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Adventskalender sind für Kinder. Wir überlassen dieses wunderbare Ritual unserem Nachwuchs und doch wünscht sich so mancher in der Elternrolle insgeheim auch einen. Es geht um das Gefühl, sich am Abend auf den nächsten Morgen zu freuen. Auf ein kleines Geschenk, das in seinen Details meist noch unbekannt ist. Ein Bild, eine Stück Schokolade, einen Moment des Innehaltens in den üblichen Abläufen.

An diesem 1. Advent entstand spontan, während eines Seminars im Rheinland, die Idee für einen “erwachsenen” Adventskalender (jenseits der virtuellen Tombola-Versionen, die so durch’s Netz geistern): Einen Adventskalender, den jeder für sich individuell gestalten kann. Das Seminar drehte sich um persönliche Entwicklung und darum, Dinge in einem anderen Rahmen zu betrachten. Wir reframen den Adventskalender.

Hier findet sich eine Liste mit ersten Ideen, die man für seinen persönlichen Adventskalender nutzen kann. Es geht darum, in einem befristeten Zeitraum (24 Tage) jeden Tag bewußt etwas für sich und seine Entwicklung zu tun, das man sonst nicht täte. Und es geht darum, sich darauf zu freuen. Wenn Ihnen weitere Ideen einfallen, bietet sich dieses Blog-Medium optimal an, diese als Kommentar zu “posten” und damit die Liste beliebig zu erweitern.

 

Ideen für einen Adventskalender persönlicher Entwicklung:

Jeden Tag, also 24 mal, ….

…eine Minute an NICHTS denken

…eine Seite in einem Buch lesen, das schon lange darauf wartet

…ein Kurzgedicht verfassen

…(mindestens) einen Euro an etwas sinnvolles abgeben

…einen weiteren Pro-Punkt auf einer Zielliste notieren

…24 Minuten lang Liebe machen

…einen Gegenstand aus dem Haushalt verschenken/entsorgen

…ein kreatives Kochrezept ausdenken und aufschreiben

…bewußt jemanden zum Lachen bringen

…fünf Minuten bewußt mit einem Kollegen/Mitarbeiter/Nachbarn sprechen

…einen Verbesserungsvorschlag für die Abteilung der Arbeitsstelle formulieren

…eine (andere) Yoga-Übung ausprobieren

…bewußt mal wieder Kind sein

…beten

…fünf Minuten für mich

…zehn sit-ups machen und danach ein Stück Schokolade essen

…fünf Minuten bewußt an die persönliche Entwicklung denken

…eine Freundin/Freund anrufen oder einen kurzen Brief schreiben

…den Tag reflektieren

Natürlich ist es auch möglich, jeden Tag “potenziert” eine Tat länger zu tun: z.B. am 1. Dez. eine Seite lesen, am 2. Dez zwei Seiten, usw.. Wer am 24.12. vorraussichtlich keine Zeit für 24 Seiten Lesen hat, kehrt das Ganze einfach um und liest am 1. Dez 24 Seiten, sodaß er an Heiligabend nur noch eine zu lesen hat. Dann hat man 300 Seiten gelesen. Und bei einer Minute mehr ”an NICHTS denken” pro Tag wären das 5 Stunden Denken an NICHTS, die man sonst vermutlich nicht erlebt hätte.

Viel Spaß! Wir sind auch gespannt auf IHRE Ideen.

 

Entstanden am Sonntag, den 30.11.2008 während eines NLP-Seminars des IFGPE in Mönchengladbach-Neuwerk unter Mitwirkung von Brigitte Godizart, Christian Ehrke, Claus Radmacher, Conny Brüßelbach, Edy Peschen, Elke Klama, Esther Ninno, Heiko Brauner, Kerstin Tümmler, Manuela Gärtner, Marion Süßmilch, Silke Strötges, Stefanie Löw, Dr. Susan Eickenberg, Tanja Schnetzer, Werner Ruthmann, Alexander von Keyserlingk.

… heißt ein Artikel im Bereich Politik der Ausgabe der Die Zeit vom 20.11.08 von Susanne Gaschke - allerdings ohne das “?”, das ist von mir. Der Untertitel macht es ein wenig klarer um was es gehen soll: “Das Internet formuliert die neue Verheißung des Kapitalismus: Grenzenloses Wissen, für alle, gratis? Lasst euch nicht verführen!”

Liebe Frau Gaschke,
ich glaube nicht daran, dass die Ausbreitung des Internets unmittelbar gleichzusetzen ist mit einem Weg zu Wissen und Wohlstand für alle. Warum auch? Es gibt viele Menschen, die essentiellere Dinge im Kopf haben, die mit essen und trinken zu tun haben - denen würde ein PC mit Internetzugang auch nicht viel helfen. Es sei denn, das Internet wüsste wo es denn gerade etwas zu jagen gäbe oder böte eine eCommerce-Lösung für die Bestellung einer kostenfreien Lieferung sauberen Wassers - leicht gekühlt ohne Blubber inmitten der afrikanischen Steppe.

“Bindet nicht das Netz soziale Energie in virtuellen Pseudogemeinschaften; Energie, die im real life dringend für echte Politik gebraucht würde? Nutzen die Nutzer die gewaltigen wissenschaftlichen und politischen Informationsmöglichkeiten des Internets überhaupt?” Diese letzte Annahme oder Frage mit einem Verweis auf die Suchbegriffe bei Google 2005 quasi negativ zu beantwortet finde ich reichlich plakativ und gewagt. Ein spannendes Experiment wäre es, wenn wir das Internet einfach mal sechs Monate abschalten würden, um zu schauen, ob dann die sozialen zwischenmenschlichen Kontakte und vielleicht auch eine echte Politik wieder aufleben würden. Auch hier überzeichnen Sie in Ihrem Artikel. Eine so starke Kraft hat das Internet (noch) nicht und wenn überhaupt trifft das nur ein wenig die Generation Internet zu. Aber wir haben im Moment ja noch weitere Generationen am Start - mit einer Betonung im Bereich 50+.

Anschließend bemühen Sie Renate Köcher, Chefin von Allensbach: “Eine Gesellschaft, die teilweise auf kontinuierliche Information und Urteilsbildung verzichtet, wird spontaner, in der Urteilsbildung beweglicher, sogar sprunghafter und anfälliger für Manipulation.” Ich kann große Teile dieser Aussage auch sehr positiv sehen. Allerdings mit einem Blick in die Vergangenheit, zeigt sich meiner Meinung nach, dass die Presse und die Medien mit Produkten wie der Bild-Zeitung oder Sendungen wie Monitor oder Report genauso manipulieren konnten - ohne dass sich einer ein alternatives Bild machen konnte. Heute sind diese Alternativ-Quellen nur einen Klick entfernt und ich kann auch einfach meinen Kumpel in Australien oder den Onkel in den USA nach seiner Wahrnehmung und Einschätzung zu Meldungen und Berichten befragen - binnen Minuten oder Stunden. Und auch heute manipulieren die Medien noch immer massiv diese “anfällige und sprunghafte Masse” - Internet hin oder her.

Wir schreiten fort und gehen voran. Dabei bleibt vieles zurück. Das trifft dann den sündhaft teuren Brockhaus, den ich mir eh nie leisten konnte, analoge Fotos, Vinyl-Platten, CDs und vielleicht auch Bücher. Und natürlich gibt es immer Menschen, die das bedauern. Ich sehe diese Entwicklung eher pragmatisch als dogmatisch. Es passiert … und ich kann “es” ja so handhaben, wie ich es für richtig halte und eben unbedingt den letzten Brockhaus für meine Bibliothek kaufen.

Bei Ihrem Fazit, liebe Frau Gaschke, bin ich dann wieder bei Ihnen: “Es geht darum, dass freie Menschen das Recht haben, Technik zu benutzen, ohne sie anbeten zu müssen.”

Das ist richtig und gut - und es ist auch richtig, dass Deutschland noch sehr weit entfernt ist von einer digitalen Bedrohung oder der notwendigen Erlösung. Eher das Gegenteil ist der Fall und eigentlich müssten wir Schülern, Schulen, älteren Mitmenschen und der derzeit führenden Generation, zu der ich auch gehöre, noch mehr auf das digitale “Pferd” helfen. Zumindest wenn ich mich in der Welt umschaue und tagaus, tagein bemerke, wie wenig die Menschen in meinem Umfeld von den Wiki’s, Facebooks, amazon’s und eBays dieser Internet-Welt eigentlich wissen. Und ich möchte betonen, dass unsere 3 Kinder allesamt Waldorf-Einrichtungen besuchen.

Nichts für ungut Fr. Gaschke. Das war jetzt Widerspruch im Zunft[blog] statt an widerspruch@zeit.de.

ZDF

Foto: ZDF

Ist es bezeichnend, daß ich mein aktives Blog-Engagement hier im Zunft[blog] mit einem TV-Tipp starte? Nun, vielleicht. Aber es ist nicht irgendein TV-Tipp:

Heute abend (Mittwoch, 26.11.) läuft um 22.30 Uhr im ZDF der Beitrag Abenteuer Wissen. Thema der Sendung ist “Fluch der bunten Plastikwelt” und wie es scheint, werden nicht (nur) düstere Umweltszenarien vorgestellt sondern auch Lösungen und Mutmacher präsentiert.

Einer dieser dort vorgestellten Mutmacher ist mein geschätzter Nachbar Hubert Loick, der, einst klassischer Landwirt in x-ter Generation, sehr kreativ und erfolgreich Mais zu Verpackungsmaterialien und zu Spielzeug verarbeitet. Letzteres ist eine biologische Lego-Alternative und übrigens auch als Weihnachtsgeschenk relevant. Nachhaltiger geht’s nicht.

