenn das gelingt, schreien die Menschen förmlich nach Werkzeugen aus der Social-Software-Ecke. Aber der Fall von Molly zeigt auch, dass auch User selbst darauf kommen können, dass Wiki’s & Co. helfen können viel Arbeit zu sparen und nebenbei helfen ein Unternehmenswissen abzubilden. Man muss es ja nicht gleich strategisch im Sinne der Wikinomics sehen.

Es mag gleichförmig und überflüssig klingen, aber ich freue mich auch bei diesem Artikel über Kommentare und Anmerkungen oder gar Ihre eigenen Geschichten.

Es wird Herbst und das ist die Zeit wieder Bücher zu lesen - all die Praxis theoretisch zu hinterfüttern. Ich komme deshalb noch mal auf das Buch “Die Kunst loszulassen” zurück - auf das vorletzte Kapitel. Hier schildert Molly in einem Tagebuch, wie es denn so war, bei der ersten Begegnung mit einem Wiki-Dingsda. “Obwohl ich Krach geschlagen und gedroht habe, das Haus in die Luft zu jagen, ist es mir nicht gelungen, mich diesem sog. Wiki-Training zu entziehen” … ist der Anfang am 12. Juni.

Am 29. Juni klang das dann schon so: “Ich habe herausgefunden, was man noch mit dem Wiki machen kann! Freitag ist Kuchentag, und mit dem Wiki kann ich am schnellsten herausfinden, wer welchen Kuchen möchte und wer ihn besorgt.”

Und schließt am 17. Juli mit: “Wir sprachen über das Wiki, und ich erzählte ihm von dem Alptraum am Tag außer Haus und dann über meine Idee, den Newsletter der Abteilung daraufzustellen. Er schlug statt dessen einen Blog vor …”.

Spannende Geschichte, nett und praxisnah geschrieben. Und am 23 September hätte Molly geschrieben: “Ich will wissen, wer sich bei uns im Haus mit grünem Geld auskennt und werde diese Frage in unseren Blog stellen. Darauf hin schlug er das interne Facebook vor …”. Molly wird so noch zur Enterprise 2.0 Expertin. Wowww.

Ich lese gerade das neue Buch von Don Tapscott. Nachdem er 1996/97 “growning up digital” geschrieben hatte, sich dann den Phänomenen von Wiki’s gewidmet hat (”Wikinomics”), hat er erneut einen Blick auf die Jugend und Gesellschaft geworfen. Für “Grown up digital - how the net generation is changing YOUR world” haben Don und seine Mitstreiter mit fast 10.000 Menschen in vielen Teilen der Welt gesprochen, um sich ein aktuelles Bild zu machen: 1.750 junge Menschen zwischen 12 und 20 Jahre alt in den USA, 5.935 “Net Geners” zwischen 16 und 29 in 12 Ländern (u. a. Deutschland, Frankreich, Spanien, Russland, Indien sowie Mexico), der Rest waren “Gen Xers” im Alter zwischen 30 und 41 sowie “baby boomers” (US bezogene Gruppe) zwischen 42 bis 61.

Ich bin erst auf Seite 74, in so fern dürfen Sie jetzt hier keine erschöpfende Buchkritik erwarten, aber ich habe schon eine Menge gelernt. Eigentlich durchweg Dinge, die im Alltag nicht ständig analysiert werden: Wie wachsen unsere Kindern (auch meine drei) heute eigentlich auf, wie werden sie von der Digitalität berührt, wie entwickelt sich die Jugend in anderen Ländern, die eine zu Deutschland völlig andere Alterspyramide haben? Eines ist sicher: Das was der Fernseher für meine und die davor liegende Generation war, sind heute das Internet und das Mobiltelefone. So ist aus meiner Sicht auch ein großer Teil dessen, was wir heute in der LOHAS-Bewegung beobachten und die aktuelle Stärkung eines Verbraucherstyps Prosument auch durch eben diese gesellschaftliche Veränderung der “Net Geners” und “Gen Xers” entstanden. Wie schreibt Don so schön: Learn from them and act - es wird sicher nicht der letzte Beitrag zu diesem Buch von mir gewesen sein.

Wer wissen will, was zu diesen Begriffen in Deutschland und der Welt geht, der schaut in den LOHAS & Lifestyle Blog von LOHAS.de und Peter Parwan. Hier finden sich vom Eco-Store von C&A, über Trends und Elektroautos bis hin zur Werteentwicklung - schlicht ALLES. Mit Hintergründen, weiterführenden Links und Wissen vom Fachmann. Und wenn es ein mehr an Infos braucht: Einfach Peter Parwan direkt ansprechen. Der Mann ist freundlich, hilfsbereit und kennt sich in diesem Themensprektrum intim aus. Er weiß um Akteure, Coaches, Begleiter, Treiber, Ermöglicher und wertige Berater - in diesen stürmischen Zeiten des Wandels.

Dies ist ein Artikel, den wir (mal wieder ;-)) Hans Treichl und seinem ANDERS|denken zu verdanken haben. Er berichtet in seinem Blog von einem Hotelportal indem fast alle Hotelzimmer der USA enthalten sind. Zunächst nichts wirklich Ungewöhnliches. Was das spannende daran ist? Die Merkmale, mit denen die einzelnen Zimmer verbunden sind: Welches Stockwerk ist das ruhigste, welche Zimmer das größte, welche liegt in der Nähe des Lifts und in welchem befindet sich die Badewanne in der Mitte des Zimmers? Alles Fragen, die auf trippkick.com beanwortet werden “Find the hotel room that’s perfect for you!”.

