Internet

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… heißt ein Artikel im Bereich Politik der Ausgabe der Die Zeit vom 20.11.08 von Susanne Gaschke - allerdings ohne das “?”, das ist von mir. Der Untertitel macht es ein wenig klarer um was es gehen soll: “Das Internet formuliert die neue Verheißung des Kapitalismus: Grenzenloses Wissen, für alle, gratis? Lasst euch nicht verführen!”

Liebe Frau Gaschke,
ich glaube nicht daran, dass die Ausbreitung des Internets unmittelbar gleichzusetzen ist mit einem Weg zu Wissen und Wohlstand für alle. Warum auch? Es gibt viele Menschen, die essentiellere Dinge im Kopf haben, die mit essen und trinken zu tun haben - denen würde ein PC mit Internetzugang auch nicht viel helfen. Es sei denn, das Internet wüsste wo es denn gerade etwas zu jagen gäbe oder böte eine eCommerce-Lösung für die Bestellung einer kostenfreien Lieferung sauberen Wassers - leicht gekühlt ohne Blubber inmitten der afrikanischen Steppe.

“Bindet nicht das Netz soziale Energie in virtuellen Pseudogemeinschaften; Energie, die im real life dringend für echte Politik gebraucht würde? Nutzen die Nutzer die gewaltigen wissenschaftlichen und politischen Informationsmöglichkeiten des Internets überhaupt?” Diese letzte Annahme oder Frage mit einem Verweis auf die Suchbegriffe bei Google 2005 quasi negativ zu beantwortet finde ich reichlich plakativ und gewagt. Ein spannendes Experiment wäre es, wenn wir das Internet einfach mal sechs Monate abschalten würden, um zu schauen, ob dann die sozialen zwischenmenschlichen Kontakte und vielleicht auch eine echte Politik wieder aufleben würden. Auch hier überzeichnen Sie in Ihrem Artikel. Eine so starke Kraft hat das Internet (noch) nicht und wenn überhaupt trifft das nur ein wenig die Generation Internet zu. Aber wir haben im Moment ja noch weitere Generationen am Start - mit einer Betonung im Bereich 50+.

Anschließend bemühen Sie Renate Köcher, Chefin von Allensbach: “Eine Gesellschaft, die teilweise auf kontinuierliche Information und Urteilsbildung verzichtet, wird spontaner, in der Urteilsbildung beweglicher, sogar sprunghafter und anfälliger für Manipulation.” Ich kann große Teile dieser Aussage auch sehr positiv sehen. Allerdings mit einem Blick in die Vergangenheit, zeigt sich meiner Meinung nach, dass die Presse und die Medien mit Produkten wie der Bild-Zeitung oder Sendungen wie Monitor oder Report genauso manipulieren konnten - ohne dass sich einer ein alternatives Bild machen konnte. Heute sind diese Alternativ-Quellen nur einen Klick entfernt und ich kann auch einfach meinen Kumpel in Australien oder den Onkel in den USA nach seiner Wahrnehmung und Einschätzung zu Meldungen und Berichten befragen - binnen Minuten oder Stunden. Und auch heute manipulieren die Medien noch immer massiv diese “anfällige und sprunghafte Masse” - Internet hin oder her.

Wir schreiten fort und gehen voran. Dabei bleibt vieles zurück. Das trifft dann den sündhaft teuren Brockhaus, den ich mir eh nie leisten konnte, analoge Fotos, Vinyl-Platten, CDs und vielleicht auch Bücher. Und natürlich gibt es immer Menschen, die das bedauern. Ich sehe diese Entwicklung eher pragmatisch als dogmatisch. Es passiert … und ich kann “es” ja so handhaben, wie ich es für richtig halte und eben unbedingt den letzten Brockhaus für meine Bibliothek kaufen.

Bei Ihrem Fazit, liebe Frau Gaschke, bin ich dann wieder bei Ihnen: “Es geht darum, dass freie Menschen das Recht haben, Technik zu benutzen, ohne sie anbeten zu müssen.”

Das ist richtig und gut - und es ist auch richtig, dass Deutschland noch sehr weit entfernt ist von einer digitalen Bedrohung oder der notwendigen Erlösung. Eher das Gegenteil ist der Fall und eigentlich müssten wir Schülern, Schulen, älteren Mitmenschen und der derzeit führenden Generation, zu der ich auch gehöre, noch mehr auf das digitale “Pferd” helfen. Zumindest wenn ich mich in der Welt umschaue und tagaus, tagein bemerke, wie wenig die Menschen in meinem Umfeld von den Wiki’s, Facebooks, amazon’s und eBays dieser Internet-Welt eigentlich wissen. Und ich möchte betonen, dass unsere 3 Kinder allesamt Waldorf-Einrichtungen besuchen.

Nichts für ungut Fr. Gaschke. Das war jetzt Widerspruch im Zunft[blog] statt an widerspruch@zeit.de.

“Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten” … so heißt eines der Zunft[institut]-Seminare in dessen Rahmen wir Menschen und Firmen aufzeigen, wieviel Potential in nachhaltigen Geschäftsmodellen und Ansätzen steckt - wieviel Zukunfts-Perspektive eben. Warum? Nun, vorgestern die Banken, gestern die Automobil-Industrie, heute die BASF, morgen die Verlage, dann die Werbebranche, gefolgt von Handelsketten - sicher auch aus dem Diskount Bereich. Es kracht derzeit gewaltig und wer weiß schon, wie lange das noch weitergehen wird, wer davon verschont bleiben wird.

Es galt mal in der Wirtschaft das Gebot, dass in guten Zeiten für schlechte zurückgelegt wird. Es galt dagegen nicht, dass sich wenige alles Geld in die Tasche stecken und wenn es dann ein wenig enger wird, sich nicht mehr daran erinnern mögen und sogar (laut) nach Hilfe schreien - und abertausende redliche Arbeitnehmer unter dieser Art der Mißwirtschaft leiden müssen. Irgendwie habe ich freie Marktwirtschaft anders verstanden und es wäre sehr nachvollziehbar, wenn da Steine flögen und viele Führungskräfte zur Verantwortung gezogen werden würden. Warum scherrt das aber keinen und warum ist der Staat jetzt der Heilsbringer, auf den sonst alle schimpfen und dem man möglichst wenig Steuern überlassen möchte?

Das geht so nicht weiter! Wir sind sicher, dass nachhaltigen und fairen Unternehmen - insbesondere in einem regionalen Kontext - eine große Zukunft bevor steht. Wenn sie es richtig angehen, die Chancen nutzen, die aus Fehler des Globalisierungsdrangs entstanden sind und sich zurück auf den Kunden besinnen. Einfach eigentlich, nur so gar nicht selbstverständlich, wie auch einige Beiträge in diesem Blog zeigen.