Kucken/Konservieren, Kommunizieren!

… der heute einfach leer bleibt! Kommentare sind dennoch willkommen.

Net Geners oder ausgeschrieben Net Generation wird diese Generation auch genannt, die zwischen 1977 und 1997 das Licht dieser Welt erblickt hat. Damit bin ich in diesem Beitrag wieder bei Don Tapscott. Ich habe bereits weiter vorn über “Grown up digital” geschrieben und möchte heute ein wenig mehr auf diese beschriebene Generation eingehen.

Diese Generation ist digital aufgewachsen und hat statt des bisherigen Leitmediums TV das Internet sowie das Mobiltelefon dafür adaptiert!!! So haben sich eine Reihe von Unterschieden oder Normen herauskristallisiert, die diese Generation leiten. Don Tapscott hat diese wie folgt identifiziert:

* Freiheit
* Individuelle Kundenanpassung / -orientierung
* (Über-)Prüfung
* Integrität (Redlichkeit)
* Zusammenarbeit
* Unterhaltung
* Geschwindigkeit
* Innovation

Die Existenz dieser Normen oder Leitmotive wurde mit einer weltweiten Umfrage unter 6.000 „NetGeners“ von nGenera (ehm. New Paradigma) 2008 überprüft - und ein wenig findet man LOHAS-Ansätze darin, finde ich.

So hat diese Generation schon heute Einfluss auf die Wirtschaft und strahlt mit einem Teil dieser Normen eben auch in den Lebensstil LOHAS und die kulturell-kreative Szene ab. Wenn wir also wissen wollen, was wir und unsere Wirtschaft morgen brauchen, sollten wir einen Fokus auf diese Generation richten, von ihnen lernen und vor allem … handeln.

Viele dieser Gedanken und Impulse stehen – ein wenig provokativ ausgedrückt - diametral zu unserer jetzigen Gesellschaft in Deutschland, die “alt im Sinne des Denkens, die satt im Sinne des Wohlstandes und die dekadent im Sinne ihrer Handlungsweisen ist” (Zitat Klaus Kofler). So ist es an der Zeit umzudenken und den schönen Satz Das haben wir schon immer so gemacht … endgültig aufs Altenteil zu schicken.

Haben Sie es gemerkt? Das war die Nr. 99. Für die 100, die in jedem Blog etwas besonderes ist, nehmen wir uns bis Montag Zeit. Sind Sie gespannt? Oder eher gelangweilt? Zeit eine erste Bilanz zu ziehen?

Uns fällt auf, dass immer mehr Städte und Regionen die Nachhaltigkeit für sich entdeckt haben. Nicht nur Essen, die Kulturhauptstadt Europa 2010, hat sich auf den Weg gemacht und entdeckt im Zuge dessen ihre Kulturell-Kreative Klasse. Eine Reihe weiterer Kandidaten versuchen Nachhaltigkeit für sich zu nutzen - im Idealfall eine Alleinstellung darüber aufzubauen. Eigentlich clever, aber es gibt da einiges zu bedenken.

Nur zwei Beispiele dazu: Es lohnt sich erst dann über Nachhaltigkeit mit anderen zu sprechen (Werbung, PR), wenn die Stadt oder die Region die Nachhaltigkeit schon annähernd lebt. Was nützt es, wenn ich als (womöglich kritischer LOHAS-affiner) Besucher in DIE Nachhaltigkeits-City komme, und ich mich bereits beim ersten Restaurant-Besuch oder an der Tourist-Info fragen muss, ob der herbe Charme und die brutale Unfreundlichkeit Teile der Kampagne sind oder vielleicht ein Stück authentische Identität darstellen. Auch der Dialogversuch über die “tolle Nachhaltigkeits-Strategie ihrer Stadt” bringt dann wahrscheinlich nur fragende Blicke hervor und ein schlichtes: WAAASSSS? Also: Nachhaltig wird nur, wer alle Beteiligten von Anfang an zu einem Teil des Prozesses werden läßt. Ganz von Anfang an.

Das zweite Beispiel hat mit Transparenz und Offenheit zu tun: Eine nachhaltige Region wird man nicht über Nacht. Auch hier ist es wichtig, seine zukünftigen Besucher und Gäste frühzeitig einzuladen sich ein Bild des Projektes zu machen - wann immer diese das tun möchten. Das war früher sicher schwer, heute ist das über die Leitmedien Internet und Mobiltelefon dafür sehr einfach. Also liebe kommende Nachhaltigkeits-City: Wie wäre es zu aller erst mit einer Internet-Wiki, die über Gutes, Schlechtes, Erfahrungen, Kritisches berichtet und Geschichten über den Prozeß erzählt? In der alle Beteiligten zu Wort kommen können und ihre Sicht der Dinge darstellen können?

Das wäre keine gute, innovative Idee - nein - das ist eine wesentliche Grundvoraussetzung und ein kritischer Erfolgsfaktor im Rahmen eines solches Projektes. Und es ist Neues Denken!

Mir schien der Freitag als Abschluss einer arbeitsreichen Woche sehr geeignet für ein wenig Geschichte. Eine (zugegeben etwas längere) Geschichte von mir und meiner Entwicklung.

Ich bin das erste Mal vor knapp 12 Jahren - im Sommer 1996, dem Geburtsjahr meines Sohnes - auf das Thema Wissensmanagement aufmerksam geworden. Damals bewegte ich mich schon seit gut 3 Jahren im Internet (im wesentlichen mit CompuServe), das Wort “Intranet” machte in der Firma (Beiersdorf AG, Sparte tesa heute tesa AG) die Runde und in diesem Zusammenhang trieb es mich um, dass hier viel Potential für wissensintensive Unternehmensbereiche wie die F&E schlummerte.

Ich belegte dann 1997 eine ZfU-Veranstaltung in Zürich eben zum Thema “Wissensmanagement”, die in Zusammenarbeit mit einigen Klassenbesten (u. a. Ciba Geigy, Lotus, Uni St. Gallen) in diesem Bereich und damals noch Arthur Andersen Consulting realisiert wurde. Diese Veranstaltung war der auslösende Moment für meine weitere Bemühungen auf diesem Gebiet. Heute versuche ich “es” Wissens-Konversationen zu nennen, weil das managen hier eben schwer ist.

Ich habe dann in der Folge sowohl die Realisierung des weltweiten tesa Intranets “tesaSKY” als auch das Projekt “Wissensmanagement in der F&E tesa” maßgeblich initiiert. Beides war für damalige Verhältnisse fortschrittlich, die Strukturierung des Wissensmanagement mit Hilfe von sog. Wissenslandkarten ist bis heute hoch aktuell.

Im hier und jetzt haben wir Wiki’s und Facebooks - Social Software - die wir damals gerne gehabt hätten. In diesen Werkzeugen ist Zusammenarbeit und Wissensteilung quasi bereits in der System-DNA enthalten. Wir haben das damals mühsam über Datenbanken und Web-Oberflächen konstruieren müssen. So haben ich in den letzten Jahren mindestens 5 Wiki’s aufgesetzt, blogge kräftig herum und wende mich einem intensiveren Studium von Facebook zu. Facebook als firmeninternes Werkzeug Hand in Hand mit Wiki’s und Blogs und Twitters und YouTubes. Ach ja, im Zuge des Aufbaus des tesa Intranets schufen wir auch schon 1998 eine Video-Stream-Plattform - mit der direkten Unterstützung von Microsoft in den USA. Damals für immerhin bis zu 50 gleichzeitige Zugriffe - Steinzeit-YouTube für DM 200.000.- ohne Hardware.

Warum erzähle ich das alles? Ganz einfach: In fast allen Projekten bin ich an dem Punkt vorbei gekommen, der Kultur oder Soft Facts oder soziale Akzeptanz hieß. Zu oft haben wir diesen Punkt dann Zugunsten von ja so wichtigen “Strukturen”, konkreten und vor allem messbaren Ergebnissen einfach so links liegen lassen. Frei nach dem Motto “Wenn wir gute Arbeit leisten, werden die Menschen schon unsere Systeme schon nutzen und unser Denken teilen”.

Heute weiß ich, dass das falsch war. Nur: Als junger und ambitionierter Mensch, der schon immer leicht fordernde und revolutionäre Züge hatte, fand ich keinen Zugang zu diesen kulturellen Dingen. Konnte ich vielleicht auch gar nicht. Aber auch die Beraterschar und die hochdotierten Manager (damals mit verantwortlich für das Intranet, dann doch relativ schnell im Vorstand von Beiersdorf) hatten da kein Rezept. Machen war angesagt. Ich hatte zwar damals schon einen Draht zum Change-Manager Bruno Krieg aus Basel, hatte ihm auch schon ein Ticket Richtung Hamburg besorgt, dann aber kam die Ausladung. Kultur war damals halt etwas nicht fassbares, unkontrollierbares. Womöglich hätte ein Mitarbeiter ja mal seine Sicht der Dinge schildern können. Wenn man heute an Mitarbeiter-Blogs denkt, wäre man damals sicher bei einem bloßen Gedanken daran geteert und gefedert worden. Das obwohl ja bereits parallel 1999 die Geburtsstunde des Cluetrain Manifest war - allerdings in den USA.