Auf den ersten Blick dachte ich, dass all die Informationen von Gästen stammen - aber das ist nicht richtig. Hier wurde kräftig recherchiert. Die Gästemeinungen bzw. -tipps sind zur Zeit noch spärlich zu finden - zumindest bei den Hotels, bei denen ich geschaut habe. Aber dennoch eine gelunge Site mit viel Mehrwert - voraus gesetzt die Hotels lassen Ihren Gästen die Wahl. Aber vielleicht gibt es ja demnächst im Hotelbuchungsformular auch ein entspechendes Zimmerwahlangebot analog zum Flugzeug. Das wäre Klasse, oder?

Ich habe eine neue Marke entdeckt: Cantina Verde. Da gibt es zwar erst wenige Produkte - hauptsächlich einen Bio-Premium-Espresso - aber der Ansatz scheint mir spannend.

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Cantina Verde Premium Bio Espresso

Unter dieser Marke sollen in Deutschland produzierte Dinge vermarktet werden. Es gilt der Grundsatz Hamburg - Norddeutschland - Deutschland, um die Regonalität zu betonen. Da Kaffee nicht in Deutschland wächst, war die Einhaltung dieser Vorgaben schwierig, aber die Rösterei sitzt dafür in Kaltenkirchen. Mein erster Geschmackstest an unserem Junior Siebträger war durchaus sehr gut. Und der Siebträger hat schon ein Paar Kaffeesorten gesehen ;-). Excellenter Geschmack.

Die Marke selbst ist von Iwan Budnikowsky ins Leben gerufen worden - in Hamburg kennt man diesen Einzelhändler unter dem Namen Budni und durch gut 120 Filialen ist dieser fast überall vertreten - neuerdings auch in Richtung Osten. Neben der Naturkosmetik-Parfümerie Aliqua in der Eppendorfer Landstraße, in der rund 20 unterschiedliche Linien an Naturkosmetik erhältlich sind, schon der zweite interessante Vorstoß dieses Unternehmens.

Sind wir gespannt wie es weitergeht.

Nach Beiträgen zu Web 2.0 und Soziale Software steht der Begriff Enterprise 2.0 noch aus. Darum soll es heute gehen.

Geprägt wurde dieser Begriff von Andrew McAfee, der meines Wissens nichts mit der gleichnamigen Anti-Viren-Software zu tun hat. McAfee ist Professor in Havard und versteht unter diesem Begriff die Verwendung von Web 2.0 bzw. Social Software in Unternehmen. Wie bereits in den beiden Artikeln dieser Serie zu den genannten Begriffen beschrieben, dient diese Art der Systeme um das Wissensmanagement und generell die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern zu fördern und vor allem zu verbessern. Gerade mit diesem letzten Umstand berührt Enterprise 2.0 auch Aspekte der Unternehmenskultur. Wenn wir heute also von einer Enterprise 2.0 sprechen, so ist ein Unternehmen gemeint, das seine Kommunikation intern wie extern mittels Social Software geöffnet hat und diese Offenheit entsprechend in die Unternehmensphilosophie integriert hat. Enterprise 2.0 Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass es gelungen ist die streng hierarchische Führungsstruktur aufzugeben. Anstelle dessen wurde die Verantwortung in Richtung der Mitarbeiter verlagert und die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten in den Mittelpunkt gestellt. So sind Prosumenten (ehm. Konsumenten) eingeladen tief in die Prozesse des Unternehmens einzugreifen und entsprechend die Strategie sowie die Produktentwicklung mit zu gestalten. Sören Stamer und Willms Buhse haben es in ihrem Buch über Enterprise 2.0 Die Kunst loszulassen genannt (siehe Website www.diekunstloszulassen.de/).

Wenn Sie mich nun nach Beispielen für Einterprise 2.0 fragen, so fällt mir ein wenig Google ein und natürlich die Unternehmen der Protagonisten in diesem Bereich, wie z. B. Don Tapscott und new paradigma. Und es kommt nicht von ungefähr, dass Sören Stamer dieses Buch geschrieben hat: Er hat mit seiner Firma Coremedia sicher einen Enterprise 2.0 Leuchtturm für Deutschland geschaffen. Hier finden Sie dazu auch ein Vortragsvideo (pdf auch vorhanden) von der next08, im dem Herr Stamer von einigen seiner Erfahrungen berichtet. Es loht sich die ersten 20 min einmal anzuschauen, wenn auch die kumpelhafte Moderation von Herrn Schrader am Anfang etwas nervt.

Wenn Sie also das Facebook und die Wiki in ihrem Unternehmen installiert haben, Ihre Mitarbeiter vorher ganz sanft in Richtung Verantwortung gebracht haben, jetzt ein Klima der Offenheit und des Vertrauens anzutreffen sind - dann haben Sie einen ersten Schritt in Richtung einer Enterprise 2.0 getan - und dürfen - im Bild des o. g. Buches - von sich sagen, dass Sie die Kunst loszulassen schon gut beherrschen.

Übrigens: Die Serie ist mit diesem Beitrag noch nicht beendet. Ich werde diese Begriffe nochmals im Kontext der Nachhaltigkeit beleuchten.

… lieferte dieser 2. Zunft[tag] im Rahmen der Veranstaltungsreihe Essens Kreative Klasse auf Zollverein. Ein spannender Nachmittag, der eben mit Impulsen und Beispielen für kleine Unternehmen und Unternehmer angereichert war. Da wurden die unterschiedlichsten Themen beleuchtet: von der Bedeutung der Innovation, über Bündelungsstrategien für Handwerker, Online-Schmuck-Verkauf (sehr, sehr schöne Stücke, die auch live zu sehen waren), Charakteristiken und Definitionsversuche der kulturell-kreativen Klasse, der Entschleunigung des Handels, bis hin zu Untersuchungen des Kaufverhaltens der LOHASen und grüner Architektur.