Ob diese nachhaltigen Unternehmer dann auf die Wiege (cradle to cradle) setzen, sich vornehmen ihren Kunden zuzuhören, diese in ihre Wertschöpfungsprozesse einbeziehen oder etwas innovativ nachhaltig Neues entwickeln, ist unerheblich. Wichtig ist es an seinen Weg zu glauben, eng an den Menschen im eigenen Umfeld zu bleiben, neu zu denken, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und neu zu handeln. Da wird Fernsehwerbung dann z. B. eine sehr untergeordnete Rolle spielen: Zum einen sind die Leitmedien heute Internet und Mobilphone und zum anderen bedeutet Fernsehwerbung (… und nicht nur die!) einen Preisaufschlag auf das Produkt. Wenn diese Werbeform und klassische Werbung generell überlebt, dann nur, wenn die Anbieter den Prosumenten transparent machen, wieviel mehr sie für das Produkt aufgrund dieser Werbung zahlen müssen. Auf einer solchen Basis kann sich dann jeder selbst entscheiden, ob er das finanzieren möchte oder nicht. Das gilt übrigens auch für Mieten.

Es gibt viele spannende Ansätze und die Schnellen werden die Langsamen und nicht die Großen die Kleinen überholen. Seid mutig … und natürlich hilft das Zunft[institut] gerne in diesen Prozessen, den Perspektiventwicklungen und als begleitender Partner - individuell, fair und ganzheitlich (dieser Werbesatz kostet Sie bei der Inanspruchnahme unserer Dienste keinen Cent mehr ;-)) versprochen).

Es sind nur drei Anmerkungen oder Gedanken zu 100 Blogbeiträgen geworden …

Joachim Zischke // Online-Magazin Dialogus
Neulich las ich: “Emotionen übertragen sich erst, wenn man 100% Einsatz zeigt.” Beziehe ich diese Aussage auf den Zunft[blog], so kann ich sagen: Ja, die Blogmacher haben nicht nur 100 Blogeinträge geschrieben, sondern auch 100%tigen Einsatz gezeigt. So ist zu wünschen, dass sich der Einsatz ähnlich stark auf die Emotionen der Leser überträgt und die veröffentlichten Gedanken und Ideen in den Köpfen Sinn und Werte stiftend wirken.

Amei Poensgen // Faircustomer und Blog Faircustomer
Herzlichen Glückwunsch zur runden Zahl! Die kurze Zeit, in der diese hundert
Beiträge zustande kamen, sprechen dafür, dass es eben aus der Welt der
Manufakturen und der Nachhaltigkeit viel zu berichten gibt. Vielen Dank für
manchen Tipp und manche Anregung, die ich schon vom Zunftblog mitnehmen
durfte….Herzliche Grüsse

Hannes Treichl // ANDERS|denken
lieber oliver,
ich übersende dir hiermit glückwünsche zum 100. blogeintrag. das zunftnetz blog steht in meiner must-read leseliste und ich freue mich immer über die inspirierenden beiträge bei dir! freue mich auf die nächsten 1000 berichte :-)
herzliche grüße,
hannes

Bei rund 60-90 Besuchern am Tag schon mal 3% Rücklauf. Blogs werden - wie Wiki’s auch - eben mehr konsumiert als selbst mit gestaltet. Aber wir hatten gestern ja auch weitere 5 Kommentare direkt am Beitrag. Diese 8% machen mich fast ein wenig stolz.

Net Geners oder ausgeschrieben Net Generation wird diese Generation auch genannt, die zwischen 1977 und 1997 das Licht dieser Welt erblickt hat. Damit bin ich in diesem Beitrag wieder bei Don Tapscott. Ich habe bereits weiter vorn über “Grown up digital” geschrieben und möchte heute ein wenig mehr auf diese beschriebene Generation eingehen.

Diese Generation ist digital aufgewachsen und hat statt des bisherigen Leitmediums TV das Internet sowie das Mobiltelefon dafür adaptiert!!! So haben sich eine Reihe von Unterschieden oder Normen herauskristallisiert, die diese Generation leiten. Don Tapscott hat diese wie folgt identifiziert:

* Freiheit
* Individuelle Kundenanpassung / -orientierung
* (Über-)Prüfung
* Integrität (Redlichkeit)
* Zusammenarbeit
* Unterhaltung
* Geschwindigkeit
* Innovation

Die Existenz dieser Normen oder Leitmotive wurde mit einer weltweiten Umfrage unter 6.000 „NetGeners“ von nGenera (ehm. New Paradigma) 2008 überprüft - und ein wenig findet man LOHAS-Ansätze darin, finde ich.

So hat diese Generation schon heute Einfluss auf die Wirtschaft und strahlt mit einem Teil dieser Normen eben auch in den Lebensstil LOHAS und die kulturell-kreative Szene ab. Wenn wir also wissen wollen, was wir und unsere Wirtschaft morgen brauchen, sollten wir einen Fokus auf diese Generation richten, von ihnen lernen und vor allem … handeln.

Viele dieser Gedanken und Impulse stehen – ein wenig provokativ ausgedrückt - diametral zu unserer jetzigen Gesellschaft in Deutschland, die “alt im Sinne des Denkens, die satt im Sinne des Wohlstandes und die dekadent im Sinne ihrer Handlungsweisen ist” (Zitat Klaus Kofler). So ist es an der Zeit umzudenken und den schönen Satz Das haben wir schon immer so gemacht … endgültig aufs Altenteil zu schicken.

Haben Sie es gemerkt? Das war die Nr. 99. Für die 100, die in jedem Blog etwas besonderes ist, nehmen wir uns bis Montag Zeit. Sind Sie gespannt? Oder eher gelangweilt? Zeit eine erste Bilanz zu ziehen?

Uns fällt auf, dass immer mehr Städte und Regionen die Nachhaltigkeit für sich entdeckt haben. Nicht nur Essen, die Kulturhauptstadt Europa 2010, hat sich auf den Weg gemacht und entdeckt im Zuge dessen ihre Kulturell-Kreative Klasse. Eine Reihe weiterer Kandidaten versuchen Nachhaltigkeit für sich zu nutzen - im Idealfall eine Alleinstellung darüber aufzubauen. Eigentlich clever, aber es gibt da einiges zu bedenken.