Heute beschäftige ich mich mit OpenSpace, Neuem Denken und mit dem Wandel. Es mag der Generations- und Gesellschaftentwicklung - und meinem Alter - geschuldet sein, aber heute hören mir die Menschen zu, obwohl ich nicht viel anderes sage als früher. Und oft höre ich dann ein “da bist Du Lichtjahre voraus” - immer noch. Shift happens - der Wandel geschieht. Und damit schrumpfen Lichtjahre schon mal auf eine erträgliche Monatsgröße zusammen - das hat sich im Gegensatz zu vor 12 Jahren nachhaltig verändert - sogar ein schwarzer US-Präsident ist möglich. Heute kommt für mich an erster Stelle Kultur, Vertrauen und Spaß - und wenn das gelingt, schreien die Menschen förmlich nach Werkzeugen aus der Social-Software-Ecke. Aber der Fall von Molly zeigt auch, dass auch User selbst darauf kommen können, dass Wiki’s & Co. helfen können viel Arbeit zu sparen und nebenbei helfen ein Unternehmenswissen abzubilden. Man muss es ja nicht gleich strategisch im Sinne der Wikinomics sehen.

Es mag gleichförmig und überflüssig klingen, aber ich freue mich auch bei diesem Artikel über Kommentare und Anmerkungen oder gar Ihre eigenen Geschichten.

Es wird Herbst und das ist die Zeit wieder Bücher zu lesen - all die Praxis theoretisch zu hinterfüttern. Ich komme deshalb noch mal auf das Buch “Die Kunst loszulassen” zurück - auf das vorletzte Kapitel. Hier schildert Molly in einem Tagebuch, wie es denn so war, bei der ersten Begegnung mit einem Wiki-Dingsda. “Obwohl ich Krach geschlagen und gedroht habe, das Haus in die Luft zu jagen, ist es mir nicht gelungen, mich diesem sog. Wiki-Training zu entziehen” … ist der Anfang am 12. Juni.

Am 29. Juni klang das dann schon so: “Ich habe herausgefunden, was man noch mit dem Wiki machen kann! Freitag ist Kuchentag, und mit dem Wiki kann ich am schnellsten herausfinden, wer welchen Kuchen möchte und wer ihn besorgt.”

Und schließt am 17. Juli mit: “Wir sprachen über das Wiki, und ich erzählte ihm von dem Alptraum am Tag außer Haus und dann über meine Idee, den Newsletter der Abteilung daraufzustellen. Er schlug statt dessen einen Blog vor …”.

Spannende Geschichte, nett und praxisnah geschrieben. Und am 23 September hätte Molly geschrieben: “Ich will wissen, wer sich bei uns im Haus mit grünem Geld auskennt und werde diese Frage in unseren Blog stellen. Darauf hin schlug er das interne Facebook vor …”. Molly wird so noch zur Enterprise 2.0 Expertin. Wowww.

Ich lese gerade das neue Buch von Don Tapscott. Nachdem er 1996/97 “growning up digital” geschrieben hatte, sich dann den Phänomenen von Wiki’s gewidmet hat (”Wikinomics”), hat er erneut einen Blick auf die Jugend und Gesellschaft geworfen. Für “Grown up digital - how the net generation is changing YOUR world” haben Don und seine Mitstreiter mit fast 10.000 Menschen in vielen Teilen der Welt gesprochen, um sich ein aktuelles Bild zu machen: 1.750 junge Menschen zwischen 12 und 20 Jahre alt in den USA, 5.935 “Net Geners” zwischen 16 und 29 in 12 Ländern (u. a. Deutschland, Frankreich, Spanien, Russland, Indien sowie Mexico), der Rest waren “Gen Xers” im Alter zwischen 30 und 41 sowie “baby boomers” (US bezogene Gruppe) zwischen 42 bis 61.

Ich bin erst auf Seite 74, in so fern dürfen Sie jetzt hier keine erschöpfende Buchkritik erwarten, aber ich habe schon eine Menge gelernt. Eigentlich durchweg Dinge, die im Alltag nicht ständig analysiert werden: Wie wachsen unsere Kindern (auch meine drei) heute eigentlich auf, wie werden sie von der Digitalität berührt, wie entwickelt sich die Jugend in anderen Ländern, die eine zu Deutschland völlig andere Alterspyramide haben? Eines ist sicher: Das was der Fernseher für meine und die davor liegende Generation war, sind heute das Internet und das Mobiltelefone. So ist aus meiner Sicht auch ein großer Teil dessen, was wir heute in der LOHAS-Bewegung beobachten und die aktuelle Stärkung eines Verbraucherstyps Prosument auch durch eben diese gesellschaftliche Veränderung der “Net Geners” und “Gen Xers” entstanden. Wie schreibt Don so schön: Learn from them and act - es wird sicher nicht der letzte Beitrag zu diesem Buch von mir gewesen sein.

Klaus Kofler vom Zunftinstitut wird in der November-Ausgabe des PR-Report im Zusammenhang mit dieser o. g. Fragestellung zitiert. Den Artikel finden Sie hier (750 kB!!).

Er spricht dort von den Prosumenten, dem Leitmedium Internet und darüber, dass es deutsche Unternehmen in der Regel einfacher haben - in der Nachhaltigkeitswahrnehmung. Und das das H in LOHAS meist der Zugang zu diesem Lebensstil ist. Was denken Sie darüber? Wir freuen uns über Ihre Kommentare …

An dieser Stelle auch ein Hinweis in eigener Sache: Klaus Kofler und seine Kollegen vom Zunft[institut] (ich auch) stehen Ihnen auch gerne für Vorträge und Moderationen im Rahmen Ihrer Veranstaltungen in unterschiedlichsten Kontexten zur Verfügung. Weitere Details dazu finden Sie auf der der Website des Zunft[instituts].

Wer wissen will, was zu diesen Begriffen in Deutschland und der Welt geht, der schaut in den LOHAS & Lifestyle Blog von LOHAS.de und Peter Parwan. Hier finden sich vom Eco-Store von C&A, über Trends und Elektroautos bis hin zur Werteentwicklung - schlicht ALLES. Mit Hintergründen, weiterführenden Links und Wissen vom Fachmann. Und wenn es ein mehr an Infos braucht: Einfach Peter Parwan direkt ansprechen. Der Mann ist freundlich, hilfsbereit und kennt sich in diesem Themensprektrum intim aus. Er weiß um Akteure, Coaches, Begleiter, Treiber, Ermöglicher und wertige Berater - in diesen stürmischen Zeiten des Wandels.

Nach Beiträgen zu Web 2.0 und Soziale Software steht der Begriff Enterprise 2.0 noch aus. Darum soll es heute gehen.

Geprägt wurde dieser Begriff von Andrew McAfee, der meines Wissens nichts mit der gleichnamigen Anti-Viren-Software zu tun hat. McAfee ist Professor in Havard und versteht unter diesem Begriff die Verwendung von Web 2.0 bzw. Social Software in Unternehmen. Wie bereits in den beiden Artikeln dieser Serie zu den genannten Begriffen beschrieben, dient diese Art der Systeme um das Wissensmanagement und generell die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern zu fördern und vor allem zu verbessern. Gerade mit diesem letzten Umstand berührt Enterprise 2.0 auch Aspekte der Unternehmenskultur. Wenn wir heute also von einer Enterprise 2.0 sprechen, so ist ein Unternehmen gemeint, das seine Kommunikation intern wie extern mittels Social Software geöffnet hat und diese Offenheit entsprechend in die Unternehmensphilosophie integriert hat. Enterprise 2.0 Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass es gelungen ist die streng hierarchische Führungsstruktur aufzugeben. Anstelle dessen wurde die Verantwortung in Richtung der Mitarbeiter verlagert und die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten in den Mittelpunkt gestellt. So sind Prosumenten (ehm. Konsumenten) eingeladen tief in die Prozesse des Unternehmens einzugreifen und entsprechend die Strategie sowie die Produktentwicklung mit zu gestalten. Sören Stamer und Willms Buhse haben es in ihrem Buch über Enterprise 2.0 Die Kunst loszulassen genannt (siehe Website www.diekunstloszulassen.de/).

Wenn Sie mich nun nach Beispielen für Einterprise 2.0 fragen, so fällt mir ein wenig Google ein und natürlich die Unternehmen der Protagonisten in diesem Bereich, wie z. B. Don Tapscott und new paradigma. Und es kommt nicht von ungefähr, dass Sören Stamer dieses Buch geschrieben hat: Er hat mit seiner Firma Coremedia sicher einen Enterprise 2.0 Leuchtturm für Deutschland geschaffen. Hier finden Sie dazu auch ein Vortragsvideo (pdf auch vorhanden) von der next08, im dem Herr Stamer von einigen seiner Erfahrungen berichtet. Es loht sich die ersten 20 min einmal anzuschauen, wenn auch die kumpelhafte Moderation von Herrn Schrader am Anfang etwas nervt.

Wenn Sie also das Facebook und die Wiki in ihrem Unternehmen installiert haben, Ihre Mitarbeiter vorher ganz sanft in Richtung Verantwortung gebracht haben, jetzt ein Klima der Offenheit und des Vertrauens anzutreffen sind - dann haben Sie einen ersten Schritt in Richtung einer Enterprise 2.0 getan - und dürfen - im Bild des o. g. Buches - von sich sagen, dass Sie die Kunst loszulassen schon gut beherrschen.

Übrigens: Die Serie ist mit diesem Beitrag noch nicht beendet. Ich werde diese Begriffe nochmals im Kontext der Nachhaltigkeit beleuchten.