Wer da war wird bestätigen: Da war sicher für jeden etwas dabei - und es wurden viele Gesprächs- und Diskussionsansätze geschaffen. Und vielleicht ja auch Anknüpfungspunkte für Kooperationen und ganz neue Projekte. So stand auch bei dieser Veranstaltung die Bündelung von vielen kleinen Kräften zu einer großen Kraft im Vordergrund.

Die meisten Vorträge vom Zunft[tag] finden Sie hier: Nachbereitung des 2. Zunft[tages]

Ich möchte aber auch nicht verschweigen, dass es einige kritische Töne gab. Töne, die die mangelnde Unterstützung durch die politische Klasse bemängelten - genau wie den Filz und die Cliquen-Bildung rund um die Geldtöpfe des Mega-Projektes Kulturhauptstadt Essen 2010 - so meine ganz persönliche Wahrnehmung. Als klassischer Top-Down-Prozess angelegt, liegt die Vermutung nahe, dass das Gross der Mittel oben hängen bleibt, der eigenen Status-Sicherung dient und dass unten bei denen, die dieses Projekt letztlich leben und tragen sollen, nichts mehr oder wenig ankommt. Da hinken dann auch Vergleiche mit der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas Liverpool und entsprechende Hinweise darauf, dass es dort ja auch nicht wirklich gut klappen würde und eine zu hohe Erwartungshaltung gegenüber den Verantwortlichen in Essen nicht gerechtfertigt wäre. Zum einen glaube ich an den europäischen Gedanken, der in diesem Falle nahelegen würde in Liverpool mal nach den lessons learned - zu fragen. Schließlich ist noch ein gutes Jahr Zeit diese zu berücksichtigen und zum zweiten finden sich dort ja vielleicht ähnliche Strukturen wie bei uns, so dass auch in Liverpool viel Geld in nutzlosen und unsichtbaren Strukturen versickert sein könnte. Da solche Projekte zu großen Teilen mit Steuergeldern gefördert werden, sollte eigentlich jeder Bürger Europas hier Rechenschaft verlangen dürfen … so wäre eine totale Transparenz solcher Vorhaben wichtig und vor allem eines: Nachhaltig.

Aber solche Anmerkungen und Nachfragen sind meist nicht schicklich, wohl aber meine wiederum ganz persönlichen lessons learned u. a. aus der Misswirtschaft der Banken. Ich will und werde solche Fragen stellen - auch wenn es keine Antworten sondern nur Ausreden und Schweigen darauf gibt.

Unsere Gesellschaft und die Art und Weise wie wir leben und arbeiten ändert sich. Das geschieht mit einer rasanten Geschwindigkeit und stellt dabei die Mitarbeiter vor immer neue und größere Herausforderungen. Nur: Neue Herausforderungen lassen sich nur mit neuen Denk- und Handlungsansätzen lösen. Und: Neue Herausforderungen erfordern auch neue Arbeits- und Führungsmodelle. Ein Beispiel: Wenn die Konsumenten zu wirklichen Prosumenten werden, dringen diese tief in die Wertschöpfungs- und Prozessketten der Unternehmen ein und bringen für die Mitarbeiter völlig neue Rollen und Handlungsweisen mit sich.

Sind Sie darauf vorbereitet? … na ja, 800m (bis zur Baustelle) haben Sie ja noch ;-). Da geht noch was …

In meiner Wahrnehmung entwickelt sich der Markt und einige Unternehmen da draußen mit einer enormen Geschwindigkeit. Es gibt Menschen, die ob ihrer Tätigkeit und ihres Umfeldes, nicht wissen was Web 2.0 ist. Einige ahnen, was dieser Begriff denn meinen könnte. Andere wiederum reden und schreiben von Web 3.0. Parallel zu Web 2.0 tauchen andere Begriffe, morderne Schlagwörter, auf: Social Software, Social Commerce, Tagging und Enterprise 2.0 - um nur einige zu nennen.

Wer kennt sich da noch aus?

Ich versuche mich mal in einer Abgrenzung … allerdings wird das, ob der Breite des Themas, eher eine Abgrenzungsserie. Heute:

Web 2.0

Web 2.0 ist eher eine Art Wolke, nichts spezifisches. So etwas wie regenerative Energie. Dabei beschreibt Web 2.0 ein Teil dessen, was wir als Veränderung in der Art wie Arbeit und Austausch zwischen Menschen (auch in Unternehmen) stattfindet wahrnehmen. Der Begriff ist 2004 geschaffen und 2005 populär geworden. Meiner Meinung nach beschreibt das Cluetrain Manifest die Entwicklungen, die mit Web 2.0 bezeichnet werden, bereits im Jahre 1999 - und geht dazu weit über Web 2.0 hinaus. Das Cluetrain Manifest enthält auch die Entwicklungen, die oben unter den Bezeichnungen Enterprise 2.0 und tagging beschrieben sind.

Weil Web 2.0 eben mehr eine Wolke ist, versteht fast jeder etwas anderes darunter, was wiederum dazu führt, dass wirkliche Detail-Dialoge über Inhalte und Erscheinungsformen von Web 2.0 eher selten sind. Für den einen sind Kundenbewertung in Shops (z. B. wie bei amazon) Web 2.0, andere meinen die intelligente Zusammenarbeit von vielen (Crowdsourcing) beispielsweise in einer Wiki, wenn sie von Web 2.0 sprechen. Und alle haben Recht. Auch Erscheinungsformen wie YouTube und Facebook werden oft Web 2.0 zugeordnet. Ob des Wolken-Charakters von Web 2.0 darf auch das sein. Auch Napster, die Musiktauschbörse, war schon eine Art Web 2.0 - allerdings bereits im Jahre 1999.