Nur zwei Beispiele dazu: Es lohnt sich erst dann über Nachhaltigkeit mit anderen zu sprechen (Werbung, PR), wenn die Stadt oder die Region die Nachhaltigkeit schon annähernd lebt. Was nützt es, wenn ich als (womöglich kritischer LOHAS-affiner) Besucher in DIE Nachhaltigkeits-City komme, und ich mich bereits beim ersten Restaurant-Besuch oder an der Tourist-Info fragen muss, ob der herbe Charme und die brutale Unfreundlichkeit Teile der Kampagne sind oder vielleicht ein Stück authentische Identität darstellen. Auch der Dialogversuch über die “tolle Nachhaltigkeits-Strategie ihrer Stadt” bringt dann wahrscheinlich nur fragende Blicke hervor und ein schlichtes: WAAASSSS? Also: Nachhaltig wird nur, wer alle Beteiligten von Anfang an zu einem Teil des Prozesses werden läßt. Ganz von Anfang an.

Das zweite Beispiel hat mit Transparenz und Offenheit zu tun: Eine nachhaltige Region wird man nicht über Nacht. Auch hier ist es wichtig, seine zukünftigen Besucher und Gäste frühzeitig einzuladen sich ein Bild des Projektes zu machen - wann immer diese das tun möchten. Das war früher sicher schwer, heute ist das über die Leitmedien Internet und Mobiltelefon dafür sehr einfach. Also liebe kommende Nachhaltigkeits-City: Wie wäre es zu aller erst mit einer Internet-Wiki, die über Gutes, Schlechtes, Erfahrungen, Kritisches berichtet und Geschichten über den Prozeß erzählt? In der alle Beteiligten zu Wort kommen können und ihre Sicht der Dinge darstellen können?

Das wäre keine gute, innovative Idee - nein - das ist eine wesentliche Grundvoraussetzung und ein kritischer Erfolgsfaktor im Rahmen eines solches Projektes. Und es ist Neues Denken!

Mir schien der Freitag als Abschluss einer arbeitsreichen Woche sehr geeignet für ein wenig Geschichte. Eine (zugegeben etwas längere) Geschichte von mir und meiner Entwicklung.

Ich bin das erste Mal vor knapp 12 Jahren - im Sommer 1996, dem Geburtsjahr meines Sohnes - auf das Thema Wissensmanagement aufmerksam geworden. Damals bewegte ich mich schon seit gut 3 Jahren im Internet (im wesentlichen mit CompuServe), das Wort “Intranet” machte in der Firma (Beiersdorf AG, Sparte tesa heute tesa AG) die Runde und in diesem Zusammenhang trieb es mich um, dass hier viel Potential für wissensintensive Unternehmensbereiche wie die F&E schlummerte.

Ich belegte dann 1997 eine ZfU-Veranstaltung in Zürich eben zum Thema “Wissensmanagement”, die in Zusammenarbeit mit einigen Klassenbesten (u. a. Ciba Geigy, Lotus, Uni St. Gallen) in diesem Bereich und damals noch Arthur Andersen Consulting realisiert wurde. Diese Veranstaltung war der auslösende Moment für meine weitere Bemühungen auf diesem Gebiet. Heute versuche ich “es” Wissens-Konversationen zu nennen, weil das managen hier eben schwer ist.

Ich habe dann in der Folge sowohl die Realisierung des weltweiten tesa Intranets “tesaSKY” als auch das Projekt “Wissensmanagement in der F&E tesa” maßgeblich initiiert. Beides war für damalige Verhältnisse fortschrittlich, die Strukturierung des Wissensmanagement mit Hilfe von sog. Wissenslandkarten ist bis heute hoch aktuell.

Im hier und jetzt haben wir Wiki’s und Facebooks - Social Software - die wir damals gerne gehabt hätten. In diesen Werkzeugen ist Zusammenarbeit und Wissensteilung quasi bereits in der System-DNA enthalten. Wir haben das damals mühsam über Datenbanken und Web-Oberflächen konstruieren müssen. So haben ich in den letzten Jahren mindestens 5 Wiki’s aufgesetzt, blogge kräftig herum und wende mich einem intensiveren Studium von Facebook zu. Facebook als firmeninternes Werkzeug Hand in Hand mit Wiki’s und Blogs und Twitters und YouTubes. Ach ja, im Zuge des Aufbaus des tesa Intranets schufen wir auch schon 1998 eine Video-Stream-Plattform - mit der direkten Unterstützung von Microsoft in den USA. Damals für immerhin bis zu 50 gleichzeitige Zugriffe - Steinzeit-YouTube für DM 200.000.- ohne Hardware.

Warum erzähle ich das alles? Ganz einfach: In fast allen Projekten bin ich an dem Punkt vorbei gekommen, der Kultur oder Soft Facts oder soziale Akzeptanz hieß. Zu oft haben wir diesen Punkt dann Zugunsten von ja so wichtigen “Strukturen”, konkreten und vor allem messbaren Ergebnissen einfach so links liegen lassen. Frei nach dem Motto “Wenn wir gute Arbeit leisten, werden die Menschen schon unsere Systeme schon nutzen und unser Denken teilen”.

Heute weiß ich, dass das falsch war. Nur: Als junger und ambitionierter Mensch, der schon immer leicht fordernde und revolutionäre Züge hatte, fand ich keinen Zugang zu diesen kulturellen Dingen. Konnte ich vielleicht auch gar nicht. Aber auch die Beraterschar und die hochdotierten Manager (damals mit verantwortlich für das Intranet, dann doch relativ schnell im Vorstand von Beiersdorf) hatten da kein Rezept. Machen war angesagt. Ich hatte zwar damals schon einen Draht zum Change-Manager Bruno Krieg aus Basel, hatte ihm auch schon ein Ticket Richtung Hamburg besorgt, dann aber kam die Ausladung. Kultur war damals halt etwas nicht fassbares, unkontrollierbares. Womöglich hätte ein Mitarbeiter ja mal seine Sicht der Dinge schildern können. Wenn man heute an Mitarbeiter-Blogs denkt, wäre man damals sicher bei einem bloßen Gedanken daran geteert und gefedert worden. Das obwohl ja bereits parallel 1999 die Geburtsstunde des Cluetrain Manifest war - allerdings in den USA.