Wobei … ich das wahrscheinlich wieder einmal als letztes “wiederentdeckt” habe. Vor mir liegt gerade ein Stück Zitronen-Melisse-Seife und eine Drei-Elementen-Seife. Die beiden fühlen sich wirklich toll an, riechen inspirierend und entspannend zugleich. Drinnen finden sich ausschließlich natürliche Zutaten. Am Dienstag bekomme ich noch ein Stück Gletscherseife, die aus norwegischem Gletscherwasser hergestellt wird, meerblau ist … und die ich bereits bei der Betrachtung im Internet total gut finde.

Und alle Stücke sind von Hand hergestellt. Ich finde das sind tolle Geschenke (obwohl es ja nicht so schicklich sein soll Seife zu verschenken) und ich würde mir mit einem solchen Stück auch etwas wirklich Schönes gönnen. All die Duschmittelchen, die ich sonst in flüssiger Form nutze, sind wirklich identitätslos und austauschbar dagegen. Und hier: Ein Waschmittel mit Charakter.

Ich tue mich im Moment ein wenig in diesem Bereich um und spreche mit einigen Herstellern. Sehr bemerkenswert ist, dass die heutigen Seifensieder einmal Maschinenbauer, Juristen oder Medienfachmenschen waren und sich ganz bewußt für Seife entschieden haben. Sie werden wissen warum und für ist das ein weiteres ganz kleines Zeichen dafür, dass der Wandel geschieht - Shift happens.

Kunya Zitronenmelisse

Kunya Zitronenmelisse

Kunya 3 Elements

Kunya 3 Elements

Meine heutigen Seifen stammten übrigens aus der Manufaktur der Familie Esser: Kunya - Seifen Design & Phyto Care … und ich werde Ihnen vielleicht noch ein Paar andere Seifensieder vorstellen.

Im Rahmen einer LOHAS-Studie ist mir in der letzten Woche wieder eine neue deutsche Definition für die Nachhaltigkeit begegnet: “Nachhaltigkeit wird von den meisten als der Königsweg für Glück, Frieden und Wohlstand gesehen!” Puhh. Ist das so? Sehen Sie das auch so? Ist das die richtige Transformation von der Waldwirtschaft hin zu unserer heutigen Wahrnehmung?

In jedem Fall brachte die Studie zu LOHAS und Kommunikation gar erstaunliches an den Tag - ich hätte nicht im Traum an solche Ergebnisse für die LOHAS-affine Zielgruppe oder besser für LOHAS-affine Menschen gedacht. So lernen wir nie aus … und verstehen jeden Tag ein wenig mehr von der Welt um uns herum.

Herzlich willkommen zurück bei unserer Serie rund um die uns umgebenden Begrifflichkeiten. Heute - nach Web 2.0 beim letzten Mal - Soziale oder Social Software. Um das gleich vorweg zu nehmen: Dieser Bereich wird oft auch mit SNS (Social Networking Software) bezeichnet und unter dem Begriff CSCW (Computer-Supported Collaborative Work) u. a. mit Groupware zusammen gefasst. Andrew McAfee hat dazu die Eigenschaften von Social Software unter der Abkürzung SLATES (search, links, authoring, tags, extensibility, signals) gebündelt. Soweit einmal die Abkürzungen und verwandten Begriffe. Ich hoffe Sie sind noch bei mir ;-).

Um dem Kind mal ein Gesicht zu geben: Wiki’s, Facebook, Blogs, XING, YouTube, Instant Messaging, Sevenload, … - das war jetzt eine Mischung aus Softwarebezeichnungen und konkreten Plattformen - sind Social Software - auch Social Commerce Plattformen fallen hier hinein. In Abgrenzung zu Groupware steht bei Social Software der Einzelne in der Community und nicht die Gruppe selbst im Fokus. Auch ist eine Beteiligung in einer Groupware (Notes, Outlook, …) oft obligatorisch, bei Social Software ist diese freiwillig.

Mit Social Software wird Web 2.0 erst möglich, ob es deshalb ein Unterbegriff von Web 2.0 ist? Das mag jeder selbst entscheiden. Aber auch vor Web 2.0 gab es schon Projekte und Ansätze für Social Software oder das Social Net. In so fern hat sich beides parallel entwickelt. Social Software ist so die Infrastruktur für Web 2.0 und Co..

Ob das auch für Enterprise 2.0 gilt … dieser Frage werden wir uns im nächsten Teil widmen.

Abschließend möchte ich schon ein wenig auf Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang eingehen: Ich lege Wert auf nachhaltige Freundschaften - ich möchte diese auf Vertrauen, Offenheit und Wertschätzung aufbauen. Wenn sich jetzt ein Teil unseres sozialen Lebens ins Internet bewegt, gilt Gleiches natürlich auch dort. Hier unterstützt Social Software eben die Prozesse, die für die oben genannten Voraussetzungen und Bindungen notwendig sind. Gerade der Bereich Offenheit - ich könnte auch Transparenz schreiben - wird hier stark unterstützt. Zusätzlich gilt Nachhaltigkeit natürlich auch in Unternehmen als eine wichtige Voraussetzung für die gewinnbringende, motivierende Zusammenarbeit mit Kollegen - und Social Software wird auch innerhalb von Unternehmen eingesetzt. Oder hat Ihre Firma noch kein internes Facebook?

Heute möchte ich den Beitrag dem Aromatischen Blog widmen. Wahrscheinlich kennt jeder ausser mir, dieses duftende Etwas schon … aber egal. Ich war auf meinem letzten Ausflug auf die Site jedesfalls beeindruckt: Eigene Parfüms, Quitten, Koriander, Nassrasur, … das Spektrum der Themen rund um Parfüms, Seife, Wohlgerüche und Duftendes scheint unerschöpflich.

Also: Wer ein tolles Geschenk - vielleicht jetzt schon für Weihnachten - sucht, der schaut einmal bei Erik Kormann vorbei - live oder im Internet. Lassen Sie sich inspirieren - von einem wirklich ausgewiesenen Fachmann.

Werner Theurich, ist ein Mann, der mir sehr sympatisch ist. Wagt er es doch das Übel beim Namen zu nennen: “Kalter Horror, der mal ein Leckerbissen war”. Nun habe ich gerade von einem anderen Journalisten gelernt, dass das hier genutzte Medium eher auf kritische Artikel steht, in diesem Fall aber auch sehr zu Recht!

Werner Theurich fand auch, dass es für die wirklich richtige, gute Pizza schon ein Steinbackofen mit einem Holzfeuer sein sollte. Wenn Sie es also richtig warm machen wollen, schauen Sie doch einmal beim Zunft[blog]-Thema “Der Trend zum eigenen Steinbackofen im Garten” vorbei.

In dem Spiegel-Artikel steht eigentlich alles drin. In Überschneidung und leichter Ergänzung dazu: Ein Pizzateig gehört stark geknetet oder gar geschlagen. So werden die Randschichten des gemahlenen Korns aufgebrochen und genau dort finden sich die “Klebstoffe”, die einen geschmeidigen Teig erst entstehen lassen. Und: Wir schreiben in diesem Blog häufig von “Neuem Denken” - für alle die das schon mal an einem einfachen praktischen Beispiel über möchten: Versuchen Sie es mit dem im Artikel “Kalter Horror …” erwähnten monothematischen Belägen ohne viel Käse oder sonstiges Fett. Wir nehmen immer frisch geriebenen Parmesan zum leichten Bestreuen, was in Kombination mit ein wenig Parmaschinken und ein wenig Rucola echt ne’ Wucht ist. Edamer oder Gouda können Sie hier einfach total vergessen. In einem aber möchte ich Herrn Theurich widersprechen: Wenn Sie es im heimischen Herd probieren, dann geben Sie ALLES! Also meist 250°C. Das gilt übrigens auch, wenn Sie zu Hause mal ein wirkliches gutes Chiabatta zaubern möchten. Die Hitze ist das Geheimnis!

Auch diesen Artikel möchte ich mit einer aktiven Aufforderung schließen: Wenn Sie, ja Sie, Italiener (Restaurants oder Ristorantes oder Trattorien) kennen, bei denen noch authentische Pizza aufgetischt wird, schreiben Sie das bitte in einen Kommentar, bitte! Aber: Die die Teile sollten sehr dünn sein, mit dicken und großen Blasen daher kommen und eben nur sehr reduziert belegt sein. Die Tomatensauce sollte einen dazu beim ersten Bissen einfach umhauen …

Unsere Gesellschaft und die Art und Weise wie wir leben und arbeiten ändert sich. Das geschieht mit einer rasanten Geschwindigkeit und stellt dabei die Mitarbeiter vor immer neue und größere Herausforderungen. Nur: Neue Herausforderungen lassen sich nur mit neuen Denk- und Handlungsansätzen lösen. Und: Neue Herausforderungen erfordern auch neue Arbeits- und Führungsmodelle. Ein Beispiel: Wenn die Konsumenten zu wirklichen Prosumenten werden, dringen diese tief in die Wertschöpfungs- und Prozessketten der Unternehmen ein und bringen für die Mitarbeiter völlig neue Rollen und Handlungsweisen mit sich.

Sind Sie darauf vorbereitet? … na ja, 800m (bis zur Baustelle) haben Sie ja noch ;-). Da geht noch was …

In meiner Wahrnehmung entwickelt sich der Markt und einige Unternehmen da draußen mit einer enormen Geschwindigkeit. Es gibt Menschen, die ob ihrer Tätigkeit und ihres Umfeldes, nicht wissen was Web 2.0 ist. Einige ahnen, was dieser Begriff denn meinen könnte. Andere wiederum reden und schreiben von Web 3.0. Parallel zu Web 2.0 tauchen andere Begriffe, morderne Schlagwörter, auf: Social Software, Social Commerce, Tagging und Enterprise 2.0 - um nur einige zu nennen.