Also: Web 2.0 beschreibt Entwicklungen seit 2004, die im wesentlichen im Internet stattgefunden haben und noch stattfinden. Diese Entwicklungen haben einen kleinen Teil der Welt und einen kleinen Teil der Menschen dahingehend verändert, dass diese nun zum Teil anders arbeiten, anders zusammenarbeiten und auch ein wenig anders leben. Und es ist zu beobachten, dass diese kleinen Teile, die Web 2.0 bisher erfasst hat, deutlich größer werden. Das Cluetrain Manifest sagt in einer der Kernthesen: Märkte sind Gespräche und wenn man so will hat Web 2.0 und damit das Internet einem Teil der Menschen diese Gespräche zurück gebracht, die in den Zeiten der Massenmedien eben weniger an der Zahl waren. Gespräche meint in meiner persönlichen Interpretation auch das Teilen von Erlebnissen, die auf Video oder Bildern dokumentiert sind. Und Gespräche (vielleicht auch Dialoge), die per E-Mail, Chat, in Foren oder per SMS geführt werden. Auch Bewertungskommentare in Shops können einen Teil dieser Gespräche sein. Soweit zu Web 2.0.

Wenn Sie in Bezug auf meine Ausführungen partiell oder vollständig anderer Meinung sind, so geben Sie einem Dialog oder Gespräch (über die Kommentar-Funktion) bitte eine Chance. Auch Fragen oder Anmerkungen sind willkommen. Auch und gerade um Web 2.0 zu praktizieren.

Nächste Folge: Social Software

PS: Was das denn alles mit guten Dingen und Nachhaltigkeit zu tun hat, wird natürlich auch eine Folge einnehmen.

PSx: Um sich auf die nächste Folge einzustimmen, empfehle ich für weiterführende Recherchen zum Thema Web 2.0 einen Ausflug in die Wikipedia (die auf Basis einer Social Software realisiert ist).

Kurz vor dem langen Wochenende ist die neue Dialogus-Ausgabe zum Thema “Identität”  erschienen. Sie sehen es mir bestimmt nach ;-), dass mir zwei Artikel der Ausgabe besonders am Herzen liegen:

Klaus Kofler zum Thema Unterschiedlichkeit führt zur Gemeinsamkeit

Um einen Innovationsprozess erfolgreich zu gestalten, genügt es nicht, einfach den Kreis der Beteiligten um ein paar mehr Köpfe zu erweitern. Auch Kreativität allein ist nicht ausschlaggebend. Erfolgreiches Problemlösen erfordert das Berücksichtigen der Identitätsmerkmale eines jeden Einzelnen.

und

Oliver Selaff zum Thema Von steinernen Persönlichkeiten und Wohlfühlorten

Alte Gebäude wirken auf den ersten Blick oft marode, unattraktiv — aber sie verfügen über eine eigene Identität. Es sind inspirierende Orte, die oft ungewohnte Ausblicke und Perspektiven liefern. Orte, die entschleunigen, an denen man gerne arbeitet und in die gerne eingeladen wird. Es sind energetische Orte, die es verdient haben, weiter im Mittelpunkt unserer Wirtschaft zu stehen.

Schauen Sie doch einfach vorbei … und gerne lesen wir hier Ihre Kommentare dazu!

“Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.” findet sich als Zitat auf der Homepage von SagresServices. Dieses Unternehmen, das von Ellen und Klaus Fischer geführt wird, durfte meine Frau am letzten Wochenende kennenlernen. Sie konnte mit den beiden Farbgespräche innerhalb einer Gruppe führen. Farbgespräche, die es deutlich machen können, wer da welche (auch unbewußte) Haltung hat: Mauer oder Windmühle? Da setzen sich zwei zusammen und unterhalten sich auf einem Blatt Papier miteinander - ohne zu sprechen. Ich habe mir sagen lassen, dass einem diese Übung völlig neue Perspektiven vermittelt, es ist ein überraschendes Experiment. Hier einmal zwei “Gesprächsprotokolle”:

Farbdialoge - Gleiches

Hier haben sich zwei eher ähnliche Personen im Farbgespräch auseinander gesetzt …

Farbdialoge - Unterschiedliches

… und hier zwei sehr unterschiedliche.

Für mich ein Thema im Bereich “Neues Denken”.

Am 2. September habe ich Sie an dieser Stelle gefragt, ob Sie einen Blumenladen kennen, der fair gehandelte, nachhaltige und unbelastete Blumen anbietet. Haben Sie einen gefunden?

FLP Rose aus Ecuador

Ich habe am 15.09.08, dem Tag der Liebe in Lüneburg diese FLP-Rose vom Straelener Blumenhandel (SBH) gefunden - und gekauft. Auch habe ich gelernt, dass es neben FLP zertifizierten Rosen auch solche gibt, die von Transfair gehandelt werden. Die werden u. a. bei REWE und Budni angeboten. Ich würde zu gerne wissen, wie erfolgreich Ihre “Bemühungen” waren. Lassen Sie mich nicht im Stich …

Eigentlich bin ich ja Wiki-Experte - behaupte ich mal so. Wenn ich um und bei 8-10 davon aufgesetzt habe, darf man sich doch so nennen, oder? Den Begriff an der ersten Stelle der Überschrift habe ich mir allerdings von Don Tapscott geliehen. Der sagt … (Zitat):

“Wir steuern auf den größten Wandel des Jahrhunderts zu. Die Menschen werden künftig völlig anders arbeiten und produzieren als bisher. Die Grundlage ist Wiki. Zunächst ist das nichts anderes als eine Software, die es einer großen Zahl an Nutzern ermöglicht, Dokumente ins Netz zu stellen oder einfach etwas hinzufügen. Aber diese Möglichkeiten sind die Basis für eine neue Kunst der Zusammenarbeit in astronomischen Umfang, die wir Wikinomics nennen.”