Heute beschäftige ich mich mit OpenSpace, Neuem Denken und mit dem Wandel. Es mag der Generations- und Gesellschaftentwicklung - und meinem Alter - geschuldet sein, aber heute hören mir die Menschen zu, obwohl ich nicht viel anderes sage als früher. Und oft höre ich dann ein “da bist Du Lichtjahre voraus” - immer noch. Shift happens - der Wandel geschieht. Und damit schrumpfen Lichtjahre schon mal auf eine erträgliche Monatsgröße zusammen - das hat sich im Gegensatz zu vor 12 Jahren nachhaltig verändert - sogar ein schwarzer US-Präsident ist möglich. Heute kommt für mich an erster Stelle Kultur, Vertrauen und Spaß - und wenn das gelingt, schreien die Menschen förmlich nach Werkzeugen aus der Social-Software-Ecke. Aber der Fall von Molly zeigt auch, dass auch User selbst darauf kommen können, dass Wiki’s & Co. helfen können viel Arbeit zu sparen und nebenbei helfen ein Unternehmenswissen abzubilden. Man muss es ja nicht gleich strategisch im Sinne der Wikinomics sehen.

Es mag gleichförmig und überflüssig klingen, aber ich freue mich auch bei diesem Artikel über Kommentare und Anmerkungen oder gar Ihre eigenen Geschichten.

Es wird Herbst und das ist die Zeit wieder Bücher zu lesen - all die Praxis theoretisch zu hinterfüttern. Ich komme deshalb noch mal auf das Buch “Die Kunst loszulassen” zurück - auf das vorletzte Kapitel. Hier schildert Molly in einem Tagebuch, wie es denn so war, bei der ersten Begegnung mit einem Wiki-Dingsda. “Obwohl ich Krach geschlagen und gedroht habe, das Haus in die Luft zu jagen, ist es mir nicht gelungen, mich diesem sog. Wiki-Training zu entziehen” … ist der Anfang am 12. Juni.

Am 29. Juni klang das dann schon so: “Ich habe herausgefunden, was man noch mit dem Wiki machen kann! Freitag ist Kuchentag, und mit dem Wiki kann ich am schnellsten herausfinden, wer welchen Kuchen möchte und wer ihn besorgt.”

Und schließt am 17. Juli mit: “Wir sprachen über das Wiki, und ich erzählte ihm von dem Alptraum am Tag außer Haus und dann über meine Idee, den Newsletter der Abteilung daraufzustellen. Er schlug statt dessen einen Blog vor …”.

Spannende Geschichte, nett und praxisnah geschrieben. Und am 23 September hätte Molly geschrieben: “Ich will wissen, wer sich bei uns im Haus mit grünem Geld auskennt und werde diese Frage in unseren Blog stellen. Darauf hin schlug er das interne Facebook vor …”. Molly wird so noch zur Enterprise 2.0 Expertin. Wowww.

Ich lese gerade das neue Buch von Don Tapscott. Nachdem er 1996/97 “growning up digital” geschrieben hatte, sich dann den Phänomenen von Wiki’s gewidmet hat (”Wikinomics”), hat er erneut einen Blick auf die Jugend und Gesellschaft geworfen. Für “Grown up digital - how the net generation is changing YOUR world” haben Don und seine Mitstreiter mit fast 10.000 Menschen in vielen Teilen der Welt gesprochen, um sich ein aktuelles Bild zu machen: 1.750 junge Menschen zwischen 12 und 20 Jahre alt in den USA, 5.935 “Net Geners” zwischen 16 und 29 in 12 Ländern (u. a. Deutschland, Frankreich, Spanien, Russland, Indien sowie Mexico), der Rest waren “Gen Xers” im Alter zwischen 30 und 41 sowie “baby boomers” (US bezogene Gruppe) zwischen 42 bis 61.

Ich bin erst auf Seite 74, in so fern dürfen Sie jetzt hier keine erschöpfende Buchkritik erwarten, aber ich habe schon eine Menge gelernt. Eigentlich durchweg Dinge, die im Alltag nicht ständig analysiert werden: Wie wachsen unsere Kindern (auch meine drei) heute eigentlich auf, wie werden sie von der Digitalität berührt, wie entwickelt sich die Jugend in anderen Ländern, die eine zu Deutschland völlig andere Alterspyramide haben? Eines ist sicher: Das was der Fernseher für meine und die davor liegende Generation war, sind heute das Internet und das Mobiltelefone. So ist aus meiner Sicht auch ein großer Teil dessen, was wir heute in der LOHAS-Bewegung beobachten und die aktuelle Stärkung eines Verbraucherstyps Prosument auch durch eben diese gesellschaftliche Veränderung der “Net Geners” und “Gen Xers” entstanden. Wie schreibt Don so schön: Learn from them and act - es wird sicher nicht der letzte Beitrag zu diesem Buch von mir gewesen sein.

Klaus Kofler vom Zunftinstitut wird in der November-Ausgabe des PR-Report im Zusammenhang mit dieser o. g. Fragestellung zitiert. Den Artikel finden Sie hier (750 kB!!).

Er spricht dort von den Prosumenten, dem Leitmedium Internet und darüber, dass es deutsche Unternehmen in der Regel einfacher haben - in der Nachhaltigkeitswahrnehmung. Und das das H in LOHAS meist der Zugang zu diesem Lebensstil ist. Was denken Sie darüber? Wir freuen uns über Ihre Kommentare …

An dieser Stelle auch ein Hinweis in eigener Sache: Klaus Kofler und seine Kollegen vom Zunft[institut] (ich auch) stehen Ihnen auch gerne für Vorträge und Moderationen im Rahmen Ihrer Veranstaltungen in unterschiedlichsten Kontexten zur Verfügung. Weitere Details dazu finden Sie auf der der Website des Zunft[instituts].

Wer wissen will, was zu diesen Begriffen in Deutschland und der Welt geht, der schaut in den LOHAS & Lifestyle Blog von LOHAS.de und Peter Parwan. Hier finden sich vom Eco-Store von C&A, über Trends und Elektroautos bis hin zur Werteentwicklung - schlicht ALLES. Mit Hintergründen, weiterführenden Links und Wissen vom Fachmann. Und wenn es ein mehr an Infos braucht: Einfach Peter Parwan direkt ansprechen. Der Mann ist freundlich, hilfsbereit und kennt sich in diesem Themensprektrum intim aus. Er weiß um Akteure, Coaches, Begleiter, Treiber, Ermöglicher und wertige Berater - in diesen stürmischen Zeiten des Wandels.

Dies ist ein Artikel, den wir (mal wieder ;-)) Hans Treichl und seinem ANDERS|denken zu verdanken haben. Er berichtet in seinem Blog von einem Hotelportal indem fast alle Hotelzimmer der USA enthalten sind. Zunächst nichts wirklich Ungewöhnliches. Was das spannende daran ist? Die Merkmale, mit denen die einzelnen Zimmer verbunden sind: Welches Stockwerk ist das ruhigste, welche Zimmer das größte, welche liegt in der Nähe des Lifts und in welchem befindet sich die Badewanne in der Mitte des Zimmers? Alles Fragen, die auf trippkick.com beanwortet werden “Find the hotel room that’s perfect for you!”.