Wer kennt sich da noch aus?

Ich versuche mich mal in einer Abgrenzung … allerdings wird das, ob der Breite des Themas, eher eine Abgrenzungsserie. Heute:

Web 2.0

Web 2.0 ist eher eine Art Wolke, nichts spezifisches. So etwas wie regenerative Energie. Dabei beschreibt Web 2.0 ein Teil dessen, was wir als Veränderung in der Art wie Arbeit und Austausch zwischen Menschen (auch in Unternehmen) stattfindet wahrnehmen. Der Begriff ist 2004 geschaffen und 2005 populär geworden. Meiner Meinung nach beschreibt das Cluetrain Manifest die Entwicklungen, die mit Web 2.0 bezeichnet werden, bereits im Jahre 1999 - und geht dazu weit über Web 2.0 hinaus. Das Cluetrain Manifest enthält auch die Entwicklungen, die oben unter den Bezeichnungen Enterprise 2.0 und tagging beschrieben sind.

Weil Web 2.0 eben mehr eine Wolke ist, versteht fast jeder etwas anderes darunter, was wiederum dazu führt, dass wirkliche Detail-Dialoge über Inhalte und Erscheinungsformen von Web 2.0 eher selten sind. Für den einen sind Kundenbewertung in Shops (z. B. wie bei amazon) Web 2.0, andere meinen die intelligente Zusammenarbeit von vielen (Crowdsourcing) beispielsweise in einer Wiki, wenn sie von Web 2.0 sprechen. Und alle haben Recht. Auch Erscheinungsformen wie YouTube und Facebook werden oft Web 2.0 zugeordnet. Ob des Wolken-Charakters von Web 2.0 darf auch das sein. Auch Napster, die Musiktauschbörse, war schon eine Art Web 2.0 - allerdings bereits im Jahre 1999.

Also: Web 2.0 beschreibt Entwicklungen seit 2004, die im wesentlichen im Internet stattgefunden haben und noch stattfinden. Diese Entwicklungen haben einen kleinen Teil der Welt und einen kleinen Teil der Menschen dahingehend verändert, dass diese nun zum Teil anders arbeiten, anders zusammenarbeiten und auch ein wenig anders leben. Und es ist zu beobachten, dass diese kleinen Teile, die Web 2.0 bisher erfasst hat, deutlich größer werden. Das Cluetrain Manifest sagt in einer der Kernthesen: Märkte sind Gespräche und wenn man so will hat Web 2.0 und damit das Internet einem Teil der Menschen diese Gespräche zurück gebracht, die in den Zeiten der Massenmedien eben weniger an der Zahl waren. Gespräche meint in meiner persönlichen Interpretation auch das Teilen von Erlebnissen, die auf Video oder Bildern dokumentiert sind. Und Gespräche (vielleicht auch Dialoge), die per E-Mail, Chat, in Foren oder per SMS geführt werden. Auch Bewertungskommentare in Shops können einen Teil dieser Gespräche sein. Soweit zu Web 2.0.

Wenn Sie in Bezug auf meine Ausführungen partiell oder vollständig anderer Meinung sind, so geben Sie einem Dialog oder Gespräch (über die Kommentar-Funktion) bitte eine Chance. Auch Fragen oder Anmerkungen sind willkommen. Auch und gerade um Web 2.0 zu praktizieren.

Nächste Folge: Social Software

PS: Was das denn alles mit guten Dingen und Nachhaltigkeit zu tun hat, wird natürlich auch eine Folge einnehmen.

PSx: Um sich auf die nächste Folge einzustimmen, empfehle ich für weiterführende Recherchen zum Thema Web 2.0 einen Ausflug in die Wikipedia (die auf Basis einer Social Software realisiert ist).

Eigenlich habe ich es schon länger gewusst, ein Beitrag beim WeinReporter.de schuf jetzt Gewissheit: Der Wein ist auf die Tüte gekommen. Wer einen Blick in den größten Weinshop Nordeuropas, den Bordershop in Puttgarden auf Fehmarn (ich erspare uns den link an dieser Stelle), tut, der ahnt wie stark die Tüte sich schon ihr Segment erobert hat. Gerade die neue Welt liegt hier weit vorn und bietet einen bis fünf Liter auf dem Karton - mit und ohne Hahn. Selbst die Qualitäten, die in die Tüte kommen, sind auch die, die es auf der Flasche für Euro 5-10 gibt. Leider ist der Mengenabschlag für Weintüten - oder besser Tütenwein? - nur marginal. So könnte ich mir auch einen meiner Standardweine, den BIN 65 Chardonnay von Lindemans, im 3 Liter Karton unter den Arm klemmen.

Sollten wir ob dieser Entwicklung aufschreien? Oder ist das gar nicht so schlimm? Sicher gibt es Untersuchungen, die belegen, dass der Karton (oder besser das Plastik darin) keinen negativen Einfluss auf den Geschmack hat. Und sicher ist, dass die Klimabilanz wieder ein wenig besser darsteht, weil so ein 3 Liter Gebinde eben 4 Flaschen ersetzt. Außerdem sortiert man Tüten nicht extra ins Regal sondern stellt sie schlicht auf einer Palette an die Wand. Diejenigen unter uns, die jetzt ob der Tradition und Gewöhnung aufschreien, verstehe ich gut. Nur mögen sie sich fragen, ob das eines dieser “hills to die on” ist. Ich bin mir nicht sicher. Heute finde ich den Dreh- oder Glasverschluss bei Weinen viel besser als Kork. Hätten Sie mich dazu vor 4-5 Jahren befragt, hätte ich diese Verschlussart verdammt. Einzig die Kühlschrankindustrie könnte der Tüten-Entwicklung im Wege stehen: Ich habe weder Tüten-Weinschränke noch normale Kühlschränke gefunden, in die 3 Liter Lindemans BIN 65 so ohne weiteres passen würden. Aber ob das die Welle aufhält?

Gestern habe ich etwas über Business-Intelligence (BI), ETL und OLTP gelesen. Ich habe das als Methoden und Prozesse wahrgenommen, um mehr über sein Geschäft, seine Mitarbeiter, seine Kunden und seine Lieferanten zu erfahren. Ein sehr boomendes Geschäft, in dem sich auch die üblichen Systemanbieter wie SAP, Siebel und Microsoft tummeln. Ich weiß, dass es gut ist zu versuchen Transparenz über Vorgänge zu bekommen. Ich habe allerdings auch gelernt, dass der Spruch “glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast” sehr viel Wahrheit enthält. Insbesondere deswegen, weil all die Analysen im BI sehr komplex sind und es deswegen extrem schwierig ist, sich eigene Plausibilitätsannahmen zur Überprüfung aufzubauen. Früher sagte man auch schon mal analytisches CRM oder Data-Mining zu BI.

Kann ich sagen, dass ein Unternehmen mit einem excellenten BI-Instrumentarium intelligent ist? Oder ist es schlicht erfolgreich? Wie wichtig sind diese Zahlen und Analysen für die Strategie und die Kultur innerhalb des Unternehmens? Spielen BI-Werkzeuge gar bei der Bewertung eines Firmenwertes eine wichtige Rolle? Eine höher gewichtete als die Kultur? Alles ehrliche Fragen, die mich gerade umtreiben.

Intelligente Unternehmen werden beiseite treten und dazu beitragen, dass das Unvermeidliche schneller geschieht. Und wenn wir die Bereitschaft, nicht im Wege zu stehen als Maßstab für den Unternehmens-IQ nehmen, gibt es erst sehr wenig intelligente Unternehmen. Wie auch immer, unterschwellig nehmen Millionen von Menschen heute Unternehmen als wundersame legale Märchen wahr, welche aktiv zu verhindern versuchen, daß Gespräche im Markt ineinander greifen.

Diese vorhergehenden drei These des Cluetrain Manifestes definieren die Intelligenz eines Unternehmens zu großen Teilen über die Community, die ein solches Unternehmen umgibt - und über den Grad der Vernetzung zwischen Unternehmen, Prosument und Lieferant innerhalb dieser Community.

Beides - BI und vernetzte Communities - haben wohl ihre Berechtigung, nur was ist denn in deutschen Firmen derzeit höher gewichtet? Dabei meine ich die Betrachtung in Sachen Manpower als auch Strategie als auch Budget? Ich persönlich nehme wahr, dass die harten Fakten aus dem BI-Park ein weit höheres Gewicht haben als die weichen Fakten rund um die Vernetzung mit der ominösen Community. Wo steckt die überhaupt? Dabei wurden in der Vergangenheit immer eher die weichen Fakten von den harten verdrängt und sind so nur sehr selten in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Eines darf ich aber nicht verschweigen: Das Intelligence in BI, meint nicht Intelligenz im engen Sinne sondern eher den “Prozess der Sammlung von Wissen auf dem Entscheidungen getroffen werden können”. Auf welche Art intelligent ist Ihr Unternehmen?

Kurz vor dem langen Wochenende ist die neue Dialogus-Ausgabe zum Thema “Identität”  erschienen. Sie sehen es mir bestimmt nach ;-), dass mir zwei Artikel der Ausgabe besonders am Herzen liegen:

Klaus Kofler zum Thema Unterschiedlichkeit führt zur Gemeinsamkeit

Um einen Innovationsprozess erfolgreich zu gestalten, genügt es nicht, einfach den Kreis der Beteiligten um ein paar mehr Köpfe zu erweitern. Auch Kreativität allein ist nicht ausschlaggebend. Erfolgreiches Problemlösen erfordert das Berücksichtigen der Identitätsmerkmale eines jeden Einzelnen.

und

Oliver Selaff zum Thema Von steinernen Persönlichkeiten und Wohlfühlorten

Alte Gebäude wirken auf den ersten Blick oft marode, unattraktiv — aber sie verfügen über eine eigene Identität. Es sind inspirierende Orte, die oft ungewohnte Ausblicke und Perspektiven liefern. Orte, die entschleunigen, an denen man gerne arbeitet und in die gerne eingeladen wird. Es sind energetische Orte, die es verdient haben, weiter im Mittelpunkt unserer Wirtschaft zu stehen.