Und Charles Leadbeater Charles Leadbeater sagt etwas ähnliches.

Und … haben Sie schon eine … Wiki? Ne Dokuwiki, TWiki oder die gute alte Wikimedia? Scheint ja im Moment hipp zu sein, habe ich mir sagen lassen. So wie ein bunter iPod, das Zweit-iPhone für den Gärtner und das Firmen-SAP … also darunter geht es so gar nicht.

Findet das obige Zitat denn überhaupt einen Resonanzraum bei Ihnen? Wollen Sie den Anschluß nicht verlieren oder wollen Sie auch einfach nur hipp sein und nicht auffallen? Nicht das andere darüber reden und Ihnen fehlt das (mit)reden …? Na dieser Don wird wohl wissen wovon er spricht - und der Leadbeater, als Berater der englischen Regierung, doch wohl auch? Und Datenbank ist derartig langweilig und kleinkariert gegenüber WIKI. Außerdem steht das Datengrab der Bank soooo nahe.

Ich sage: Wenn Sie wirklich hipp sein möchten, dann seien Sie nicht nur einer der “first mover” oder “early birds” (der mit dem “worm”), sondern seien Sie die Zukunft selbst: Hauen Sie morgen Ihren Internetauftritt, Ihr Intranet, Extranet und die Beschwerde-/Reklamations-/Herausforderungs-Datenbank ohne mit der Wimper zu zucken in Tonne … und machen Sie in Wiki, kümmern Sie sich um eine Gemeinschaft (Community) um Ihre Leistungen und/oder Produkte herum! Aber denken Sie daran: Wiki heißt “schnell” … und wenn Sie nicht zu Fuß gehen wollen … was heißt Mut noch auf hawaiianisch?

Weitere Links zu dem Thema:
_Ausführlicher Vortrag von Don Tapscott auf dem 3. Dresdner Zukunftsforum zum Thema Wikinomics
_Blog mit einer Zusammenfassung seines Buches Wikinomics

In der aktuellen Ausgabe der medianet, eine der größten österreichischen B2B-Kommunikationsplattformen, ist ein Artikel von Klaus Kofler und mir veröffentlicht worden, der die optimale Verzahnung der Bereiche Wissen, Nachhaltigkeit und Innovation für die Ideenfindung beschreibt.

In dem Artikel zeigen wir u. a. am Beispiel Toyota auf, wie aus unserer Sicht ein beispielhaftes Innovationsmanagement aussehen könnte. In Japan kommt den Unternehmen dabei die kulturell verankerte Hinwendung zum Kollektivdenken und -wissen stark entgegen. Hierzulande herrscht dagegen noch immer die Orientierung zu Herrschaftswissen vor, dass scheinbar (noch immer) auch ein Garant für persönlichen Erfolg ist. Wissens- und Erfahrungsteilung finden so zwar in der Theorie aber kaum in Praxis statt. Alleine an diesem kulturellen Nachteil lässt sich ermessen, wieviel Kraft und Engagement notwendig ist, um hier erfolgreich zu sein.

Sie finden den vollständigen Artikel bei Zunft[wissen] oder direkt bei medianet.at.

Sollten Sie Anmerkungen oder eigene Erfahrungen auf dem Gebiet haben, freuen wir uns über Ihre Kommentare.

Einmal ein Hinweis in eigener Sache: Ab Herbst 2008 bietet das Zunft[institut] eine erste Serie von Seminaren rund um die Themen Innovation, Trends, Kommunikation und Wissen im Kontext zur Nachhaltigkeit an.

Uns lagen bei der Konzeption insbesondere die pragmatische Ausrichtung, ein inspirierendes Umfeld und die faire Preisgestaltung am Herzen. So werden die ersten beiden Seminare bereits im Oktober im Bregenzerwald stattfinden, der zu dieser Jahreszeit noch immer mit seiner Schönheit lockt. Eine Besonderheit ist die Tatsache, dass die Seminarkosten die Unterbringung bereits beinhalten. Haben Sie Lust auf einen Perspektivwechsel und neue, inspirierende Impulse?

07. bis 09. Oktober 2008:

Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten

28. bis 30. Oktober 2008:

Wissen, Nachhaltgkeit und Innovation - Der Kreislauf für zukünfige Innovationen

Nährere Informationen und Buchungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website …

Die Seminare finden in Kooperation mit Trends & Wege  statt, die weitere Seminare rund um Innovation anbieten.

Heute habe ich bei best-of-wine gelesen, dass es einem Forscherteam gelungen ist, eine elektronische Zunge zu entwickeln (bisher: Prototyp), die in der Lage ist Weinsorten und Jahrgänge zu erkennen. Der große Vorteil: Das Zünglein ist portabel!

Naht mit dieser Erfindung endlich die Wahrheit für den Wein? Können so komplexe Verschnitte unterschiedlichster Weine entschlüsselt werden? Ist endgültig Schluss mit dem Zucker und Glykol in unserem geliebten Getränk? Und womöglich kann das Teil auch Holzchips von Barrique unterscheiden …

Wenn es gelingt dieses Zunge alltagstauglich zu machen, sicher eine nachhaltige Erfindung. Oder besser eine Nachhaltigkeit sicherende Erfindung.

Ein Frage, die die Initiative Grundeinkommen als eine ihrer Leitfragen herausstellt.