Auf den ersten Blick dachte ich, dass all die Informationen von Gästen stammen - aber das ist nicht richtig. Hier wurde kräftig recherchiert. Die Gästemeinungen bzw. -tipps sind zur Zeit noch spärlich zu finden - zumindest bei den Hotels, bei denen ich geschaut habe. Aber dennoch eine gelunge Site mit viel Mehrwert - voraus gesetzt die Hotels lassen Ihren Gästen die Wahl. Aber vielleicht gibt es ja demnächst im Hotelbuchungsformular auch ein entspechendes Zimmerwahlangebot analog zum Flugzeug. Das wäre Klasse, oder?

Nach Beiträgen zu Web 2.0 und Soziale Software steht der Begriff Enterprise 2.0 noch aus. Darum soll es heute gehen.

Geprägt wurde dieser Begriff von Andrew McAfee, der meines Wissens nichts mit der gleichnamigen Anti-Viren-Software zu tun hat. McAfee ist Professor in Havard und versteht unter diesem Begriff die Verwendung von Web 2.0 bzw. Social Software in Unternehmen. Wie bereits in den beiden Artikeln dieser Serie zu den genannten Begriffen beschrieben, dient diese Art der Systeme um das Wissensmanagement und generell die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern zu fördern und vor allem zu verbessern. Gerade mit diesem letzten Umstand berührt Enterprise 2.0 auch Aspekte der Unternehmenskultur. Wenn wir heute also von einer Enterprise 2.0 sprechen, so ist ein Unternehmen gemeint, das seine Kommunikation intern wie extern mittels Social Software geöffnet hat und diese Offenheit entsprechend in die Unternehmensphilosophie integriert hat. Enterprise 2.0 Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass es gelungen ist die streng hierarchische Führungsstruktur aufzugeben. Anstelle dessen wurde die Verantwortung in Richtung der Mitarbeiter verlagert und die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten in den Mittelpunkt gestellt. So sind Prosumenten (ehm. Konsumenten) eingeladen tief in die Prozesse des Unternehmens einzugreifen und entsprechend die Strategie sowie die Produktentwicklung mit zu gestalten. Sören Stamer und Willms Buhse haben es in ihrem Buch über Enterprise 2.0 Die Kunst loszulassen genannt (siehe Website www.diekunstloszulassen.de/).

Wenn Sie mich nun nach Beispielen für Einterprise 2.0 fragen, so fällt mir ein wenig Google ein und natürlich die Unternehmen der Protagonisten in diesem Bereich, wie z. B. Don Tapscott und new paradigma. Und es kommt nicht von ungefähr, dass Sören Stamer dieses Buch geschrieben hat: Er hat mit seiner Firma Coremedia sicher einen Enterprise 2.0 Leuchtturm für Deutschland geschaffen. Hier finden Sie dazu auch ein Vortragsvideo (pdf auch vorhanden) von der next08, im dem Herr Stamer von einigen seiner Erfahrungen berichtet. Es loht sich die ersten 20 min einmal anzuschauen, wenn auch die kumpelhafte Moderation von Herrn Schrader am Anfang etwas nervt.

Wenn Sie also das Facebook und die Wiki in ihrem Unternehmen installiert haben, Ihre Mitarbeiter vorher ganz sanft in Richtung Verantwortung gebracht haben, jetzt ein Klima der Offenheit und des Vertrauens anzutreffen sind - dann haben Sie einen ersten Schritt in Richtung einer Enterprise 2.0 getan - und dürfen - im Bild des o. g. Buches - von sich sagen, dass Sie die Kunst loszulassen schon gut beherrschen.

Übrigens: Die Serie ist mit diesem Beitrag noch nicht beendet. Ich werde diese Begriffe nochmals im Kontext der Nachhaltigkeit beleuchten.

Herzlich willkommen zurück bei unserer Serie rund um die uns umgebenden Begrifflichkeiten. Heute - nach Web 2.0 beim letzten Mal - Soziale oder Social Software. Um das gleich vorweg zu nehmen: Dieser Bereich wird oft auch mit SNS (Social Networking Software) bezeichnet und unter dem Begriff CSCW (Computer-Supported Collaborative Work) u. a. mit Groupware zusammen gefasst. Andrew McAfee hat dazu die Eigenschaften von Social Software unter der Abkürzung SLATES (search, links, authoring, tags, extensibility, signals) gebündelt. Soweit einmal die Abkürzungen und verwandten Begriffe. Ich hoffe Sie sind noch bei mir ;-).

Um dem Kind mal ein Gesicht zu geben: Wiki’s, Facebook, Blogs, XING, YouTube, Instant Messaging, Sevenload, … - das war jetzt eine Mischung aus Softwarebezeichnungen und konkreten Plattformen - sind Social Software - auch Social Commerce Plattformen fallen hier hinein. In Abgrenzung zu Groupware steht bei Social Software der Einzelne in der Community und nicht die Gruppe selbst im Fokus. Auch ist eine Beteiligung in einer Groupware (Notes, Outlook, …) oft obligatorisch, bei Social Software ist diese freiwillig.

Mit Social Software wird Web 2.0 erst möglich, ob es deshalb ein Unterbegriff von Web 2.0 ist? Das mag jeder selbst entscheiden. Aber auch vor Web 2.0 gab es schon Projekte und Ansätze für Social Software oder das Social Net. In so fern hat sich beides parallel entwickelt. Social Software ist so die Infrastruktur für Web 2.0 und Co..

Ob das auch für Enterprise 2.0 gilt … dieser Frage werden wir uns im nächsten Teil widmen.

Abschließend möchte ich schon ein wenig auf Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang eingehen: Ich lege Wert auf nachhaltige Freundschaften - ich möchte diese auf Vertrauen, Offenheit und Wertschätzung aufbauen. Wenn sich jetzt ein Teil unseres sozialen Lebens ins Internet bewegt, gilt Gleiches natürlich auch dort. Hier unterstützt Social Software eben die Prozesse, die für die oben genannten Voraussetzungen und Bindungen notwendig sind. Gerade der Bereich Offenheit - ich könnte auch Transparenz schreiben - wird hier stark unterstützt. Zusätzlich gilt Nachhaltigkeit natürlich auch in Unternehmen als eine wichtige Voraussetzung für die gewinnbringende, motivierende Zusammenarbeit mit Kollegen - und Social Software wird auch innerhalb von Unternehmen eingesetzt. Oder hat Ihre Firma noch kein internes Facebook?