Schauen Sie doch einfach vorbei … und gerne lesen wir hier Ihre Kommentare dazu!

Um mit nachhaltigen Produkte zu handeln und dazu noch seine Organisation nachhaltig aufzustellen, brauchen Unternehmen solche Projekte nicht zwangsweise subventionieren. Das Beispiel von Café Intención der Firma Darboven aus Hamburg zeigt, dass so etwas auch (wirtschaftlich) erfolgreich sein kann.

Café Intencion wurde 1993 als einer der ersten Fairtrade Produkte in Deutschland eingeführt. Der Absatz entwickelt sich zögerlich und ohne irgendwelche besonderen Höhepunkte. Im Jahre 2004 entschließt sich Darboven zum Relaunch des Produktes, überarbeitet die Verpackung und kümmert sich um PR sowie um Kooperationen. Wohl gleichzeitig zu diesen Aktionen wendet sich in Deutschland (und der Welt) ein wenig das Blatt: Die LOHAS ziehen auf den Plan, Geiz ist nicht mehr ganz so geil und Öko ist - diesmal mit einer klaren Fokusierung auf Lifestyle - wieder “in”.

So entwickelt sich der Kaffee, den es als Classic und Bio gibt, blendend: Der Absatz wird von 2004 bis 2007 verdoppelt, der Anteil am Gesamtabsatz von Darboven wird in diesem Jahr voraussichtlich 12% betragen und Café Intención ist eines der erfolgreichsten Produkte des Hauses. Und eigentlich könnte Darboven noch deutlich mehr verkaufen als in den Lagern zur Verfügung steht. So versucht das Unternehmen in Mittelamerika zur Zeit die konventionellen Farmer weiter zu unterstützten - auch um einige in Richtung “bio” zu bewegen. Denn die “bio”-Farmer haben auch schon heute einen Stand erreicht, den alle Kaffee-Farmer eines Tages inne haben sollten.

Etwas in eigener Sache: Das Zunft[institut] hat sein Seminarangebot um drei weitere Formate erweitert. So gibt es jetzt ein Orientierungs-Seminar “Die Herausforderung Nachhaltigkeit - Vom Modebegriff zum Wirtschaftsfaktor”, das sich für alle eignet, die sich einen Überblick verschaffen und in erste konkrete Fragestellungen einsteigen möchten. Ferner ist im Bereich Kommunikation “Sender ohne Empfänger - Neues Denken für neue Kommunikation” hinzugekommen. “Da geht noch was: Faktor Mensch - Wer nichts will bekommt auch nichts” beschäftigt sich eben mit dem Menschen und Mitarbeiter im Nachhaltigkeitsprozess. Die Detailprogramme sowie die genauen Termine werden in Kürze verfügbar sein. Neben offenen Veranstaltungen können alle Seminar auch firmenintern gebucht werden. Und natürlich sind die Erstformate “Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmischen Zeiten” sowie “Pragmatische Erneuerung - Schaffung von neuen Sicht- und Handlungsweisen” weiterhin im Angebot.

Details zu diesem Programm finden Sie an deser Stelle.  

“Leider ist der Bereich des Unternehmens, mit dem ein vernetzter Markt sprechen möchte, für gewöhnlich hinter einer Nebelwand verborgen. Hinter einer Sprache, die falsch klingt und oft genug auch falsch ist.” … Cluetrain-These Nr. 61.

Zur Erinnerung: Das Cluetrain Manifest - der Zug mit den Schlüsseln - stammt aus dem Jahre 1999 und meiner Wahrnehmung nach, war damals das, was wir heute Web 2.0 nennen, bereits in rund 15 der 95 Thesen enthalten. Heute ist weniges dieser Thesen bereits aufgelöst oder Realität und vieles ist aktuell wie nie. Ein Beispiel: Mein Partner traf letztes Wochenende einen Werber (Werbefachmann), der auf seine Arbeit angesprochen sagte: “Ich lese gerade ein hochspannendes Buch! Kennst Du das Cluetrain Manifest?”. Schön, dass sich auch diese Branche partiell mit diesem epochalen Werk beschäftigt.

Zurück zur These: Warum gibt es diese Nebelwände? Warum senden “die” nur von da aus, wie beispielhaft in diesem Beitrag beschrieben. Warum können sich Unternehmen und Prosumenten nicht auf Augenhöhe unterhalten? Auch gut 9 Jahre nach dieser Thesen-Feststellung nicht?

Die These 63. sendet - fast flehend - hinzu: “Um mal direkt zu werden: “Wir sind diese Märkte. Wir möchten mit Euch sprechen.” … ich setze als Prosument hinzu: JETZT! … und als Berater: BITTE ZEITNAH! Denn der Wandel geschieht!

“Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.” findet sich als Zitat auf der Homepage von SagresServices. Dieses Unternehmen, das von Ellen und Klaus Fischer geführt wird, durfte meine Frau am letzten Wochenende kennenlernen. Sie konnte mit den beiden Farbgespräche innerhalb einer Gruppe führen. Farbgespräche, die es deutlich machen können, wer da welche (auch unbewußte) Haltung hat: Mauer oder Windmühle? Da setzen sich zwei zusammen und unterhalten sich auf einem Blatt Papier miteinander - ohne zu sprechen. Ich habe mir sagen lassen, dass einem diese Übung völlig neue Perspektiven vermittelt, es ist ein überraschendes Experiment. Hier einmal zwei “Gesprächsprotokolle”:

Farbdialoge - Gleiches

Hier haben sich zwei eher ähnliche Personen im Farbgespräch auseinander gesetzt …

Farbdialoge - Unterschiedliches

… und hier zwei sehr unterschiedliche.

Für mich ein Thema im Bereich “Neues Denken”.

LOHAS, LOHAS immer wieder LOHAS. Sind Sie denn nun einer - oder nicht? Ich habe ja das Gefühl, dass das Individuum in dieser ganzen Zielgruppendiskussion leidig untergeht. Es scheint, als ob die neue Bewegung in eine Schablone gedrückt werden soll, auf die dann die alten Marketing-Instrumente losgelassen werden können. Dann sind alle Verantwortlichen beruhigt, können wieder senden und alles konnte so bleiben wie es ist. Kein neues Denken - einfach altes Denken für neue Herausforderungen. Das Zuhören ist natürlich auch nicht als Disziplin hinzu gekommen.

Im Gesprächs- bzw. Dialogansatz des Zunft[institut]s gehen wir davon aus, dass Nachhaltigkeit nicht verordnet oder einfach in beliebiger Form angenommen werden kann. Jedes Individuum hat seine eigene, persönliche Nachhaltigkeit - oder eben noch nicht. Diese individuelle Nachhaltigkeit kann auch klein oder groß sein, besonders auf dem Gebiet des Umweltschutzes oder der Mitarbeiterführung ausgeprägt sein. Eines ist aber für uns ganz sicher: Diese Nachhaltigkeit kommt von innen heraus und ist das Ergebnis der eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, Situationen und der eigenen Geschichte. Selbst wenn das Nachhaltigkeitspektrum bei jedem Mensch gleich wäre, so setzt sich dieses durch die unterschiedlichen Ausprägungen der Spektralkanäle jeweils - wie ein Fingerabdruck - individuell zusammen.

Die Gleichmacherei für DIE Zielgruppe LOHAS will dann - wie immer - mit der Gießkanne auf diese Menschen los - und wundert sich über die Streuverluste in ungeahnter Höhe. Und altes Denken wird bei der Fehlersuche wieder alte Erklärungen für diese Streuverluste hervor bringen. Ein reales Bild der Wirklichkeit oder Ansätze für neues Denken wird man dabei vergeblich suchen.

Also: Der Mensch gehört in den Mittelpunkt aller Überlegungen - meine ich. Keine Unternehmens- oder Werbeinstrumente-Zentrierung, sondern eine totale, ganzheitliche und kompromisslose Kundenzentrierung.

Wann wird unsere Wirtschaft das verstehen? Und eigentlich ist das LOHAS-Kopf-in-den-Sand-stecken doch auch ein Kartenhaus, wie diejenigen, die gerade in der tollen, schildernden Finanzwelt einfach so zusammfallen, finde ich.

Eigentlich bin ich ja Wiki-Experte - behaupte ich mal so. Wenn ich um und bei 8-10 davon aufgesetzt habe, darf man sich doch so nennen, oder? Den Begriff an der ersten Stelle der Überschrift habe ich mir allerdings von Don Tapscott geliehen. Der sagt … (Zitat):

“Wir steuern auf den größten Wandel des Jahrhunderts zu. Die Menschen werden künftig völlig anders arbeiten und produzieren als bisher. Die Grundlage ist Wiki. Zunächst ist das nichts anderes als eine Software, die es einer großen Zahl an Nutzern ermöglicht, Dokumente ins Netz zu stellen oder einfach etwas hinzufügen. Aber diese Möglichkeiten sind die Basis für eine neue Kunst der Zusammenarbeit in astronomischen Umfang, die wir Wikinomics nennen.”

Und Charles Leadbeater Charles Leadbeater sagt etwas ähnliches.