Was wäre wenn es einen Ort gäbe, an dem man arbeiten, kommunizieren, spinnen, genießen oder entspannen kann - einfach so. Einen Ort an dem man dabei Schulklassen, interessante Menschen, Gleichgesinnte, Omas und Opas oder spirituell Interessierte treffen könnte. … um sich mit denen auszutauschen, gegenseitg voneinader zu lernen, zu helfen, miteinander zu arbeiten oder gar gemeinsame Projekte zu initiieren. Wäre es denkbar, dass wir dort Menschen treffen, die sich immer in Liebe und geseitigem Respekt begegnen?

Und wie haben Sie die Frage in der Überschrift dieses Artikels für sich beantwortet?

Ein Kaffeehaus - ein großes. Das wäre doch für einen solchen Ort geeignet, oder? Wer sich jetzt noch immer keine Brand eins Liebe gekauft hat, der sollte es jetzt tun. Auch um mehr von diesem Ort zu erfahren.

Übrigens bin ich nicht bei der Brand eins unter Vertrag, vielmehr von ihren Artikeln angetan und würde mich gerne mit Anderen zu diesen Themen intensiver austauschen.

Aufmerksam gemacht hat mich - mal wieder - Hannes Treichl in seinem Blog: Brainfloor, ein Marktplatz für Ideen aus Österreich, auf dem sich Ideensucher und -geber - hier genannt BrainUser und BrainWorker - treffen.

Eine Klasse-Idee finde ich. So bin ich seit rund 3 Monaten Mitglied dort und gebe auch meine Ideen dort zum Besten. Allerdings stolpere ich immer wieder über zwei Punkte: Zum einen fühle ich mich jedes Mal wie eine Milchkuh beim Melken. Ich gebe mein Bestes, erfahre aber nicht was damit geschieht. Wird es ein toller Käse oder bester Quark? Und zum anderen fehlt mir die Inspiration durch die anderen Ideengeber - sorry BrainWorker - das storming sozusagen. So fühlt sich das alles recht klinisch an und irgendwie werde ich den bitteren Geschmack auf der Zunge nicht los, dass ich deutlich mehr gebe als ich bekomme. Würde eine solche Ideen-suchende Firma - sorry BrainUser - eine Agentur wie beispielsweise das Trendbüro oder ähnliche beauftragen, würde der identische Output wahrscheinlich einen mittleren 6-stelligen Euro-Betrag kosten. Schließlich geht es um nicht weniger als Innovationen. Und selbst wenn nicht DIE einschlagende Idee dabei ist, so sind alleine die 50-100 Beiträge vielleicht für die eigenen Fachleute so inspirierend, dass im nachhinein DIE Idee geboren wird.

Wie könnte man Brainfloor also so verbessern, dass dieser bittere Geschmack ein wenig weniger wird? Oh, nicht das Sie denken, dass ich Sie jetzt auch aushören will - schließlich sind hier die Kommentare (noch ;-)) öffentlich!

Grün, grün, grün sind alle meine … Vielleicht kennen Sie ja das Kinderlied, das den Schatz mit farblichen Attributen schmückt. So ähnlich klingt das Lied, dass die IT-Branche heute flötet. Bei genauem Hinsehen scheint (noch) nicht alles wirklich grün zu sein. Zu viele Anbieter und Nutzer vernachlässigen noch immer einfache und dennoch wirkungsvolle Effizienz-Potenziale. Aber es gibt richtungsweisende Beispiele, die auf mehr hoffen lassen.

So lässt das Münchener Klinikum rechts der Isar seine 600 Desktop-PC-Arbeitsplätze in Thin Clients umwandeln. Thin Clients verzichten auf lokale Speichermedien, da die Software von zentralen Servern bezogen wird. Die augenscheinlichsten Folgen: ein um 80 Prozent geringerer Energieverbrauch, erheblich reduzierte administrative Kosten durch zentrales Software-und Daten-Management und dadurch geringerer Personalbedarf.

Besonders einfallsreich zeigte sich auch das Ulmer Wilken Rechenzentrum. Es verlegte Teile der Serverlandschaft in den bestehenden Weinkeller des Gebäudes. Der unterirdische Raum leitet 25 bis 30 Prozent der Abwärme ins Erdreich. Die Kühleinrichtungen konnten um die Hälfe reduziert werden. Und im Sommer fallen somit erst gar keine zusätzlichen Massnahmen an.

Was die Energieeffizienz betrifft, gibt es viele gute grüne Möglichkeiten für eine Steigerung. Sie zu finden und konsequent zu nutzen, ist Teil der Lösung unserer aktuellen Aufgaben.

Quelle: informationweek.de/10. Juli 2008/Ariane Rüdiger

Da stöbere ich ein wenig in meiner digitalen Bibliothek und entdecke, dass Zünfte früher auch eine farbliche Bezeichnung hatten.

Die Zunft vom roten Licht war das, was wir heute das horizontale Gewerbe nennen. Als blaue Zunft wurden die Marine-Soldaten wegen des blauen Uniformtuchs bezeichnet. Klar, dass mit der grünen Zunft nur die Jäger gemeint sein können. Wer aber gehört zur nassen Zunft? Es sind die — Hallo Wachenheim! — Winzer und Weinhändler. Die schwarze Zunft der Setzer und Drucker sind altbekannt. Die wurden sogar Schwarzkünstler tituliert. Zu den Schwarzen gehören auch die Schornsteinfeger, Schiffsheizer und, man scheint sich ob der Gruppenzugehörigkeit fast zu amüsieren, die katholische Geistlichkeit.

Was ich noch nicht wusste ist, dass die Zünfte häufig technische Neuerungen verhinderten (Innovation versus Technikfeindlichkeit!) und diese Gewohnheit erst 1505 durch die Erfindung des Schraubstocks in Nürnberg gestoppt wurde.