Heute möchte ich den Beitrag dem Aromatischen Blog widmen. Wahrscheinlich kennt jeder ausser mir, dieses duftende Etwas schon … aber egal. Ich war auf meinem letzten Ausflug auf die Site jedesfalls beeindruckt: Eigene Parfüms, Quitten, Koriander, Nassrasur, … das Spektrum der Themen rund um Parfüms, Seife, Wohlgerüche und Duftendes scheint unerschöpflich.

Also: Wer ein tolles Geschenk - vielleicht jetzt schon für Weihnachten - sucht, der schaut einmal bei Erik Kormann vorbei - live oder im Internet. Lassen Sie sich inspirieren - von einem wirklich ausgewiesenen Fachmann.

In meiner Wahrnehmung entwickelt sich der Markt und einige Unternehmen da draußen mit einer enormen Geschwindigkeit. Es gibt Menschen, die ob ihrer Tätigkeit und ihres Umfeldes, nicht wissen was Web 2.0 ist. Einige ahnen, was dieser Begriff denn meinen könnte. Andere wiederum reden und schreiben von Web 3.0. Parallel zu Web 2.0 tauchen andere Begriffe, morderne Schlagwörter, auf: Social Software, Social Commerce, Tagging und Enterprise 2.0 - um nur einige zu nennen.

Wer kennt sich da noch aus?

Ich versuche mich mal in einer Abgrenzung … allerdings wird das, ob der Breite des Themas, eher eine Abgrenzungsserie. Heute:

Web 2.0

Web 2.0 ist eher eine Art Wolke, nichts spezifisches. So etwas wie regenerative Energie. Dabei beschreibt Web 2.0 ein Teil dessen, was wir als Veränderung in der Art wie Arbeit und Austausch zwischen Menschen (auch in Unternehmen) stattfindet wahrnehmen. Der Begriff ist 2004 geschaffen und 2005 populär geworden. Meiner Meinung nach beschreibt das Cluetrain Manifest die Entwicklungen, die mit Web 2.0 bezeichnet werden, bereits im Jahre 1999 - und geht dazu weit über Web 2.0 hinaus. Das Cluetrain Manifest enthält auch die Entwicklungen, die oben unter den Bezeichnungen Enterprise 2.0 und tagging beschrieben sind.

Weil Web 2.0 eben mehr eine Wolke ist, versteht fast jeder etwas anderes darunter, was wiederum dazu führt, dass wirkliche Detail-Dialoge über Inhalte und Erscheinungsformen von Web 2.0 eher selten sind. Für den einen sind Kundenbewertung in Shops (z. B. wie bei amazon) Web 2.0, andere meinen die intelligente Zusammenarbeit von vielen (Crowdsourcing) beispielsweise in einer Wiki, wenn sie von Web 2.0 sprechen. Und alle haben Recht. Auch Erscheinungsformen wie YouTube und Facebook werden oft Web 2.0 zugeordnet. Ob des Wolken-Charakters von Web 2.0 darf auch das sein. Auch Napster, die Musiktauschbörse, war schon eine Art Web 2.0 - allerdings bereits im Jahre 1999.

Also: Web 2.0 beschreibt Entwicklungen seit 2004, die im wesentlichen im Internet stattgefunden haben und noch stattfinden. Diese Entwicklungen haben einen kleinen Teil der Welt und einen kleinen Teil der Menschen dahingehend verändert, dass diese nun zum Teil anders arbeiten, anders zusammenarbeiten und auch ein wenig anders leben. Und es ist zu beobachten, dass diese kleinen Teile, die Web 2.0 bisher erfasst hat, deutlich größer werden. Das Cluetrain Manifest sagt in einer der Kernthesen: Märkte sind Gespräche und wenn man so will hat Web 2.0 und damit das Internet einem Teil der Menschen diese Gespräche zurück gebracht, die in den Zeiten der Massenmedien eben weniger an der Zahl waren. Gespräche meint in meiner persönlichen Interpretation auch das Teilen von Erlebnissen, die auf Video oder Bildern dokumentiert sind. Und Gespräche (vielleicht auch Dialoge), die per E-Mail, Chat, in Foren oder per SMS geführt werden. Auch Bewertungskommentare in Shops können einen Teil dieser Gespräche sein. Soweit zu Web 2.0.

Wenn Sie in Bezug auf meine Ausführungen partiell oder vollständig anderer Meinung sind, so geben Sie einem Dialog oder Gespräch (über die Kommentar-Funktion) bitte eine Chance. Auch Fragen oder Anmerkungen sind willkommen. Auch und gerade um Web 2.0 zu praktizieren.

Nächste Folge: Social Software

PS: Was das denn alles mit guten Dingen und Nachhaltigkeit zu tun hat, wird natürlich auch eine Folge einnehmen.

PSx: Um sich auf die nächste Folge einzustimmen, empfehle ich für weiterführende Recherchen zum Thema Web 2.0 einen Ausflug in die Wikipedia (die auf Basis einer Social Software realisiert ist).

Wer uns gefunden hat, der sucht wo möglich noch weitere Blogs rund um Nachhaltigkeit. Ich habe heute diesen Blog hier mit einer guten Übersicht gefunden …

Bio Emma

Schaut doch mal rein … welches sind Ihre Favoriten?

Eigentlich bin ich ja Wiki-Experte - behaupte ich mal so. Wenn ich um und bei 8-10 davon aufgesetzt habe, darf man sich doch so nennen, oder? Den Begriff an der ersten Stelle der Überschrift habe ich mir allerdings von Don Tapscott geliehen. Der sagt … (Zitat):

“Wir steuern auf den größten Wandel des Jahrhunderts zu. Die Menschen werden künftig völlig anders arbeiten und produzieren als bisher. Die Grundlage ist Wiki. Zunächst ist das nichts anderes als eine Software, die es einer großen Zahl an Nutzern ermöglicht, Dokumente ins Netz zu stellen oder einfach etwas hinzufügen. Aber diese Möglichkeiten sind die Basis für eine neue Kunst der Zusammenarbeit in astronomischen Umfang, die wir Wikinomics nennen.”

Und Charles Leadbeater Charles Leadbeater sagt etwas ähnliches.