Und … haben Sie schon eine … Wiki? Ne Dokuwiki, TWiki oder die gute alte Wikimedia? Scheint ja im Moment hipp zu sein, habe ich mir sagen lassen. So wie ein bunter iPod, das Zweit-iPhone für den Gärtner und das Firmen-SAP … also darunter geht es so gar nicht.

Findet das obige Zitat denn überhaupt einen Resonanzraum bei Ihnen? Wollen Sie den Anschluß nicht verlieren oder wollen Sie auch einfach nur hipp sein und nicht auffallen? Nicht das andere darüber reden und Ihnen fehlt das (mit)reden …? Na dieser Don wird wohl wissen wovon er spricht - und der Leadbeater, als Berater der englischen Regierung, doch wohl auch? Und Datenbank ist derartig langweilig und kleinkariert gegenüber WIKI. Außerdem steht das Datengrab der Bank soooo nahe.

Ich sage: Wenn Sie wirklich hipp sein möchten, dann seien Sie nicht nur einer der “first mover” oder “early birds” (der mit dem “worm”), sondern seien Sie die Zukunft selbst: Hauen Sie morgen Ihren Internetauftritt, Ihr Intranet, Extranet und die Beschwerde-/Reklamations-/Herausforderungs-Datenbank ohne mit der Wimper zu zucken in Tonne … und machen Sie in Wiki, kümmern Sie sich um eine Gemeinschaft (Community) um Ihre Leistungen und/oder Produkte herum! Aber denken Sie daran: Wiki heißt “schnell” … und wenn Sie nicht zu Fuß gehen wollen … was heißt Mut noch auf hawaiianisch?

Weitere Links zu dem Thema:
_Ausführlicher Vortrag von Don Tapscott auf dem 3. Dresdner Zukunftsforum zum Thema Wikinomics
_Blog mit einer Zusammenfassung seines Buches Wikinomics

Wenn Sie Fairtrade-Kaffee kennen, dann ja vielleicht auch dieses Siegel: FLP - Flower Label Program. Zitat aus der Präambel des gemeinnützigen Vereins: “Weltweit werden Blumen angebaut, um Menschen zu erfreuen. Insbesondere in vielen Ländern des Südens werden durch den Blumenanbau viele Arbeitsplätze geschaffen und Devisen erwirtschaftet. Gleichzeitig sind mit der Produktion oftmals ökologische und soziale Probleme verbunden. Das Flower Label Program (FLP) ist ein wesentliches Instrument zur Lösung dieser Probleme.”

Aus meiner Sicht eine sehr sinnige Initiative, die es Blumenhändlern ermöglicht sich (endlich) ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb zu verschaffen. Sicher ist das schwierig und vor 8 Jahren haben Fairtrade-Produkte im Bereich Kaffee und Schokolade eher ein Schattendasein geführt - dennoch: Irgendwann muss man mal anfangen! Und nie war die Zeit günstiger als eben JETZT behaupte ich.

Ich habe eine Bitte an Sie: Gehen Sie doch mal in dieser Woche zu Ihrem Blumenladen und fragen Sie dort nach FLP-Blumen. Auf die Antworten und Reaktionen bin ich sehr gespannt. Frei nach dem Jack Wolfskin Beispiel dürfen Sie bei der Gelegenheit auch gerne mal fragen, ob und welche Nachweise die Floristen über den Pestizid-Status ihrer Blumen und die sozialen Bedingung deren Herstellung haben. Weil Sie ein neugieriger, engagierter Mensch sind …

Und wenn Sie es hier nicht eintragen mögen, senden Sie mir doch eine kurze eMail mit Ihren Erfahrungen: o.selaff(at)zunftnetz.org. Herzlichen Dank … im voraus! Danke!

Ich traue mich jetzt mal was. Einige von Ihnen haben in meinem Beiträgen schon etwas über Schamanen gelesen. Vielleicht ist es sogar so, das es einige Leser gar einige Beiträge als spirituell oder esoterisch betrachten. Alleine der Standpunkt “Nachhaltigkeit kommt von innen” kann von eben dieser Nähe zeugen.

Wenn ich denn nach “Geiz-ist-geil” in ein Loch falle, weil es mir nicht hilft immer nur als Schnäppchenjäger berühmt und berüchtigt zu werden, diese Jagd sogar in starken Stress ausartet, kommt (fast) jeder an den Punkt der Sinnsuche. Im Bereich Schnäppchen könnte ich das auch die “Was ist was wert”-Phase nennen. Und das ist schon spirituell, esotherisch oder ethisch.

Das war jetzt wieder eine lange Einleitung - sorry. Einer der Menschen, der mit mir gemeinsam unseren Schamanen Philip Kansa besucht hat, hört neuerdings sehr häufig Hörbücher von Kurt Tepperwein. Ich hatte vorgestern auch das Vergnügen und habe das - Erfolg und Wohlstand - so nebenbei gehört. Wenn Sie mich heute fragen, erinnere ich mich an folgende Passage (sinngemäß): “Manche Menschen haben das Gefühl, dass Sie um voran zu kommen zunächst einmal ihre Vergangenheit aufarbeiten müssen. Sie laufen dafür sogar zu Fachleuten, die eben dieses mit ihnen tun. Ich dagegen vergesse alles, was länger als 3 min her ist. Ich lebe für die Zukunft und habe alle Möglichkeiten vor mir liegen. Ich brauche keinen Blick zurück.”

Drastisch - diese Aussage setzt vieles an denken außer Kraft - z. B. “aus der Vergangenheit lernen”. Wie sehen Sie das? Alle Kraft nach vorn oder auch immer wieder einen kräftiger Schulterblick zurück? Was ist nachhaltig gut?

Auch in Sachen Nachhaltigkeit wäre zu diskutieren, ob richtige Nachhaltige mehr vor oder mehr zurück schauen …. Und wenn Sie sich jetzt fragen, was ich mich getraut habe … gibt Ihnen Ihre Frage schon die Antwort.

Vor-vor-vorgestern habe ich mal wieder TV geschaut. Eigentlich nicht geschaut sondern einfach so herum gezappt - wie es neudeutsch heißt. Ich bin bei einer Reportage über eine Familie hängengeblieben, die sich über vier Wochen einen sog. Öko-Coach angetan haben. Der schaute in alle Ecken des Hauses auf der Suche nach fiesen Stromverbrauchern, analysierte die Putzmittelkollektion sehr penibel und machte sogar vor dem Durchwühlen der (Rest-)Mülltonne nicht Halt. Oh Mann, das schien mir echt hart, zumal er auch versuchte das Auto der Familie mit einer Parkkralle stillzulegen.

To make a long story short: Der Öko-Scout ging auch mit Ihnen einkaufen. Bei Hess Natur (glücklicherweise in der Nähe von Frankfurt, dennoch: Autoeinsatz!) war der Pulli für die Tochter sehr schön (fand ich auch) aber leider ziemlich kratzig. Weiter zu Jack Wolfskin - mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort fand sich auf den ersten - und auch auf den zweiten Blick leider nichts umweltkonformes für das Töchterchen. Sie hätte doch soooo gerne ein schönes grünes Fleece gehabt. Ob der Kunststoffes und der unklaren Fertigungssituation (Kinderarbeit, Lohndumping, Ausbeutung) fanden sich auf der Stirn des Beraters tiefe Falten. Dann aber ein Vorschlag zum Kompromiss und der Grund für diesen Artikel: “Sie kaufen den Artikel, weisen aber darauf hin, dass Sie binnen 10 Tagen (um in der Umtauschfrist zu bleiben) eine Stellungnahme von Jack Wolfskin zu den o. g. Fragen haben möchten. Kommt diese nicht oder ist sie nicht im Toleranzbereich, geht das Teil halt zurück.”

Ein toller Vorschlag. Wenn das jeder mündige Prosument so tun würde, würde sich sogar schnell etwas verändern - da bin ich ganz sicher. Fangen auch SIE morgen damit an? Werden Sie zum Prosumenten?

… ist der Titel einer Veranstaltung im Gotheanum in Dornach/Schweiz am 13. und 14. September 2008. In Kolloquien sollen Brücken zwischen innerer und äußerer Nachhaltigkeitsarbeit geschlagen werden, um die “Welt der Menschen mit Natur, Kosmos und Erde” wieder zu verbinden.

Ich finde das hört sich spannend an - auch und gerade weil ein wenig undogmatische Spiritualität im Spiel ist. Leider ist der Meldeschluss schon am 30.08.08 - aber ich denke nachhaltig agierende Einrichtungen sind so flexibel auch Nachzüglern eine Chance zu geben.

So scheint das Thema Nachhaltigkeit wirklich sehr weite Kreise zu ziehen - auch im anthroposophischen Umfeld ist es angekommen. Anderseits werden einige vielleicht sagen, dass eben die Anthroposophen schon immer nachhaltig waren. Anyway. In jedem Fall ist die Verbindung des Wortes “nachhaltig” mit dem Wort “Schicksal” drastisch - vielleicht sogar aufrüttelnd.

Ich würde uns allen wünschen, dass wir wöchendlich eine solche Veranstaltung in Deutschland oder sogar parallel in den Metropolregionen haben. Damit das Thema präsenter und anfassbarer wird, damit sich Menschen darüber austauschen können. Sollte Ihnen eine solche Veranstaltung “über den Weg laufen”, zögern Sie nicht an dieser Stelle darüber zu berichten.