Bräuchten wir heute nicht auch so etwas wie einen Schraubstock, um dringend erforderliche Innovationen zu ermöglichen? Vielleicht gegen die zwangsweise Mitgliedschaft der IHKs und HWKs? Oder für mehr Nachhaltigkeit in der Warenherstellung? Aber das ist Stoff für ein anderes Thema …

Die Veranstaltung am gestrigen Mittwoch im eindrucksvollen, vom Architekturbüro Behnisch entworfenen Musem für Kommunikation in Frankfurt war mit rund 350 Teilnehmer sehr gut besucht. So ließ es sich auch nicht vermeiden, dass sich sogar eine längere Schlange vor der Tür bildete. Ein Thema also, dass viele bewegt?!!

Unter der Federführung des LOHAS-Kompetenz-Centers in Zusammenarbeit mit dem Orga-Team Medienmittwoch Frankfurt und dem Zunft[institut] gelang es, interessante Podiumsteilnehmer (Verantwortliche von IVY - ist Efeu auf Englisch! Ahhh!, memo, FLP - fairflowers, LOHAS.de und AC Nielsen) zusammen zu bringen.

Ich selbst habe einige Impulse aus Frankfurt mitgebracht:

> LOHAS als Zielgruppe zu nutzen und zu behandeln ist nicht schlau
> Studien (hier über LOHAS) sind - wie immer ;-) - schwierig und bringen ihre Gegenstudie gleich mit
> Es gilt in der Tat das Marketing nachhaltig zu verändern und bisher wurde dieser Weg weder eindeutig identifiziert noch ansatzweise die erste Etappe des Weges massgeblich beschritten - wie erklärt es sich sonst, dass der gut 2 Jahre alte Frosta-Blog noch immer als Best-Practice herhalten muss?
> … dennoch tut sich etwas.

Schön wäre es, mehr solche Veranstaltungen überall im Land ins Leben zu rufen und gleichzeitig eine so große Beteiligung zu haben. Schön wäre es auch, sich häufiger an fairen und noch dazu fantastischen Rosen - die es dort als Geschenk von FLP gab - zu erfreuen. Nicht verschweigen möchte ich die kritischen Töne, die vielleicht auch den fehlenden Patentrezepten geschuldet sind, letztlich aber den Prozess massgeblich mit voran bringen. Den Prozess ein nachhaltiges Marketing zu schaffen, das transparent und offen agiert sowie seine Kunden endlich in den Mittelpunkt stellt.

Am 7. Juli fand in Berlin eine interessante Veranstaltung unseres Kooperationspartners “Stratum Consult” statt, ein “24 Stunden Beratungsmarathon” für junge Unternehmer und Existenzgründer im Rahmen der Initiative “365 Orte im Land der Ideen”. Spannend war eine Podiumsdiskussion, die von Peter Unfried, dem stellvertretenden Chefredakteur der TAZ moderiert wurde ( - die Besetzung des Podium findet sich hier). Klar zu erkennen war, dass Themen wie Vernetzung, CSR und Haltung das Plenum und das Podium am stärksten interessierten, erfreulich war auch, dass die Positionen der Die Zunft AG, die ich auf dem Podium vertreten konnte, auf eine erfreuliche Zustimmung stiessen. Man kann also auch hier erwarten, dass sich die ja schon heute sehr umfänglichen Netzwerkstrukturen weiter entwickeln werden. 

Suchen Sie auch nach neuen Ideen und Impulsen oder gar nach Innovationen? Haben Sie dazu schon mehr als einmal mit Kollegen zusammengesessen? Ich hatte in diesen Runden oft das Gefühl den Wald von lauter Bäumen nicht mehr sehen zu können und dass das Schwimmen in der eigenen Suppe so völlig falsch ist. Dieser kleine Film hier - es lohnt sich wirklich die 4 min zuzuschauen - “behandelt” diese Betriebsblindheit auf schöne und auch eindrucksvolle Weise:

Kurzfilm von Joshua Held

Wie war das noch mit dem schönen Spruch von Einstein, der bezweifelte das wir aktuelle Probleme in dem Umfeld lösen könnten, das diese Probleme selbst und unmittelbar auch hervorgebracht hat? Wenn Sie Erfahrungen in diesem Bereich haben, lustige Begebenheiten, dann scheuen Sie sich bitte nicht einen kleinen Kommentar zu schreiben … Danke!

Auf der Lifefair Ende Mai in Zürich haben wir Amei Poensgen kennengelernt, die uns von Ihrem Projekt faircustomer erzählte. Die Idee: Eine Handelsplattform für gute, wertige und womöglich ökologische Produkte, die von Behinderten-Werkstätten, Arbeitslosen oder in der Dritten Welt produziert werden. Wenn das nicht nachhaltig ist. Wir wünschen dem Team alles Gute für den Start in den nächsten Monaten (wir halten Sie auf dem Laufenden). Wer schon jetzt mehr über das Projekt wissen möchte, dem sei der faircustomer-Blog empfohlen: http://blog.faircustomer.ch