Und … haben Sie schon eine … Wiki? Ne Dokuwiki, TWiki oder die gute alte Wikimedia? Scheint ja im Moment hipp zu sein, habe ich mir sagen lassen. So wie ein bunter iPod, das Zweit-iPhone für den Gärtner und das Firmen-SAP … also darunter geht es so gar nicht.

Findet das obige Zitat denn überhaupt einen Resonanzraum bei Ihnen? Wollen Sie den Anschluß nicht verlieren oder wollen Sie auch einfach nur hipp sein und nicht auffallen? Nicht das andere darüber reden und Ihnen fehlt das (mit)reden …? Na dieser Don wird wohl wissen wovon er spricht - und der Leadbeater, als Berater der englischen Regierung, doch wohl auch? Und Datenbank ist derartig langweilig und kleinkariert gegenüber WIKI. Außerdem steht das Datengrab der Bank soooo nahe.

Ich sage: Wenn Sie wirklich hipp sein möchten, dann seien Sie nicht nur einer der “first mover” oder “early birds” (der mit dem “worm”), sondern seien Sie die Zukunft selbst: Hauen Sie morgen Ihren Internetauftritt, Ihr Intranet, Extranet und die Beschwerde-/Reklamations-/Herausforderungs-Datenbank ohne mit der Wimper zu zucken in Tonne … und machen Sie in Wiki, kümmern Sie sich um eine Gemeinschaft (Community) um Ihre Leistungen und/oder Produkte herum! Aber denken Sie daran: Wiki heißt “schnell” … und wenn Sie nicht zu Fuß gehen wollen … was heißt Mut noch auf hawaiianisch?

Weitere Links zu dem Thema:
_Ausführlicher Vortrag von Don Tapscott auf dem 3. Dresdner Zukunftsforum zum Thema Wikinomics
_Blog mit einer Zusammenfassung seines Buches Wikinomics

… habe ich bei meinem letzten Stadtbummel festgestellt. Und ich fand das überraschend. Wir haben bei C&A einige Kinderklamotten und bei H&M sogar Tops für Frau aus Ökobaumwolle gefunden. Bei Timberland habe ich aus versehen ein Sweatshirt gekauft, dass auch ökologisch war. Was für ein Zufall. Selbst IKEA kümmert sich um den wasser- und pesitzidschonenden Anbau von Baumwolle. Es scheint sich etwas zu bewegen.

Allerdings ist es mir nicht gelungen, bei einem der deutschen Klassenbesten in Sachen Nachhaltigkeit, dem Otto-Versand, ein passendes Suchkritierium für ökologische Kinderbekleidung im Online-shop einzugeben. Auf der Unternehmenssite finden sich seitenlange Abhandlungen über die tollen Taten und im Shop suche ich mir dann einen Wolf. Aber wahrscheinlich liegt das Problem mal wieder vor dem Bildschirm und an der Tastatur.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Finden Sie auch mehr Öko-Bekleidung? Sind eigentlich alle Designer-Label schon automatisch öko? Wie empfinden Sie das Preisniveau dieser nachhaltigen Bekleidungsgegenständen?

Einmal ein Hinweis in eigener Sache: Ab Herbst 2008 bietet das Zunft[institut] eine erste Serie von Seminaren rund um die Themen Innovation, Trends, Kommunikation und Wissen im Kontext zur Nachhaltigkeit an.

Uns lagen bei der Konzeption insbesondere die pragmatische Ausrichtung, ein inspirierendes Umfeld und die faire Preisgestaltung am Herzen. So werden die ersten beiden Seminare bereits im Oktober im Bregenzerwald stattfinden, der zu dieser Jahreszeit noch immer mit seiner Schönheit lockt. Eine Besonderheit ist die Tatsache, dass die Seminarkosten die Unterbringung bereits beinhalten. Haben Sie Lust auf einen Perspektivwechsel und neue, inspirierende Impulse?

07. bis 09. Oktober 2008:

Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten

28. bis 30. Oktober 2008:

Wissen, Nachhaltgkeit und Innovation - Der Kreislauf für zukünfige Innovationen

Nährere Informationen und Buchungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website …

Die Seminare finden in Kooperation mit Trends & Wege  statt, die weitere Seminare rund um Innovation anbieten.

Nachdem wir hier schon faircustomer vorgestellt haben, kommt heute ein weiteres Portal in diesem “sauberen” Segment hinzu:

http://www.bransparent.com

Hier gibt es sozial und umwelttechnisch einwandfreie Klamotten. Und das sowohl online - dann allerdings per Weiterleitung zu einem anderen Online-Shop - als auch mit Hinweisen auf Läden in Deiner Umgebung, die das gewünschte Produkt führen. In jedem Fall sind ausgiebige Infos zu den jeweiligen Produkten hinterlegt, so dass sich jeder potentielle Kunden ein sehr gutes Bild machen kann.

Aufmerksam gemacht hat mich - mal wieder - Hannes Treichl in seinem Blog: Brainfloor, ein Marktplatz für Ideen aus Österreich, auf dem sich Ideensucher und -geber - hier genannt BrainUser und BrainWorker - treffen.

Eine Klasse-Idee finde ich. So bin ich seit rund 3 Monaten Mitglied dort und gebe auch meine Ideen dort zum Besten. Allerdings stolpere ich immer wieder über zwei Punkte: Zum einen fühle ich mich jedes Mal wie eine Milchkuh beim Melken. Ich gebe mein Bestes, erfahre aber nicht was damit geschieht. Wird es ein toller Käse oder bester Quark? Und zum anderen fehlt mir die Inspiration durch die anderen Ideengeber - sorry BrainWorker - das storming sozusagen. So fühlt sich das alles recht klinisch an und irgendwie werde ich den bitteren Geschmack auf der Zunge nicht los, dass ich deutlich mehr gebe als ich bekomme. Würde eine solche Ideen-suchende Firma - sorry BrainUser - eine Agentur wie beispielsweise das Trendbüro oder ähnliche beauftragen, würde der identische Output wahrscheinlich einen mittleren 6-stelligen Euro-Betrag kosten. Schließlich geht es um nicht weniger als Innovationen. Und selbst wenn nicht DIE einschlagende Idee dabei ist, so sind alleine die 50-100 Beiträge vielleicht für die eigenen Fachleute so inspirierend, dass im nachhinein DIE Idee geboren wird.

Wie könnte man Brainfloor also so verbessern, dass dieser bittere Geschmack ein wenig weniger wird? Oh, nicht das Sie denken, dass ich Sie jetzt auch aushören will - schließlich sind hier die Kommentare (noch ;-)) öffentlich!