In der aktuellen Ausgabe der medianet, eine der größten österreichischen B2B-Kommunikationsplattformen, ist ein Artikel von Klaus Kofler und mir veröffentlicht worden, der die optimale Verzahnung der Bereiche Wissen, Nachhaltigkeit und Innovation für die Ideenfindung beschreibt.

In dem Artikel zeigen wir u. a. am Beispiel Toyota auf, wie aus unserer Sicht ein beispielhaftes Innovationsmanagement aussehen könnte. In Japan kommt den Unternehmen dabei die kulturell verankerte Hinwendung zum Kollektivdenken und -wissen stark entgegen. Hierzulande herrscht dagegen noch immer die Orientierung zu Herrschaftswissen vor, dass scheinbar (noch immer) auch ein Garant für persönlichen Erfolg ist. Wissens- und Erfahrungsteilung finden so zwar in der Theorie aber kaum in Praxis statt. Alleine an diesem kulturellen Nachteil lässt sich ermessen, wieviel Kraft und Engagement notwendig ist, um hier erfolgreich zu sein.

Sie finden den vollständigen Artikel bei Zunft[wissen] oder direkt bei medianet.at.

Sollten Sie Anmerkungen oder eigene Erfahrungen auf dem Gebiet haben, freuen wir uns über Ihre Kommentare.

Einmal ein Hinweis in eigener Sache: Ab Herbst 2008 bietet das Zunft[institut] eine erste Serie von Seminaren rund um die Themen Innovation, Trends, Kommunikation und Wissen im Kontext zur Nachhaltigkeit an.

Uns lagen bei der Konzeption insbesondere die pragmatische Ausrichtung, ein inspirierendes Umfeld und die faire Preisgestaltung am Herzen. So werden die ersten beiden Seminare bereits im Oktober im Bregenzerwald stattfinden, der zu dieser Jahreszeit noch immer mit seiner Schönheit lockt. Eine Besonderheit ist die Tatsache, dass die Seminarkosten die Unterbringung bereits beinhalten. Haben Sie Lust auf einen Perspektivwechsel und neue, inspirierende Impulse?

07. bis 09. Oktober 2008:

Der Wandel geschieht - Perspektiven für stürmische Zeiten

28. bis 30. Oktober 2008:

Wissen, Nachhaltgkeit und Innovation - Der Kreislauf für zukünfige Innovationen

Nährere Informationen und Buchungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website …

Die Seminare finden in Kooperation mit Trends & Wege  statt, die weitere Seminare rund um Innovation anbieten.

Ich nehme jetzt mal einen Standpunkt ein - obwohl das ja heute eher unnormal ist. Vor lauter Korrektheit und Harmoniesucht findet so etwas - Stellung beziehen - im Alltag immer weniger statt. Und jeder hat Angst davor, dass seine Wahrheit womöglich den Gegenüber verletzen könnte. Aber können wir uns nicht in Liebe gegenseitig entwickeln?

Standpunkt: Das was zählt ist die Kultur! … und um die kümmern wir uns in Deutschland sehr wenig. Wir kümmern uns um die Natur, Regeln, Gesetze, Steuern, Leistung, Korrektheit … um so vieles, aber zu wenig um die Kultur. Die Kultur des Teilens, des Miteinander, die kulturelle Identität (welcher Jugendliche kennt heute beispielsweise Rilke?), die traditionelle westliche Wertekultur und die Kultur einer sinnstiftenden Politik. Und wenn ich jetzt die Nachhaltigkeit ins Spiel bringe, getrieben von dem grundlegenden Wunsch etwas zu erhalten, stellt sich mir die Frage, wieviel Nachhaltigkeit ohne Kultur denn möglich ist? Meinungen dazu …?

Heute habe ich bei best-of-wine gelesen, dass es einem Forscherteam gelungen ist, eine elektronische Zunge zu entwickeln (bisher: Prototyp), die in der Lage ist Weinsorten und Jahrgänge zu erkennen. Der große Vorteil: Das Zünglein ist portabel!

Naht mit dieser Erfindung endlich die Wahrheit für den Wein? Können so komplexe Verschnitte unterschiedlichster Weine entschlüsselt werden? Ist endgültig Schluss mit dem Zucker und Glykol in unserem geliebten Getränk? Und womöglich kann das Teil auch Holzchips von Barrique unterscheiden …

Wenn es gelingt dieses Zunge alltagstauglich zu machen, sicher eine nachhaltige Erfindung. Oder besser eine Nachhaltigkeit sicherende Erfindung.

In seiner gestern erschienenen Ausgabe hat das Dialogus-Magazin den Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Unter anderen finden sich dort Beiträge zu den Themen Handel, Prozesse sowie einige gute Unternehmensbeispiele. Auch ein Interview zum Zunft[institut] ist dort zu finden. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei.

Aufmerksam gemacht hat mich - mal wieder - Hannes Treichl in seinem Blog: Brainfloor, ein Marktplatz für Ideen aus Österreich, auf dem sich Ideensucher und -geber - hier genannt BrainUser und BrainWorker - treffen.

Eine Klasse-Idee finde ich. So bin ich seit rund 3 Monaten Mitglied dort und gebe auch meine Ideen dort zum Besten. Allerdings stolpere ich immer wieder über zwei Punkte: Zum einen fühle ich mich jedes Mal wie eine Milchkuh beim Melken. Ich gebe mein Bestes, erfahre aber nicht was damit geschieht. Wird es ein toller Käse oder bester Quark? Und zum anderen fehlt mir die Inspiration durch die anderen Ideengeber - sorry BrainWorker - das storming sozusagen. So fühlt sich das alles recht klinisch an und irgendwie werde ich den bitteren Geschmack auf der Zunge nicht los, dass ich deutlich mehr gebe als ich bekomme. Würde eine solche Ideen-suchende Firma - sorry BrainUser - eine Agentur wie beispielsweise das Trendbüro oder ähnliche beauftragen, würde der identische Output wahrscheinlich einen mittleren 6-stelligen Euro-Betrag kosten. Schließlich geht es um nicht weniger als Innovationen. Und selbst wenn nicht DIE einschlagende Idee dabei ist, so sind alleine die 50-100 Beiträge vielleicht für die eigenen Fachleute so inspirierend, dass im nachhinein DIE Idee geboren wird.

Wie könnte man Brainfloor also so verbessern, dass dieser bittere Geschmack ein wenig weniger wird? Oh, nicht das Sie denken, dass ich Sie jetzt auch aushören will - schließlich sind hier die Kommentare (noch ;-)) öffentlich!

Vorgesetzte auf Augenhöhe mit ihren Mitarbeitern. Kunden, die auf Augenhöhe mit den Produzenten ihrer Produkte und Dienstleistungen sprechen. Die Eltern auf Augenhöhe der Lehrer. Berater auf einer Augenhöhe mit ihren bisherigen Beratungsopfern?

Augenhöhe - das heißt auch keine oder kaum Hierarchien. Das heißt insbesondere Respekt und Wertschätzung. Nicht von “oben herab”. Und warum muss ich DAS in diesem Artikel so betonen? Weil es scheinbar eine Krankheit unserer Gesellschaft ist, die diese Selbstverständlichkeiten vergessen oder verdrängt hat. Wenn wir heraus finden warum das so ist, wissen wir automatisch um einen sehr lukrativen neuen Geschäftszweig. Denn die Sehnsucht nach Augenhöhe ist allerorten groß.

Dabei merken die, denen diese Augenhöhe versagt wird, langsam diesen Umstand. Und die, die von der fehlenden Augenhöhe profitieren, versuchen in einem letzten oder vorletzten Aufbäumen, den drohenden Verlust zu verhindern. Das führt mitunter zu skurrilen Szenen und Situationen, in denen viele tradierte Systeme vor dem Aus stehen. Nur was kommt danach? Wissen Sie hier Rat?

Augenhöhe = Brüderlichkeit = Nachhaltigkeit … mal als These oder zeitliche Beobachtung niedergeschrieben. Oder wie sehen Sie das?

Wir backen jetzt seit gut einem Jahr unser Sauerteigbrot, auf Basis rein ökologischer Zutaten, selbst. Seit dem haben wir kein Brot mehr gekauft. Anfangs bucken wir 8 Brote pro Woche, mittlerweile mussten wir die Produktion auf 14 Brote steigern. Jeder, den wir von dem Brot probieren lassen, ist hoch überrascht über den Geschmack - und das im Brotland Deutschland. Wir könnten sogar von Fans sprechen. Und so geben wir Woche für Woche 8 dieser 14 Brote an andere Menschen ab, denen dieses Brot sehr gut tut und schmeckt. Wir mahlen das Korn direkt vor dem Backen, so dass auch der so wichtige Keimling mit hinein geht - ein Vorgehen das heute selbst bei Bio-Bäckereien nicht selbstverständlich ist. Mindestens 5 Familien haben wir dazu gebracht auch selbst zu backen - mit großem Erfolg.

Aber warum haben sich die Bäcker so weit “herunter gewirtschaftet”, dass die Kunden nur noch mangels Alternative dort kaufen? Natürlich gibt es auch Ausnahmen von dieser Regel, wie beispielsweise in zwei wirklich sehr lesenswerten Artikeln in der Brand eins beschrieben: Nach der Generation Teigling und Brot-Zeit. Doch trotz des massiven Erfolges machen diese nicht Schule. WARUM NICHT? Wissen Sie Antworten auf diese Fragen?

Wer wissen möchte wie wir Sauerteigbrot backen, schaut einmal hier. Gerne geben wir auch persönlich unser Wissen weiter - für die Rückkehr der Brotkultur.

Da stöbere ich ein wenig in meiner digitalen Bibliothek und entdecke, dass Zünfte früher auch eine farblich