Am 20. Juni fand sich ein sehr erhellender Artikel zu der Haltung des Stadtplanungsamtes der Stadt Essen zur weiteren Entwicklung des Kokereiareals auf dem UNESCO-Weltkulturerbe Zollverein. Besonders erfreulich war natürlich hier das Lob zum Konzept der Die Zunft AG als eine der “innovativen Visionen” für die Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2010. Den Artikel in “Der Westen” finden Sie hier. Bei der in der Überschrift skizzierten Haltung verwundert allerdings, dass Ende 2007 das Konzept eines Zunft[viertels] auf der Kokerei Zollverein im Wettbewerb “Create NRW” als bester Entwurf aus dem Ruhrgebiet mit einer Anerkennungsurkunde von Frau Christa Thoben, der Wirtschaftsministerin des Landes NRW, ausgezeichnet wurde, die Urkunde finden Sie hier. Im Juni 2007 war das Konzept mit einer Urkunde des Bundespräsidenten Horst Köhler beim Wettbewerb “365 Orte im Land der Ideen” ausgezeichnet worden. Schon Ende 2006 hatte Essens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger das Zunftkonzept anlässlich der Überreichung des “Chance Denkmal Awards” an die “Die Zunft AG” öffentlich höchst gelobt. Dr. Reiniger sagte damals bei seiner Laudatio: “Das von der Die Zunft AG geplante Zunft[viertel] mit dem Angebot an hochwertigen Handwerks-, Kunsthandwerks- und Dienstleistungsprodukten passt hervorragend in den lebendigen Kulturraum am Standort Zollverein. Wir erhoffen uns als Stadt, dass wir damit einen weiteren Baustein hier nach Zollverein bekommen, der für zusätzliche Arbeitsplätze, ein attraktives Waren- und Dienstleistungsangebot und damit selbstverständlich auch zusätzliche Kunden- und Besucherströme sorgt“, den Text der Pressemitteilung vom 11. Dezember 2006 finden Sie hier. Spannend ist in diesem Zusammenhang ein weiterer lesenswerter Artikel in “Der Westen” zum neuen Shoppingcenter am Limbecker Platz, der Artikel findet sich hier, eine interessante Diskussion zum Zollvereinstandort findet man hier. Zudem eher deprimierend ist ein Artikel, den ich gerade in der “Welt” vom 8. Juni 2008 fand, der sehr anschaulich die Probleme auf Zollverein skizziert, den Artikel findet man hier - und - mit Geheimnistuerei kommt man bekanntlich in Zeiten des “Cluetrain Manifests” auch nicht weit!!!. Einige lesenswerte Kommentare zu dem Designstadt-Artikel finden sich auch im spannenden Blog Ruhrbarone.

Heute morgen habe ich einen Tipp bekommen. Psssst! Jetzt gibt es tatsächlich die Möglichkeit sich sein Bio-Müsli selbst zusammen zu basteln und gleich schicken zu lassen …

http://www.mymuesli.com

Schwer beeindruckend! Ich mache mir ja viel Gedanken darüber, was im Internet so gehen könnte, was von Menschen angenommen werden würde - und sich dann auch noch rechnet. Aber auf Müsli in 556 Billionen verschiedenen Kombinationen (was für ein Prozess-Aufwand) wäre ich nicht im Traum gekommen. Aber vielleicht war ich jetzt auch der letzte, der davon erfahren hat … Dennoch: Viel Glück!

Eigentlich lese ich in Blogs meist aktuelle Themen, etwas über Trends oder tolle neue Dinge. Vielleicht reizt mich gerade deshalb ein Blick zurück - gerade in diesem ersten inhaltlichen Beitrag für den Zunft[blog]. Ich schaue mal ins Jahr 1999 nach Amerika, wo vier Herren fünf Jahre vor Dale Dougherty in 15 ihrer 95 These das beschrieben, was wir heute als Web 2.0 kennen. Damals nannten David Weinberger, Doc Searls, Rick Livine und Christopher Locke ihre Thesen das „Cluetrain Manifest“. Den „Zug mit den Schlüsseln“ (www.cluetrain.de), der jeden Tag in Unternehmen ankommt, dessen Ankunft aber bis heute niemanden so richtig zu interessieren scheint. Ich selbst hatte Anfang 2003 schon einmal Kontakt mit den Cluetrain. Damals machte mich der Mann, der auch das Wirtschaftsmagazin Brand eins (www.brandeins.de) maßgeblich auf diese Fährte setzte, als unser Kommunikations-Berater auf diese Ausarbeitung aufmerksam. Oliver Baer (www.baerentatze.de) hatte damals keinen Erfolg bei mir, heute bin ich ein glühender Anhänger dieser Thesen.

Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Na ja, Web 2.0 wird ja eine Nähe zur Nachhaltigkeit nachgesagt und wenn Cluetrain die Mutter des Web 2.0 ist, ja dann …!

Aber das Cluetrain Manifest geht noch weiter. Es behandelt eines der wesentlichen Dinge, die uns in der Die Zunft AG - insbesondere im Kompetenzbereich Zunft[institut] (www.zunftinstitut.org) - umtreibt: Nachhaltigkeit in Organisationen und öffentlichen Institutionen. Nicht vorrangig die Nachhaltigkeit in Sachen Natur, Klima, Bildung, Sozial-Engagement spornt uns an, nein! Vielmehr interessieren uns die Möglichkeiten und Chancen die sich Unternehmen und Institutionen bieten, die Nachhaltigkeit auch in ihre Organisationen tragen, sie wirken lassen im Umgang mit ihren Mitarbeitern, ihren Lieferanten und Kunden. So werden wir genau dieses Thema immer wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln hier im Zunft[blog] aufgreifen, von unseren Erfahrungen berichten und versuchen heraus zu finden, ob und wie das Cluetrain Manifest mehr und mehr in der Realität ankommt. Helfen Sie uns dabei?

Vorträge des 2. Zunft[tag] Ruhr vom 17. Oktober 2008 online

Am Freitag, 17. Oktober 2008 fand der "2. Zunft[tag] Ruhr" anlässlich der Reihe "Essens kreative Klasse" auf der Zeche Zollverein in Essen statt. Die Vorträge und Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier.

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