Ich habe heute mal wieder bei Hans Treichl im Blog ANDERS|denken gelesen - und war entsetzt. Ich fand da zwei Beiträge zum Thema Unternehmem und Internet:

Web 2.0 irrelevant für das Kundenbeziehungsmanagement!

Ein guter Internetauftritt zahlt sich nicht aus!

Ohne ins Detail gehen zu wollen - das hat Hans Treichl schon sehr gut getan - frage ich mich doch zusehens besorgt, was Banken und Baumärkten von ihren Beratern empfohlen wird? Und ganz sicher haben diese ein ganzes Berater-Heer! Kundenbeziehungsmanagement ohne Web 2.0? Ich dachte zuerst an einen Datumsfehler - in der Vermutung einen 2 oder 3 Jahre alten Artikel zu lesen. Und ein Baumarkt ohne guten Internetauftritt? Na ja.

Ich habe da eine elegante Überleitung zu einem Beitrag von Jeremiah Owyang - ebenfalls bei Hans Treichl besprochen - der scheinbar das Cluetrain Manifest von 1999 mal wieder heraus geholt hat. In jedem Fall spricht er aus meiner Sicht die Wahrheit - eine Wahrheit, die auch auf Baumärkte gut anzuwenden wäre:

Die Zukunft von Internetauftritten

Mein Fazit: Mutig handeln! Neue Berater mit Ahnung engagieren. Wir hätten da in unserem Zunft[institut] noch Kapazitäten frei ;-)). Und noch dazu wären wir bestimmt offener, authentischer und näher am Puls des Marktes.

Auf der Lifefair Ende Mai in Zürich haben wir Amei Poensgen kennengelernt, die uns von Ihrem Projekt faircustomer erzählte. Die Idee: Eine Handelsplattform für gute, wertige und womöglich ökologische Produkte, die von Behinderten-Werkstätten, Arbeitslosen oder in der Dritten Welt produziert werden. Wenn das nicht nachhaltig ist. Wir wünschen dem Team alles Gute für den Start in den nächsten Monaten (wir halten Sie auf dem Laufenden). Wer schon jetzt mehr über das Projekt wissen möchte, dem sei der faircustomer-Blog empfohlen: http://blog.faircustomer.ch

Jetzt haben die Österreicher zwar gestern gegen eine wenig ruhmreiche Mannschaft verloren, im Bereich des Blog ist und bleibt Hannes Treichl für mich eines der leuchtenden Beispiele für excellente Leistungen - und er ist Österreicher ;-). Wer sich davon überzeugen möchte, wirft einen Blick auf …

http://www.hannestreichl.com

Hannes Treichl setzt Impulse, informiert und trägt wirklich Wissenswertes (gerade gestern berichtete er über ein neues kostenloses Online-Buch über Mundpropaganda) zusammen. Seine Beiträge sind beides - inspirierend und auf den Punkt. Und natürlich nachhaltig verwendbar! Hier ist Österreich also weit vorn. Es ist sicher schlau diesen Blog als RSS-Feed zu bestellen. Da fällt mir auf …. mein Partner im Zunft[institut] ist auch Österreicher …

Heute morgen habe ich einen Tipp bekommen. Psssst! Jetzt gibt es tatsächlich die Möglichkeit sich sein Bio-Müsli selbst zusammen zu basteln und gleich schicken zu lassen …

http://www.mymuesli.com

Schwer beeindruckend! Ich mache mir ja viel Gedanken darüber, was im Internet so gehen könnte, was von Menschen angenommen werden würde - und sich dann auch noch rechnet. Aber auf Müsli in 556 Billionen verschiedenen Kombinationen (was für ein Prozess-Aufwand) wäre ich nicht im Traum gekommen. Aber vielleicht war ich jetzt auch der letzte, der davon erfahren hat … Dennoch: Viel Glück!

Eigentlich lese ich in Blogs meist aktuelle Themen, etwas über Trends oder tolle neue Dinge. Vielleicht reizt mich gerade deshalb ein Blick zurück - gerade in diesem ersten inhaltlichen Beitrag für den Zunft[blog]. Ich schaue mal ins Jahr 1999 nach Amerika, wo vier Herren fünf Jahre vor Dale Dougherty in 15 ihrer 95 These das beschrieben, was wir heute als Web 2.0 kennen. Damals nannten David Weinberger, Doc Searls, Rick Livine und Christopher Locke ihre Thesen das „Cluetrain Manifest“. Den „Zug mit den Schlüsseln“ (www.cluetrain.de), der jeden Tag in Unternehmen ankommt, dessen Ankunft aber bis heute niemanden so richtig zu interessieren scheint. Ich selbst hatte Anfang 2003 schon einmal Kontakt mit den Cluetrain. Damals machte mich der Mann, der auch das Wirtschaftsmagazin Brand eins (www.brandeins.de) maßgeblich auf diese Fährte setzte, als unser Kommunikations-Berater auf diese Ausarbeitung aufmerksam. Oliver Baer (www.baerentatze.de) hatte damals keinen Erfolg bei mir, heute bin ich ein glühender Anhänger dieser Thesen.

Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Na ja, Web 2.0 wird ja eine Nähe zur Nachhaltigkeit nachgesagt und wenn Cluetrain die Mutter des Web 2.0 ist, ja dann …!

Aber das Cluetrain Manifest geht noch weiter. Es behandelt eines der wesentlichen Dinge, die uns in der Die Zunft AG - insbesondere im Kompetenzbereich Zunft[institut] (www.zunftinstitut.org) - umtreibt: Nachhaltigkeit in Organisationen und öffentlichen Institutionen. Nicht vorrangig die Nachhaltigkeit in Sachen Natur, Klima, Bildung, Sozial-Engagement spornt uns an, nein! Vielmehr interessieren uns die Möglichkeiten und Chancen die sich Unternehmen und Institutionen bieten, die Nachhaltigkeit auch in ihre Organisationen tragen, sie wirken lassen im Umgang mit ihren Mitarbeitern, ihren Lieferanten und Kunden. So werden wir genau dieses Thema immer wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln hier im Zunft[blog] aufgreifen, von unseren Erfahrungen berichten und versuchen heraus zu finden, ob und wie das Cluetrain Manifest mehr und mehr in der Realität ankommt. Helfen Sie uns dabei?

Vorträge des 2. Zunft[tag] Ruhr vom 17. Oktober 2008 online

Am Freitag, 17. Oktober 2008 fand der "2. Zunft[tag] Ruhr" anlässlich der Reihe "Essens kreative Klasse" auf der Zeche Zollverein in Essen statt. Die Vorträge und Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier.

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